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25.06.2026 | 04:00

175 % mit KI, HighTech und Chips: Infineon, Aixtron und Broadcom und Strategic Resources auf dem Prüfstand!

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Bildquelle: Pixabay

Ein langer Aufwärtstrend und erste Brüche im technischen Bild. Dreistellige Renditen waren in den letzten Monaten fast bei jedem HighTech-Titel zu verdienen. Die vorprogrammierte Auftragsflut für Rechenzentren und HyperScaler traf ab März dann auch noch auf die Verknappungs-Debatte durch die Blockade der Straße von Hormus. Was für ein Nährboden für Ängste und Gier gleichzeitig? Letztlich gewannen die Optimisten und katapultierten die bekannten Titel aus dem Halbleiter und KI-Universum nach oben. Doch nun? Entspannung im Iran-Konflikt und ein abstürzender Ölpreis nehmen den Druck aus der Pipeline und schon ändern sich die Zukunfts-Szenarien wieder dramatisch. Mit sinkenden Energiepreisen wird Produzieren wieder günstiger und Lieferpreise geraten unter Druck. Genau diese Gemengelage müssen die Kapitalmärkte nun verdauen. Aus Zweifel über den Fortgang werden Gewinnmitnahmen und sinkende Kurse folgen, sie sorgen für Anschlussverkäufe. Der Stein der Korrektur kommt ins Rollen, schafft aber irgendwann auch gute Einstiege. Wir rechnen genauer nach!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , BROADCOM INC. DL-_001 | US11135F1012 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004 , AIXTRON SE NA O.N. | DE000A0WMPJ6

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Inhaltsverzeichnis:


    Infineon und Aixtron – Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

    Manchmal denkt man, die Börse produziert ihre eigenen Stories. Beim DAX-Wert Infineon hat man 5 Jahre warten müssen, bis die Märkte die besonders exponierte Stellung im Markt für stromeffiziente Lösungen erkannt hat. Und das nun genau zur richtigen Zeit. Denn die Münchner profitieren deutlich stärker als erwartet vom KI-Boom, da der Ausbau von Rechenzentren die Nachfrage nach Leistungshalbleitern massiv ankurbelt. Als technologisch führender Anbieter in diesem Segment entwickelt sich das Unternehmen zum indirekten Schlüsselplayer der KI-Infrastruktur. Die Aktie hat diese Dynamik gut ausgelebt und stieg von etwa 30 EUR innerhalb von nur 8 Monaten auf Niveaus von 97 EUR. Eine außergewöhnlich starke Rally für einen sonst moderaten Titel. Natürlich sind die Bewertungskennzahlen entsprechend mitgestiegen und liegen inzwischen weit über den historischen Durchschnittsniveaus. Der Markt preist damit ein Szenario kräftig steigender Gewinne ein, die sich bis zum Ende des Jahrzehnts potenziell vervielfachen könnten. Hinzu kommen Beschleuniger wie niedrige Lagerbestände und eine mögliche Nachfrageerholung in Automotive und Industrie. Doch wir wollen die Kirche im Dorf lassen: Auf Schätzungen mit Basis 2026/27e betrug das KGV bei Kursen von 94 EUR Anfang der Woche rund 34,5 und die erwarteten Umsätze von 18,9 Mrd. EUR (+10 % zum Vorjahr) wurden 5,5-mal im Marktwert abgebildet. Rationale Investoren gehen mit solchen Zahlen von Bord!

    Gleiches gilt für Aixtron. Das Unternehmen positioniert sich als spezialisierter Ausrüster der Halbleiterindustrie mit Fokus auf GaN- und SiC-Technologien für Leistungselektronik. Diese Materialien sind zentral für Elektromobilität, Energieeffizienz und moderne Stromversorgungssysteme. Zudem profitiert das Unternehmen indirekt vom KI-Boom, da seine Anlagen für optische Komponenten in Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen benötigt werden. Operativ zeigte sich zuletzt eine leichte Abschwächung bei Umsatz und Ergebnis, bei gleichzeitig soliden Margen und starker Cashflow-Generierung. 2026 gilt jedoch noch als Übergangsjahr mit moderatem Umsatzniveau und stabiler Profitabilität. Die zuletzt erfolgte Aufnahme in den STOXX Europe 600 erhöht die Visibilität und dürfte zusätzliche institutionelle Nachfrage auslösen. Dennoch: Mit einem Jahres-Höchstkurs von 62,70 EUR wurde die Decke getestet, immerhin stand der Titel im Oktober 2025 noch bei 11,60 EUR. Eine Versechsfachung in nur 8 Monaten – Respekt, wer diese Reise mitgemacht hat. Analysten auf der Plattform LSEG erwarten ein 12-Monats-Durchschnitts-Kursziel von 46 EUR. Da ist noch etwas Luft nach unten!

    Broadcom – Das Bewertungsdilemma spitzt sich zu

    Ein gutes Beispiel für überzogene Erwartungen lieferte jüngst Broadcom. Das Unternehmen reitet auf der KI-Welle und profitiert massiv von der Nachfrage nach spezialisierten Chips und Datacenter-Lösungen. Insbesondere kundenspezifische ASICs und Netzwerkkomponenten machen den Konzern zu einem Schlüsselzulieferer der KI-Infrastruktur. Dieses Momentum treibt Umsatz, Margen und die strategische Relevanz im High-End-Segment spürbar nach oben. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass nicht alle Geschäftsbereiche gleichermaßen vom KI-Boom getragen werden. Vor allem das klassische Infrastruktur- und Enterprise-IT-Geschäft gerät durch den Shift zu Cloud- und SaaS-Modellen unter Druck. Diese strukturelle Erosion trifft ausgerechnet jene Segmente, die bislang für stabile Cashflows standen. Hinzu kommen Integrations- und Komplexitätsrisiken aus der breiten Software- und Infrastrukturaufstellung. Das erhöht die Unsicherheit hinsichtlich Margenstabilität und Planbarkeit der künftigen Erträge. Die Folge ist eine kritischere Bewertung, da die KI-Fantasie bereits weitgehend im Kurs reflektiert scheint. Gleichzeitig gewinnen potenzielle Schwachstellen im Portfolio stärker an Gewicht. Für Investoren wird Broadcom aktuell vom KI-Highflyer zum anspruchsvollen Balanceakt zwischen strukturellem Wachstum und operativen Stolpersteinen. Die Analysten auf der Plattform LSEG sind von der aktuellen Entwicklung überrascht worden. Während sie im Schnitt ein Kursziel von 509 USD antizipieren, fiel der Kurs nach enttäuschenden Zahlen auf unter 380 USD zurück. Die Korrektur dürfte noch weitergehen.

    Strategic Resources – Kritische Metalle auf dem Tablett

    Einen wichtigen Baustein der nordamerikanischen Rohstoffsicherung für wichtige Zukunfts-Projekte können Investoren in Québec antreffen. Das dort ansässige Rohstoffunternehmen Strategic Resources verfolgt ein Geschäftsmodell, das deutlich über die klassische Förderung von Metallen hinausgeht. Im Fokus steht der Aufbau einer integrierten Plattform für hochreines Eisenerz, Vanadium und Titan. Alle Metalle stehen auf der kritischen Liste der US-Regierung und sind durch geopolitische Umbrüche in ihrer Verfügbarkeit eingeschränkt. Im Zentrum steht das BlackRock-Projekt in Québec, das eine große Vanadium-Titan-Magnetit-Lagerstätte mit einer geplanten Weiterverarbeitung am Tiefseehafen von Port Saguenay verbindet. Während viele Rohstoffunternehmen lediglich Erz liefern, setzt Strategic Resources auf die Veredelung zu hochwertigen DR-Grade-Pellets, die für die moderne Stahlproduktion in Elektrolichtbogenöfen benötigt werden. Damit adressiert das Unternehmen einen Markt, der von Dekarbonisierung, Infrastrukturinvestitionen und einer zunehmenden Nachfrage nach kritischen Rohstoffen geprägt wird. Die Reserven des Projekts umfassen rund 127,8 Mio. Tonnen Erz und bilden die Grundlage für ein Vorhaben, das in Nordamerika zu den bedeutenderen Entwicklungsprojekten im Bereich grüner Stahlrohstoffe zählt. Geplant ist eine Pelletieranlage mit einer Jahreskapazität von 4 Mio. Tonnen, die von den außergewöhnlichen Standortvorteilen Québecs profitiert, darunter günstige Wasserkraft, leistungsfähige Infrastruktur und ein ganzjährig eisfreier Tiefseehafen. Die produzierten Pellets sollen Eisengehalte von über 67 % erreichen und damit den Anforderungen einer emissionsärmeren Stahlindustrie entsprechen.

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Sean Cleary über den bevorstehenden Aufbau der Förderanlage in Québec. Hier geht´s zum Video.

    https://youtu.be/ha8A2-FPIwk

    Hervorzuheben ist die Kombination aus Minenbetrieb, Aufbereitung und Exportlogistik, wodurch ein erheblicher Teil der Wertschöpfung im eigenen Einflussbereich verbleibt. Zusätzliche Fantasie liefert das enthaltene Vanadium, das neben Anwendungen in der Stahlveredelung zunehmend für moderne Energiespeicher und militärische Technologien gefragt ist. Eine strategische Kooperation mit Tyfast Energy soll perspektivisch eine nordamerikanische Lieferkette für hochqualitative Vanadiumprodukte schaffen und damit einen weiteren Wachstumspfad eröffnen. Auch auf der Vermarktungsseite wurden wichtige Weichen gestellt, denn langfristige Vereinbarungen sichern den Zugang zu internationalen Absatzmärkten und schaffen eine solide Basis für die Projektfinanzierung. Die bankfähige Machbarkeitsstudie weist einen Nachsteuer-Kapitalwert von rund 1,93 Mrd. CAD sowie eine interne Verzinsung von 18,2 % aus, Kennzahlen, die im Verhältnis zur aktuellen Unternehmensbewertung von 16 Mio. CAD bemerkenswert erscheinen. Risikobewusste Investoren sollten nicht mehr zögern!

    Im 6-Monatschart zeigen sich Infineon und Aixtron sehr stark. Renditen zwischen 120 und 230 % in so kurzer Zeit sind fantastische Ausreißer nach oben im aktuellen Umfeld. Nahe der Null-Linie bewegten sich in derselben Zeit Broadcom mit einem großen Abschlag von oben und Strategic Resources, die mit ihrem Projekt aber gerade erst den nächsten Gang einlegen. Quelle: LSEG Refinitiv vom 24.06.2026

    Die Börsen müssen derzeit unterschiedliche Strömungen abhandeln. Da ist der starke Trend im KI- und HighTech-Bereich, der mit irren Zuwächsen langsam an seine Grenzen stößt. Gleichzeitig existieren im Vorfeld der großen Investitionen in Stromspeicher und Rechenzentren eine Menge von Infrastruktur-Unternehmen und Rohstoff-Lieferanten. Wer ausgewogen dabei sein will, sollte mehrere Stufen der Wertschöpfung sektoral abbilden. In der Mischrendite ergibt sich dann ein risikoreduziertes Bild.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.11.2026 | 05:32

    MidTerm-Tsunami und neuer DAX-Rekord! Rheinmetall, Renk, SpaceX und Antimony Resources im Rampenlicht

    • Rüstung
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    • Rohstoffe
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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Antimony Resources Corp.

    Das politische Erdbeben bei den US-Zwischenwahlen mischt die Karten am feinfühligen Finanzmarkt völlig neu und fordert starke Nerven. Mit dem triumphalen Durchmarsch der Demokraten kontrollieren sie künftig sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat. Dieser Erdrutschsieg, der in vielen Medien bereits als „blauer Tsunami“ bezeichnet wird, entzieht den Republikanern von Präsident Donald Trump die parlamentarische Basis. Ausschlaggebend für diesen Erfolg waren erhebliche Stimmengewinne in traditionell konservativen Hochburgen wie Texas und South Carolina. Die amerikanischen Wähler nutzten die Zwischenwahlen offensichtlich, um ihren Unmut über die hohen Lebenshaltungskosten und die wirtschaftlichen Folgen der jüngsten Außenpolitik zum Ausdruck zu bringen. Für die Börsen bedeutet dieses Wahlergebnis eine Phase erhöhter Volatilität und politischer Unsicherheit. An der Wall Street müssen sich Anleger nun darauf einstellen, dass die demokratische Mehrheit Trumps politische Vorhaben streng kontrollieren und blockieren wird. Die neu gewählten demokratischen Abgeordneten haben bereits angekündigt, einen klaren Fokus auf die Entlastung der Bevölkerung und eine stärkere Regulierung von Großkonzernen zu legen. Das lenkt die Aufmerksamkeit weg von hohen Ölpreisen, Kriegen und Protektionismus, hin zu Themen der digitalen Erneuerung und der Stabilisierung wichtiger Lieferketten. Wir betrachten ein paar Ausreißer der letzten Stunden, während der deutsche Leitindex DAX neue Rekordstände erklimmt.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 05.11.2026 | 05:20

    SAP, Aqarios Quantum Technologies, D-Wave Quantum – Quantencomputing soll Lieferketten und andere Industrieprobleme entknoten

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    • Quantencomputer
    • Annealing
    • gatterbasierte Systeme

    Eine gute Planung braucht Daten und Rechenkraft. Die Planungsdaten verwalten viele Konzerne mit der Software von SAP, doch die Rechenkraft stößt bei verzwickten Aufgaben an Grenzen. Je mehr Abhängigkeiten zusammenkommen, etwa in der Lagerhaltung, im Stromnetz oder in der Produktion, desto schwerer tun sich klassische Verfahren. Hier wollen Quantenanbieter den Problemen an den Kragen gehen. Aqarios Quantum Technologies hat am 29. Oktober Fördermittel für drei Forschungsprojekte gemeldet, eines davon mit E.ON für das Stromnetz. D-Wave unterschrieb am 28. Oktober mit LG CNS eine Absichtserklärung für Optimierung in der Fertigung. Wir sehen uns daher SAP, Aqarios Quantum Technologies und D-Wave Quantum genauer an.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 21.10.2026 | 05:44

    Nordex, RE Royalties, NextEra Energy – Stromverbrauch in den USA liegt 4 % über dem Vorjahr, Windräder, Geld und Versorger gefragt

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    Die Nachfrage nach Strom wächst. Die amerikanische Energiebehörde EIA schätzt, dass der Verbrauch in den Vereinigten Staaten im dritten Quartal 2026 um 4 % über dem Vorjahresquartal lag. Der Anteil der Windkraft an der Erzeugung soll dort von 11 % in diesem Jahr auf 12 % im Jahr 2027 steigen. Wer die Nachfrage bedienen will, braucht Windräder, Geld für neue Projekte und große Versorger. Das treibt den Ausbau voran. Wir sehen uns daher den Turbinenbauer Nordex, den Finanzierer RE Royalties und den Versorger NextEra Energy genauer an.

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