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18.09.2026 | 04:25

Energiemarkt im Wandel. Blick auf die Aktien von Enel , A.H.T. Syngas Technology und 2G Energy!

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Bildquelle: Gemini

Im Energiesektor ist die Hölle los. Und das gilt nicht nur an den Börsen. Die Preise für Treibstoffe im Autoverkehr wie in der Luftfahrt sind infolge der US-Angriffe auf den Iran massiv gestiegen. Aus Berlin meldete eine erste Tankstelle bereits Dieselpreise von 3 EUR je Liter. Für Spediteure, Pendler, aber auch Notenbanker ist dies ein Horrorszenario, befeuert es doch die Inflation. Die EZB hat bereits reagiert und die Zinsen vergangene Woche angehoben. Die Federal Reserve zog nun einstimmig im Gremium nach und erhöhte ebenfalls den Leitzins; und das trotz Forderungen aus dem Weißen Haus, den Leitzins auf 1 % zu senken. Die Aktienmärkte haben diese Entwicklung bisher vernünftig verdaut. Dennoch sollten Anleger insbesondere beim Thema Energie auch an Alternativen denken. Mit Enel, A.H.T. Syngas Technology und 2G Energy nehmen wir heute drei sehr unterschiedliche Werte in den Fokus: Von groß zu klein!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: 2G ENERGY AG | DE000A0HL8N9 , ENEL S.P.A. EO 1 | IT0003128367 , A.H.T. SYNGAS TECH. EO 1 | NL0010872388

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Inhaltsverzeichnis:


    2G Energy: Hier drohen weitere Aufträge!

    In deutschen Nebenwerte-Kreisen wird 2G Energy dieses Jahr als einer der KI-Profiteure schlechthin gehandelt. Der Anlagenbauer aus dem Münsterland ist aber inzwischen kein ganz kleiner Fisch mehr auf dem Kurszettel. Der Börsenwert liegt nun knapp über der Marke von 1 Mrd. EUR. Damit dürften nun auch größere Fonds einen Blick auf die Aktie von 2G Energy werfen.
    Dabei ist das Geschäftsmodell nahezu perfekt in diesen Zeiten. Das Unternehmen bietet Systeme zur dezentralen Strom- und Wärmeversorgung an. Und die sind derzeit gefragt, vor allem in den USA. Über die dortige Tochtergesellschaft konnte 2G Energy bereits Aufträge aus dem KI-Sektor melden – im dreistelligen Millionenbereich. Denn dort ist vor allem der Zugang zu Energie ein Engpassfaktor, der mit dezentralen Lösungen umschifft werden kann.
    Dass weitere Aufträge aus dem KI-Sektor folgen könnten, hat CFO Friedrich Pehle zumindest indirekt angedeutet. Auf der mwb Future of Energy-Konferenz sagte der Finanzvorstand auf eben diese Frage, dass man im zweiten Halbjahr einen mindestens gleichhohen Auftragseingang haben werde. Mehr Details gab es nicht mit dem Verweis auf die Halbjahreszahlen, die Ende dieses Monats veröffentlicht werden.
    Die Aktie von 2G Energy konsolidiert derzeit unter der Marke von 60 EUR und nimmt quasi Anlauf, um aus dieser Phase nach oben auszubrechen. Da das Unternehmen bekannt für seine eher konservative Kommunikation hinsichtlich der Unternehmensentwicklung ist, sollte man die Aussagen des Finanzvorstands nicht unterschätzen. Bringt das Unternehmen in den kommenden Wochen weitere Aufträge aus dem KI-Sektor, sollte die Aktie ausbrechen und das Jahreshoch (gleichzeitig Allzeithoch) attackieren!

    A.H.T. Syngas Technology: Schwarze Null in Sicht!

    In den Sphären von 2G Energy bewegt sich die Aktie von A.H.T. Syngas Technology zumindest bewertungstechnisch noch nicht. Die Marktkapitalisierung der Gesellschaft mit dem Fokus auf dezentrale Biomassekraftwerke beträgt aktuell gerade einmal 7,2 Mio. EUR. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.
    Der Nebenwert will in den kommenden Jahren auf jeden Fall stark wachsen. Im Fokus steht dabei das patentierte Doppelfeuerverfahren. Damit können Abfälle wie Holzreste, Gärreste, Klärschlamm oder andere biologische Stoffe thermochemisch in ein besonders reines Synthesegas umgewandelt werden. Der große Pluspunkt dieser Technologie: Die Anlagen sorgen vor Ort für Strom, Wärme oder Gas und sind damit ideal auch für kleinere Standorte von Mittelständlern, lokalen Energieversorgern oder Kommunen. Ganz nebenbei können in diesem Prozess auch Reststoffe genutzt und so Kosten für teuer zugekauftes Gas eingespart werden.
    Neben dem Bau der Anlagen für Dritte schielt A.H.T. Syngas zudem auf wiederkehrende Einnahmen. In der Zukunft will man mehr Anlagen selbst betreiben und so gleichmäßigere Cashflows erzielen. Dies ist auch mit Partnern möglich. Daneben gehört der Verkauf von Emissionszertifikaten zum Fokus des Unternehmens.
    Finanziell soll zudem dieses Jahr der Sprung zur schwarzen Null gelingen, zumindest auf der Ebene des EBITDA. Umsatzseitig sollen über 9 Mio. EUR drin sein, was einer Vervielfachung gegenüber dem Vorjahr entspräche. Aktuell bietet sich möglicherweise eine gute Einstiegschance für Nebenwerte-Fans. Denn die Aktie hat sich seit dem Jahreshoch im Februar nahezu halbiert. Die Gegenbewegung scheint nun anzulaufen. Die Analysten sehen deutliches Potenzial bei dem Wert. So gab Cosmin Filker von GBC Research ein Kursziel von 8,50 EUR für die Aktie aus. Aktuell notiert das Papier bei lediglich 2,80 EUR.

    Enel: Auch in Italien will man wachsen!

    Mit Enel ist auf dem Stiefel ein Großkonzern im Sektor der erneuerbaren Energien entstanden. Mit der Geschäftseinheit Enel Green Power zählt das Unternehmen inzwischen zu den größten Entwicklern und Betreibern grüner Energieinfrastruktur auf dem Globus. Einen echten Fokus gibt es nicht, es wird breit gestreut in Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft und Batteriespeicher investiert. Die Finanzierung speist sich dabei aus dem Stammgeschäft des Unternehmens. Millionen von Abnehmern in Haushalten und der Industrie sichern dem Konzern hohe und vor allem stabile Cashflows.
    Mit dieser Finanzpower im Rücken ist auch Enel im ersten Halbjahr gewachsen. Die Italiener erhöhten den Umsatz auf rund 43 Mrd. EUR, auf EBITDA-Ebene hielt man das Level des Vorjahres. Stabilität brachten vor allem die Kernmärkte Italien und Spanien. Beim Gewinn je Aktie konnte Enel die Analystenerwartungen übertreffen.
    In diesen Zeiten profitiert Enel von massiven Investitionsprogrammen in die Energieinfrastruktur. Der Bedarf ist groß und wächst kontinuierlich. Im Segment der erneuerbaren Energien fokussiert man sich zudem gezielt auf renditestarke Projekte. Hierfür ist man auch bereit, Assets abzugeben, wie zuletzt in Südamerika. Das Management will die Gewinne bis 2028 um 6 % per annum steigern.
    Dieses Jahr hat Enel bereits eine Dividende von 0,49 EUR je Aktie ausgeschüttet. Bezahlt wird traditionell in zwei Tranchen (Januar und Juli). Das Unternehmen will bis zu 70 % seines ordentlichen Konzernergebnisses an die Anteilseigner weiterreichen. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei mehr als 5 %.


    Fazit: Mit Enel setzen Anleger auf Dividenden und solides Wachstum im Energiesektor. 2G Energy ist dagegen einer der Highflyer im deutschen Nebenwertsektor und könnte mit weiteren Aufträgen punkten. A.H.T. Syngas Technology begibt sich stramm auf Wachstumskurs und will vor allem stetige Cashflows liefern.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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