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29.07.2022 | 04:44

Inflation, Gold und Silber – die Suppe brodelt: Barrick Gold, Manuka Resources, First Majestic, Standard Lithium

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Bildquelle: pixabay.com

Das Setup für steigende Edelmetalle könnte derzeit nicht besser sein. Durch die enormen Preisschübe bei Energie und technischen Ausstattungen erhöhen sich die Betriebskosten von Minen und auch die Exploration wird teurer. Das müsste mittelfristig zu einer sinkenden Produktion im Edelmetall-Sektor führen, zumal die Preise seit einiger Zeit signifikant nachgeben. Die physische Verfügbarkeit ist zu den niedrigen Spotpreisen aber nicht gegeben, denn eine Unze Silber wird derzeit immer noch zwischen 23 und 28 EUR gehandelt, der umgerechnete Spotpreis würde bei etwa 19 EUR liegen. Wir haben interessante Rohstofftitel im Fokus.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , Manuka Resources Limited | AU0000090292

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Inhaltsverzeichnis:


    Bill Guy, Chairman, Theta Gold Mines Limited
    "[...] Sowohl die Geologie als auch die Infrastruktur rund um das Projekt sorgen für eine äußerst attraktive Kostenstruktur. Wir gehen davon aus, dass wir zu 50% des aktuellen Goldpreises produzieren können. [...]" Bill Guy, Chairman, Theta Gold Mines Limited

    Zum Interview

     

    US-Zinserhöhungen – Eine Steilvorlage für Gold und Silber

    Nun ist es fix. Die US-Notenbank FED hob den Leitzins um einen weiteren Dreiviertel-Prozentpunkt auf jetzt 2,25 bis 2,50% an. Insgesamt ist es die vierte Erhöhung in diesem Jahr und seit Beginn der Coronavirus-Pandemie. Bereits im Juni hatte die FED drastisch angehoben. In dieser kurzen Abfolge ist dies der größte Zinsschritt seit 1994, also seit fast 30 Jahren. Die Angst vor der explodierenden Inflation muss so groß sein, dass man sogar die Erholung der Welt-Konjunktur nach dem Pandemie-Schock riskiert. Für die Aktien im Edelmetall-Sektor könnte es aber ein Frühlingserwachen bedeuten.

    Barrick Gold und First Majestic – Im unteren Bewertungsband angelangt

    Zwei bekannte Gold- und Silber-Titel sollten nun wieder in den Fokus genommen werden. Zum einen handelt es sich um den wohl bekanntesten Goldwert, die kanadische Barrick Gold. Das Unternehmen ist in 18 Ländern vertreten und fördert neben Gold auch Kupfer. Mit einer Jahresförderung von etwa 200 Tonnen Gold ist Barrick nach Newmont Mining das zweitgrößte Goldbergbauunternehmen der Welt. Im Januar 2019 fusionierte das Unternehmen mit dem afrikanischen Konkurrenten Randgold Resources Limited.

    Weil sich die Bergbaukosten durch die Inflation und Verteuerung bei den Energierohstoffen stark erhöht haben, ist die fundamentale Bewertung des Unternehmens aktuell bemerkenswert tief. Jüngst erreichte der Kurs mit 14,50 EUR sogar ein 3-Jahrestief. Das KGV sank mit dem Kurs auf etwa 13,5 und die Bewertung erfolgt nur noch zu einem Buchwert. Die aktuelle Dividendenrendite für Barrick Gold beträgt bezogen auf das Kursniveau 3,8% und liegt damit deutlich über dem Mittelwert der letzten Jahre.

    Bei First Majestic lesen sich die Fundamentaldaten aktuell nicht ganz so gut. Das Unternehmen ist einer der größten Silber-Produzenten mit Liegenschaften in Mexico und Nevada. Die Aktie notiert mittlerweile rund 68% unter dem Allzeit-Hoch, welches zu Beginn von 2021 erreicht worden ist. Im zweiten Quartal hat First Majestic 7,7 Mio. Unzen Silber-Äquivalent produziert, ein Problem bleibt das Nevada Goldprojekt Jerritt Canyon. Anders als angekündigt, steigen dort die nachhaltigen Kosten (AISC) dramatisch auf über 2.000 USD, was bei einem Spotpreis von 1.740 USD richtig weh tut. Die Margen schrumpfen, gleichzeitig muss man im Jerritt Canyon weiter investieren. Hierfür sollen 100 Mio. USD über eine Kapitalerhöhung eingesammelt werden. Im aktuellen Umfeld sollte man die Edelmetall-Preise genau im Auge behalten und sich bei Barrick Gold und First Majestic mit steigendem Momentum einkaufen. Die Gelegenheiten sollten in den nächsten Wochen gegeben sein.

    Manuka Resources – Da hat der Markt wohl etwas übersehen

    Wer auf die Suche geht, findet auch in Australien eine Menge interessanter Bergbautitel. Völlig übersehen worden ist wohl unsere Neu-Entdeckung Manuka Resources Limited mit Sitz im Cobar Basin, New South Wales. Das Unternehmen ist der 100%ige Eigentümer von zwei vollständig genehmigten Bergbauprojekten, einem Gold- und einem Silberprojekt, welche beide im Cobar-Becken liegen. Insgesamt handelt es sich um eine Explorationszone von rund 1.150 Quadratkilometern.

    Die Goldmine Mount Boppy hat vor kurzem die Phase 1 der Produktion abgeschlossen und verarbeitet seine Golderze in der eigenen Verarbeitungsanlage in Wonawinta. In der Vergangenheit hat die Mine schon 500.000 Unzen Gold hervorgebracht. Aktuell laufen noch Bohr- und Geophysik-Programme, die die ausgewiesenen Mineralressourcen noch erheblich erweitern können. Das naheliegende Silberprojekt Wonawinta beherbergt eine laufende Mine mit Aufbereitungsanlage und benachbarten Grundstücken für die Erweiterungs-Explorationen. Die Silberproduktion konnte am Standort im April 2022 wieder aufgenommen werden. Historisch wurden dort schon 3 Mio. Unzen Silber gefördert, die Vererzungsgrade gehen bis zu 70g/t AG. Eine JORC-Ressourcenschätzung soll bis Ende Q3 2022 zur Verfügung stehen. Das dürfte äußerst spannend werden.

    Die 285 Mio. ausgegebenen Aktien starteten Ende 2020 mitten in der COVID-Pandemie mit einem Preis von 0,60 AUD. Es befinden sich noch 54 Mio. Optionen mit Ausübungspreisen zwischen 0,25 und 0,50 AUD im Markt, sie verfallen alle bis Mitte 2023. Das Unternehmen ist nur mit rund 11 Mio. AUD verschuldet und hat noch ausreichend Geld für weitere Explorationen in der Kasse. Seit Oktober 2021 läuft ein 18.800m-Programm, das bald beendet sein sollte.

    Die Börse hat den Manuka-Kurs im aktuellen Umfeld abgestraft und um 75% einbrechen lassen. Übersehen werden hierbei wohl die exzellenten Aussichten, die vorhandene Minenbetriebe und die laufende Förderung mit positiven Cashflows. Es dürfte also nicht verwundern, wenn Manuka demnächst ohne Ansage kräftig durchstartet. Die Aktie wird in Australien und Frankfurt gehandelt, spekulative Investoren können den Titel bei 0,11 EUR erwerben.

    Standard Lithium – Immer noch einen Blick wert

    Mit dem Elektroboom sind auch viele Batterie-Rohstoffe wie Kupfer, Nickel und Lithium im Preis explodiert. Kupfer hatte Anfang 2022 die 10.000 USD-Grenze überschritten und Lithium hat sich seit Anfang 2021 um sage und schreibe 1.200% verteuert. Nickel hatte einen spekulativ induzierten Ausreißer über 100.000 USD gemacht, ist seitdem aber wieder stark zurückgekommen und notiert aktuell bei ca. 21.300 USD nur noch leicht im Plus. Lithium-Aktien hatten ihren großen Run Ende 2021, als man wohl geglaubt hatte, dass es in ein paar Monaten keine Verbrenner mehr gibt. Einer der Topwerte der Branche ist Standard Lithium mit Sitz in Arkansas. Die Aktie hat seit dem IPO in 2019 um 740% zulegen können, liegt aber aktuell rund 50% unter ihrem Hoch.

    Standard Lithium hat mit seinen zwei Projekten Smackover und Bristol Lake bis zum heutigen Tag noch keinen US-Dollar Umsatz oder Gewinn erzielt. Die aktuelle Bewertung und Fantasie ergibt sich nur aus den ausgewiesenen Lithium-Vorkommen, man orientiert sich in der Wertbestimmung aber an die blumigen Vorhersagen zum Absatz von Elektrofahrzeugen in den nächsten Jahren. Die meisten Automobil-CEOs gehen davon aus, dass es in einigen Jahren sogar zu einem Rohstoff-Engpass bei Batteriematerial kommen könnte, über die drohende Stromknappheit speziell in Europa macht man sich offensichtlich keine Gedanken.

    Die Standard Lithium-Aktionäre blicken hoffnungsvoll auf die Fertigstellung der Projekte und den Förderbeginn in den nächsten drei Jahren, erst dann entscheidet sich, zu welchem Preis Lithium wirklich gehandelt wird und welche Erträge der Bergbaubetrieb liefern wird. Vorher sind noch Milliarden-Investitionen zu stemmen und das in einem unsicheren Konjunkturumfeld. Immerhin hat Standard Lithium mit der Machbarkeitsstudie begonnen und mit Lanxess und Koch Industries auf der operativen Seite zwei sehr renommierte Partner an Bord. Trotzdem höchst spekulativ!


    Alle genannten Rohstofftitel bergen Chancen und Risiken. Eine Investition in den Ressourcensektor sollte daher streng diversifiziert erfolgen und entsprechende Stop-Loss Limits beinhalten.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. IPO – Initial Public Offering (IPO) wird in der Praxis u.a. als Synonym für Aktienerstemission, Börseneinführung, Börsengang, Going Public, Neuemission oder auch Publikumsöffnung verwendet.
    3. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
    4. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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    Aufgrund der Stärke des US-Dollars sowie der Sorge vor weiteren Zinserhöhungen sackte das gelbe Edelmetall in den vergangenen Monaten erneut unter die Schwelle von 1.700 USD pro Unze und markierte mit 1.680,59 USD ein neues Jahrestief, was auch einen Test des niedrigsten Niveaus aus dem Jahre 2021 bedeutete. Seitdem steigt Gold jedoch wieder, getrieben von einem sich erholenden Euro sowie den positiven Statements von FED-Chef Powell nach der letzten Zinserhöhung um 75 Basispunkte. Auf aktuellem Niveau könnte somit ein langfristiger Wendepunkt eingeleitet werden.

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