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25.06.2026 | 04:30

Uran, Lithium, Öl: Die Aktien von PLS Group, American Atomics und Total im Aktiencheck!

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Bildquelle: AI

Energie, Energie, Energie! Das ist nicht nur in Zeiten, in denen Deutschland unbedingt mehr Klimaanlagen bräuchte, ein entscheidendes Thema. Die KI-Revolution treibt die Nachfrage nach Lösungen massiv an. Die USA sind besonders betroffen, da der Ausbau der Rechenzentren dort sehr dynamisch erfolgt. Analysten schätzen, dass die sogenannten KI-Hyperscaler dieses Jahr mehr als 700 Mrd. USD in die Expansion stecken werden. Das US-Energienetz ist darauf nicht ausgerichtet und so profitieren derzeit Versorger oder Solar- und Windparkbauer, aber auch Gaskonzerne besonders. Doch neben KI ist auch das Wachstum der Elektroauto-Flotte ein großes Thema. Und nicht zuletzt: Auch Teile des europäischen Stromnetzes müssen ausgebaut und erneuert werden. Die Nachfrage nach Lithium, Uran und Öl dürfte in den kommenden Jahren und Jahrzehnten also solide wachsen. Wir blicken deshalb auf die Aktien von PLS Group, American Atomics und Total Energies!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE , TOTALENERGIES SE | FR0000120271 , PLS GROUP LIMITED | AU000000PLS0 | ASX: PLS

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Inhaltsverzeichnis:


    PLS Group: Turnaround geglückt!

    Die PLS Group, einst bekannt als Pilbara Minerals, ist einer der größten Lithiumproduzenten Australiens. Das Unternehmen erlebte in den Boomzeiten der letzten Dekade einen steilen Aufstieg, bevor die Preise für Lithium ins Bodenlose fielen. Nun aber befindet sich der Markt wohl wieder näher am Gleichgewicht. Analysten erwarten, dass sich die Lithiumpreise stabilisieren und das Schlimmste vorüber ist. Die Nachfrage nach Elektroautos und Energiespeichern treibt den Markt an.
    Die PLS Group ist auch in den schwierigen Zeiten ins Volle gegangen und hat die Produktion kontinuierlich gesteigert. 2025 musste man mit einem Umsatz von rund 769 Mio. AUD noch einen starken Rückgang von 39 % hinnehmen. Die Verkaufspreise waren um mehr als ein Drittel gefallen. Folgerichtig fuhren die Australier einen heftigen Verlust von 196 Mio. AUD ein.
    Doch der Wind hat sich gedreht. In der ersten Jahreshälfte 2026 gelang die Rückkehr in die Gewinnzone. PLS fuhr einen Überschuss von 33 Mio. AUD ein. Beim Umsatz gelang mit einem Plus von 47 % auf 624 Mio. AUD eine beeindruckende Performance. Analysten loben vor allem die strikte Kostenkontrolle des Managements. Die Bilanz sieht trotz der harten Jahre gut aus. Die Liquidität beträgt rund 1,5 Mrd. AUD, womit man ganz klar einer der finanzstärksten Player im Sektor ist. Auf der anderen Seite müssen Aktionäre die Kröte schlucken, dass es erst einmal keine Dividenden gibt. Doch bei PLS geht es aktuell vor allem um Wachstum.
    Das Management möchte aus der Firma mehr als ein Bergbauunternehmen machen und zu einem globalen, vertikal integrierten Chemiekonzern aufsteigen. Da dürfte wohl das US-Unternehmen Albemarle das Vorbild sein. In diesem Jahr erwartet das Management eine Rekordproduktion von 820.000 bis 870.000 Tonnen Spodumenkonzentrat. Langfristig sollen dauerhaft 1 Million Tonnen pro Jahr produziert werden. Die Börse hat wie so oft die positive Entwicklung vorweggenommen. Die Aktie von PLS konnte sich seit 2025 vervielfachen. In den vergangenen Wochen gab es eine Art Korrektur. Wer einsteigen will, wartet zunächst eine feste Bodenbildung ab.

    American Atomics: Wann bricht die Aktie aus?

    China baut bzw. plant derzeit dutzende Atomkraftwerke. Auch andere Nationen befinden sich auf dem Weg hin oder zurück zur Kernkraft. Die USA haben diese Energiequelle erst in den vergangenen Jahren in Folge des Ukraine-Kriegs wiederentdeckt. Inzwischen wurden schon das Wiederhochfahren alter Meiler wie Three Mile Islands beschlossen, um den riesigen Bedarf für KI-Rechenzentren zu befriedigen. Die Trump-Regierung hat nun ganz große Pläne: Bis 2050 soll die Kapazität auf bis zu 400 Gigawatt ausgebaut werden.
    Uranproduzenten gibt es aber nur sehr wenige im Land. Russland und Kasachstan sind wichtige Lieferanten, doch von den Russen will man ab 2028 kein Material mehr importieren. Diese Entwicklung löste einen Boom bei Uran-Explorern in den USA aus, wobei es dort bisher nur wenige aussichtsreiche Projekte gibt. American Atomics ist eines dieser wenigen Unternehmen, das sich an die Arbeit gemacht hat. Das Management hat sich das Ziel gesetzt, zu einem vertikal integrierten Konzern im Nuklearsektor zu werden. Neben dem Abbau soll auch die Verarbeitung und Raffinierung des Urans in Angriff genommen werden.
    Den Startpunkt bildet natürlich das Vorkommen selbst. So hat sich American Atomics das Big Indian-Projekt in Utah gesichert. Es liegt mitten in einem historischen Uranabbaugebiet, dem Lisbon Valley Mining District im Südosten des Bundesstaats. Auf Big Indian verfügt das Unternehmen über 217 zusammenhängende Claims. Mittels einer Vereinbarung kann American Atomics seinen Anteil auf bis zu 80 % ausbauen. Dabei kann das Unternehmen historische Daten der Öl- und Gasindustrie nutzen, was die Exploration massiv erleichtert. Für die Verarbeitung des Materials hat man mit CVMR bereits einen erfahrenen und global tätigen Konzern als Partner gewonnen. Im Rahmen eines Joint Ventures soll eine moderne Uranmühle gebaut werden.
    Die Aktie von American Atomics befindet sich bereits seit Jahresanfang in einer Seitwärtsphase. Mutige Investoren sammeln Anteile unter 0,30 CAD ein und setzen auf einen Ausbruch des Papiers. Dafür reichen im Zweifel bereits operative Fortschritte wie Bohrergebnisse oder positive News aus Washington.

    TotalEnergies: Offene und geschlossene Meerengen!

    Inzwischen ebbt der Konflikt am Persischen Golf so langsam ab. Es gibt Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Doch immer wieder gibt es Störfeuer und so ist die Straße von Hormuz mal geschlossen und mal wieder offen, wenn man Medienberichten glauben will. Die Wahrheit liegt wohl eher in der Mitte. Bloomberg meldete zu Wochenanfang, dass der Schiffsverkehr derzeit rund 30 % des Vorkriegsniveaus entspricht. Für die Ölkonzerne ist aber klar: Die Preise liegen an den meisten Orten über dem Niveau vor dem Konflikt. TotalEnergies gehört zu den größten Ölproduzenten der Welt. Im ersten Quartal machte sich bereits der Krieg in den Zahlen bemerkbar. So fuhren die Pariser mit 4,96 Mrd. EUR einen deutlich höheren Nettogewinn als im Vorjahresquartal ein. Folgerichtig wurde die Dividende auf nunmehr 0,90 EUR je Aktie fürs Quartal angehoben. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt sich beim aktuellen Kurs eine Ausschüttungsrendite von mehr als 5 %. Noch dazu läuft ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von rund 1,5 Mrd. EUR.
    Die Frage ist aber: Werden die Gewinne auch im weiteren Jahresverlauf sprudeln? Im zweiten Quartal dürfte Total noch einen hohen Gewinn ausweisen, die Zahlen liegen noch nicht vor. Doch die Ölpreise sind inzwischen spürbar gesunken. Gleichzeitig sind insbesondere in Nordamerika die Lager leer. Es gibt also sehr viele gegensätzliche Signale am Markt. Noch dazu: Wer weiß schon, ob die Kampfhandlungen nicht wieder aufgenommen werden? Der US-Präsident zeigte sich nicht nur während des Konflikts sehr „volatil“ in seinen Entscheidungen. Insofern ist ein Einstieg in Total nur jenen zu raten, die fest mit stabilen oder steigenden Ölpreisen rechnen.


    Fazit: Mit der PLS Group setzen Anleger auf den größten australischen Lithiumproduzenten. Der Konzern profitiert derzeit von der steigenden Nachfrage und höheren Preisen. American Atomics will die Uranlücke schließen, die das US-Comeback bei der Atomenergie geöffnet hat. Die lange Seitwärtsbewegung der Aktie lädt zum Einsammeln ein. Mit TotalEnergies können Anleger vor allem auf den Ausgang der Verhandlungen zwischen Iran und den USA setzen. Wer hier einsteigt, wettet auf stabile oder gar wieder steigende Ölpreise.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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