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09.09.2026 | 05:12

Rohstoffmangel allerorten: Chancen bei B2Gold, Strategic Resources und Lynas Rare Earths!

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Bildquelle: Gemini

Erst jüngst sorgte S&P Global mit einer Studie im Kupfermarkt für Aufsehen. Es werden seit Jahren keine großen Kupfer-Vorkommen mehr entdeckt, so die Erkenntnis. Doch es ist nicht nur der Mangel an dem rot-braunen Metall, der die Preise antreibt. Kupfer erreichte diese Woche an der Londoner LME ein neues Allzeithoch. Auch bei Gold wurde und wird wenig in die Exploration neuer Vorkommen investiert – im Vergleich zu Zeiten von deutlich niedrigeren Goldpreisen vor einigen Jahren. Auch hier trifft das überschaubare Angebot auf eine starke Nachfrage durch Anleger und Notenbanken (Flucht aus dem US-Dollar!). Bei den Spezialmetallen wie Seltenen Erden oder dem wichtigen Kohlemarkt wird die Situation durch die Geopolitik geprägt. China dominiert die meisten Märkte, die USA versuchen eigene Lieferketten aufzubauen. Das bringt Spannung an die Börsen und birgt Chancen für Anleger. Wir fühlen deshalb heute bei den Aktien von B2Gold, Strategic Resources und Lynas Rare Earths den Puls!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: B2GOLD CORP. | CA11777Q2099 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , LYNAS CORP. LTD | AU000000LYC6

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Inhaltsverzeichnis:


    B2Gold: Wird diese Aktie Anleger glücklich machen?

    Die Rally bei der Aktie von B2Gold hält an. Nachdem der Titel infolge starker Quartalszahlen binnen kurzer Zeit von unter 4 USD auf über 5 USD sprang, wurde diese Marke nun ebenfalls nachhaltig genommen. Aktuell notiert der Wert bei etwa 5,60 USD. Die Kursziele der Analysten liegen zumeist bei 6,15 USD bis 6,50 USD. Das Analysehaus Raymond James hält sogar einen Preis von 7,50 USD für möglich.
    Die Gewinnprognosen sehen ebenfalls positiv aus. Wegen des Hochlaufs neuer Minen wie Goose in Kanada sowie der Expansion in Mali erwarten Analysten für 2026 und 2027 deutliche Sprünge beim Überschuss. Der Marktkonsens für das Gesamtjahr 2026 liegt um die 0,50 USD je Aktie. Damit beträgt das KGV gerade einmal 10 – ein sehr niedriger Wert im Sektorvergleich. Für das kommende Jahr wird zudem ein deutlicher Sprung um mehr als 50 % prognostiziert. Die starke Erholung beim Goldpreis in den vergangenen Wochen bietet zusätzlichen Schub. Da die Prognosen für den Goldpreis für Ende 2026 und das kommende Jahr zumeist deutlich über den aktuellen Notierungen liegen, erscheint B2Gold aus dieser Perspektive äußerst attraktiv. Das könnte übrigens auch der größere Wettbewerber Endeavour Mining so sehen. Denn mit den hohen Cashflows im Rücken erscheint auch eine Übernahme von B2Gold nicht ausgeschlossen. Dieses Marktgerücht, was auch schon von Analysten aufgenommen wurde, entspricht durchaus einem realistischen Szenario.
    Das Management von B2Gold setzt seinen Weg fort. Mit dem Aufbau der Goose-Mine in Kanada senkt man das Risiko. Mit Mali hat das Unternehmen ja bereits ein erhebliches Länderrisiko im Portfolio. Wer längerfristig von steigenden Goldpreisen ausgeht und das Länderrisiko bei B2Gold nicht scheut, könnte mit der Aktie von B2Gold glücklich werden.

    Strategic Resources: Profiteur der Geopolitik!

    Der von den USA angezettelte Handelskrieg mit China, den EU-Ländern und anderen Staaten sorgt in vielen Branchen für Bewegung. Bei der aktuellen Rally bei Kupfer beispielsweise preist der Markt neue US-Zölle ein, die vor allem in den USA die Preise verteuern könnten. Generell bleiben die USA extrem protektionistisch unter Trump. Für alle anderen bedeutet das auch im Rohstoffmarkt: Man sollte tunlichst eigene Lieferanten auftun und die Versorgung der eigenen Industrie sichern. Das machen Länder wie China schon lange, nun sind auch Japan, Korea, die Europäische Union, UK und Kanada auf der Pirsch. Intensiv wird nicht nur an der Sicherung von kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden oder Wolfram gearbeitet, sondern auch in vielen anderen Bereichen. Beim Stahl gibt es beispielsweise schon lange Zölle und Streit im Markt.
    Einer der Profiteure der geopolitischen Gemengelage könnte Strategic Resources werden. Das kanadische Unternehmen entwickelt das BlackRock-Projekt im eigenen Land, wo man hochreines Eisen abbauen will. Neben der Aufbereitung des Materials – es handelt sich um ein Vanadium-Titan-Magnetit – will das Unternehmen im nächsten Verarbeitungsschritt daraus dann Eisenpellets herstellen. Hier werden als Zielgröße 4 Mio. Tonnen pro Jahr angestrebt. Und genau diese Direct Reduction Grade Pellets sind für Elektrolichtbogenöfen in der Stahlindustrie unverzichtbar, um beispielsweise grünen Stahl zu produzieren. Und hierfür gibt es höhere Preise als für herkömmliches Material.
    Das Unternehmen profitiert direkt vom US-Zollkrieg und dem protektionistischen Umfeld im Sektor. So stärken die US-Sonderzölle auf Rohstahl die nordamerikanischen Lieferketten. US-Stahlwerke sind durch die hohen Auflagen gezwungen, Rohstoffe und Vormaterialien aus USMCA-konformen Regionen wie den USA oder Kanada zu beziehen, wo sich auch das Vorkommen von Strategic Resources befindet. Die Zölle führen generell zu hohen US-Inlandspreisen, was sich auch positiv auf die Margen für das Vormaterial auswirkt. Branchenvertreter gehen davon aus, dass die US-Stahlproduzenten ihre Endprodukte zu deutlich höheren Preisen im Inland verkaufen können und deshalb auch bereit sind, viel für hochgradige Inlands-Rohstoffe wie Eisenerz-Konzentrat, Vanadium und Direct Reduction Iron zu bezahlen.
    Strategic Resources verfügt mit seinem besonderen Vorkommen zudem über ein Ass auf der Hand. Denn neben hochreinem Eisen findet sich dort auch Vanadium und Titan. Beide Metalle stehen auf den vielen Listen für kritische Rohstoffe, und auch auf dem Merkzettel des US-Verteidigungsministeriums. Der Zollkonflikt beschleunigt derzeit die Genehmigungsverfahren für nordamerikanische Abbaustätten, um die Abhängigkeit von China und Russland bei Speziallegierungen für die Rüstungs- und Stahlindustrie zu reduzieren. Das sollte Strategic Resources ebenfalls helfen.
    Das Unternehmen kommt derzeit auf einen Börsenwert von gerade einmal 14 Mio. CAD. Der Micro-Cap befindet sich seit Monaten in einer Seitwärtsbewegung. Gute Nachrichten könnten den Wert schnell wieder auf höhere Niveaus treiben.

    Lynas Rare Earth: Rekordwerte und Spekulationen!

    Lynas Rare Earths ist der größte Produzent von Seltenen Erden außerhalb Chinas. Dementsprechend wichtig ist das Unternehmen derzeit für die westliche Welt. Denn Beijing liefert derzeit nicht genug Material an jeden im Markt. Dies ist eine direkte Folge der Angriffe der Vereinigten Staaten infolge des Handelskriegs.
    Die jüngsten Verlautbarungen des Managements vor Anlegern ließen deshalb besonders aufhorchen. So bestätigte das Unternehmen, dass man Anfang des Jahres Übernahmegespräche mit einem Interessenten geführt habe. Diese wurden aber aufgrund der hohen Unsicherheit abgebrochen. Um einen chinesischen Bieter wird es sich nicht handeln, denn solch einem Deal müsste die australische Regierung zustimmen. Dennoch wird nun viel spekuliert am Markt. Ein kleines Unternehmen dürfte es nicht gewesen sein, denn Lynas bringt inzwischen rund 15 Mrd. AUD auf die Börsenwaage. Das Management dürfte mit Blick auf den hohen Cashbestand (rund 1,2 Mrd. AUD) und dem strategischen Wert eine hohe Übernahmeprämie fordern.
    Dennoch wird spekuliert. Und im Netz und in Foren ist eindeutig Hancock Prospecting, das Vehikel von Lynas‘ Großaktionärin Gina Rinehart, der Favorit. Die reichste Frau Australiens könnte demnach eine direkte Übernahme anstreben oder einen Zusammenschluss mit der US-amerikanischen MP Materials forcieren, an der sie ebenfalls 8 % hält. Zudem werden – wie üblich – die Bergbaugiganten BHP und Rio Tinto genannt, die selbst stärker auf kritische Mineralien setzen wollen. Nicht zuletzt könnte es auch ein US-Konsortium gewesen sein, das mit Rückendeckung aus Washington agiert hat.
    Der Aktie gaben diese Spekulationen jedenfalls Auftrieb. Operativ läuft es dabei wie am Schnürchen. Im vierten Quartal (per Ende Juni) meldete Lynas Rare Earths Rekordwerte beim Umsatz und den Verkaufspreisen. So legten die Einnahmen um 70 % auf 288,9 Mio. AUD zu. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei einem Rekordwert von 98 AUD/kg. Unterm Strich verdienten die Australier 222,35 Mio. AUD.
    Generell wird derzeit eine hohe geopolitische Prämie bei Lynas eingepreist. Eine Übernahme durch ein US-Konsortium darf man aber nicht ausschließen, da die Vereinigten Staaten aggressiv nach Quellen für Seltene Erden suchen, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Solch ein Angebot muss dann auch nicht freundlich sein.


    Fazit: B2Gold ist einer der günstigsten Goldproduzenten auf dem Kurszettel, ist aber stark von politischer Stabilität in Westafrika abhängig. Mit Strategic Resources setzen Anleger wiederum auf die aggressive Zollpolitik der USA. Lynas Rare Earths ist hoch bewertet, aber auch offensichtlich heiß begehrt.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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