24.08.2026 | 05:10
IsoEnergy, Standard Uranium, Energy Fuels – 3 Uran-Aktien mit Kursturbo
Atomkraft erlebt weltweit ein Comeback. Der steigende Strombedarf durch KI-Rechenzentren, Versorgungssicherheit und der Wunsch nach CO₂-armer Grundlast treiben neue Reaktorprojekte voran. Doch damit rückt ein Engpass immer stärker in den Mittelpunkt: Uran. Die World Nuclear Association erwartet bis 2030 einen Nachfrageanstieg von 28 %, bis 2040 sogar mehr als eine Verdopplung. Gleichzeitig wollen westliche Staaten ihre Abhängigkeit von problematischen Lieferketten reduzieren. Drei Unternehmen positionieren sich für diesen neuen Uranzyklus.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
ISOENERGY LTD. O.N. | CA46500E1079 , ENERGY FUELS INC. | CA2926717083 , STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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IsoEnergy – Stärkung der US-Wertschöpfung
Um der bevorstehenden Uran-Nachfrage standzuhalten und maximal davon zu profitieren, genießen strategische Maßnahmen der betroffenen Unternehmen höchste Priorität. Als Beispiel geht der Uranförderer IsoEnergy voran, der nun gemeinsam mit DISA Technologies die Gründung der neuen Gesellschaft DISA Uranium Corporation formell abgeschlossen hat. Durch diesen Zusammenschluss überträgt IsoEnergy seine bestehenden Uranminen im US-Bundesstaat Utah, zu denen unter anderem die Standorte Tony M, Daneros und Rim gehören, an das neu geschaffene Unternehmen. Als Gegenleistung erhielt IsoEnergy rund 1,68 Mio. Aktien. Der Partner DISA Technologies brachte im Gegenzug sein Geschäftsfeld zur Sanierung von Minen-Altlasten sowie ein technisches Verfahren zur Uranaufbereitung in die neue Firma ein.
Zeitgleich mit der Unternehmensgründung wurde eine Finanzierungsrunde in Höhe von 105 Mio. USD beendet, an der sich verschiedene Investoren beteiligten. IsoEnergy steuerte selbst 33 Mio. USD bei. Dadurch hält das Unternehmen nun etwa ein Drittel der Anteile an DISA Uranium und ist somit größter Einzelaktionär. Der Verwaltungsrat der neuen Gesellschaft setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen, darunter Vertreter beider Partnerunternehmen sowie ein ehemaliges Mitglied der US-Nuklearaufsichtsbehörde.
Die Strategie von DISA Uranium zielt darauf ab, eine lokale Uranversorgung innerhalb der Vereinigten Staaten aufzubauen. Der hauptsächliche Teil der Geschäftsstrategie besteht in der Gewinnung von Uran aus den Abraumhalden stillgelegter Minen. Hierfür wird das von DISA eingebrachte Aufbereitungsverfahren eingesetzt. Erste Tests haben ergeben, dass diese Technik das Volumen des zu verarbeitenden Materials auf 22 % reduzieren und gleichzeitig 88 % des enthaltenen Urans extrahieren kann, was die anfallenden Betriebskosten senkt.
Neben der Verwertung von Altlasten plant das Unternehmen, den regulären Bergbau in den USA wieder aufzunehmen. Dabei soll die Arbeit an der Tony-M-Mine kurzfristig priorisiert werden. Langfristig ist der Bau einer zentralen Anlage zur Verarbeitung von Uran vorgesehen. Dies wäre der erste Neubau einer derartigen Anlage in den USA seit über 40 Jahren.
Standard Uranium – Corvo liefert starke Signale
Standard Uranium kommt der erhofften Entdeckung auf seinem Corvo-Projekt offenbar einen Schritt näher. Die detaillierte Auswertung des Winterbohrprogramms 2026 bestätigt ein großflächiges uranhaltiges System. In allen neun vollständig gebohrten Löchern wurde anomales Uran nachgewiesen. Insgesamt identifizierte das Unternehmen 55 Meter mit mehr als 10 ppm Uran, davon 23 Meter mit über 50 ppm und 13 Meter mit mehr als 100 ppm. Zudem lieferten Begleitelemente wie Vanadium, Kobalt, Kupfer und Nickel sowie auffällige Blei-Isotopenwerte zusätzliche Hinweise auf ein für Uranlagerstätten typisches hydrothermales System.
Besonders die geochemischen Daten machen Hoffnung. Das Verhältnis von Uran zu Thorium erreichte lokal auffällige Werte zwischen 12 und 21. Hohe Werte können bei der Exploration ein wichtiger Hinweis auf hydrothermal angereichertes Uran sein. Auch weitere geochemische Untersuchungen liefern vielversprechende Signale. Bestimmte Isotopenwerte, die Explorationsgeologen als Wegweiser für Uranmineralisierungen nutzen, lagen teilweise weit über den als stark anomal geltenden Schwellen.
Damit wächst das Potenzial von Corvo deutlich. Das Projekt verfügt über mehr als 29 km strukturelle Korridore und zahlreiche noch ungeprüfte Bohrziele. Nach dem ersten Bohrprogramm seit mehr als 40 Jahren sollen weitere geophysikalische Arbeiten folgen. Für 2027 ist bereits eine zweite Bohrphase vorgesehen. Partner Aventis finanziert die Exploration im Rahmen eines dreijährigen Earn-in-Modells.
Auch finanziell hat Standard Uranium zuletzt nachgelegt. Anfang August wurde eine strategische Kapitalerhöhung über 3 Mio. CAD vereinbart.
Das Geld soll unter anderem die Exploration im Athabasca Basin vorantreiben. Insgesamt hält der Explorer Beteiligungen an mehr als 233.000 Acres in einem der weltweit bedeutendsten Uranreviere. Das Flaggschiff Davidson River bleibt dabei zentral, während Partnerprojekte wie Corvo zusätzliche Entdeckungschancen eröffnen. Gelingt auf einem dieser Areale ein hochgradiger Treffer, könnte dies für die noch niedrig bewertete Explorationsgesellschaft zum entscheidenden Neubewertungstreiber werden.
Energy Fuels – Stärkung der Unabhängigkeit gegenüber China
Im gleichen Zug konnte der Uran-Spezialist Energy Fuels eine weitere Maßnahme zur Reduktion der chinesischen Abhängigkeit treffen. So erhielt das Unternehmen eine wichtige produktionstechnische Freigabe für sein in Utah hergestelltes Terbiumoxid. Ein großer japanischer Produzent von Seltenerd-Dauermagneten hat das Material geprüft und offiziell für die kommerzielle Nutzung zugelassen. Zusätzliche Kontrollen sind für den weiteren Einsatz nicht mehr notwendig. Terbiumoxid ist ein kostspieliger Rohstoff, der dazu dient, die Hitzebeständigkeit von Magneten zu erhöhen. Solche speziellen Magnete werden unter anderem in der Automobilindustrie und der Elektronikfertigung benötigt. Energy Fuels hatte in der Vergangenheit bereits ähnliche Zulassungen für seine Neodym-Praseodym- und Dysprosiumoxide erhalten.
Diese Freigabe unterstützt das Vorhaben des Unternehmens, eine von China unabhängige Lieferkette für kritische Seltenerdmaterialien zu etablieren. Energy Fuels plant derzeit die Übernahme weiterer Firmen. Das Ziel dieser Expansion ist es, künftig die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Dauermagneten auf dem amerikanischen und europäischen Markt vollständig abdecken zu können.
Die operativen Fortschritte sorgen bei Analysten für positive Stimmung. Roth/MKM hat die Aktie von Energy Fuels kürzlich mit einer Kaufempfehlung bewertet und ein Kursziel von 16 USD definiert.
Zwar fielen die Zahlen für das zweite Quartal schwächer aus als prognostiziert, was teilweise auf hohe Ausgaben durch die laufenden Übernahmeprozesse zurückzuführen ist. Das operative Kerngeschäft wird jedoch als weiterhin stabil betrachtet. Insgesamt sehen die Analysten das Unternehmen durch den Aufbau der neuen Produktionsketten und durch staatliche finanzielle Förderungen für die Zukunft gut aufgestellt.
Der neue Uranzyklus nimmt Fahrt auf und die drei Unternehmen setzen an unterschiedlichen Stellen an. IsoEnergy stärkt über DISA Uranium die heimische US-Versorgung, während Standard Uranium mit den Ergebnissen von Corvo auf einen bedeutenden Explorationserfolg hofft. Energy Fuels geht noch einen Schritt weiter und verbindet Uran mit dem Aufbau westlicher Lieferketten für Seltene Erden. Steigt die Urannachfrage wie prognostiziert, könnten alle drei Unternehmen überproportional profitieren.
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