10.08.2026 | 05:00
Turnaround, Milliarden-Deals, KI- und Drohnen-Fantasie: Was Siemens Energy, TKMS und First Hydrogen jetzt antreibt!
Die globalen Märkte sind ständig in Bewegung und zuletzt gingen die Aktienmärkte, wie z. B. Dow, Nasdaq, DAX und Co. eher nach oben. Heute schauen wir uns drei Unternehmen an, die eine Gemeinsamkeit haben, denn sie alle stehen womöglich kurz vor einer bestimmten Marke oder Schwelle, die wegweisend für die kommenden Wochen und Monate sein dürfte. Wir starten bei den Energiegiganten und Rüstungsschmieden Europas. Wir beleuchten die Rückkehr in die Gewinnzone und werfen einen Blick auf geplatzte Übernahmen und neue Allianzen. Schließlich widmen wir uns einem Player aus Nordamerika, der grüne Energie mit Künstlicher Intelligenz und Robotik auf eine völlig neue Art und Weise verbinden möchte. Begleiten Sie uns auf einer Reise zu Siemens Energy, TKMS und First Hydrogen. Diese drei Aktien könnten in den kommenden Wochen und Monaten noch für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Lesen Sie weiter und entdecken Sie mit uns die wichtigen Details.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 | TSXV: FHYD
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Siemens Energy: Rekordzahlen
Wir beginnen unseren Überblick mit einem der großen Energieinfrastrukturwerte aus dem DAX. Siemens Energy hat in 2025 und 2026 eine tolle Entwicklung hingelegt, bis dann zuletzt eine Konsolidierung einsetzte. Die jüngsten Zahlen für das dritte Geschäftsquartal sind top gewesen. Der Auftragseingang kletterte auf einen Rekordwert von 17,9 Milliarden EUR. Der bereinigte operative Gewinn verdreifachte sich auf 1,6 Milliarden EUR. Besonders erfreulich ist dabei die Entwicklung der Windkrafttochter Gamesa. Lange Zeit galt sie als das große Sorgenkind des Konzerns. Wie ein Damoklesschwert schwebte dies über Siemens Energy. Nun schreibt dieser Bereich mit der Windkrafttochter erstmals seit mehreren Jahren wieder schwarze Zahlen. Die Sanierung greift also. Gleichzeitig sorgt die starke Nachfrage nach Netztechnik und Gasturbinen für volle Auftragsbücher. Vor allem der Energiehunger neuer KI-Rechenzentren beflügelt das Geschäft, aber auch international läuft es rund, denn die indische Tochtergesellschaft meldete kürzlich einen Gewinnsprung und es wird zudem über eine mögliche Abspaltung der Sparte Transformation of Industry diskutiert. Das könnte zusätzliche Werte heben. Die Börse reagierte zuletzt erfreut auf diese Fortschritte, was auch im Chart ersichtlich wird. Die Aktie könnte jetzt wieder Fahrt auf die Marke bei 195 EUR aufnehmen. Nach dem Überschreiten des Allzeithochs anschließend wenige Cent darüber, wäre der Weg nicht nur zur 200 EUR frei, sondern darüber hinaus sogar in den Bereich von 220 - 225 EUR.
TKMS: Strategische Neuausrichtung
Von der Energieinfrastruktur wechseln wir nun in einen Bereich, der aktuell stark von geopolitischen Veränderungen geprägt ist. Die Sicherheit auf den Weltmeeren rückt zunehmend in den Fokus und genau hier spielt ein deutsches Unternehmen eine gewichtige Rolle. Die Rede ist von TKMS, der Kieler Marineschiffbausparte. Hier gab es zuletzt eine echt wichtige strategische Meldung, denn die geplante Übernahme des Konkurrenten German Naval Yards Kiel ist am 22. Juli geplatzt. Man konnte sich mit dem französischen Eigentümer nicht über den Preis einigen. Doch anstatt Trübsal zu blasen, richtete das Management den Blick umgehend nach vorn. Nur zwei Tage später wurde die Zusammenarbeit mit der spanischen Staatswerft Navantia intensiviert. Das Ziel ist eine enge Kooperation bei künftigen U-Boot-Projekten. Der Verzicht auf die lokale Übernahme wirkt daher keineswegs wie ein Rückschlag. Vielmehr fokussiert man sich nun auf profitable internationale Allianzen und die Kassen sind ohnehin gut gefüllt. Der Auftragsbestand ist ebenfalls groß. Darunter befinden sich z. B. lukrative Aufträge wie der geplante Bau von Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU im Wert von rund 12 Milliarden EUR. Auch Kanada plant, bis zu 12 U-Boote für schätzungsweise mehr als 10 Milliarden EUR bei TKMS zu bestellen. Das operative Geschäft brummt also deutlich und die kommenden Quartalszahlen am 12. August könnten diese starke Dynamik weiter untermauern.
First Hydrogen: Der unentdeckte Technologie-Turbo
Wir verlassen nun den Bereich von TKMS und Siemens und gehen über in die Welt von First Hydrogen, wo saubere Energie, autonome Mobilität und Robotik zu spannenden neuen Konzepten verschmelzen. Das kanadische Unternehmen war und ist noch immer stark auf grüne Wasserstofflösungen und emissionsfreie Nutzfahrzeuge fokussiert. Das Geschäftsmodell umfasst hierbei die gesamte Wertschöpfungskette von der Wasserstoffproduktion bis hin zum Geschäftsfeld Hydrogen-as-a-Service. Die Fahrzeuge des Unternehmens haben bereits beachtliche Reichweiten von über 630 Kilometern in realen Tests erzielt. Doch First Hydrogen denkt mittlerweile noch viel weiter. Die jüngsten Meldungen zeigen eine Erweiterung des Horizonts.
Am 5. Juni kündigte das Unternehmen ein neues, amphibisches Bodenfahrzeug an. Diese unbemannte Plattform ist extrem robust und meistert steiles Gelände mühelos.
Kurz darauf, am 9. Juni, konkretisierte First Hydrogen eine Transaktion im Bereich Robotik. Dabei geht es um hochleistungsfähige Getriebe und Motoren, die robotergestützte Bewegungen präzise steuern. Solche Technologien sind das Rückgrat für autonome Systeme.
Der vielleicht größte Paukenschlag folgte dann am 14. Juli. **First Hydrogen gab bekannt, Künstliche Intelligenz in seine autonomen Fahrzeuge zu integrieren. Dabei zielt das Unternehmen auch auf Verteidigungsanwendungen und die Abwehr von Drohnen ab.
Das könnte ein kluger Schachzug sein, denn der Markt für Drohnen und autonome Abwehrsysteme wächst rasant. First Hydrogen versucht hier, saubere Energie mit modernster Robotik zu verbinden.**
Blickt man auf diese Entwicklungen, keimt durchaus etwas Fantasie auf und das könnte dazu führen, dass die Aktie von First Hydrogen bald wieder richtig Fahrt aufnimmt. Wer sich an den Juni des letzten Jahres erinnert, weiß, wie schnell das gehen kann. Damals sprang der Kurs binnen kurzer Zeit von unter 0,50 CAD auf über 1,30 CAD. Solche explosiven Bewegungen sind in diesem Segment keine Seltenheit. Denken wir da nur an die Wasserstoffplays Nel ASA und Plug Power.
Wenn wir den aktuellen Chart betrachten, fällt ein interessantes Detail auf. Es gibt noch eine offene Kurslücke bei etwa 0,90 CAD. Diese Marke könnte in naher Zukunft als magnetisches Kursziel fungieren. Die Transformation vom reinen Wasserstoff-Player hin zum Technologie- und Robotik-Unternehmen ist noch nicht bei allen Anlegern angekommen. Sobald der Markt diese neuen Puzzleteile zusammensetzt, könnte der Rebound sehr dynamisch verlaufen. First Hydrogen ist sicherlich kein langweiliger Standardwert. Es ist ein agiles Unternehmen mit einer mutigen Vision.

Fazit:
Siemens Energy hat bewiesen, dass selbst festgefahrene Großkonzerne die Wende schaffen können. Die prall gefüllten Auftragsbücher sprechen hier für sich.
TKMS wiederum profitiert vom globalen Aufrüstungstrend und navigiert clever durch den internationalen Markt.
First Hydrogen liefert derzeit spannende technologische Ansätze abseits des Mainstreams. Die Kombination aus Wasserstoff-Expertise und KI-gestützter Robotik ist zweifellos reizvoll. Die Aktie birgt nach den jüngsten strategischen Schritten ein gewisses Überraschungspotenzial.
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