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10.09.2026 | 05:20

Inflationsschutz im Depot: Bitcoin mit Strategy, Gold mit Desert Gold und die Rohstoffe Öl und Lithium durch ExxonMobil

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Bildquelle: Pixabay

Wie verteilen Anleger 2026 ihr Kapital auf die wichtigsten Wertspeicher unserer Zeit? Da ist zum einen das digitale Gold Bitcoin, das nicht endlos geschürft werden kann. Zum anderen gibt es das physische Gold aus der Erde, das seit jeher als sicherer Hafen gilt und dessen Preis zuletzt genau wie der der Bitcoin wieder deutlich geklettert ist. Zu guter Letzt wäre da noch das schwarze Gold Öl, das spätestens seit dem Iran-Konflikt wieder im Fokus steht. Wer heute klug investiert, kann nicht alles auf eine einzige Karte setzen, sondern sollte diversifizieren. Wir sehen uns mit Strategy, Desert Gold und ExxonMobil jeweils ein Unternehmen aus jedem Bereich genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: STRATEGY INC | US5949724083 | NASDAQ: MSTR , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , EXXONMOBIL HOLDINGS CORPORATION | US30233Q1085 | NYSE: XOM

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Inhaltsverzeichnis:


    Strategy - Wendepunkt oder Abgrund?

    Die Kursentwicklung von Strategy wirft Fragen zur Positionierung auf. Nachdem das Unternehmen von Juni bis August erstmals nennenswerte Bitcoin-Bestände veräußerte, um Verbindlichkeiten zu bedienen, folgte ein bemerkenswerter Umschwung. Das Unternehmen hat erstmals seit 2 Monaten wieder Bitcoins bei durchschnittlich 80.318 USD pro Coin gekauft und vertraut auf eine Bodenbildung. Die technischen Indikatoren untermauern diesen Eindruck, denn der Bitcoin-Preis durchbrach sämtliche wichtigen gleitenden Durchschnitte, während der MACD auf bullisch gedreht hat. Die Korrelation zum Nasdaq bleibt mit 0,18 auf Mehrjahrestief, was auf eine zunehmende Entkopplung hindeutet. Der CLARITY Act, der am 15. September zur Abstimmung steht, könnte als Katalysator für institutionelle Zuflüsse wirken.

    Die Bilanzentwicklung offenbart trotzdem ein zweischneidiges Schwert. Zwar reduzierten sich die Verbindlichkeiten von 8,2 auf 6,7 Mrd. USD, doch die Kapitalstruktur bleibt herausfordernd. Der jährliche Fixkostenblock von 1,7 Mrd. USD für Zinsen und Vorzugsdividenden steht einem jährlichen Bruttogewinn des Softwaregeschäfts von etwa 326 Mio. USD gegenüber. Die August-Daten zeigen, dass lediglich 10,3 % der Emissionserlöse tatsächlich in Bitcoin-Käufe flossen. Der Großteil wurde zur Bedienung der Vorzugsaktien verwendet. Die Aktienanzahl stieg im August um 8,5 %, während die Bitcoin-Bestände nur um 0,35 % zulegten. Die Aktionäre erleben eine Verwässerung. Ein nachhaltiges Modell erfordert daher kontinuierliche Bitcoin-Kurssteigerungen.

    Das günstigste Szenario basiert auf der Hebelwirkung durch die Kapitalstruktur. Bei steigenden Bitcoin-Kursen profitiert das Eigenkapital überproportional, während die Verbindlichkeiten fix bleiben. Die jüngste Aufstockung des Rückkaufprogramms für STRC-Vorzugsaktien auf 2 Mrd. USD zeigt, dass das Management die Kostenstruktur optimieren will. Die USD-Reserven von 6,69 Mrd. bieten einen Liquiditätspuffer. Der entscheidende Unsicherheitsfaktor bleibt der Bitcoin-Zyklus. Historische Muster deuten auf eine Bodenbildung im 4. Quartal der Midterm-Jahre hin. Wer auf eine Fortsetzung der Erholung setzt, findet in MSTR ein Vehikel mit überdurchschnittlichem Potenzial, aber auch erhöhtem Risiko.

    Desert Gold – nähert sich der Goldproduktion

    Zwischen den Operationsgebieten von Branchenschwergewichten wie Barrick Mining und Endeavour Mining liegt ein Grundstück, das bei genauerem Hinsehen beachtliches Potenzial offenbart. Desert Gold kontrolliert mit dem SMSZ-Projekt in Mali ein 440 km² umfassendes Konzessionsgebiet, direkt in einer der ergiebigsten Goldregionen Afrikas. Die Geologie spricht für das Projekt mit einer bisher ausgewiesenen Gesamtmineralressource von rund 1,22 Mio. Unzen und vier mineralisierten Korridoren über Streichlängen von bis zu 25 km. Was das Projekt wirklich interessant macht, ist die Ausdehnung der Mineralisierung in die Tiefe. Spätestens seit der Genehmigung für die B2Gold-Lagerstätte Menankoto durch die malische Regierung sollte klar sein, dass sich die zwischenzeitlichen Probleme in der Region aufgelöst haben. Das zeigt auch die um 30 % gestiegene Goldproduktion im ersten Halbjahr in Mali.

    Der Plan, eine kleine eigene Produktion auf die Beine zu stellen, ist ein kluger Schachzug. Desert Gold hat eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung für einen Tagebau vorgelegt, der mit einer 240-t-pro-Tag-Anlage beginnen soll. Die Finanzierung ist gesichert, die technische Abnahme der Schwerkraftanlage in China abgeschlossen, die Ausrüstung ist auf dem Weg und müsste zeitnah eintreffen. Die Inbetriebnahme rückt in greifbare Nähe. Der erwartete Cashflow soll nicht ausgeschüttet, sondern in die weitere Exploration investiert werden. Es ist ein sich selbst verstärkender Effekt, denn dadurch werden mehr Bohrungen ermöglicht, die die Ressourcen weiter ansteigen lassen sollten und den Wert des Unternehmens erhöhen.

    Neben dem Flaggschiff in Mali hat Desert Gold eine Option auf das 297 qkm große Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste erworben. Eine vom Vorbesitzer identifizierte Anomalie von etwa 4 mal 2 km Ausdehnung wurde vor Ort verifiziert. Erste Bohrungen sind für dieses Jahr geplant. Sollte sich eine wirtschaftliche Mineralisierung bestätigen, würde das die Wahrnehmung des Unternehmens bei Investoren grundlegend verändern. Das Unternehmen wird von einem reinen Mali-Play zu einem diversifizierten westafrikanischen Akteur. Umgeben von großen Minenbetreibern und in einer Region mit intensiver M&A-Aktivität könnte sich Desert Gold in einer äußerst interessanten Position befinden.

    ExxonMobil – zwischen Geopolitik und operativer Stärke

    Die erneute Eskalation in der Straße von Hormus hat die Ölmärkte weiter im Griff. Militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran drosseln den Durchfluss der Öl-Transporte. Das bekommen auch die USA zu spüren, deren strategische Ölreserven auf 293 Mio. Barrel gefallen sind, ein 40-Jahres-Tiefstand. Brent notiert bei über 100 USD je Barrel, und die Internationale Energieagentur erwartet für 2026 einen durchschnittlichen Angebotsrückgang von 4,3 Mio. Barrel pro Tag. Eine Normalisierung zeichnet sich aktuell nicht ab, da sich der Schiffsverkehr weit unter dem Vorkriegsniveau durch das gefährliche Fahrwasser bewegt.

    ExxonMobil profitiert von diesem Umfeld operativ massiv. Im 2. Quartal stiegen die Einnahmen um 42 % auf 116 Mrd. USD, der Nettogewinn verdoppelte sich auf 14,5 Mrd. USD. Das integrierte Modell absorbierte den Produktionsverlust im Nahen Osten durch starke Raffineriemargen und eine Rekordproduktion im Permian-Becken. Der freie Cashflow erreichte 17,2 Mrd. USD, wovon 9,4 Mrd. USD über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückflossen. Die Dividendenrendite beträgt aktuell rund 2,5 %.

    Das Unternehmen plant schon heute für die Zukunft und untermauert das mit dem Lithium-Vorstoß in Arkansas. Mit der Direktextraktion aus Sole überträgt Exxon seine Bohrkompetenz auf die Batterie-Wertschöpfungskette und peilt bis 2030 eine relevante Lithium-Produktion an. Das fügt sich nahtlos in die Zielmarke ein, den Anteil kostengünstiger Advantage Assets an der Upstream-Produktion bis 2030 auf rund 65 % zu steigern. Zwar schlägt sich das 2026 noch nicht im Cashflow nieder, doch es reduziert das langfristige Ölpreisrisiko. Solange der Iran-Konflikt andauert, wird das Geschäft weiter brummen.


    Die drei Wertspeicher Bitcoin, Gold und Rohstoffe bieten 2026 unterschiedliche Chancen und Risiken. Strategy bleibt eine gehebelte Bitcoin-Wette mit erheblichem Verwässerungsrisiko, das nur bei anhaltendem Kursanstieg des Bitcoins funktioniert. Desert Gold steht kurz vor der eigenen Produktion und könnte bei Bohrerfolgen in der Elfenbeinküste erheblich an Wert gewinnen. ExxonMobil profitiert operativ maximal vom Iran-Konflikt, während der Lithium-Vorstoß langfristig das Portfolio ergänzt.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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