11.09.2026 | 04:50
Es ist real! Die Drohnen-Bedrohung nimmt zu! Volatus Aerospace, Rheinmetall und Deutz im Fokus
Die geopolitischen Verwerfungen ordnen den Verteidigungssektor neu. Was lange wie ein Szenario aus einem Film wirkte, ist längst Realität. Immer häufiger werden Drohnen über kritischer Infrastruktur, Flughäfen und militärischen Einrichtungen gesichtet. Das verdeutlicht die Bedeutung leistungsfähiger Drohnenabwehrsysteme. Volatus Aerospace ist eines der hochspezialisierten Defence-Tech-Unternehmen, die ein komplettes Ökosystem in der Schlüsselbranche anbieten. Der jüngste Großauftrag der kanadischen Regierung untermauert eindrucksvoll die Geschäftspotenziale. Zeitgleich sitzen etablierte Branchenriesen wie Rheinmetall auf Rekord-Auftragsbüchern, doch die Kurse korrigieren weiter. Die entscheidende Frage ist zunehmend, aus welchen Bereichen das Wachstum stammt und wie sich Margen entwickeln. Über einen strategischen Zukauf setzt der Traditions-Motorenbauer Deutz nun auch auf den Verteidigungssektor. Der Börse gefällt das. Welche Aktie hebt als Nächstes ab?
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , DEUTZ AG O.N. | DE0006305006
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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Volatus Aerospace – Regierungsauftrag beflügelt
Ursprünglich im Bereich ziviler Drohnendienstleistungen für die Inspektion kritischer Infrastruktur verwurzelt, fokussieren sich die Kanadier heute auf den zivil-militärischen Dual-Use-Markt. Volatus agiert dabei nicht als reiner Hardware-Hersteller, sondern als integrierter Systemanbieter. Mit liquiden Mitteln von rund 59 Mio. CAD verfügt die Gesellschaft über ausreichende Mittel, um die Expansion zu forcieren.
Das Portfolio umfasst Unmanned Aerial Systems (UAS), Sensorik, KI-gestützte Software zur Echtzeit-Datenverarbeitung sowie Schulung und Wartung. Zusätzlich differenziert sich die Gesellschaft durch die Fähigkeit, BVLOS-Operationen (Beyond Visual Line of Sight), also Drohneneinsätze weit außerhalb der Sichtweite des Anwenders, durchzuführen.
Neben der Entwicklung und Produktion eigener Drohnensysteme setzt Volatus Aerospace zunehmend auf die intelligente Vernetzung der gewonnenen Daten. Eine zentrale Rolle spielt dabei die SaaS-Plattform SKYDRA, die Informationen aus unterschiedlichen Sensoren und Radarsystemen in einer gemeinsamen Anwendung zusammenführt. Dadurch entsteht ein detailliertes und möglichst in Echtzeit verfügbares Lagebild des Luftraums.
Zudem baut Volatus am Standort Mirabel in Québec eine eigene Fertigungsinfrastruktur auf. Der Produktionskomplex sichert Kanada und den NATO-Partnern den Zugriff auf eine souveräne, westliche Drohnen-Plattform. Das Werk in Mirabel ist theoretisch auf eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 250 Mio. CAD ausgelegt. Durch die Qualifizierung für den Status im Rahmen der nordamerikanischen Defence Drone Initiative (DDI) sowie behördliche BVLOS-Freigaben verfügt Volatus über das rechtliche und strategische Fundament für Großaufträge der öffentlichen Hand.
Diese strategische Aufstellung trägt zunehmend Früchte. Aktuell meldete Volatus einen fünfjährigen Auftrag der kanadischen Regierung zur Lieferung taktischer ISR-Drohnensysteme. Die erste Bestellung umfasst 100 Systeme. Darüber hinaus bestehen Optionen, die Order auf insgesamt 5.000 Drohnen zu erhöhen, was einem Beschaffungsrahmen von bis zu 25 Mio. CAD entspricht. Laut Unternehmen gehören zum Auftrag neben den Fluggeräten auch Sensorik, Bodenstationen, Datenverbindungen, Training, Ersatzteile sowie Software- und Wartungsleistungen. Die Auslieferung der ersten Systeme soll im vierten Quartal 2026 beginnen.
Rheinmetall – Aktienkurs weiterhin unter Druck trotz 60 % Upside?
Rheinmetall ist der unangefochtene Platzhirsch im europäischen Verteidigungssektor. Als integriertes Rüstungshaus deckt der DAX-Konzern nahezu das gesamte Spektrum konventioneller Landstreitkräfte ab. Um das enorme Nachfragevolumen der NATO-Staaten zu bedienen, baut Rheinmetall seine Produktionskapazitäten in Europa und Nordamerika in Rekordzeit aus. Die Auftragsbücher befinden sich mit rund 80 Mrd. EUR auf einem Rekordniveau. Zudem schließt der Konzern gezielt technologische Lücken durch Partnerschaften und Übernahmen.
Dennoch steht die Aktie seit geraumer Zeit unter Druck. Ein dauerhaftes Abtauchen unter die 1.000-EUR-Marke steht offensichtlich an. Die Erfolgsstory hat durch den Wegfall des F126-Programms bereits Kratzer erhalten. Kürzlich kappte der Konzern seine Umsatzprognose auf 13,7 bis 14,2 Mrd. EUR, bestätigte jedoch das Margenziel von rund 19 %. Wie sich zeigte, belasteten hohe Vorräte und Vorabinvestitionen den operativen Cashflow im ersten Halbjahr. Es wurde ein negativer Wert von 1,6 Mio. EUR markiert.
Analysten werden zunehmend skeptischer. J.P. Morgan setzte Rheinmetall zuletzt auf „Negative Catalyst Watch“ und weist damit auf mögliche kurzfristige Belastungen hin, die die Aktie unter Druck setzen könnten. Die US-Bank erwartet, dass sich der Umsatzmix zunehmend in Richtung neuer Geschäftsfelder wie Raketen, Drohnen und digitale Systeme verschiebt und damit zulasten des margenstarken Kerngeschäfts mit Munition und bemannten Landfahrzeugen geht. Der veränderte Produktmix sowie der hohe Anteil an Gemeinschaftsunternehmen im Neugeschäft könnten daher nach Meinung der Experten trotz steigender Umsätze den Konzerngewinn belasten. Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten signalisiert jedoch mit gut 1.600 EUR deutliches Aufwärtspotenzial.
Deutz - Renaissance als Defence-Enabler
Der lange Zeit als zyklischer Hersteller von Dieselmotoren für Baumaschinen, Landwirtschaft und Material Handling wahrgenommene Traditionskonzern nutzt den aktuellen Rüstungsboom gezielt zur Neuausrichtung. Als entscheidender Gamechanger erweist sich dabei die Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG). Mit diesem strategischen Meilenstein entwickelt sich Deutz von einem reinen Komponentenfertiger für Motoren und Aggregate zu einem integrierten Systemanbieter für geschützte Rad- und Kettenfahrzeuge sowie deren Instandsetzung.
Die Börse feiert diesen Schritt und hat die Aktie auf ein neues Jahreshoch bei rund 13 EUR gehievt. Deutz hatte zuletzt ein beschleunigtes Wachstum und einen höheren Auftragseingang gemeldet. Laut Management könnte die milliardenschwere FFG-Übernahme dazu führen, dass Deutz seine für 2030 gesetzten Ziele deutlich früher erreicht. Warburg Research attestiert Deutz erhebliches Potenzial und hebt das Kursziel von 13,20 auf 19 EUR an. Analyst Stefan Augustin sieht durch die Verbindung von Wehrtechnik und klassischem Motorengeschäft erhebliche Synergiechancen.
Fazit
Es bleibt spannend. Bei Volatus verdeutlicht der jüngste Auftrag der kanadischen Regierung die Potenziale der Gesellschaft. Zudem haben die Kanadier durch ihr Ökosystem viele Eisen im Feuer. Deutz wird gerade neu entdeckt und hat laut Analysten weiteres Potenzial. Rheinmetall wird zunehmend kritisch von Analysten beäugt. Ein nüchterner Blick auf das durchschnittliche Kursziel der Experten offenbart jedoch ein Upside von über 60 %.
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