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16.09.2026 | 05:20

DroneShield, Volatus Aerospace, Kratos Defense – wer den Luftraum schützt, kassiert die neuen Budgets

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Bildquelle: Pixabay

Ein einziges Fluggerät reicht, um einen Flughafen lahmzulegen. Der gescheiterte Drohnenangriff auf Leipzig/Halle im August 2026 hat Berlin, Brüssel und Washington aufgeschreckt. Die Politik wurde von dem Vorfall aufgeschreckt. Die Bundesregierung bereitet ein Paket gegen Sabotage vor, und zwischen Januar und September 2026 wurden weltweit Aufträge zur Drohnenabwehr über mehr als 53 Mrd. USD öffentlich bekannt. Was gestern Nischentechnik war, rutscht gerade mitten in die Verteidigungsbudgets. Wir sehen uns daher drei Unternehmen an, die Drohnen aufspüren, abwehren und mobile Ziele schützen, nämlich DroneShield, Volatus Aerospace und Kratos Defense.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , KRATOS DEF.+SEC.NEW DL001 | US50077B2079

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Inhaltsverzeichnis:


    DroneShield – Rekordumsatz, aber rote Zahlen

    Drohnen sind längst nicht mehr nur ein Problem des Militärs. Flughäfen, Rechenzentren, Stadien und Justizvollzugsanstalten fragen mittlerweile dieselbe Technik nach. DroneShield aus Sydney baut genau dafür die Sensorik und die Störsender, dazu die Software, die die Signale auswertet. Auf das nichtmilitärische Geschäft entfielen im ersten Halbjahr 15 % des Umsatzes. Europa inklusive Großbritannien steuerte 52 % bei, die USA 17 %. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es in den USA lediglich 14 %. Die Australier sind in über 40 Ländern im Einsatz.

    Am 26. August legten die Australier die Zahlen für das erste Halbjahr vor. Der Umsatz kletterte um 74 % auf 125,8 Mio. AUD, die wiederkehrenden Erlöse um 229 % auf 11,5 Mio. AUD. Doch das Wachstum hat die Kosten nach oben getrieben. Beim bereinigten EBITDA steht ein Verlust von 12,4 Mio. AUD, zum Vergleich gab es im Vorjahreszeitraum noch 8,0 Mio. AUD Gewinn. Unter dem Strich blieb ein Fehlbetrag von 32,2 Mio. AUD, darin enthalten 15 Mio. AUD Sondereffekte. Eine neue Produktionshalle, ein ERP-System und zusätzliches Personal kosten eben Geld.

    Löcher stopfen muss man vorerst nicht. In der Kasse liegen Stand 30. Juni 180 Mio. AUD an Cash und Termineinlagen. Schulden hat das Unternehmen keine. Zum 21. August waren für 2026 bereits 240 Mio. AUD an Umsatz fest zugesagt, zum Vergleich waren es ein Jahr zuvor 176 Mio. AUD. Die Jahresprognose von 250 bis 270 Mio. AUD steht. Gelingt der Serienanlauf des neuen Aufklärungsgeräts RfRecon bis zum Jahresende, dürfte der Softwareanteil am Geschäft weiterwachsen. Die Bruttomarge blieb allerdings unter dem eigenen Ziel von 65 %, und die Börsenaufsicht ASIC prüft noch immer die Meldungen aus dem November 2025.

    Volatus Aerospace – Drohnenabwehr und vieles mehr

    Mit SKYDRA hat Volatus Aerospace seine erste SaaS-Plattform am Markt, mit der Streitkräfte, Behörden und Betreiber kritischer Infrastruktur den Umgang mit feindlichen Drohnen planen, simulieren und üben können. Branchenberichte taxieren diesen Markt bis 2030 auf über 20 Mrd. USD. Doch wer nur die Drohnenabwehr sieht, übersieht den Rest. Am 3. September wurde Volatus als qualifizierter Anbieter im Marktplatz der Defence Drone Initiative ausgewählt, am 8. September folgte die Qualifikation in allen fünf Arbeitssträngen. Damit darf man sich auf deutlich mehr bewerben als auf Counter-Drohnen.

    Wie schnell aus so einer Qualifikation ein Auftrag wird, zeigte der 10. September. Die kanadische Regierung vergab einen Fünfjahresvertrag über taktische ISR-Drohnen an das Unternehmen. Die erste Beschaffung umfasst 100 Systeme, Kanada kann nach eigenem Ermessen bis zu 4.900 weitere abrufen, womit ein Pfad für 5.000 Systeme entsteht. Der Rahmen der Regierung sieht maximal 5.000 CAD je System und bis zu 25 Mio. CAD vor. Zum Paket gehören Fluggeräte, Nutzlasten, Bodenkontrollstationen, Training und Ersatzteile. Geliefert wird ab dem vierten Quartal 2026, gefertigt in Mirabel.

    Neben der Verteidigung sind die Kanadier schon lange im kommerziellen Bereich tätig. Mit Singular Aircraft holt man den autonomen Schwerlastflieger FlyOx 1 ins Land, der bei 4.000 kg Startgewicht 1.560 Liter Wasser oder Löschmittel trägt und von unvorbereiteten Pisten starten kann. Außerdem verfügt er über amphibische Fähigkeiten. Kraus Hamdani Aerospace steuert den elektrischen Langstreckenflieger K1000ULE mit mehr als 6.000 Flugstunden bei. Dazu kam im Juli das Akzeptanzschreiben von Transport Canada für das Canary System. Im 2. Quartal kletterte der Umsatz auf 8.418.830 CAD, ein Plus von 49,5 % gegenüber dem 1. Quartal. Das Unternehmen ist mit seinem Plattformkonzept gut aufgestellt und hat die Geschäftsbereiche in den letzten Monaten noch einmal deutlich erweitert.

    Kratos Defense – Drohnenabwehr und volle Auftragsbücher

    Drohnen sind billig geworden, ihre Abwehr ist es nicht. Kratos Defense & Security Solutions hat dafür zuletzt einen Auftrag mit einem Anfangswert von rund 160 Mio. USD erhalten, es geht um ein Programm zur Drohnenabwehr mit gerichteter Energie. Solche Systeme spüren feindliche Drohnen auf und schalten sie mit starken Lasern aus. Die Politik macht dem Thema zusätzlich Beine. Für das Haushaltsjahr 2027 sind in den USA 74 Mrd. USD für Drohnen eingeplant, und die Mittel für Drohnen und Drohnenabwehr sollen gegenüber 2026 verdreifacht werden.

    Am 4. August hat man die Zahlen zum 2. Quartal vorgelegt. Der Umsatz stieg auf 458,8 Mio. USD. Im Vorjahr waren es lediglich 351,5 Mio. USD. Das bereinigte EBITDA kam auf 38,2 Mio. USD, nach 28,3 Mio. USD. Deutlicher fällt der Sprung beim Auftragseingang aus, der von 257,0 Mio. USD auf 492,2 Mio. USD zulegte. Der Auftragsbestand liegt bei 2,08 Mrd. USD, davon sind 1,57 Mrd. USD durchfinanziert. Die Jahresprognose hob das Management auf 1,75 bis 1,81 Mrd. USD an. Die Bücher sind voll.

    Doch das Geschäft der Kalifornier besteht aus mehr als Drohnen. Am 6. August kam ein Auftrag der US Army für einen neuen Suchkopf der Panzerabwehrwaffe Javelin, am 17. August folgte zusammen mit GE Aerospace ein Entwicklungsauftrag der Luftwaffe für ein alternatives Triebwerk des Marschflugkörpers JASSM. Im Hyperschall-Geschäft sollen aus rund 200 Mio. USD aus dem Jahr 2025 in diesem Jahr 400 Mio. USD werden. Der Ausbau kostet Geld, der freie Cashflow war zuletzt negativ. Gelingt der Hochlauf der neuen Werke, könnte das den Margen auf die Sprünge helfen.


    Der Schutz des Luftraums ist binnen weniger Monate zum Milliardengeschäft geworden. DroneShield meldet Rekordumsatz und 240 Mio. AUD fest zugesagte Aufträge, schreibt beim bereinigten EBITDA aber rote Zahlen. Volatus Aerospace hat sich mit dem Fünfjahresvertrag der kanadischen Regierung einen Pfad für bis zu 5.000 ISR Drohnen gesichert. Kratos Defense sitzt auf einem Auftragsbestand von 2,08 Mrd. USD, zahlt den Ausbau der Werke aber mit negativem freiem Cashflow. Gelingt allen dreien der Hochlauf, spielt die neue Sicherheitslage ihnen in die Karten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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