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28.08.2026 | 05:10

Siemens Energy, Zefiro Methane, Centrus Energy – Das ist erst der Anfang

  • Öl und Gas
  • KI
  • Energie
Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane

Der KI-Boom wird immer stärker zum Energieboom. Rechenzentren benötigen gewaltige Mengen Strom, neue Erzeugungskapazitäten und leistungsfähigere Netze. Gleichzeitig erlebt die Kernenergie ein Comeback und selbst Erdgas gewinnt als schnell verfügbare Energiequelle wieder strategische Bedeutung. Milliardeninvestitionen fließen deshalb in eine Infrastruktur, die über Jahrzehnte vernachlässigt wurde. Für Anleger entstehen gleich mehrere Wachstumsmärkte, von Stromnetzen über die Sanierung bestehender Energieanlagen bis zum Aufbau einer unabhängigen nuklearen Brennstoffversorgung.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , CENTRUS ENERGY CORP | US15643U1043 | NYSE: LEU

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Reaktion auf hohe Energienachfrage

    Der globale Strombedarf steigt weiterhin an. Vor allem im Bereich Stromerzeugung und Stromnetze ist der Bedarf an Infrastruktur sehr hoch. Siemens Energy ist in diesem Bereich eines der wichtigsten Unternehmen. Um sich nun stärker auf genau diese Geschäftsfelder fokussieren zu können, plant der Konzern nun seinen Geschäftsbereich „Transformation of Industry“ künftig als eigenständiges Unternehmen auszugliedern.

    Die Industriesparte fertigt beispielsweise Wasserstoff-Elektrolyseure, Dampfturbinen und spezielle Kompressoren. Mit rund 17.000 Angestellten trug dieser Bereich im Geschäftsjahr 2025 mit 5,7 Mrd. EUR und etwa 15 % zum Gesamtumsatz des Unternehmens bei. Begründet wird die Entscheidung zur Ausgliederung damit, dass die Sparte in der bisherigen Konzernstruktur bei internen Investitionsentscheidungen mit den schneller wachsenden Kernbereichen konkurriert. Als unabhängige Einheit soll der Bereich flexibler agieren können. Die genaue künftige Eigentümerstruktur wird noch geprüft. Zur Auswahl steht die Beteiligung externer Kapitalgeber oder Finanzierungen über den Kapitalmarkt, wobei Siemens Energy plant, dauerhaft eine Minderheitsbeteiligung zu behalten.

    Vonseiten der Analysten wird das Vorhaben mehrheitlich positiv bewertet, da es die organisatorische Struktur des Konzerns vereinfacht. JPMorgan belässt die Aktie auf „Overweight“ und nennt ein Kursziel von 245 EUR. Die Bank sieht die Ausgliederung als förderlich für die langfristige Ausrichtung.

    Auch die Deutsche Bank empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von 210 EUR weiterhin zum Kauf. Die Bank erwähnt, dass die Trennung es Siemens Energy erlaubt, den vollen Fokus auf die Elektrifizierungsmärkte zu legen. Dies werde sich voraussichtlich vorteilhaft auf die mittelfristigen Gewinnspannen des Unternehmens auswirken.

    Zefiro Methane – Neuer Milliardenmarkt

    Ausgerechnet der KI-Boom könnte Zefiro Methane einen zusätzlichen Wachstumsschub bescheren. Der explodierende Strombedarf von Rechenzentren sorgt in den USA für eine Renaissance von Erdgas. Neue Kraftwerke sollen die benötigte gesicherte Leistung liefern. Wie begehrt US-Gasassets inzwischen sind, zeigt ein möglicher Milliardendeal: Gunvor verhandelt über Haynesville-Assets im Wert von 1,2 bis 1,5 Mrd. USD. Rückenwind liefern der wachsende Strombedarf von KI-Rechenzentren und neue LNG-Exportkapazitäten. Für Zefiro entsteht daraus eine interessante Zweitmarktchance: Je stärker die Gasindustrie wächst, desto wichtiger wird gleichzeitig die Beseitigung ihrer Altlasten.

    Denn Zefiro fördert selbst keine fossilen Rohstoffe. Über die Tochter Plants & Goodwin identifiziert, vermisst und verschließt das Unternehmen stillgelegte sowie verwaiste Öl- und Gasbohrungen, aus denen teilweise jahrzehntelang klimaschädliches Methan austritt. Bei geeigneten Projekten können aus den vermiedenen Emissionen zusätzlich handelbare Emissionsgutschriften entstehen. Damit kombiniert Zefiro ein klassisches Sanierungsgeschäft mit dem Klimaschutzmarkt.

    Das Potenzial ist gewaltig. In den USA existieren mehr als zwei Millionen unversiegelte Bohrlöcher, während der langfristige Sanierungsbedarf auf 400 bis 600 Mrd. USD geschätzt wird. Über das US-Infrastrukturprogramm IIJA wurden zudem 4,7 Mrd. USD für entsprechende Maßnahmen bereitgestellt.

    Zefiro baut seine Position konsequent aus. Durch zusätzliche Ausrüstung ist das Unternehmen mittlerweile in 13 US-Bundesstaaten aktiv. Gemeinsam mit der Well Done Foundation sollen zunächst zehn Bohrlöcher in Oklahoma verschlossen werden, 20 weitere sind für 2027 vorgesehen. Ein bis 2029 laufender Auftrag in Ohio über 19,6 Mio. USD sorgt zusätzlich für Planungssicherheit.

    Dass die Skalierung funktioniert, zeigen die Zahlen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 legte der Umsatz um rund 36 % auf 33,2 Mio. USD zu, der Bruttogewinn hat sich auf 10,7 Mio. USD mehr als verdoppelt. Das bereinigte EBITDA erreichte 4,25 Mio. USD. Zefiro besetzt damit eine bislang wenig beachtete Nische, deren Bedeutung mit dem neuen US-Energieboom weiter zunehmen könnte.

    Centrus Energy - Milliarden für Amerikas Atom-Comeback

    Auch in den USA soll die nationale Energieversorgung schrittweise gesichert werden. Aus diesem Grund war der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, zusammen mit Vertretern der regionalen Wirtschaftsförderung am 24. August zu Gast in der Urananreicherungsanlage von Centrus Energy in Piketon zu Besuch. Hauptsächlich ging es um den Beitrag Ohios zur nationalen Energieversorgung. Den Rahmen des Treffens bildete der aktuell laufende Ausbau des Standorts, für den das Unternehmen hohe Investitionen einsetzt.

    Die entsprechenden Pläne für das Milliardenprojekt wurden bereits im Herbst 2025 vorgestellt. Die räumliche und technische Erweiterung wirkt sich positiv auf den regionalen Arbeitsmarkt aus. Es entstehen voraussichtlich etwa 1.000 Arbeitsplätze in der Bauphase sowie 300 neue Stellen im künftigen Anlagenbetrieb. Gleichzeitig werden 150 bestehende Posten gesichert. Die Unternehmensführung betonte bei dem Besuch, dass diese Maßnahmen entscheidend seien, um die heimische Industrie zu stärken und langfristige berufliche Perspektiven zu schaffen.

    Hinsichtlich der finanziellen Einschätzung durch Analysten zeigt sich derzeit ein gemischtes Bild. Die UBS hat ihr Kursziel für die Aktie kürzlich von 170 auf 185 USD angehoben, behält ihre generelle Einstufung jedoch bei „Neutral". Grund hierfür seien die guten Geschäftszahlen im zweiten Quartal 2026. Hierbei erzielte Centrus einen Umsatz von gut 176 Mio. USD und profitierte von verbesserten Margen durch höhere Verkaufspreise. Außerdem stieg der Auftragsbestand durch neue Lieferverträge auf rund 4,5 Mrd. USD.

    Das Analysehaus Stifel hat sein Kursziel für das Unternehmen hingegen von 246 auf 216 USD gesenkt, empfiehlt die Aktie aber weiterhin zum Kauf. Ursache hierfür sind politische Budgetrisiken. Im aktuellen Haushaltsentwurf des US-Energieministeriums für das Jahr 2027 fehlen Gelder für den Weiterbetrieb einer spezifischen Produktionsanlage. Infolgedessen könnten Aufträge im Wert von etwa 800 Mio. USD ausfallen. Dennoch bewertet auch Stifel die grundsätzlich steigende Zahl an langfristigen Verträgen des Unternehmens positiv.


    Der KI-Boom entfacht einen neuen Investitionszyklus im Energiesektor. Siemens Energy profitiert vom Ausbau von Stromnetzen und Erzeugungskapazitäten und schärft seinen Fokus auf die Elektrifizierung. Zefiro Methane besetzt mit der Sanierung alter Öl- und Gasbohrungen einen Milliardenmarkt, der durch die Renaissance von Erdgas zusätzlich an Bedeutung gewinnen könnte. Centrus Energy wiederum steht für das US-Atom-Comeback und den Aufbau einer heimischen Brennstoffversorgung.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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