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06.10.2026 | 05:08

Erste Kaufkurse bei Goldaktien? Blick auf Agnico Eagle, Lahontan Gold und Lundin Gold!

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Bildquelle: Gemini

Mit den steigenden Bondrenditen und dem wieder erstarkten US-Dollar wurde Gold kräftig abverkauft. Nach dem August-Hoch bei mehr als 4.600 USD je Unze ging es nun bis knapp unter die Marke von 4.200 USD. Hier setzten wieder Käufe ein. Für kurzfristig orientierte Charttechniker stellt sich nun die Frage, ob noch einmal die Tiefs aus dem Juni und Juli getestet werden. Sie lagen rund 100 USD unter dem aktuellen Preis. Für langfristig orientierte Aktienanleger stellt sich dagegen eine ganz andere Frage: Soll ich nun wieder erste Positionen bei aussichtsreichen Goldaktien aufbauen? Schließlich sind diese ebenfalls unter die Räder gekommen. Wir blicken heute deshalb auf die Situation bei Agnico Eagle, Lahontan Gold und Lundin Gold.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: LUNDIN GOLD INC. | CA5503711080 , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085

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Inhaltsverzeichnis:


    Agnico Eagle: Kosten und Zinsen entscheidend!

    Ein tolles Comeback feierte die Aktie von Agnico Eagle nach dem Frühjahrssturz. Ab Juli ging es von unter 140 USD auf rund 225 USD hoch. Mit dem kräftigen Rückgang des Goldpreises ging es bei den Kanadiern wieder kräftig abwärts, auch wenn man im Gegensatz zum Goldpreis noch deutlich von Mittsommer-Tiefs entfernt ist. Grundsätzlich ist die Aktie von Agnico, dem aktuell drittgrößten Goldproduzenten der Welt, ein starker Gewinner, wenn es beim Gold wieder aufwärts gehen sollte. Das Unternehmen gilt als Kostenkönig der Branche und hat durch geschickte und eher günstige Übernahmen zu Jahresanfang in Finnland bereits die Basis für das zukünftige Wachstum gelegt. Hier wie bei den Kosten steht man auch besser da als der nationale Konkurrent Barrick Mining.
    Operativ lief im ersten Halbjahr praktisch alles nach Plan. Agnico Eagle produzierte 1,68 Mio. Unzen und damit etwas weniger als im Vorjahr. Der Nettogewinn stieg allerdings um 75 % auf 3,296 Mrd. USD, was vor allem auf den Goldpreis-Anstieg zurückzuführen ist. Bei den Kosten gab es trotz der weltweiten Inflation solide 1.459 USD je Unze (AISC). Der Free Cashflow erreichte 1,33 Mrd. USD und damit 2,66 USD pro Aktie.
    Das Management setzt weiter voll auf Aktienrückkäufe und Dividenden, um die Aktionäre am Erfolg zu beteiligen. Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 0,90 USD je Aktie ausgeschüttet, bezahlt wird quartalsweise. Im Rahmen des vom Vorstand beschlossenen NCIB-Programms (Normal Course Issuer Bid) kaufte der Konzern von Januar bis Ende Juni insgesamt Aktien im Wert von ca. 550 Mio. USD zurück. Im Vorjahr hatte man sich noch weitgehend zurückgehalten.
    Die Haupttreiber bis Jahresende dürften vor allem der Goldpreis und die Zinsentwicklung in den USA sein – wie bei allen Goldproduzenten. Derzeit geht der Markt zu 78 % von keiner Erhöhung im Oktober aus und rechnet danach mit drei Zinsanhebungen. Vor den Midterms im November hat die Federal Reserve übrigens noch nie die Zinsen angehoben. Hier hat offensichtlich weiterhin die politische Neutralität den Vorrang. Für Agnico bleibt wichtig, dass man die Kosten im Griff behält und weiterhin hohe Margen einfahren kann.

    Lahontan Gold: Leichtes Gold und hohe Grade!

    Bei Lahontan Gold laufen nun sukzessive die Ergebnisse aus dem laufenden Bohrprogramm auf dem Santa Fe-Projekt ein. Bemerkenswert waren dabei zuletzt die Daten aus dem früheren Bohrprogramm Heap Leach Pad der einst historischen Mine. Hier fanden sich in fast allen Bohrungen nennenswerte Mengen an Gold und Silber. Das ist so besonders, weil hier die früheren Reste beim Abbau einfach gelagert wurden. Das Gestein liegt locker vor und kann schnell und einfach abgebaut werden. Zum Teil kommen dabei hochgradige Bereiche zum Vorschein, wie beispielsweise Bohrloch SF26-0195, das 2,72 g/t Gold und 2,8 g/t Silber über eine Länge von 16,5 Metern aufwies.
    Dieser „Haufen“ an Erz ist aber nur ein „Bonus“ für Lahontan Gold, wie es einst die CEO und Gründerin Kimberly Ann ausdrückte. Der Fokus liegt darauf, nun die Vorbereitungen für den Bau der Goldmine im kommenden Jahr abzuschließen. Das Projekt weist laut der Mitte August veröffentlichten, aktualisierten Ressourcenschätzung eine Gesamtressource über 2,385 Mio. Unzen Goldäquivalent auf. Dabei umfasste die Ressourcenschätzung insgesamt 136.515 Bohrmeter.
    Lahontan Gold hat nun unabhängige Gutachter mit der Vorlage einer neuen wirtschaftlichen Bewertung des Vorkommens beauftragt. Diese PEA soll zügig vorgelegt werden. Der große Pluspunkt des Vorkommens liegt dabei in der Infrastruktur. Es liegt im US-Bundesstaat Nevada, das eines der etabliertesten Bergbaugebiete der Welt ist. Dieser Faktor sollte das Capex für den Minenbau senken.
    Die Aktie von Lahontan Gold lief zuletzt über Monate hinweg in einer Seitwärtsbewegung, befindet sich aber aktuell am oberen Ende der Handelsspanne. Gute Nachrichten, ein starker Goldpreis oder eine überzeugende PEA könnten bei dem Papier für einen Ausbruch sorgen. Generell sollte das Unternehmen nun in ein Re-Rating hineinlaufen. Unternehmen, die mit dem Bau einer Goldmine beginnen, werden an den Märkten höher bewertet als reine Developer.

    Lundin Gold: Schnell wieder hoch?

    Die Aktie von Lundin Gold sollte von höheren Goldpreisen überdurchschnittlich profitieren. Und das liegt an den operativen Erfolgen des Unternehmens. Lundin Gold betreibt die Fruta Del Norte-Mine in Ecuador. Manche in der Mining-Branche meinen, dass es das vielleicht größte Goldvorkommen der Erde ist.
    Das Potenzial scheint jedenfalls weiterhin gewaltig. So konnte das Unternehmen große Erfolge in den vergangenen Monaten melden. Es wurde der epithermale Goldtrend auf der Neuentdeckung Quebrada Dorada um satte 8 Kilometer erweitert. Im Juli meldete man die Entdeckung zweier neuer Kupfer-Gold-Porphyr-Systeme, womit sich die Anzahl der identifizierten Porphyre im Distrikt auf sieben erhöht. Für eines davon, Sandia, will man auch eine erste Ressourcenschätzung vorlegen. Das Rekord-Bohrprogramm über 130.000 Meter förderte zudem ein bemerkenswertes Ergebnis zu Tage. So meldete man vom Epithermal-Ziel Bonza Sur erstklassige Bohrergebnisse mit u. a. 204,26 g/t Gold über 3,05 Meter.
    Das Management arbeitet derzeit ohnehin an dem Ausbau der Verarbeitungsanlage. Deren Kapazität soll von aktuell 5.500 Tonnen pro Tag auf 6.500 bis 7.000 Tonnen pro Tag steigen. Dies soll noch bis Jahresende geschehen. Im ersten Halbjahr lieferte die Anlage insgesamt eine Produktion von knapp 239.000 Unzen Gold, bei Goldgraden von mehr als 8 g/t. Finanziell ist Lundin Gold ohnehin gut aufgestellt. Allein in den ersten Monaten lag der Free Cashflow bei 445 Mio. USD.
    Die Aktie schlägt sich vergleichsweise wacker in diesem Marktumfeld. Vom August-Top hat die Aktie rund 15 % verloren. Angesichts der operativen Erfolge sollte das Papier überproportional vom nächsten Aufschwung beim Goldpreis profitieren.


    Fazit: Mit Lundin Gold setzen Anleger auf ein Ein-Minen-Unternehmen, das allerdings operativ wie finanziell Top-Ergebnisse liefert. Lahontan Gold bewegt sich immer weiter zum Minenbau hin, ein Re-Rating der Aktie könnte mit den nächsten News einsetzen. Agnico Eagle ist nicht nur der Kostenkönig im Sektor, sondern auch langfristig gut aufgestellt.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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