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31.07.2026 | 05:10

Baker Hughes, Zefiro Methane, Innio – 250 % Potenzial und ein Markt vor der Explosion

  • Energie
  • Öl
  • Energieinfrastruktur
Bildquelle: Chat GPT

Die nächste Milliardenwelle rollt auf den Energiesektor zu. Der Boom rund um künstliche Intelligenz lässt den Strombedarf rasant steigen und zwingt Staaten sowie Unternehmen zu gewaltigen Investitionen in Kraftwerke, Stromnetze und dezentrale Energieversorgung. Gleichzeitig eröffnet die Modernisierung jahrzehntealter Öl- und Gasinfrastruktur völlig neue Geschäftsfelder, während innovative Energietechnologien den Wandel zusätzlich beschleunigen. Branchenexperten erwarten in den kommenden Jahren Investitionen in Billionenhöhe, mit weitreichenden Folgen für die Unternehmen, die diese Projekte technisch umsetzen oder von ihnen profitieren. Einige von ihnen verfügen bereits heute über volle Auftragsbücher, milliardenschwere Zielmärkte und Wachstumstreiber, die vom Kapitalmarkt bislang kaum eingepreist sein könnten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BAKER HUGHES CO. | US05722G1004 , ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , INNIO NV | NL00150745D9

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Inhaltsverzeichnis:


    Baker Hughes – Erwartungen übertroffen

    Die Öl- und Gas-Branche konnte im letzten Quartal erheblich von geopolitischen Ereignissen profitieren. Auch deshalb übertraf Baker Hughes im vergangenen Quartal die Prognosen der Analysten. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 0,64 USD, während im Vorfeld 0,49 USD angenommen wurden. Auch der Umsatz fiel mit 6,7 Mrd. USD höher aus als die prognostizierten 6,51 bis 6,52 Mrd. USD. Das Unternehmen lieferte zudem einen Anstieg der bereinigten EBITDA-Marge auf 18,3 %. Der freie Cashflow lag im abgelaufenen Quartal bei 1,1 Mrd. USD.

    Die gesamten Auftragseingänge des Unternehmens summierten sich auf 10,5 Mrd. USD, was einem Zuwachs von 49 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der gesamte Auftragsbestand wuchs damit auf 40,1 Mrd. USD an. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hatte der Geschäftsbereich für Industrie- und Energietechnologie, der allein Bestellungen im Wert von 7,1 Mrd. USD erhielt. Darüber hinaus schloss das Unternehmen im Juli 2026 den Kauf des Anlagenbauers Chart Industries ab.

    Verschiedene Analysten bewerten die aktuelle Lage des Unternehmens unterschiedlich. Piper Sandler hob das Kursziel für die Aktie auf 73 USD an und behielt die Einstufung „Overweight“ bei. Zur Begründung wurde auf die hohen Auftragseingänge in der Technologiesparte verwiesen. Die UBS hingegen reduzierte ihr Kursziel von 73 auf 71 USD und bestätigte die neutrale Bewertung der Aktie aufgrund fehlender Planungssicherheit im Bereich der Gastechnologieausrüstung. Dennoch hob auch die UBS die positiven Aspekte des abgelaufenen Quartals hervor, insbesondere die Tatsache, dass das Unternehmen die Erwartungen beim operativen Ergebnis zum 14. Mal in Folge übertreffen konnte.

    Zefiro Methane – Euphorische Analystenstimmen

    Die Analysten der GBC AG sehen bei Zefiro Methane erhebliches Aufwärtspotenzial. In ihrer Erststudie vergeben sie ein Kauf-Rating mit einem Kursziel von 2,12 CAD. Ausgehend vom aktuellen Kurs von 0,61 CAD entspricht das einem Kurspotenzial von rund 250 %. Als wesentliche Kurstreiber nennen die Finanzexperten den milliardenschweren Sanierungsmarkt für stillgelegte Öl- und Gasbohrungen, die operative Trendwende sowie zusätzliche Wachstumschancen durch den Ausbau der Energieinfrastruktur für KI-Rechenzentren.

    Zefiro Methane hat sich auf die Identifikation, Vermessung und dauerhafte Versiegelung stillgelegter sowie verwaister Öl- und Gasbohrungen in den USA spezialisiert. Das Unternehmen deckt mit seinen Tochtergesellschaften nahezu die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Planung über die Methanmessung bis zur Rekultivierung. Ergänzend eröffnet die Erzeugung hochwertiger CO₂-Zertifikate eine margenstarke zusätzliche Erlösquelle.

    Der adressierte Markt besitzt enorme Dimensionen. In den USA existieren rund zwei Millionen nicht ordnungsgemäß verschlossene Bohrlöcher. Allein deren Sanierung wird auf ein Volumen von rund 280 Mrd. USD geschätzt, während weitere undokumentierte Bohrungen das Potenzial nochmals deutlich erhöhen. Gleichzeitig entstehen durch den boomenden Bau von KI-Rechenzentren und neuer Energieinfrastruktur zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten. In den kommenden fünf Jahren dürften US-Energieversorger rund 1,4 Bio. USD in den Ausbau der Stromnetze investieren. Bevor neue Kraftwerke, Leitungen oder Rechenzentren errichtet werden können, müssen häufig alte Bohrlöcher beseitigt werden.

    Zefiro konnte in diesem Bereich erste Erfolge erzielen. So ermöglichte das Unternehmen in Pennsylvania durch die Sanierung von neun Bohrlöchern die Umrüstung eines Kohlekraftwerks zu einem Gaskraftwerk für Hyperscale-Rechenzentren. In Louisiana wurde ein Infrastrukturprojekt im Volumen von 5 Mio. USD sogar drei Wochen vor dem Zeitplan abgeschlossen. Parallel wächst auch das Kerngeschäft mit neuen staatlichen Aufträgen in Ohio sowie weiteren Projekten mit einer Laufzeit bis 2029.

    Mit der Expansion auf inzwischen 13 US-Bundesstaaten, zusätzlichen Bohranlagen und einer möglichen Wiederaufnahme des Carbon-Credit-Geschäfts verfügt Zefiro über mehrere Wachstumstreiber, die den positiven Ausblick der Analysten untermauern.

    Innio – Verlust vs. starker Auftragslage

    Auch der Energie-Spezialist Innio konnte mit seinen Zahlen des zweiten Quartals, zumindest bei einigen Kennzahlen überzeugen. Zwischen April und Juni stiegen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich an und lagen bei knapp 938 Mio. USD. Auch der Wert der neu eingegangenen Bestellungen wuchs stark und erreichte die 2,3 Mrd. USD-Marke. Insgesamt hat Innio nun offene Aufträge im Wert von 6,6 Mrd. USD abzuarbeiten. Trotz der gestiegenen Einnahmen verzeichnete das Unternehmen in diesem Zeitraum einen Verlust von etwa 17 Mio. USD. Die Ursache dafür waren hohe einmalige Kosten, die durch den kürzlich erfolgten Börsengang entstanden sind.

    Für das gesamte Jahr 2026 gibt das Management eine konkrete Schätzung ab und rechnet mit Gesamteinnahmen zwischen 3,8 und 3,9 Mrd. USD. Der bereinigte operative Gewinn soll bis zum Jahresende einen Wert zwischen 720 und 740 Mio. USD erreichen. Finanzexperten sehen diese geschäftliche Entwicklung positiv. Um die vielen Bestellungen abarbeiten zu können, erweitert das Unternehmen aktuell seine Produktionsstätten.

    Der Grund für die Expansion ist ein Großauftrag, den Innio im zweiten Quartal unterschrieben hat. Ein Betreiber von großen Rechenzentren hat Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,1 GW bestellt. Dafür wird Innio mehr als 200 Gasmotoren des Modells Jenbacher J624 bauen.

    Diese Maschinen werden in die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Sie dienen dem Zweck, die Rechenzentren direkt vor Ort und unabhängig vom allgemeinen Netz mit Strom zu versorgen. Eine verlässliche Stromquelle ist für den Kunden von hoher Relevanz, da moderne Computeranlagen für Anwendungen der künstlichen Intelligenz einen hohen Energiebedarf besitzen. Die Übergabe der Maschinen an den Käufer erfolgt nicht einmalig, sondern wird in mehreren Schritten durchgeführt. Durch diesen Auftrag besitzt Innio über die kommenden Jahre hinweg sichere und gut planbare Einnahmen.


    Der Energiebedarf der KI-Revolution eröffnet Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette enorme Chancen. Baker Hughes überzeugt mit Rekordaufträgen und einer starken operativen Entwicklung, Zefiro Methane adressiert mit der Sanierung stillgelegter Bohrlöcher einen milliardenschweren Zukunftsmarkt und profitiert zusätzlich vom Ausbau der Energieinfrastruktur für Rechenzentren. Innio wiederum verfügt dank seiner prall gefüllten Auftragsbücher über hohe Visibilität und könnte vom Boom dezentraler Stromversorgung nachhaltig profitieren.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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