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07.08.2026 | 05:10

Siemens Energy, RE Royalties, American Electric Power – Der Stromboom hat gerade erst begonnen

  • Energie
Bildquelle: Chat GPT

Der Energieboom gewinnt weiter an Dynamik. KI-Rechenzentren, Elektrifizierung und der weltweite Netzausbau treiben den Strombedarf auf Rekordniveau und zwingen Unternehmen zu milliardenschweren Investitionen. Während ein Technologiekonzern mit starken Quartalszahlen Kurs auf neue Höchststände nimmt, baut ein US-Versorger seine Infrastruktur im Rekordtempo aus. Gleichzeitig eröffnet ein kaum bekanntes Finanzierungsmodell die Chance auf langfristige Cashflows im boomenden Markt für erneuerbare Energien.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: AMER. EL. PWR DL 6_50 | US0255371017 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Angriff auf das Allzeithoch

    Die veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal wurden von der Investorenseite positiv aufgenommen. Dadurch hellt sich auch das Chartbild deutlich auf. Nach einem kurzen Rücksetzer in der vergangenen Woche bis in den Bereich bei 133 EUR konnte die Siemens Energy-Aktie den horizontalen Unterstützungsbereich erfolgreich testen und drehte anschließend Richtung Norden. Der nächste Widerstandsbereich auf dem Weg zu einem neuen Allzeithoch liegt bei 159,46 EUR. Kaufsignale lieferten sowohl der MACD als auch der Relative Stärke Index RSI.

    Die Münchner konnten im vergangenen Quartal aufgrund des weiter wachsenden Energiehungers vollends überzeugen. Zwischen April und Juni konnte ein Auftragseingang in Höhe von 17,9 Mrd. EUR verbucht werden, was über den Schätzungen des Marktes lag.
    Die Einnahmen stiegen im selben Zeitraum auf 11,4 Mrd. EUR, was einem Wachstum von 18,5 % entspricht. Auch das Unternehmensergebnis verbesserte sich deutlich und erreichte nach Abzug von Sondereffekten 1,6 Mrd. EUR. Die bereinigte Gewinnmarge lag bei 14,2 %. Aufgrund dieser Zahlen hält die Konzernleitung an ihren Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest und rechnet weiterhin mit einem Jahresgewinn nach Steuern von rund 4 Mrd. EUR.

    Ein wesentlicher Faktor für das Gesamtergebnis war die Entwicklung der Windkraftsparte. Die Tochtergesellschaft Gamesa, die in den vergangenen Zeiträumen Verluste geschrieben hatte, arbeitete in diesem Quartal wieder profitabel. So konnte seit dem Jahr 2022 erstmals ein Überschuss erwirtschaftet werden.

    Der operative Gewinn des Geschäftsbereichs lag bei 75 Mio. EUR. Im gleichen Vorjahreszeitraum musste das Unternehmen hier noch einen Fehlbetrag von 438 Mio. EUR hinnehmen. Diese finanzielle Wende um mehr als 500 Mio. EUR ist vor allem auf interne Optimierungen zurückzuführen. So wurden die Prozesse produktiver gestaltet und gleichzeitig die Kosteneffizienz erhöht.

    RE Royalties – Partnerschaft könnte Projektvolumen auf 67,5 Mio. USD schieben

    RE Royalties treibt sein Wachstum konsequent voran. Das kanadische Unternehmen investiert eine dritte Tranche von 1 Mio. USD in das Solarportfolio von Solaris Energy und erhöht sein Gesamtengagement damit auf 4,8 Mio. USD. Gleichzeitig unterzeichneten beide Unternehmen eine unverbindliche Absichtserklärung, die den Ausbau der Zusammenarbeit auf ein Royalty-Finanzierungsvolumen von bis zu 67,5 Mio. USD vorsieht.

    Neben den bereits finanzierten Projekten umfasst die Pipeline weitere 96 Solarprojekte mit einer Gesamtleistung von rund 190 Megawatt Gleichstrom (MWDC) in den USA. Jede neue Finanzierung sichert RE Royalties langfristige, umsatzabhängige Lizenzzahlungen über zunächst 25 Jahre und darüber hinaus für die gesamte Betriebsdauer der Anlagen.

    Die aktuelle Meldung unterstreicht das Potenzial eines Geschäftsmodells, das in der Energiewirtschaft bislang kaum verbreitet ist. RE Royalties überträgt das aus dem Bergbausektor bekannte Royalty-Prinzip auf erneuerbare Energien. Statt selbst Solar- oder Windparks zu errichten, stellt das Unternehmen Projektentwicklern Kapital zur Verfügung und erhält im Gegenzug einen Anteil an den künftigen Umsätzen. Ergänzt wird dieses Modell durch besicherte Brückenfinanzierungen, deren Rückflüsse direkt in neue Projekte investiert werden können. Dadurch entstehen wiederkehrende Cashflows, ohne die hohen Investitions- und Betriebsrisiken eines klassischen Anlagenbetreibers.

    Das Marktumfeld spielt RE Royalties zusätzlich in die Karten. Der Strombedarf steigt weltweit durch KI-Rechenzentren, Elektrifizierung und den Ausbau der Energieinfrastruktur deutlich an. Allein in den USA entfielen 2025 rund 90 % der neu installierten Stromkapazität auf Solar-, Wind- und Speicherprojekte.

    Die Kennzahlen sprechen ebenfalls für das Unternehmen. Seit der Gründung flossen mehr als 83 Mio. CAD in 29 Transaktionen, aus denen ein Portfolio von 135 Projekten in den Bereichen Solar, Wind, Batteriespeicher, Wasserkraft, Biogas und Energieeffizienz entstand. Die durchschnittliche Rendite der Investments liegt bei rund 19 %.

    American Electric Power - starke Nachfrage beim Netzausbau

    Auch American Electric Power, einer der größten regulierten Energieversorger der USA, vermeldete Zahlen, die jedoch nicht vollends überzeugen konnten. Im zweiten Quartal 2026 lag der bereinigte operative Gewinn bei 742 Mio. USD beziehungsweise 1,36 USD je Aktie. Dieses Ergebnis liegt leicht unter dem Vorjahreswert von 766 Mio. USD. Der Gewinn ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von zuvor 1,23 Mrd. USD auf 713 Mio. USD zurück.

    Trotz des leichten Rückgangs im vergangenen Jahresviertel stuft das Management die generelle Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres als sehr positiv ein. Infolgedessen hat das Unternehmen seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert. Die Führungsebene geht nun von einem operativen Gewinn zwischen 6,25 und 6,55 USD pro Aktie aus, nachdem die vorherigen Schätzungen etwas niedriger angesetzt waren.

    Ein Schwerpunkt für AEP ist derzeit der hohe Bedarf an Strominfrastruktur. Diese Nachfrage wird durch den hohen Energiebedarf von großen Industrieanlagen und Betreibern von Rechenzentren verursacht. Das Unternehmen konnte die vertraglich gesicherte Netzauslastung deutlich erhöhen, sodass für die Zeit bis zum Jahr 2030 nun Abnahmevereinbarungen für insgesamt 69 Gigawatt vorliegen.

    Um diese Strommengen bereitstellen und verteilen zu können, setzt AEP einen Investitionsplan um. Das aktuelle Fünfjahresprogramm sieht Aufwendungen in Höhe von 72 Mrd. USD vor. Zusätzlich prüft der Konzern weitere Infrastrukturprojekte, die ein Volumen von 5 bis 8 Mrd. USD umfassen. Um die tatsächliche Stromproduktion abzusichern, hat AEP bereits Verträge über Gasturbinen mit einer Leistung von 13 Gigawatt abgeschlossen.

    Damit die hohen Kosten für die Netzanbindung von industriellen Großkunden nicht zu höheren Strompreisen für private Haushalte führen, arbeitet AEP eng mit den zuständigen Behörden zusammen. In mehreren US-Bundesstaaten wurden bereits spezielle Tarifstrukturen für Großabnehmer eingeführt, um diese direkter an den Kosten zu beteiligen. Zudem nutzt das Unternehmen staatliche Förderkredite. Die dadurch entstehenden Zinsersparnisse sollen direkt zur finanziellen Entlastung der Endverbraucher beitragen.


    Der weltweite Stromhunger wächst mit rasantem Tempo. Davon könnten Anleger in den kommenden Jahren enorm profitieren. Siemens Energy überzeugt mit starken Zahlen und greift das Allzeithoch an, American Electric Power investiert Milliarden in den Ausbau der Stromnetze und RE Royalties baut sein Portfolio langfristiger Cashflow-Projekte konsequent aus.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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