10.09.2026 | 05:00
Newmont und Barrick Mining ächzen unter den Kosten – Kobo Resources schärft sein Profil und setzt auf das Gold von morgen
Wenn der Goldpreis die Marke von 4.000 USD je Unze knackt, werden die Aktien der Bergbauriesen für viele Anleger wieder interessant. Doch völlig ohne Risiken sind auch die Papiere der größten Bergbauunternehmen nicht. Eine Goldmine ist ein schwindendes Gut: Jede geförderte Unze mindert die Reserven. Zwar verdienen Barrick Mining und auch Newmont aktuell sehr gutes Geld, doch auch sie kämpfen mit Herausforderungen. Den Nachschub an neuen Ressourcen sicherzustellen, wird immer herausfordernder. Genau hier kommen wendige Explorer ins Spiel, die mit smarten Methoden die Goldreserven von morgen ins Visier nehmen.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
KOBO RESOURCES INC | CA49990B1040 | TSXV: KRI , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Newmont konsolidiert Weltklasse-Liegenschaften und trimmt sein Portfolio auf Marge
Der Branchenprimus Newmont aus dem US-Bundesstaat Colorado zeigt, welche gewaltige Finanzkraft in voll integrierten Bergbaubetrieben steckt. Im Geschäftsjahr 2025 fuhr Newmont einen bereinigten Nettogewinn von 7,6 Mrd. USD sowie einen historischen freien Cashflow von 7,3 Mrd. USD ein. Trotz dieser Rekordwerte steht die operative Effizienz auf dem Prüfstein. Unter der Leitung von Natascha Viljoen, die seit Jahresbeginn 2026 den CEO-Posten innehat, bereinigt Newmont sein Liegenschaftsportfolio um Randaktivitäten. Die Verkäufe peripherer Minen brachten dem Konzern nach Steuern Nettoerlöse von 4,5 Mrd. USD ein, während die Verbindlichkeiten im abgelaufenen Jahr um 3,4 Mrd. USD sanken. Für 2026 peilt das Management eine Goldproduktion von rund 5,3 Mio. Unzen an, sieht sich jedoch mit steigenden Gesamtförderkosten von voraussichtlich 1.680 USD je Unze konfrontiert. Um die Reservenbasis langfristig abzusichern, setzt Newmont auf Großprojekte wie das seeseitige Schutzmauer-Projekt auf Lihir, das über 5 Mio. Unzen Gold freisetzen soll. Gleichzeitig greift Newmont bei der Suche nach frischen Lagerstätten auf Partnerschaften zurück: In der Elfenbeinküste finanziert Newmont das Explorationsprogramm auf dem 797 km² großen Odienné-Areal im Rahmen einer Beteiligung an Awalé vollständig, um Zugriff auf 1,71 Mio. Unzen Goldäquivalent zu erhalten.
Barrick spaltet Nordamerika ab und stemmt sich gegen die Kosten
Auf der anderen Seite des Giganten-Duells setzt Barrick Mining auf radikale Umbaumaßnahmen, um dem anhaltenden Bewertungsabschlag an den Finanzmärkten Herr zu werden. Barrick verbuchte 2025 einen Umsatzsprung von 31 % auf 16,96 Mrd. USD und schloss mit Newmont einen 1,95 Mrd. USD schweren Vergleich zur Neuordnung des Joint Ventures Nevada Gold Mines. Im Zuge dieses Abkommens kassierte Barrick den Milliardenbetrag als Wertausgleich für die Einbringung seines Weltklasse-Vorkommens Fourmile und erteilte im Gegenzug die Freigabe zur Neuausrichtung. Der neue CEO Mark Hill forciert nun die Abspaltung der nordamerikanischen Kernaktiva in eine eigenständige Publikumsgesellschaft, deren Eigenkapitalwert Analysten auf etwa 42 Mrd. USD taxieren. Laut Bloomberg-Berichten von Anfang September 2026 könnte die Abspaltung auf 2027 verschoben werden. Der Schritt ist eine direkte Flucht nach vorn: Zwar erwirtschaftete Barrick im zweiten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 1,22 Mrd. USD, doch die All-in Sustaining Costs kletterten im Auftaktquartal auf 1.708 USD je Unze und könnten im Gesamtjahr bis auf 1.950 USD je Unze steigen. Neben niedrigeren Erzgehalten in Teilen der Nevada-Gruben drücken höhere Arbeitskosten und umsatzgebundene Lizenzabgaben auf die Profitabilität. Zudem verlangt die strategische Kupferoffensive – darunter der 2,0 Mrd. USD teure Ausbau der Lumwana-Mine in Sambia – gewaltige Mittel, während auch Verzögerungen beim pakistanischen Vorhaben Reko Diq Nerven bei Management und Anlegerschaft kosten dürften.
Kobo Resources treibt sein Flaggschiff voran
Während Newmont und Barrick mit Milliarden jonglieren und sich gegen Kostensteigerungen wappnen, setzt Kobo Resources im ertragreichen Birimian-Grünsteingürtel der Elfenbeinküste auf die Suche nach den Goldvorkommen von morgen. Das kanadische Explorationsunternehmen konzentriert seine Kräfte auf das zu 100 % konzerneigene Goldprojekt Kossou, das nur 20 km von der Hauptstadt Yamoussoukro entfernt liegt und gut in die Infrastruktur eingebunden ist. Auf dem über 9 km langen Erztrend hat das Team um Edward Gosselin bereits Fakten geschaffen: Bis zum Spätsommer 2026 absolvierte Kobo Resources auf Kossou über 51.295 Bohrmeter in mehr als 220 Bohrlöchern mit zwei Diamantbohrgeräten. Die Bohrkerne sprechen eine klare Sprache: In der Road Cut Zone lieferte das Bohrloch KDD0179 in rund 150 m Tiefe Abschnitte von 4,55 g/t Au über 5,0 m sowie einen extrem hochgradigen Quarzgang mit 68,60 g/t Au über 1,0 m. Noch spektakulärere Spitzenwerte brachte die Jagger Zone hervor, die mittlerweile auf über 1,4 km Streichlänge nachgewiesen ist: Hier sticht ein herausragendes Ergebnis von 75,29 g/t Au über 2,0 m heraus, das einen Bereich von 150,0 g/t Au über 1,0 m beinhaltet. Ergänzt werden diese geologischen Fakten von der Kadie Zone, wo Schürfgräben 5,16 g/t Au über 11 m offenlegten.

Die reine Gehaltshöhe ist für Explorationsunternehmen jedoch nur die halbe Miete – entscheidend ist die Aufbereitung. Eine metallurgische Untersuchungsreihe an sechs Proben brachte gute Ergebnisse. Das Erz erwies sich als äußerst unkompliziert: Die metallurgischen Tests bei SGS Lakefield ergaben eine Gesamtausbeute von durchschnittlich rund 97 % bei einem Freigold-Anteil von 57 % im Schwerkraftkonzentrat. Durch die zügige Cyanidlaugung, bei der der Großteil des verbliebenen Metalls innerhalb von zehn Stunden gelöst wurde und den moderaten Verbrauch von Reagenzien passt das Erz gut zu Carbon-in-Leach-Anlagen. Damit rückt bei Kobo Resources ein Nachbar ins Blickfeld: Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich die Verarbeitungsanlage der Yaouré-Mine von Perseus Mining.
Weitere Projekte und Perspektiven
Kobo belässt es nicht bei seinem Kossou-Projekt, sondern hat weitere Liegenschaften im Angebot: Auf Kotobi wiesen Schürfgräben bereits Goldvererzungen im anstehenden Gestein nach, woraufhin das Unternehmen die ersten Bohrgeräte dorthin verlegte. Auf dem zweiten Satelliten, dem 74,06 km² großen Earn-in-Projekt Yakassé im Adzope-Gürtel, nutzt das Management vor Jahren geleistete Vorarbeiten von Newmont. Kobo greift direkt auf die historischen Bohr- und Geochemiedaten des US-Konzerns zurück, wodurch zeitraubende Schürfphasen entfallen und Zielbohrungen unmittelbar modelliert werden können. Kobo Resources ist in einem früheren Stadium als Barrick und Newmont. Das birgt für Anleger Risiken, aber auch Chancen. In Zeiten, in denen Gold immer gefragter ist, bietet Kobo eine spannende Investment-Story.
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