Menü schließen




14.09.2026 | 05:10

Fortum, RE Royalties, Solaredge – Unentdeckte Perlen im Superzyklus

  • Energie
Bildquelle: Chat GPT KI-generiert

KI wird in den nächsten Jahren zur Belastungsprobe für die Stromversorgung. Neue Rechenzentren benötigen gewaltige Energiemengen, gleichzeitig stoßen Netze und Erzeugungskapazitäten vielerorts an ihre Grenzen. Tech-Konzerne reagieren längst und sichern sich Strom über Jahrzehnte, investieren in Kernkraft, erneuerbare Energien und Speicher. Gleichzeitig muss die Energie innerhalb der Rechenzentren immer effizienter verteilt werden. Damit entsteht entlang der gesamten Stromversorgungskette ein neuer Milliardenmarkt und das dürfte einen neuen Superzyklus entfachen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: FORTUM OYJ EO 3_40 | FI0009007132 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , SOLAREDGE TECHN. DL-_0001 | US83417M1045

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    SolarEdge - Neue Kooperation und skeptische Analysten

    Strategische Kooperationen sind in vielen Bereichen notwendig, um die Energieversorgung so effizient wie möglich zu gestalten. Zwischen SolarEdge und dem deutschen Halbleiterhersteller Infineon besteht bereits eine Kooperation. Diese wird nun deutlich ausgeweitet. Konkret geht es um die Entwicklung elektronischer Schutzschalter für den Einsatz in Rechenzentren, die speziell auf die hohen Anforderungen von Künstlicher Intelligenz zugeschnitten sind.

    Diese Rechenzentren operieren zunehmend mit 800-Volt-Gleichstromnetzwerken, um die extrem hohe Energiedichte der KI-Hardware effizient zu steuern. SolarEdge übernimmt hierbei die Konstruktion der Schaltsysteme, während Infineon seine spezialisierten Siliziumkarbid-Komponenten beisteuert. Der Vorteil dieser halbleiterbasierten Lösungen liegt im Verzicht auf mechanische Bauteile, wodurch Stromkreise im Fehlerfall in Bruchteilen von Mikrosekunden unterbrochen werden können. Das Ziel ist es, eine vollständig gleichstrombasierte Energieinfrastruktur für Rechenzentren zu etablieren, um Energieverluste zu minimieren und den Platzbedarf zu reduzieren.

    Trotz dieser technologischen Fortschritte betrachten Finanzexperten die kurz- bis mittelfristigen Aussichten von SolarEdge zunehmend kritisch. Die Investmentbank Jefferies hat ihr Kursziel für die Aktie deutlich von 45 auf 31 USD nach unten korrigiert.

    Als Hauptgrund für die Zurückhaltung nennen die Analysten die anhaltende Schwäche im Geschäft mit Privatkunden, insbesondere auf dem Heimatmarkt in den USA. Obwohl sich die Segmente für gewerbliche und industrielle Anwendungen stabilisieren, reicht dies nicht aus, um die Einbußen im Privatkundenbereich auszugleichen. Auch die Bruttomargen erholen sich langsamer als vom Markt erhofft.

    Zwar konnte SolarEdge im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn leicht übertreffen, der anschließende Ausblick des Unternehmens fiel jedoch zurückhaltend aus. Insgesamt überwiegt die Vorsicht. Der Markt rechnet nun damit, dass SolarEdge erst im Jahresverlauf 2026 eine nachhaltige Trendwende einleiten kann.

    RE Royalties – Der unbekannte Gewinner des Strombooms

    Der Stromhunger wächst und RE Royalties verdient daran, ohne selbst ein einziges Kraftwerk bauen zu müssen. Das kanadische Unternehmen überträgt das aus dem Rohstoffsektor bekannte Royalty-Modell auf erneuerbare Energien. Projektentwickler erhalten Kapital, RE Royalties im Gegenzug langfristige, umsatzabhängige Lizenzzahlungen. Ergänzt wird das Modell durch besicherte Brückenfinanzierungen. Damit entstehen wiederkehrende Cashflows, während Bau und Betrieb der Anlagen bei den Projektpartnern bleiben.

    Das Timing könnte kaum besser sein, denn in den USA steigt der Stromverbrauch nach Jahren der Stagnation wieder, während Solar und Batteriespeicher den Kapazitätsausbau dominieren. Für 2026 erwartet die US-Energiebehörde EIA einen Rekordzubau von 86 GW. Allein Solar soll 43,4 GW und Batteriespeicher 24 GW beisteuern.

    Wie stark RE Royalties davon profitieren könnte, zeigt die Partnerschaft mit Solaris Energy. Im August investierte das Unternehmen eine weitere Million USD und erhöhte sein Engagement auf 4,8 Mio. USD. Noch spannender ist die unverbindliche Absichtserklärung über insgesamt bis zu 67,5 Mio. USD Royalty-Finanzierungen. Neben 16 bereits finanzierten Solarprojekten umfasst die Perspektive weitere 96 Projekte mit rund 190 MWDC. Die Solaris-Royalties sind auf eine vereinbarte Mindestrendite über zunächst 25 Jahre ausgelegt und laufen anschließend für die restliche Betriebsdauer weiter.

    Die bisherige Bilanz zeigt, welches Potenzial in diesem Modell steckt. Seit der Gründung investierte RE Royalties mehr als 83 Mio. CAD in ein Portfolio von rund 135 Projekten aus Solar, Wind, Batteriespeichern, Wasserkraft, Biogas und Energieeffizienz. Die gewichtete interne Rendite der Investments liegt nach Unternehmensangaben bei rund 19 %.

    Damit sitzt RE Royalties an einer strategisch interessanten Stelle der Energiewende. Je mehr Kapital Entwickler für neue Projekte benötigen, desto größer wird der adressierbare Markt. Gelingt es, die Solaris-Pipeline und weitere Projekte in langfristige Royalty-Einnahmen umzuwandeln, könnte das heute noch kleine Unternehmen in eine völlig neue Größenordnung hineinwachsen.

    YouTube-Video ansehen

    Fortum – Partnerschaft mit Google

    Energie gilt weiterhin als eines der wichtigsten Güter der heutigen Zeit. Aus diesem Grund rückt Kernkraft weiter in den Fokus. Die Fortum Corporation ist ein in Finnland ansässiges Energieversorgungsunternehmen, spezialisiert auf die CO2-arme Stromerzeugung.
    Zuletzt konnte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Google schließen. Kernstück dieser Zusammenarbeit ist ein Stromabnahmevertrag, der über einen Zeitraum von 22 Jahren angelegt ist. Ab dem Jahr 2030 wird Google bis zum Jahr 2049 rund die Hälfte der erzeugten Energie aus dem finnischen Kernkraftwerk Loviisa beziehen. Für Fortum bedeutet dieser Vertrag eine entscheidende finanzielle Planungssicherheit. Ohne diese Zusicherung hätte das Kraftwerk voraussichtlich im Jahr 2030 vom Netz gehen müssen. Durch die langfristige Abnahmegarantie wird ein Investitionsprogramm in Höhe von rund 1 Mrd. EUR ermöglicht, das den Weiterbetrieb der Anlage bis zum Jahr 2050 sichern soll. Zudem haben beide Unternehmen eine Vereinbarung unterzeichnet, um gemeinsam neue Projekte in den Bereichen Kernenergie, erneuerbare Energien und Flexibilitätslösungen zu entwickeln.

    Googles Investition in Finnland ist Teil einer Strategie des Mutterkonzerns Alphabet. Bis zum Jahr 2028 sollen 15,1 Mrd. USD in die Erweiterung der Rechenzentrumsinfrastruktur in dem skandinavischen Land fließen. Geplant sind mindestens drei neue Rechenzentren sowie der Ausbau eines bestehenden Standorts. Finnland bietet durch sein kühles Klima und die Verfügbarkeit von CO2-armer Energie attraktive Rahmenbedingungen für den Betrieb energieintensiver Rechenzentren.

    Fortum profitiert enorm von diesen Entwicklungen. Der Energiebedarf von Rechenzentren steigt, insbesondere durch den Ausbau von Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz, stark an. Als führender Energieversorger in der Region mit einem vollständig emissionsfreien Portfolio aus Wasser- und Kernkraftwerken ist Fortum in der Position, diesen Bedarf zu decken.

    Die Finanzmärkte reagierten positiv auf die Ankündigungen. Die Fortum-Aktie verbucht nach Bekanntwerden der Investitionspläne von Alphabet einen Kursanstieg von 15 %. Es wird erwartet, dass der neue Stromabnahmevertrag die Kapitalrendite der Fortum-Gruppe langfristig um etwa 1,4 % erhöhen wird.


    Der KI-Boom verändert die Energiewirtschaft weit über Rechenzentren hinaus. Fortum sichert mit dem Google-Vertrag langfristige Einnahmen und bekommt Planungssicherheit für Milliardeninvestitionen in Kernkraft und neue Energieprojekte. SolarEdge versucht, seine Leistungselektronik direkt in die Stromarchitektur künftiger KI-Rechenzentren zu bringen. RE Royalties setzt dagegen auf die Finanzierungsebene. Sollte sich allein die Solaris-Partnerschaft tatsächlich auf bis zu 67,5 Mio. USD ausweiten, würde das die Dimension des bestehenden Engagements vervielfachen und könnte dem Royalty-Portfolio einen erheblichen Wachstumsschub geben.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 19.10.2026 | 05:27

    Baker Hughes, Zefiro Methane, Clean Harbors - Amerikas schmutziges Erbe wird zur Goldgrube

    • Energie
    • Umweltschutz
    • Öl
    • Gas

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane Corp.

    Amerikas Energieboom hat eine teure Kehrseite. Während Milliarden in neue Gasinfrastruktur, Kraftwerke und Rechenzentren fließen, belasten Hunderttausende stillgelegte Öl- und Gasbohrungen weiterhin die Umwelt. Aus vielen entweicht Methan, ein besonders klimaschädliches Treibhausgas. Gleichzeitig verschärfen Behörden die Anforderungen an Industrieunternehmen, ihre Altlasten zu beseitigen. Damit entsteht ein Markt, in dem nicht nur große Energietechnikkonzerne und etablierte Umweltdienstleister profitieren könnten. Auch spezialisierte Unternehmen, die alte Bohrlöcher dauerhaft verschließen, rücken zunehmend in den Fokus.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 06.10.2026 | 05:10

    NextEra Energy, NU E Power, Primoris –Strom im Superzyklus

    • Energie

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power

    Der KI-Boom wälzt den Energiemarkt grundsätzlich um. Rechenzentren benötigen gewaltige Strommengen, und dies rund um die Uhr. Wie groß die Dimension inzwischen ist, zeigt Texas. Dort soll für 22,3 Mrd. USD ein neuer Energiecampus entstehen, der einen benachbarten 5-GW-Datacenter-Komplex versorgt. Stromerzeugung, Netzzugang und schnell verfügbare Kapazitäten werden damit zu strategischen Ressourcen. Für Energieunternehmen beginnt ein Wettlauf um neue Kraftwerke, Solarparks, Speicher und Netzanschlüsse.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 03.10.2026 | 05:00

    KI-Boom und Netzengpässe: Meta, BCE und NU E Power kämpfen um Stromkapazitäten in Kanada

    • Stromnetze
    • KI-Rechenzentren
    • Energie

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power Corp.

    Der Siegeszug der künstlichen Intelligenz sorgt für eine nie dagewesene Nachfrage nach elektrischer Energie und bringt selbst die Netze von Industrienationen an ihre Grenzen. Früher reichten für Rechenzentren überschaubare Kapazitäten, heute fordern moderne Anlagen Anschlüsse im Maßstab von rund 1.000 MW. Kanada rückt wegen seines kühlen Klimas und großer Flächen in den Fokus der Technologiekonzerne. Die regionalen Stromnetze können diese zusätzliche Last jedoch kaum meistern. Es entsteht ein harter Wettbewerb um Energie, Anschlüsse, aber auch Grundstücke. Wir beleuchten den Trend und zeigen Chancen auf.

    Zum Kommentar