16.09.2026 | 05:35
Zentralbanken kaufen Rekordmengen: Newmont, Lahontan Gold und Agnico Eagle könnten die größten Gewinner sein
Der Goldpreis hat im Januar 2026 mit 5.589 USD ein Allzeithoch markiert und danach durchgeschnauft. Momentan hält sich das Metall stabil über 4.000 USD. Mitverursacht haben das zuletzt die Notenbanken. Im zweiten Quartal kauften sie netto 289 t Gold, 62 % mehr als im Vorjahr, Polen allein 51 t. Am 15. September entscheidet die Fed über die Zinsen, seit Ende Juli fließt zudem wieder Geld in Gold-ETFs. Wir sehen uns daher mit Newmont, Lahontan Gold und Agnico Eagle drei Unternehmen an, die vom Schwergewicht über den Entwickler auf dem Weg zum Produzenten bis zum etablierten Goldförderer die ganze Bandbreite der Goldbranche abdecken.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Newmont - Rekord beim Cashflow, aber steigende Kosten
Wer auf Gold setzen will, ohne Barren im Tresor zu horten, landet schnell beim größten Produzenten der Welt. Newmont fördert in Nevada, in Australien, in Kanada und in Ghana. In den vergangenen Jahren hat der Konzern sein Portfolio ausgemistet und sich auf die großen Minen wie Boddington, Cadia, Tanami, Lihir und Ahafo konzentriert. Die Produktion wird nicht abgesichert. Damit hängt jeder verdiente USD unmittelbar am Goldpreis. Das kann dem Konzern in die Karten spielen, in schwachen Phasen geht es aber genauso schnell nach unten.
Am 23. Juli präsentierte man die Zahlen zum 2. Quartal. Die Goldproduktion lag bei 1,29 Mio. Unzen, zum Vergleich waren es im 1. Quartal 1,30 Mio. Unzen. Der realisierte Goldpreis erreichte 4.414 USD je Unze. Die All-in-Sustaining-Costs kletterten auf 1.621 USD je Unze, nach lediglich 1.029 USD im Auftaktquartal. Verantwortlich waren geringere Nebenproduktgutschriften und das seismische Ereignis in Cadia im April. Übrig blieb ein freier Cashflow von 2,2 Mrd. USD. Die Jahresprognose von 5,3 Mio. Unzen wurde vom Management bestätigt.
Am 10. August beendete man den Streit mit Barrick um die Nevada Gold Mines. Fourmile wandert in das Gemeinschaftsunternehmen, Newmont bringt die Projekte Fiberline und Mike ein und überweist 1,95 Mrd. USD. Am Joint Venture hält man weiter 38,5 %. Fourmile soll einmal 600.000 bis 750.000 Unzen im Jahr liefern, bei Kosten von 650 bis 750 USD je Unze. Gelingt die Entwicklung, bekommt das Nevada-Geschäft Beine. Doch Energie macht rund 15 % der direkten Betriebskosten aus und die Investitionen werden im zweiten Halbjahr höher sein als in der ersten Jahreshälfte.
Lahontan Gold - Santa Fe nimmt Kurs auf den Neustart
Wer eine stillgelegte Goldmine wieder anfahren will, braucht vor allem genug Edelmetall im Boden. Das hat Lahontan Gold. Am 17. August legten die Kanadier eine neue Mineralressourcenschätzung (MRE) für die Santa Fe Mine in Nevadas Walker Lane vor. Sie weist 1,195 Mio. Unzen Goldäquivalent in der Kategorie „angezeigt“ und weitere 1,19 Mio. Unzen als „abgeleitet“ aus. Das sind 435.000 Unzen oder 22 % mehr als 2024. Bei den oberflächennahen Oxid-Lagerstätten Slab und York ging es sogar um über 37 % nach oben. Das MRE-Modell zeigt, dass sich die Gold- und Silbermineralisierung weit über die konzeptionellen Grubenränder hinauszieht. Das bietet neue Ziele für weitere Bohrungen.
Am 1. September folgten Ergebnisse von einer Halde, die der frühere Betreiber einst als minderwertig abgestempelt hatte. Neun Sonic-Bohrlöcher kamen im Schnitt auf 1,96 g/t Goldäquivalent, deutlich mehr als die alte Einstufung vermuten ließ. Das Material ist bereits abgebaut, liegt direkt neben Heap Leach Pad Two und ließe sich damit günstig verarbeiten. Auf den vier historischen Laugungsflächen wurden rund 16 Mio. t Gestein behandelt. Wie viel Gold steckt dort noch? Das sollen weitere Bohrlöcher klären. Bestätigen sich die Gehalte, gäbe es Unzen zum Schnäppchenpreis.
Als Nächstes steht die überarbeitete wirtschaftliche Vorstudie an, die erstmals auch die höhergradigen Sulfide einbezieht. Säulentests mit einer oxidierenden Vorlaugung laufen bereits. Parallel treibt man die Genehmigungen auf Landes- und Bundesebene voran, der Baustart ist für 2027 geplant. Am 8. September hat Lahontan dafür das Management verstärkt. Tony Gesualdo kehrt als Vice President Exploration zurück, Michael Kubel bringt als Senior Mine Engineer über zehn Jahre Tagebauerfahrung aus Nevada mit und Jen Earle verantwortet künftig Investor Relations und Geschäftsentwicklung. Der Umbau vom Entwickler zum Minenbauer läuft.
Agnico Eagle – mit Rekordcashflow
Im zweiten Quartal 2026 hat Agnico Eagle 855.816 Unzen Gold gefördert, nach 866.029 Unzen im Vorjahresquartal. Die Produktion tritt also auf der Stelle. Die Kasse sprudelt trotzdem, weil der Goldpreis die Margen nach oben zieht. Der operative Cashflow lag bei 2,14 Mrd. USD, der freie Cashflow bei 1,335 Mrd. USD und damit auf Rekordniveau. Zum Vergleich, im Vorjahresquartal waren es 1,31 Mrd. USD. Dazu kommen 3,46 Mrd. USD an liquiden Mitteln und lediglich 197 Mio. USD langfristige Schulden. 400 Mio. USD flossen allein im Quartal in Aktienrückkäufe. Die Bilanz ist blitzsauber.
Wachsen soll die Förderung erst später, denn für 2026 bleibt es bei 3,3 bis 3,5 Mio. Unzen. Bei Canadian Malartic ist der erste Schachtabschnitt auf 1.586 m abgeteuft, die Förderung aus East Gouldie ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Hope Bay wurde im Mai 2026 freigegeben und soll ab 2030 zwischen 400.000 und 435.000 Unzen pro Jahr bringen. Im zweiten Quartal haben sich die Kanadier zudem Rupert Resources, Aurion und den FinGold-Anteil von B2Gold für 325 Mio. USD einverleibt. Gelingt der Hochlauf, könnte Finnland allein 500.000 Unzen jährlich liefern. Bis dahin heißt es warten.
Auch bei Agnico Eagle stiegen die AISC auf 1.459 USD je Unze, 14 % mehr als im Vorjahr. Parallel geht man bei kleinen Explorern auf Einkaufstour. Am 24. August flossen 57,2 Mio. CAD in 10,45 % an Radisson Mining, das damit die erste Rampe auf dem O'Brien-Projekt treibt. Im Juli waren es 60 Mio. CAD bei Cadillac Mines, im Mai 22,4 Mio. CAD bei Wallbridge. Am 9. September gab Agnico die Projekte Delta und Helm Bay an Vizsla Copper ab, gegen rund 32 Mio. CAD in Aktien, Warrants und Royalties plus bis zu 20 Mio. CAD an Meilensteinzahlungen.
Die Goldbranche wird von Rekordkäufen der Notenbanken, wieder zunehmenden Zuflüssen in Gold-ETFs und einem stabilen Goldpreis über 4.000 USD getragen. Newmont glänzt mit 2,2 Mrd. USD freiem Cashflow, klarer Fokussierung auf Top-Minen und einer überzeugenden Wachstumspipeline. Lahontan Gold überzeugt mit einer um 22 % gewachsenen Mineralressource und aussichtsreichen historischen Halden. Das Unternehmen ist auf dem Weg zum Produzenten. Agnico Eagle beeindruckt mit Rekordcashflow, einer sauberen Bilanz und kluger Portfolioerweiterung. Alle drei bieten damit aussichtsreiche Perspektiven für ein Investment im Goldsektor.
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