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04.09.2026 | 05:10

Bloom Energy, A.H.T. Syngas, Veolia – Aus Abfall entsteht ein Milliardenmarkt

  • Energie
Bildquelle: Pixabay

Müll und industrielle Reststoffe entwickeln sich vom Kostenfaktor zum Rohstoff. Steigende Energiepreise, Dekarbonisierung und der enorme Strombedarf neuer Rechenzentren erhöhen den wirtschaftlichen Wert von Technologien, die bislang ungenutzte Materialien in Energie verwandeln. Gleichzeitig wächst der Druck auf Industrie und Kommunen, Abfälle nicht nur zu entsorgen, sondern wiederzuverwerten. Daraus entsteht ein Milliardenmarkt zwischen Kreislaufwirtschaft und Energieversorgung.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BLOOM ENERGY A DL-_0001 | US0937121079 , A.H.T. SYNGAS TECH. EO 1 | NL0010872388 , VEOLIA ENVIRONNE. EO 5 | FR0000124141

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Inhaltsverzeichnis:


    Veolia – Expansion in Saudi-Arabien

    Eine zentrale Rolle in diesem Markt nimmt Veolia ein, welcher vor allem für den Abtransport von Müll oder die Aufbereitung von Wasser bekannt ist. Der französische Konzern veröffentlichte seine Halbjahreszahlen, wobei der Umsatz um 0,7 % auf 22,2 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahreszeitraum anstieg. Die positive Entwicklung basiert hauptsächlich auf angepassten Preisen und einem gut laufenden Wassersektor.

    Das operative Ergebnis legte um 5,5 % auf einen Wert von 3,6 Mrd. EUR zu. Der unbereinigte Nettogewinn stieg um fast 4 % auf 682 Mio. EUR, während das bereinigte Nettoergebnis um 10,4 % auf 837 Mio. EUR wuchs. Das Unternehmen blickt daher positiv auf den weiteren Jahresverlauf und behält seine bisherigen Erwartungen bei. Zukünftig möchte sich das Unternehmen mehr auf den lukrativen Bereich der Entsorgung von Sondermüll fokussieren.

    Darüber hinaus baut der Konzern sein operatives Geschäft im Nahen Osten weiter aus. In Saudi-Arabien wurden drei neue Abkommen mit lokalen Unternehmen geschlossen, welche die staatliche Initiative zur Modernisierung des Landes unterstützen sollen. Im Zentrum stehen der Umweltschutz, die Einsparung von Ressourcen sowie die Senkung von Treibhausgasen. Mit dem Partner Acwa Power ist eine Zusammenarbeit bei der Entsalzung von Meerwasser geplant. Durch einen effizienteren Energieeinsatz und optimierte Prozesse sollen jährlich 500.000 t Kohlendioxid vermieden werden.

    Ein weiteres Projekt mit dem Bergbauunternehmen Ma'aden zielt darauf ab, industrielle Abwässer besser aufzubereiten und wiederzuverwenden. Das Ziel ist dabei der Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Die dritte Vereinbarung betrifft das Unternehmen Khazeen, welches im Bereich der Lagerung von Flüssiggas tätig ist. Hier wird Veolia bei der Verringerung von Emissionen sowie der Behandlung von Abwasser und Sondermüll helfen. Das Unternehmen ist bereits seit über einem halben Jahrhundert in Saudi-Arabien aktiv und möchte durch die neuen Projekte auch die Ausbildung regionaler Fachkräfte fördern.

    A.H.T. Syngas – Turnaround im Gange

    A.H.T. Syngas Technology steht vor einem möglichen Wendepunkt. Das Cleantech-Unternehmen verwandelt Biomasse und geeignete Reststoffe durch thermochemische Vergasung in Synthesegas, das direkt für Strom und Wärme genutzt oder zu Wasserstoff weiterverarbeitet werden kann. Damit will A.H.T. gleich mehreren Problemen wie steigenden Energiekosten, Dekarbonisierung und der dezentralen Versorgung von Industrieunternehmen entgegenwirken.

    Der kurzfristig größte Hebel liegt in Polen. Gemeinsam mit dem Projektentwickler INNOTEC ENERGY arbeitet A.H.T. an einer Pipeline von 17 Projekten. Bereits 2026 stellt das Unternehmen daraus ein realisierbares Auftragsvolumen von mindestens 10 Mio. EUR in Aussicht. Für eine Gesellschaft mit einem Börsenwert von knapp 6 Mio. EUR könnte schon die Umsetzung eines Teils dieser Pipeline die Größenordnung des Geschäfts deutlich verändern.

    Enormes Potenzial besitzt der geplante Umbau des Geschäftsmodells. Bislang lebt A.H.T. überwiegend vom Verkauf seiner Anlagen. Künftig sollen ausgewählte Projekte gemeinsam mit Partnern selbst betrieben und Energie über langfristige Contracting-Verträge verkauft werden. Statt schwankender Einmalumsätze könnten so wiederkehrende Erlöse und höhere Margen entstehen. Für entsprechende Projekte nennt das Unternehmen ein Investitionsvolumen von rund 54 Mio. EUR und erwartete Margen zwischen 13 und 19 %.

    Eine zweite Wachstumssäule könnte Wasserstoff werden. Gemeinsam mit Bionon und Bioenergy Concept verfügt A.H.T. über ein Patent zur Wasserstoffgewinnung aus fester Biomasse. Die technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geplanter Projekte wurden laut Unternehmen von EY-Parthenon und TÜV Süd untersucht. Die marktgerechte Produktion ist für 2028 vorgesehen.

    Gelingt die Umsetzung, könnte sich A.H.T. vom kleinen Anlagenbauer schrittweise zum dezentralen Energieanbieter entwickeln. GBC Research sieht den fairen Wert der Aktie bei 8,50 EUR, aktuell notiert die Aktie bei 2,20 EUR. Entscheidend werden nun neue Aufträge, die Umsetzung der polnischen Pipeline und der Einstieg in wiederkehrende Energieerlöse.

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    Bloom Energy – Strategische Kooperation

    Strategische Kooperationen im Energiesektor, vor allem diese, welche über die eigene Landesgrenze hinausreichen, gewinnen in den aktuellen Zeiten deutlich an Relevanz.
    Bloom Energy schloss nun ein weitreichendes Joint Venture mit dem japanischen Industriekonzern Hitachi ab. Das Hauptziel dieser Vereinbarung ist es, lokale und vom öffentlichen Stromnetz unabhängige Energieversorgungssysteme auf dem japanischen Markt zu etablieren. Ein Treiber für dieses Vorhaben ist der stark ansteigende Energiebedarf von Rechenzentren. Da diese Einrichtungen oft durch die Kapazitätsgrenzen der regionalen Stromnetze beeinträchtigt werden, bieten dezentrale Anlagen einen Ausweg.

    Im Rahmen der Zusammenarbeit wird die Brennstoffzellentechnologie von Bloom Energy direkt mit der industriellen Steuerungs- und Betriebstechnik von Hitachi verbunden. Durch diese technische Abstimmung können Kunden die Systeme unkompliziert an ihre bestehende Gebäudeinfrastruktur anschließen. Ein Aspekt der gemeinsamen Anlagen ist ihre Nutzbarkeit als redundantes Stromsystem. Bei Ausfällen des regulären Netzes übernehmen sie die Versorgung und sichern so den unterbrechungsfreien Betrieb von Servern und Produktionsstätten. Damit reagieren beide Partner auf den wachsenden Bedarf an einer verlässlichen Energieversorgung in kritischen und stromintensiven Sektoren.

    Analysten der Bernstein SocGen Group haben in der aktuellen Studie ihre bisherige neutrale Einschätzung bestätigt und den Zielwert bei 282 USD belassen. Das Wertpapier hat in den vergangenen Monaten deutlich an Wert gewonnen. Viele Anleger gehen davon aus, dass Bloom Energy durch den Ausbau von Serverfarmen zahlreiche neue Aufträge generieren wird, da große Stromverbraucher zunehmend auf netzunabhängige Alternativen ausweichen müssen. Die veröffentlichten Finanzdaten des zweiten Quartals 2026 stützen diese Annahme. Einnahmen in Höhe von 1,07 Mrd. USD sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis von 253 Mio. USD übertrafen die Prognosen. Aufgrund möglicher künftiger Nachfrageschwankungen wird dennoch zur Vorsicht geraten.


    Der wachsende Energiebedarf und der Druck zur Dekarbonisierung machen dezentrale Lösungen und Kreislaufwirtschaft zunehmend attraktiv. Bloom Energy könnte mit Hitachi vom Ausbau der Rechenzentren und dem Bedarf an netzunabhängiger Stromversorgung profitieren. Gelingt A.H.T. Syngas die Umsetzung der polnischen Projektpipeline und der Aufbau des Contracting-Geschäfts, könnte sich das Unternehmen grundlegend verändern. Veolia wiederum verbindet finanzielle Stärke mit internationaler Expansion und erschließt in Saudi-Arabien zusätzliche Chancen bei Wasser, Sondermüll und Kreislaufwirtschaft.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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