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05.01.2024 | 04:45

Berlin schafft die Öko-Prämie ab, was ist nun mit der E-Mobilität? PlugPower, Prospera Energy, VW und Porsche im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Investoren, die in 2023 auf Grüne Energien gesetzt haben, fielen ordentlich auf die Nase. Denn im Gegensatz zu vielen Zukunftsprognosen konnte der Sektor Wind und Wasserstoff noch keine nachhaltig positive Entwicklung zeigen. Die Budgets der Regierungen reichen einfach nicht aus, um die noch unprofitablen Energieformen zu fördern. Und private Investoren wollen mit ihren Investments eine Rendite sehen. Vermutlich werden noch über Jahre hinweg modernste Verbrenner-Technologien verfügbar sein, denn sie sind effizient und funktionieren in allen Wetterlagen. Wem am 1. Dezember 2023 bei -10 Grad und 1 Meter Neuschnee im Stromer der Saft ausgegangen ist, kann ein Lied von seinem E-Gefährt singen. Wir blicken auf Titel, die den fossilen Energieansatz in ihrer Seele tragen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: PROSPERA ENERGY INC. | CA74360U1021 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , PORSCHE AG | DE000PAG9113 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    Plug Power: Kann Wasserstoff das schwarze Gold ersetzen?

    Umweltpolitik aus Berlin gleicht oftmals einem Kabarett. Minister Habeck möchte ein riesiges Wasserstoff-Netz bauen, weiß aber gar nicht, woher die Mittel kommen sollen. Denn für die Investition in grüne Infrastruktur braucht es große Steuer- und Subventionsmittel. Der private Investor scheut teure Zukunftsinvestitionen, die keine offensichtliche Rendite abwerfen und auf zweifelhaften ökonomischen Parametern beruhen. Bislang gibt es keinen sachlichen Beweis dafür, dass die Energiegewinnung aus Wasserstoff jemals einen Vorteil gegenüber fossilen Brennstoffen erreichen kann. Die bestehenden Elektrolyseur-Technologien sind im Wirkungsgrad unterirdisch, im Vergleich zu gut operierenden fossilen Verbrennungsvorgängen unter Verwendung von Bio-Diesel.

    Ein gutes Beispiel für überzogene Erwartungen liefert Plug Power. Seit 1997 baut das US-Unternehmen Brennstoffzellen. Der Börsengang erfolgte im Jahr 1999. Zwischenzeitlich erreichte die Marktkapitalisierung fast 50 Mrd. USD, Gewinne hat das Unternehmen dennoch nie geschrieben. Von Hype zu Hype, von einer Klimakonferenz zur nächsten, immer wieder packen Anleger den Strohhalm und investieren neu. Doch wer mit der PLUG-Aktie Geld verdienen wollte, musste immer auf die nächste Hype-Welle warten und auch wieder konsequent abspringen, denn einen nachhaltigen Kursgewinn gab es nur selten.

    Technisch sieht es aktuell aber wieder nach einer Bodenbildung aus. Spekulanten können sich die Aktie im Bereich 4,15 bis 4,25 USD durchaus ansehen. Wichtig ist ein automatischer Stop bei 3,75 USD, sonst könnte das Abenteuer mit neuen Tiefs enden. Nach den Konsensschätzungen der Experten auf der Plattform Refinitiv Eikon soll Plug Power bereits in 2026 schwarze Zahlen schreiben. Wir werden den Titel daher weiter aktiv verfolgen. Das Chance-Risiko-Verhältnis war schon mal deutlich schlechter.

    Prospera Energy – Schritt für Schritt in die nächste Liga

    Die Ölpreise hatten zu Jahresbeginn zunächst merklich zugelegt, am Markt wurde auf Spannungen im Roten Meer verwiesen, wo wichtige Schiffsrouten für den internationalen Handelsverkehr und den Transport von Rohöl verlaufen. Seit Beginn des Krieges im Gazastreifen sind vermehrt Frachtschiffe im Roten Meer von den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen angegriffen worden. Zuletzt war ein Containerschiff der Reederei Maersk attackiert worden, woraufhin die dänische Unternehmensgruppe ihre Transporte durch das Rote Meer vorübergehend stoppte. Fakt bleibt, dass es täglich etwa 98 Mio. Barrel Öl benötigt, um die Welt zu versorgen. Bleiben Lieferungen aus oder dauern über Gebühr lange, treibt das den Spotpreis nach oben. Nach einem kurzen Sprint bis auf knapp 80 USD, kehrte die Ölsorte Brent wieder auf rund 72,50 USD zurück.

    Kanada ist als rohstoffreiches Land weit weg von allen internationalen Konflikten. Hier können sich Unternehmen entfalten, denn ein klarer Standortvorteil sind niedrige Energiepreise. Wegen der Versorgungsunsicherheit in Europa haben sich viele Firmenneugründungen in Nordamerika angesiedelt, die mit ihren fossilen Bodenschätzen klar den Absatzmarkt Europa im Visier haben. Entsprechende Abkommen wurden mit der deutschen Bundesregierung im Frühjahr 2023 in Ottawa verhandelt.

    Prospera Energy Inc. mit Sitz in Westkanada hat Saskatchewan als Zielgebiet gewählt. Das Unternehmen ist auf die Exploration, Erschließung und Förderung von Erdöl und Erdgas spezialisiert und agiert nun seit Mitte 2023 recht umtriebig in Richtung steigender Förderung und Marktanteile. So konnte die Förderleistung über das Jahr 2023 von 500 Barrel Öläquivalent (BOE) bis zum Jahresende 2023 wieder auf 1.800 BOE entwickelt werden. Der neue CEO Samuel David hat ganze Arbeit geleistet und den Rohstoff-Spezialisten wieder auf Kurs getrimmt.

    Mit Vorkommen von über 400 Mio. Barrel BOE im Gegenwert von etwa 30 Mrd. USD hat Prospera nun exzellente Perspektiven, am Energiemarkt als neuer Player durchzustarten. Über den Winter hindurch möchte das Unternehmen noch viele Neuerschließungen ans Netz bringen, das steigert den Umsatz und macht die Eigenfinanzierung der künftigen Bohrstellen möglich. Die ausgegebenen 411,5 Mio. Aktien indizieren aktuell einen recht niedrigen Marktwert von 35 Mio. CAD. Der Kurs treibt ruhig im Band 0,08 bis 0,11 CAD und bietet nun gute Einstiegsgelegenheiten, denn immerhin liegt der Firmenwert derzeit ca. 50 % unter dem Nettobarwert der Liegenschaften. Höchst interessant!

    Volkswagen und Porsche – Wohin steuert der größte Autobauer Europas?

    Mit der auslaufenden Ökoprämie für E-Fahrzeuge geht die Branche unterschiedlich um. Mercedes-Benz hat entschieden, im Januar einen Sondernachlass auf den von Berlin gestrichenen Kaufanreiz zu bieten, damit die subventionsgetriebenen Käufe noch über die Bühne gehen können. Im restlichen Jahresverlauf müssen sich die Stromer wieder dem harten Wettbewerb stellen. Der Umsatz der „Öko-Flitzer“ dürfte deswegen erheblich einbrechen. Auch die Marke Volkswagen übernimmt neben dem Herstelleranteil zusätzlich auch den bisherigen staatlichen Anteil des Umweltbonus. Die Regelung erfolgt aus Kulanzgründen und gilt für Privatkunden in Deutschland, die bereits bis einschließlich 15. Dezember 2023 ein förderfähiges Fahrzeug aus der vollelektrischen ID. Familie bestellt hatten.

    Die Konzern-Tochter Porsche geht die Entscheidungen aus Wolfsburg mit. Sie war zuletzt an den Kapitalmärkten unter Druck geraten und unterschritt sogar den IPO-Preis von 80 EUR. Die Gründe für den Abgabedruck sind offensichtlich: Analysten befürchten, dass der Macan eine Verkaufslücke aufgrund des Auslaufens des Verbrenners in Europa hinterlassen würde. Zudem sind die Verkaufszahlen im wichtigsten Absatzmarkt China gesunken, dort will man jetzt aber gegensteuern. Noch hat der VW-Konzern seine Probleme, im Geschäft mit der E-Mobilität hinter den chinesischen Anbietern und Tesla aufzuholen. Schlechte Software, viele Reklamationen – es läuft einfach nicht rund. Der Aktienkurs der Mutter und von Porsche sind ein Spiegelbild der aktuellen Lage, die sich kurzfristig kaum bessern dürfte. Beide Aktien sind seit 12 Monaten im Abwärtstrend gefangen, fundamental wäre ein Einstieg lohnenswert. Jedoch weiß keiner, welche großen Probleme im laufenden Jahr noch um die Ecke lauern.

    Im Chartvergleich der letzten 12 Monate befinden sich die Automobiltitel immer noch in der Verlustzone. WTI-Öl konsolidierte zuletzt im Bereich 72 USD. Plug Power versucht mit Verlusten von über 60 % eine erneute Bodenbildung. Prospera Energy läuft stabil seitwärts, könnte aber technisch bald ausbrechen. Quelle: Refinitiv Eikon vom 03.01.2024

    Die Energiemärkte bewegen sich im Rhythmus internationaler Konflikte auf und ab. Öl-Produzenten wie Prospera Energy stört das relativ wenig, denn bei diesen Spotpreisen werden über 30 USD Marge je Barrel erzielt. Für die Fahrzeugwerte dürfte auch 2024 ein herausforderndes Jahr werden. Plug Power muss wohl erneut stark verwässern, wenn die Kassen demnächst wieder leer sind.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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