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25.06.2026 | 05:35

Goldpreis auf Talfahrt! Warum Globex Mining, Q-Gold und Alamos trotzdem glänzen

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Bildquelle: Pixabay

Der Goldpreis hat zuletzt spürbar nachgegeben – und prompt stellt sich die Frage, was das für Minenunternehmen bedeutet. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, entscheidend ist die jeweilige Story. Wer sich frühzeitig und günstig die richtigen Vorkommen sichert, wer seine Produktion verlässlich steuert oder wer ganz ohne eigene Mine an fremden Projekten beteiligt ist, kann auch bei Preisen von 4.000 USD je Unze glänzend verdienen. Genau das verbindet drei Unternehmen: Den aufstrebenden Explorer Q-Gold, den etablierten Produzenten Alamos Gold und Globex Mining Enterprises, ein schuldenfreies Royalty-Haus, das seine Erträge aus Lizenzrechten zieht. Drei unterschiedliche Wege, von der Edelmetallknappheit zu profitieren – und drei gute Gründe, beim aktuellen Kurs genauer hinzuschauen.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Jens Castner
ISIN: Q-GOLD RES | CA7472695047 , ALAMOS GOLD (NEW) | CA0115321089 , GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 | TSX: GMX. OTCQX: GLBXF

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Inhaltsverzeichnis:


    Ein Praktiker mit Plan

    Wer Andreas Rompel zuhört, merkt schnell: Hier spricht kein Theoretiker. Der gebürtige Deutsche ist promovierter Geologe und hat mehr als 35 Jahre in den Minen dieser Welt verbracht. Heute ist er COO bei Q-Gold Resources, einem kleinen kanadischen Explorer mit großen Ambitionen. Das Herzstück des Unternehmens liegt allerdings nicht in Kanada, sondern im US-Bundesstaat Oregon, unweit der Grenze zu Nevada, dem wichtigsten Goldabbaugebiet der USA. Das Quartz-Mountain-Goldprojekt wurde im Oktober 2025 von Alamos Gold übernommen, einem der größten nordamerikanischen Goldproduzenten. Rompels Urteil fällt klar aus: „Das ist kein Explorationsprojekt mehr – wir sind mindestens zwei Stufen weiter.“

    Alamos hatte das Gelände nie richtig angepackt, auch weil in Oregon lange Zeit kaum Abbaugenehmigungen zu bekommen waren. Q-Gold hat diese Gelegenheit genutzt und seine Anträge über den US-Bundesrahmen FAST-41 eingereicht, ein Programm zur beschleunigten Genehmigung von Infrastruktur- und Bergbauprojekten. Gespräche mit Forstbehörden und hochrangigen Politikern haben bereits stattgefunden, der politische Rückenwind ist real. Mit dem Projekt übernahm Q-Gold zugleich das Exploration Warehouse, ein Lager- und Analysezentrum für Bohrkerne und Gesteinsproben, das direkt an einem Highway liegt und über eine gesicherte Stromversorgung verfügt. Selten fängt man beim Bau einer Mine so gut ausgestattet an.

    Was der Berg hergibt

    Was Q-Gold auf dem Quartz Mountain vorgefunden hat, kann sich sehen lassen. Mehr als 90.000 m Diamantbohrungen liegen vor, die aktuelle Mineralressource nach der strengen kanadischen Norm NI-43-101 weist 2,01 Mio. Unzen Gold in der Kategorie „Indicated“ bei einem durchschnittlichen Gehalt von 0,78 Gramm pro Tonne Gestein (g/t) aus, dazu weitere 494.000 Unzen in der weniger gesicherten Kategorie „Inferred“. Bei einer Minenlebensdauer von 14 Jahren und einer Förderung von durchschnittlich 135.000 Unzen p. a. sollen über die gesamte Laufzeit rund 1,9 Mio. Unzen Gold zu Kosten von 1.216 USD je Unze gewonnen werden. Die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) des renommierten Ingenieurbüros Kappes, Cassiday & Associates kommt bei einem konservativ angesetzten Basisgoldpreis von 3.265 USD je Unze auf einen Netto-Barwert von 1,7 Mrd. USD. Beim Kurs von 0,21 CAD (in Deutschland aktuell 0,12 EUR) bringt Q-Gold dagegen gerade einmal rund 40 Mio. CAD auf die Waage.

    Ein weiterer Baustein ist das benachbarte Angel's Camp, wo oberflächennah Goldgehalte von bis zu 160,6 g/t gemessen wurden – die Ausdehnung ist begrenzt, das Potenzial aber unbestritten. Rompel setzt die Prioritäten dennoch klar: „Angel's Camp werden wir nicht liegenlassen, aber den Schatz heben wir später.“ Zunächst wird Quartz Mountain entwickelt; 2030 sollen die ersten Goldbarren gegossen werden. Das einzige Hindernis ist der Investitionsaufwand (CAPEX) von 290 Mio. USD – viel Holz für ein Unternehmen mit nur 10 Mio. CAD in der Kasse. Lösbar erscheint die Finanzierung trotzdem: Kanadas Großbanken stehen dem Bergbau traditionell aufgeschlossen gegenüber, und mit ehemaligen Führungskräften der Bank of Montreal sowie der bergbauerfahrenen Investmentfirma Forbes & Manhattan in Vorstand und Aufsichtsrat ist Q-Gold bestens vernetzt.

    Der schwergewichtige Partner

    Über dieses Netzwerk hinaus hat Q-Gold einen prominenten Fürsprecher: Alamos Gold hält 9,9 % der Anteile und entsendet mit Scott Parsons einen eigenen Mann in den Verwaltungsrat – ein stilles, aber deutliches Bekenntnis zum Projekt. Abgegeben hat Alamos Quartz Mountain nicht etwa, weil es wertlos wäre, sondern weil ein Konzern mit einer Marktkapitalisierung von fast 20 Mrd. CAD schlicht andere Prioritäten setzt; über seine Beteiligung würde er von einem Erfolg ohnehin profitieren. Anders als der kleine Explorer ist Alamos längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein etablierter kanadischer Goldproduzent mit Minen in Ontario und Mexiko. Wie gut das Geschäft zuletzt lief, zeigt der Blick auf die jüngsten Zahlen.

    Bei einem im ersten Quartal noch realisierbaren Goldpreis von 4.829 USD je Unze kletterte der Umsatz zwischen Anfang Januar und Ende März gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 79 % auf den Rekordwert von 597 Mio. USD. Der freie Cashflow, im Vorjahresquartal noch leicht negativ, drehte auf plus 102 Mio. USD. Trotz vergleichsweise hoher Produktionskosten von 1.862 USD je Unze ergibt sich zum aktuellen Goldpreis eine Marge von mehr als 2.000 USD je geförderter Unze. Die Jahresdividende wurde zwar um 60 % angehoben, bleibt mit 0,04 USD je Quartal angesichts eines Aktienkurses von 29,58 USD (26,08 EUR bzw. 42,09 CAD) aber überschaubar.

    Mehr als nur ein Weg zum Gold

    Interessanter als der Blick zurück ist für Börsianer aber die Zukunft. Im Februar 2026 kündigte Alamos die Erweiterung des Island Gold District in Ontario auf 20.000 t pro Tag an, die Mineralreserven stiegen um 32 % auf 15,9 Mio. Unzen. Bis 2030 soll die Jahresproduktion auf rund 1 Mio. Unzen wachsen – ein Plus von 83 % gegenüber 2025 – bei zugleich sinkenden Förderkosten auf unter 1.250 USD je Unze. Damit ist das wie auch der Partner Q-Gold in Toronto ansässige Unternehmen für die nächste Dekade strukturell gut aufgestellt. Gleichwohl bleiben Exploration und Förderung riskante Unterfangen: Die einen warten auf Genehmigungen und Geldgeber, die anderen unterhalten kapitalintensive Schächte und Förderanlagen. Es gibt jedoch einen weiteren Weg, von Bergbauprojekten zu profitieren, ohne sich diesen Unwägbarkeiten auszusetzen.

    Globex Mining Enterprises hat genau dieses Geschäftsmodell perfektioniert: Das Unternehmen aus Rouyn-Noranda in Québec schürft selbst kein Gold und betreibt keine Mine, sondern operiert die Risiken des Bergbaus systematisch aus der eigenen Bilanz heraus. Das Management um Vorstandschef Jack Stoch, ebenfalls ein Geologe mit jahrzehntelanger Erfahrung, kauft sich günstig in historisch bewährte Bergbaureviere ein – „Weltklasse-Mining-Camps“, wie der CEO betont. Diese Areale wertet Globex durch begrenzte eigene Exploration auf und gibt sie anschließend gegen Barzahlungen, Aktien und langfristige Lizenzvereinbarungen – sogenannte Royalty-Rechte – an externe Partner weiter. So entsteht laufender Wert, ohne dass das Unternehmen selbst kapitalintensiv schürfen muss.

    Bergbau ohne Bagger

    Das Ergebnis ist ein Portfolio von 272 mineralischen Assets, das von Gold und Silber über Kupfer, Zink und Antimon bis zu Seltenen Erden und Lithium reicht. Der geografische Fokus liegt ausschließlich auf politisch sicheren Regionen wie Québec, Ontario, New Brunswick, Nevada und Arizona; ein Lizenzgebiet befindet sich sogar im sächsischen Bräunsdorf, im historischen Freiberger Silberbergbaurevier, wo seit rund 850 Jahren gefördert wird. Inzwischen sind 107 Royalty-Vereinbarungen aktiv. Dass das Modell funktioniert, belegt die Kurshistorie: Auf Sicht von 10 Jahren die Globex-Aktie um über 380 % zugelegt, mehr als doppelt so viel wie der kanadische TSX-Gesamtindex. Umso bemerkenswerter ist, dass die Marktkapitalisierung beim aktuellen Kurs von 1,80 CAD (1,12 EUR) mit rund 110 Mio. CAD weit hinter vergleichbaren Royalty-Konzernen zurückbleibt – Altius Minerals etwa wird mit rund 3,3 Mrd. CAD bewertet, und Triple Flag zahlte für den kleineren Wettbewerber Orogen Royalties rund 421 Mio. CAD.

    Im Hintergrund steht zudem eine höchst solide Bilanz: Globex arbeitet ohne jegliche Schulden. Das Unternehmen verfügte zum Ende des ersten Quartals über liquide Mittel von 8 Mio. CAD und ein Working Capital – also kurzfristig verfügbares Betriebskapital – von knapp 40 Mio. CAD. Optionszahlungen der Partner, allein 581.000 CAD im ersten Quartal, finanzieren den laufenden Betrieb vollständig. Den eigentlichen Hebel bildet jedoch das Royalty-Portfolio, das mit jeder Ressourcenaktualisierung an Wert gewinnt. Ein Beispiel ist Bell Mountain in Nevada, wo Lincoln Mining spätestens 2027 in Produktion gehen will – kostengünstig per Heap-Leach-Verfahren (Haufenlaugung), bei dem zerkleinertes Erz auf Halden mit einer schwachen Cyanidlösung berieselt wird, die das Gold herauslöst. Globex stehen davon 3 % der Bruttoerlöse zu, und beim aktuellen Goldpreis von 4.063 USD je Unze zeichnen sich die ersten substanziellen Lizenz-Cashflows aus diesem Projekt ab. So lässt sich vom weltweiten Rohstoffhunger und der Edelmetallknappheit profitieren, ohne das Bohrlochrisiko eines Explorers oder die Kapitalintensität eines Produzenten zu tragen – alles, ohne selbst einen Finger an die Schaufel zu legen.


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    Der Autor

    Jens Castner

    Der gebürtige Nürnberger ist seit mehr als 30 Jahren im Finanzjournalismus und am Kapitalmarkt aktiv, zuletzt als Chefredakteur von Börse Online. Seit April 2026 ist er selbstständig tätig, um sich voll und ganz seiner großen Leidenschaft zu widmen: der Identifikation unterbewerteter Aktien, mit besonderem Fokus auf das Nebenwertesegment.

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