05.08.2026 | 04:40
Goldaktien im Fokus: Kinross Gold, Lahontan Gold und AngloGold Ashanti!
Der Goldpreis kann sich nicht so recht entscheiden. Als die Federal Reserve in der vergangenen Woche die Zinsen unverändert ließ, legte die Unzennotiz zwar stark zu. Doch der Preis kann sich bisher nicht so richtig von der Marke bei 4.000 USD lösen. Noch immer geht ein guter Teil des Marktes davon aus, dass die US-Notenbank mit Blick auf die Inflation die Zinsen noch in diesem Jahr erhöhen muss. Allerdings bezweifeln ebenso viele, dass die vor den wichtigen Wahlen im November geschieht. Und dann kommt noch hinzu, dass Präsident Trump weiterhin niedrigere Zinsen fordert. Für den Goldpreis ist dies eine kurzfristig unbefriedigende Situation. Wer allerdings auf die strukturellen Trends im Markt setzt, sollte die Korrektur bei den Goldaktien nutzen. Wir blicken deshalb heute auf die Papiere von Kinross Gold, Lahontan Gold und AngloGold Ashanti!
Lesezeit: ca. 5 Min.
|
Autor:
Tarik Dede
ISIN:
LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , ANGLOGOLD ASHANTI LTD.ADR | US0351282068 , KINROSS GOLD CORP. | CA4969024047
Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
Kinross Gold: Starke Zahlen im Q2!
Kinross Gold ist einer der größten Goldproduzenten Nordamerikas. Die Kanadier legten nun ihre Quartalszahlen vor und überzeugten die Märkte. So legte der Umsatz im Jahresvergleich um fast 30 % auf 2,24 Mrd. USD zu. Beim Nettogewinn ging es überproportional um 59 % auf 844,2 Mio. USD hoch. Mit einem Gewinn je Aktie von 0,71 USD (bereinigt) schlug man auch die Erwartungen des Marktes. Im ersten Halbjahr hat Kinross einen Free Cashflow von mehr als 1,5 Mrd. USD eingefahren. Aktuell verfügt das Unternehmen über eine starke Bilanz mit einer Netto-Cash-Position von 1,9 Mrd. USD bei einer Gesamtverschuldung von 739 Mio. USD.
Mit diesen Zahlen lässt sich arbeiten. So will das Management weiterhin 40 % des Free Cashflows über Dividenden und Aktienrückkäufe in diesem Jahr an die Aktionäre weiterreichen. Im Laufe des zweiten Quartals kaufte Kinross bereits eigene Aktien für 230 Mio. USD zurück. Zudem hat das Management eine reguläre Quartalsdividende von 0,04 USD je Aktie festgesetzt.
Auffällig an dem Zahlenwerk war die Goldproduktion. Im Q2 musste Kinross mit 492.326 Unzen Goldäquivalent einen leichten Rückgang hinnehmen. Die All-In Sustaining Costs (AISC) lagen mit 1.821 USD je Unze im erwarteten Bereich. Im Gesamtjahr rechnet das Unternehmen jedoch damit, dass die Produktionskosten leicht infolge teurerer Betriebsmittel steigen. Die Produktionsguidance mit 2 Mio. Unzen Gold im Gesamtjahr wurde bestätigt.
Strategisch blicken viele auf den Bau der Great Bear-Mine in Ontario, wo die erste Goldproduktion weiterhin für Ende 2029 angestrebt wird. Die Aktie von Kinross hat seit dem Top Anfang März kräftig Federn gelassen und grob 40 % verloren. Auf dem aktuellen Niveau kommt der Wert auf ein Forward-KGV von etwa 10, was deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt liegt. Der Analystenkonsens rät derzeit überwiegend zum Kauf und je nach Kursziel seien vom aktuellen Kurs rund 30 % und mehr drin.
Lahontan Gold: Alles blickt auf die neue Ressource!
Der Goldpreis liefert den Aktien derzeit keine wirklichen Hinweise, wo es langgehen wird. Daher könnte es für Anleger derzeit interessant sein, auf Goldaktien mit Chancen auf ein Re-Rating zu setzen. Das geschieht meist dann, wenn ein Unternehmen die Transformation von einem reinen Explorer und Entwickler zu einem Produzenten durchmacht. Lahontan Gold bewegt sich genau an dieser Schwelle und könnte in den kommenden 18 Monaten eine nachhaltig höhere Bewertung vom Markt erhalten. Denn schon 2027 will das Unternehmen den Bau der geplanten Goldmine auf dem Santa-Fe-Projekt in Nevada starten und bis Ende des Jahres die Produktion aufnehmen.
Dabei handelt es sich bei Santa Fe um eine historische Mine. Sie liegt im berühmten Walker-Lane-Trend. Hier wurden im Zeitraum zwischen August 1988 und 1995 insgesamt 359.202 Unzen Gold und 702.067 Unzen Silber im Tagebau gefördert. Mit dem damaligen Absturz des Goldpreises wurde der Betrieb eingestellt und die Liegenschaft geriet in Vergessenheit. Auf der historischen Datenbasis baut nun Lahontan Gold auf und hat zudem massiv in die Exploration des Vorkommens investiert. Man hat auch schon eine Ressourcenschätzung nach dem kanadischen Standard NI 43-101 vorgenommen und kommt auf rund 1,95 Mio. Unzen Goldäquivalent, davon befinden sich bereits 1,54 Mio. Unzen in der höherwertigen Kategorie „Indicated“. Im Laufe dieses Quartals soll eine aktualisierte Studie veröffentlicht werden. Mit der neuen Ressourcenschätzung wird auch die Basis für ein Update der Wirtschaftlichkeitsanalyse (PEA) gelegt. Dies soll dann laut Unternehmen im Spätsommer folgen.
Auch hier gibt es bereits eine Schätzung aus dem Dezember 2024. Damals ging man von einer jährlichen Produktion von 70.000 bis 80.000 Unzen Gold aus. Das Minenleben wurde auf acht Jahre geschätzt. Da seither massiv gebohrt wurde und die Ressource größer geworden sein dürfte, sollte die neue PEA bessere Daten zeigen. Zumal auch der Goldpreis heute viel höher steht als vor 1,5 Jahren.
CEO Kimberly Ann erklärt im Interview die wichtigsten Entwicklungen bei Lahontan Gold in den kommenden Monaten!
https://www.youtube.com/watch?v=pRq4WtH82Rc
Aktuell kommt Lahontan Gold auf einen Börsenwert von etwa 138 Mio. USD. Mit dem Näherrücken des Baubeginns im kommenden Jahr sollte es sukzessive zu einem Re-Rating des Papiers kommen. Hier bietet sich für Anleger die Chance, die jüngste Korrektur bei Lahontan zum Einstieg zu nutzen!
AngloGold Ashanti: Aktienrückkäufe & Kosten im Fokus!
Bei AngloGold Ashanti läuft es nach dem historischen ersten Quartal eher mittelmäßig. Steigende Kosten drücken auf die Stimmung. Das inzwischen in Denver ansässige Unternehmen erreichte mit 3,1 Mrd. USD an Einnahmen deutlich mehr als im Vorjahresquartal. Allerdings hatten die Analysten "einen Schnaps mehr" erwartet. Der Nettogewinn lag mit 1 Mrd. USD bzw. 1,96 USD je Aktie ebenfalls leicht unter den Erwartungen des Marktes. Mit einem Free Cashflow von 727 Mio. USD für das 2. Quartal (+36 % YoY) steht man aber solide da, zumal der Konzern nun erstmals eine Netto-Cash-Position von 991 Millionen USD ausweisen kann – trotz Anleiherückkäufen im Wert von 666 Mio. USD.
Allerdings belasten derzeit die steigenden Preise das Unternehmen. Energie und Betriebsmittel werden teurer, die global anziehende Inflation macht sich bemerkbar. Dadurch sind die Kosten je produzierter Unze im zweiten Quartal um satte 22 % auf 2.039 USD je Unze (AISC) gestiegen. Damit steht man im Branchenvergleich relativ schlecht da.
Für gute Nachrichten sorgten derweil die Aktionäre selbst. So wurde am 23. Juli 2026 mit deren Zustimmung ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen bis 2 Mrd. USD genehmigt. Nun muss nur noch die behördliche Genehmigung erteilt werden, damit es losgehen kann. Daneben gibt es für das abgelaufene Quartal eine Interimsdividende in Höhe von 0,72 USD je Aktie. Generell will das Management „mehr als 50 % des Free Cashflows über Dividenden und Rückkäufe an die Aktionäre weiterreichen.
Zudem soll die Produktion im zweiten Halbjahr wieder anziehen. Das Management erwartet deshalb, dass die Kosten je Unze wieder sinken. Die Analysten sind trotz der kleinen Enttäuschungen im ersten Halbjahr optimistisch und raten überwiegend zu „buy“ oder „outperform“ in ihrer Einschätzung. Das Konsens-Kursziel liegt um 120 USD und damit etwa 50 % über dem aktuellen Kurs. Mit einem Forward-KGV von 10 bis 12 ist die Aktie nicht teuer, die Dividendenrendite mit mehr als 4 % kann sich sehen lassen. Klar ist aber auch: Im zweiten Halbjahr muss der Vorstand liefern!
Fazit: Kinross Gold und AngloGold Ashanti leiden derzeit unter steigenden Produktionskosten, profitieren aber weiterhin von hohen Gewinnmargen. Bei AngloGold dürfte zudem die Zustimmung zum beschlossenen Aktienrückkaufprogramm dem Kurs helfen. Bei Lahontan Gold wiederum kündigt sich der Wandel vom Developer zum Produzenten zwar operativ an, im Kurs aber noch nicht. Das bietet mutigen Anlegern die Chance zum Einstieg.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.