29.04.2026 | 04:47
Müll und Stromhunger: Wie Waste Managament, Zefiro Methane und NextEra Energy Gutes tun und Geld verdienen!
Ob verwaiste Gaslöcher, medizinische Müllberge oder verunreinigte Landschaften: gerade die USA leiden massiv unter den Abfallstoffen ihrer Gesellschaft. Doch es gibt auch Firmen, die daran verdienen. So ist Waste Management in die medizinische Abfallentsorgung eingestiegen und will sich so neue Wachstumsfelder erschließen. Zefiro Methane wiederum sucht aufgegebene Öl- und Gaslöcher, um das Entweichen von Methan zu stoppen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Kasse. NextEra Energy stillt dagegen den Hunger der KI-Industrie nach Energie und Speichern - auf nachhaltige Weise.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , WASTE MANAGEMENT (DEL.) | US94106L1098 , NEXTERA ENERGY PTNS UTS | US65341B1061
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Waste Management: Medizinmüll als neuer Wachstumsmarkt!
Waste Management (WM) ist heute der größte Entsorger Nordamerikas. Mit einem Börsenwert von rund 90 Mrd. USD ist das Unternehmen aus Texas zum führenden Anbieter des Landes aufgestiegen. Dabei kommt Waste Management erst einmal als klassische Müllfirma daher. Abfall wird bei Haushalten oder Unternehmen eingesammelt, sortiert und in eigenen Deponien entsorgt. Dabei kommt allerdings High Tech zum Einsatz, so dass es sich hier heute um einen hochtechnologisierten Umweltdienstleister und Produzenten von Energie handelt. So wird beispielsweise Künstliche Intelligenz bei der Sortierung von Müll eingesetzt. Mit seiner breiten Aufstellung und dem defensiven Geschäftsmodell ist Waste Management so etwas wie ein stabiles Investment in einem breit diversifizierten Portfolio. So deckt man nicht nur die gesamte Wertschöpfungskette ab, sondern hält auch die nötige Infrastruktur vor: Vom Mülllaster bis zur eigenen Deponie.
Dennoch litt auch die Aktie des Unternehmens unter dem Krieg am Persischen Golf, wenn auch moderat. Die Papiere gaben seit Anfang März etwa 10 % ihres Werts ab. Dabei verfügt Waste Management nicht nur über defensive Qualitäten. 2025 wuchs das Unternehmen um 14 % bei den Einnahmen und steigerte den Gewinn auf 2,71 Mrd. USD. Der Free Cashflow (FCF) legte auf etwa 2,94 Mrd. USD zu, ein Plus von +27 %. Neben dem soliden Wachstum im Stammgeschäft bereitete man die nächsten großen Schritte vor. So erwarb man im November 2024 für 7,2 Mrd. USD Stericycle, einen führenden Anbieter für die Entsorgung medizinischer Abfälle. Waste Management erwartet hier nicht nur Synergie-Effekte (125 Mio. USD pro Jahr), sondern auch ein Wachstumsfeld außerhalb des Kernbereichs.
Die Aktie sollte im aktuellen Börsenumfeld durch das Rückkaufprogramm (3 Mrd. USD) gestützt werden. Langfristig ist der Titel als Dividendenzahler bekannt. Seit 22 Jahren wird zuverlässig ausgeschüttet. Die Rendite ist allerdings mit derzeit rund 1,7 % nicht sonderlich hoch.
Zefiro Methane: Wo die Löcher lecken
Über 150 Jahre Industrialisierung und ein schier unglaublicher Energiehunger gehen auch an den USA nicht spurlos vorbei. Überall im Land finden sich stillgelegte oder verwaiste Öl- und Gasquellen. Während sich die einstigen Betreiber manchmal einfach davon gemacht haben, pleite gingen oder die Versiegelung mangelhaft erfolgte, hat der Rest der Gesellschaft ein Problem, denn es entweicht Methan, das zu den wirksamsten Treibhausgasen gehört und seine wärmespeichernde Wirkung bis zu 80 Mal stärker ist als die von Kohlendioxid. Die Ursachen sind vielfältig: So findet Korrosion bei den Stahlrohren von alten Quellen statt, der Zementmantel hält nicht, was er verspricht (Zement ist spröde!) oder wurde mangelhaft gestopft.
Die Zefiro Methane Corp. Hat sich genau auf dieses Problem fokussiert. Denn es wartet hier jede Menge Arbeit: Es gibt schätzungsweise rund 2,2 Million verlassene Öl- und Gaslöcher allein in den USA. Das Marktvolumen wird laut Unternehmen auf 400 bis 600 Mrd. USD geschätzt. Und die USA machen nun auch etwas: die Regierung hat insgesamt 4,7 Mrd. USD über die Bundesstaaten bereitgestellt, um diese Löcher zu verschließen! Zefiro ist gut aufgestellt, um von dem umfangreichen und wachsenden Bestand an staatlich geförderten Projekten zu profitieren. Bis heute hat das Unternehmen etwa 25 % der durch den Staat initiierten Aufträge in seinen Kernregionen gewonnen. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei auf den Staaten in den Appalachen, wo sich besonders viele der verwaisten Quellen finden. Im Bundesstaat New York ist Zefiro bisher der einzige Dienstleister mit diesem Angebot.
Zefiro Methane verfolgt dabei einen integrierten Ansatz, der die ökologische Sanierung mit den Möglichkeiten der Finanzmärkte verknüpft. Neben dem Kerngeschäft, das Stopfen der verwaisten Quellen, werden auch CO2-Zertifikate in den Fokus genommen, denn vermiedene Emissionen können heute monetarisiert werden. Abnehmer der Zertifikate sind Unternehmen, die ihre Netto-Null-Ziele erreichen wollen. Nicht zuletzt hat man mit der Lizenzierung der eigenen Technologie an Drittanbieter begonnen.
Setzt das Management die Möglichkeiten der Technik gut um, steht Zefiro Methane vor einem Wachstumszyklus. Allein in den vergangenen 12 Monaten hat man 413 Bohrlöcher versiegelt. Wird das Unternehmen groß genug, dürfte es auch für die großen Öldienstleister als Segment interessant werden. Mehr Chancen als Risiken sehen wohl auch zwei institutionelle Investoren aus Europa. Sie haben jüngst 4,5 Mio. CAD per Kapitalerhöhung in Zefiro investiert. Mit den frischen Mitteln will man nun schneller wachsen und ggf. profitable Unternehmen akquirieren.
NextEra Energy: Solide und KI-sexy!
Alles, was mit Künstlicher Intelligenz zu tun hatte, wurde 2025 an den Börsen gehypt. So kamen Anleger darauf, dass all die Datacenter auch enorme Mengen an Energie benötigen und nahmen die Aktie von NextEra Energy ins Blickfeld. Das Papier konnte seit Jahresanfang trotz des schwierigen Umfelds gut 20 % hinzugewinnen. Dabei ist man mit einem Börsenwert von rund 198 Mrd. USD wahrlich kein Leichtgewicht.
NextEra Energy ist eigentlich ein stinknormaler Versorger. Denn das erste Segment besteht aus Florida Power & Light (FPL), dem größten regulierten Versorgungsunternehmen der USA. FPL versorgt Florida mit Strom und verfügt quasi über ein staatlich genehmigtes Monopol. Die Rendite aus den Investments in das Stromnetz und die -erzeugung ist quasi garantiert und lag in der Vergangenheit meist über 10 % auf das eingesetzte Kapital. Aktuell profitiert man zusätzlich vom hohen Bevölkerungswachstum in Florida. Zudem will man bis 2032 ein massives Investitionsprogramm umsetzen und bis zu 100 Mrd. USD die Modernisierung sowie Solar- und Speicherkapazitäten investieren. In diesem Business fährt NextEra Energy planbare Cashflows ein.
Im zweiten Segment geht es dann volatiler zu. Die NextEra Energy Resources (NEER) ist der Wachstumsmotor des Konzerns. Es ist der weltweit größte Betreiber von Wind- und Solarparks sowie Batteriespeichern. Hier wird nach dem Bau der Projekte der Strom über langfristige Verträge an Industriekunden verkauft. Der Superzyklus bei KI-Hyperscalern, die mehrere hundert Milliarden in Datacenter investieren wollen, treibt dieses Segment an. So liegt der Auftragsbestand für neue Projekte per Ende des ersten Quartals 2026 bei einem Bestwert von rund 33 Gigawatt. Nun will man sogar den Neustart des Kernkraftwerks Duane Arnold vorantreiben, um Grundlastenergie für KI-Zentren bereitzustellen. Das Management beteiligt Aktionäre traditionell mit Dividenden am Erfolg. Die aktuelle Ausschüttungsrendite von rund 2 % ist für ein stark wachsendes Unternehmen vorzeigbar.
Fazit:
Mit Waste Management setzen Anleger auf einen etablierten Entsorger, der breit aufgestellt ist und auch in rezessiven Zeiten sein Geld verdienen dürfte. Zefiro Methane ist ein wachstumstarker Small Cap, der bei der Bereinigung verwaister Öl- und Gasquellen auf einen Riesenmarkt in den USA trifft. NextEra Energy verfügt über eine solide Basis in Florida und kann von der hohen Nachfrage nach Energie durch den Datacenter-Boom profitieren.
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