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04.03.2024 | 04:45

1.200 % mit Künstlicher Intelligenz, 100 % mit Bitcoin, jetzt kommt Gold! Barrick, Desert Gold, Aixtron und Super Micro

  • Gold und Silber
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Bildquelle: pixabay.com

Die Börse steigt und steigt – soviel verraten die immer neuen Höchststände der prominenten Indizes wie die NASDAQ 100 oder der DAX40. Wer genau hinschaut, erkennt aber einige Ungereimtheiten. Zum Beispiel erreichen derzeit nur 7 % aller gehandelter Titel neue Höchststände, über 60 % aller notierten Aktien fallen sogar. Kurz gesagt, die Welt-Liquidität aggregiert sich in nur wenigen Blockbuster-Titeln weltweit, der Rest wird links liegen gelassen. Solche Bubbles gab es schon im Jahr 1999, 2007 und 2015, gefolgt von einer 25 bis 50 % Korrektur. Wann es soweit ist weiß keiner, vermutlich dauert die Party aber noch etwas an. Gold und Silber tendieren seit 3 Jahren nun auf hohem Niveau seitwärts, in der letzten Woche gab es allerdings erste Lebenszeichen des gelben Metalls. Worauf sollten Anleger nun achten?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , AIXTRON SE NA O.N. | DE000A0WMPJ6 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , SUPER MICRO COMPUT.DL-_01 | US86800U1043

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Inhaltsverzeichnis:


    Gold versus Bitcoin – Zwei Seiten einer Medaille

    Das Jahr 2024 fängt so an, wie 2023 geendet hat. Gefragt sind Werte aus den Sektoren Hightech, Künstliche Intelligenz und zuletzt Kryptowährungen, nachdem der Bitcoin wieder die 60.000 USD-Marke geknackt hat. Lange im Abseits standen die Edelmetalle, sie konnten aber in der letzten Woche signifikante Lebenszeichen aussenden. Gold zog innerhalb von 24 Stunden von 2.018 auf 2.087 USD nach oben, damit ist das Top von Mai und Dezember 2023 wieder erreicht. Auch Silber schickt sich an, die so wichtige 23 USD-Marke hinter sich zu lassen. Während Kryptowährungen sich immer größerer Beliebtheit jüngerer Anleger erfreut, sehen vor allem ältere Investoren in den Edelmetallen einen Hort der Sicherheit. Immerhin konnte Gold seit den 90iger Jahren mit einer Rendite von 8 % per annum glänzen.

    Die schnelle Verdopplung des Bitcoins von 30.000 auf über 60.000 USD begründet sich wohl auf dem anstehenden Halving im April. Wie Edelmetalle müssen Kryptowährungen auch „geschürft“ werden, das erfordert sehr hohe Rechnerleistungen, viel Energie und eine Mining-Community, die das Geschäft aktiv betreibt. Das erfolgreiche Schürfen führt zu einer Belohnung, nämlich einer neuen Einheit in Bitcoin. Bei jedem technischen Halving wird diese Belohnung halbiert, was dazu führt, dass mit fortschreitender Zeit immer weniger Bitcoins in Umlauf gelangen. Das treibt den Preis immer höher und höher, ein Ende scheint nicht in Sicht. Überzeugte Edelmetall-Anleger haben derzeit auch gute Argumente: Durch die gestiegenen Arbeits-, Energie- und Materialkosten erhöht sich der durchschnittliche Unzen-Produktionspreis stetig und der Minenausstoß sinkt parallel. Auch das sollte mittelfristig zu steigenden Preisen von Gold, Silber und Platin führen.

    Barrick und Desert Gold – Nachbarn in Mali

    Gold kann derzeit wieder steigendes Interesse auf sich ziehen, da gerade geopolitische Konflikte und Pleiten im Immobiliensektor den Bedarf an Sicherheit permanent erhöhen. Ein anderer Kurstreiber ist die Inflation, also die stetige Absenkung der Kaufkraft. Sie vernichtet die Konsummöglichkeiten ganzer Bevölkerungsschichten und wirkt stark depressiv auf das Wirtschaftswachstum. Die Verschuldung der Industriestaaten fördert ebenso das Misstrauen in die FIAT-Währungen. Damit gibt es derzeit viel Zündstoff für Edelmetallinvestoren.

    Afrika ist seit mehreren 100 Jahren ein Edelmetall- und Rohstoffkontinent. Dort schlummern riesige Potenziale in wichtigen Metallen und Mineralien. Traditionell ist die Verbindung zu den westlichen Investoren ein Garant für Investitionen auf dem Kontinent. Der kanadische Explorer Desert Gold Ventures hat seit einigen Jahren die Senegal-Mali-Shear-Zone (SMSZ) im Fokus. Hier wurden bereits 1 Mio. Unzen Gold oberflächennah identifiziert. Aktuell bemüht sich das Unternehmen um leistungsstarke Investoren, die den nächsten großen Schritt finanzieren. CEO Jared Scharf und sein Managementteam sind zuversichtlich, potenzielle strategische Partner an Bord zu holen, um die Vormachbarkeitsstudie durchzuführen und die Heap Leach-Anlage zu finanzieren. Mit der Studie soll die Rentabilität eines Abbaus der Oxid- und Übergangsmineralressourcen in den Goldlagerstätten Barani East und Gourbassi West bestimmt werden.

    Wenn alles nach Plan verläuft, könnte die Produktion in der zweiten Jahreshälfte 2025 starten. Darüber hinaus erwägt das Unternehmen, das oberflächennahe Gold kommerziell in einem Joint Venture zu explorieren, was den Cashflow für zukünftige Bohrprogramme und Ressourcenerweiterungen deutlich steigern sollte. Desert konnte in seinen Landabschnitten bereits 24 Goldzonen identifizieren, das nun startende Bohrprogramm lässt noch einige unentdeckte Vererzungen erwarten. Ein Katalysator für den Erfolg von Desert Gold könnten auch die Explorations-Tätigkeiten der großen Bergbaugesellschaften in der Region sein. Sie suchen ihrerseits beständig nach Minenerweiterungen und können weitere Bohrungen aus dem Cashflow stemmen. Der Blick der Majors richtet sich derzeit auf mögliche Vererzungen in Richtung Süden. Dort befindet sich die Explorationszone Diba von Allied Gold. Sie grenzt direkt an die Grundstücke von Desert Gold und wies in den ersten Bodenproben Grade von 1,2 bis 5,6 Gramm Gold je Tonne aus. CEO Peter Marrone von Allied Gold sieht in Afrika eine große Konsolidierung kleinerer Goldgesellschaften. Beste Aussichten für Desert Gold.

    Aixtron und Super Micro – Das sagen die Analysten

    Einen größeren Spagat kann man in der letzten Handelswoche kaum finden. Während Aixtron mit einem zu schwachen Ausblick enttäuschte, kann Super Micro Computer die bereits hohen Erwartungen sogar noch toppen. Das Ergebnis: Aixtron verliert fast 30 % während Super Micro seiner 300 %-Rally in 2024 noch einen guten Schnaps draufsetzt.

    Analysten sehen die Aixtron-Ergebnisse gemischt, UBS stuft auf „Sell“ mit Kursziel 26,90 EUR während Jefferies sein „Buy“-Rating mit Kursziel 55 EUR bestätigt. Hier ist man der Meinung, dass die verhaltene Umsatzprognose von 630 bis 720 Mio. EUR des Spezialmaschinenbauers im laufenden Jahr durchaus angehoben werden könnte. Auf der Plattform Refinitiv Eikon erwartet man im Schnitt einen Kurs von 36,3 EUR für die nächsten 12 Monate, damit beträgt das KGV 2024e runde 21. Etwas hoch erscheint das Kurs-Umsatzverhältnis von 4. Super Micro wächst hingegen umsatzseitig mit über 30 % per annum, damit scheint ein KGV von 47 zwar teuer, dennoch blasen 10 von 13 Analysten zum Einstieg. Die Krux dabei: Die Kursziele von im Schnitt 685 USD sind längst um 50 % übertroffen. Nun wurde sogar eine S&P 500-Aufnahme nachgereicht, damit müssen auch Indexfonds die überhitzte Aktie weiter kaufen!

    DAX und Gold liegen in den letzten 12 Monaten fast gleichauf. Während Barrick noch den Weg nach oben sucht, hat Desert Gold bereits die Wende geschafft. Quelle: Refinitiv Eikon vom 02.03.2024

    Die Börse macht derzeit keine Gefangenen. Wer enttäuscht, fällt arg, wer überrascht, kann oft extrem zulegen. Das ist der moderne Algo-Handel, News werden in Millisekunden verarbeitet. Somit bleiben KI und Hightech weiter Dauerthema, aktuell gesellen sich Krypto sowie Gold und Silber hinzu. Eine gesunde Streuung über mehrere Sektoren bewahrt vor größeren Portfolioschwankungen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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