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10.07.2026 | 05:44

Charttechnik im Blick: Chancen bei Infineon, Volatus Aerospace und Meta?

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Bildquelle: AI

Der Sommer ist eigentlich eine ruhige Zeit an den Börsen. Auch wenn ab Juli vielerorts die Quartalszahlen veröffentlicht werden: zu viele Investoren befinden sich bereits in der Sommerpause. Doch dieses Jahr präsentieren sich die Märkte äußerst volatil. Quer durch viele Sektoren wie Halbleiter, Hyperscaler, Autoaktien oder Sportkonzerne kommt es zu hohen Tagesausschlägen in die eine oder andere Richtung. Noch dazu kehrt der Krieg nicht nur an den Persischen Golf zurück, sondern auch aufs Börsenparkett. Die hohe Volatilität lädt ein zu charttechnischen Analysen. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von Infineon, Volatus Aerospace und Meta.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: META PLATFORMS INC | US30303M1027 | NASDAQ: META , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004

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Inhaltsverzeichnis:


    Infineon: Hoch und runter, aber noch kein Ausbruch!

    Infineon ist eine der populärsten Aktien in Deutschland. Der Chip-Hersteller profitiert ungemein vom Boom durch die Künstliche Intelligenz. Bemerkbar machte sich das auch am Aktienkurs. In den vergangenen 12 Monaten legte das Papier um stolze 93 % zu und markierte Anfang Juni ein neues Allzeithoch bei fast 89 EUR. Man bedenke: Am 10. März 2009 gab es den Titel für nur 0,35 EUR. Ein langer Aufwärtstrend hat also ein Top erreicht. Aktuell befindet sich die Aktie in einer Korrekturphase. Vom Top ging es binnen weniger Wochen um mehr als 20 % abwärts. Rein charttechnisch wurde der mittelfristige Aufwärtstrendkanal somit nach unten verlassen. Vor wenigen Tagen hat sich auch das kurzfristige Bild massiv eingetrübt. So fiel die Infineon-Aktie durch die 50-Tage-Linie nach unten durch, wodurch ein technisches Verkaufssignal generiert wurde.
    Dadurch haben sich im Chart von Infineon wichtige Widerstände gebildet. Die einstige Unterstützung bei 75,10 EUR ist zum ersten, wichtigen Widerstand mutiert. Darüber ist dann die Zone ums Allzeithoch der nächste Widerstand. Nach unten könnte die Aktie aufgrund des Doppelhochs erst wieder im Bereich von 65 EUR stark unterstützt werden. Hier sollte es dann aber wieder Kaufinteresse geben. Bisher sieht diese Korrektur bei Infineon technisch gesund aus. Allerdings hat das kurzfristige Momentum auf die Seite der Bären gewechselt.
    Wer fundamental an die Story glaubt, dem bietet sich nun eine Kaufgelegenheit, wenn die Aktie einen echten Boden bildet. So weit ist es aber noch nicht. Rein technisch gesehen wird dies erst an der Unterstützung um 65 EUR geschehen. Allerdings kann der Wind um Halbleiter-Aktien schnell drehen. Dann spielt die Charttechnik nur eine untergeordnete Rolle gegenüber der Börsenstimmung und es kann dann wieder zügig bergauf gehen.

    Volatus Aerospace: Drohnen für die NATO!

    Drohnen werden immer wichtiger in militärischen Konflikten. Und die Militärausgaben vor allem der westlichen Staaten steigen massiv. Dies zeigte jüngst der Entwurf der Bundesregierung zum Haushalt. Aber auch das NATO-Treffen in Ankara hat klar gemacht, in welche Richtung es geht. Zudem scheint der Krieg am Persischen Golf wieder in eine heiße Phase zu treten.
    Für Militärexperten ist klar, dass Kriege künftig nicht mehr mit Panzern, Flugzeugen und Schiffen in großen Mengen gewonnen werden. Vielmehr spielen intelligente, einfache Systeme wie unbemannte Flugobjekte eine immer wichtigere Rolle. Mit Volatus Aerospace können Anleger genau auf diesen Trend spekulieren. Die Kanadier blicken auf eine Vertriebs-Pipeline von 500 Mio. CAD und haben auch schon Aufträge von NATO-Partnern eingeheimst. Noch dazu gibt es für das Drohnen-Portfolio und die Service- und Datendienste viel Rückenwind von der kanadischen Regierung. Premierminister Carney forciert die Abkehr vom unkalkulierbaren Nachbarn USA und will langfristig mehr als zwei Drittel des nationalen Verteidigungsbudgets im Land ausgeben. Mit Volatus‘ Technologie ist Kanada gut für die Zukunft aufgestellt. Und da, wo es nicht anders geht, werden europäische Partner wie Deutschland bevorzugt. Das zeigt die jüngste Bestellung bei deutschen Werften.

    Volatus-CFO Abhinav Singhvi erklärte die Strategie des Unternehmens und erläuterte die 500 Mio. CAD schwere Pipeline des Unternehmens.
    https://www.youtube.com/watch?v=fURtUtX51IY

    Charttechnisch befindet sich die Aktie von Volatus im langfristigen Bild in einer volatilen Phase und arbeitet derzeit an einer Bodenbildung. Nach dem steilen Anstieg im ersten Halbjahr 2025 konsolidiert der Wert nun recht volatil im Bereich von 0,50 bis 0,80 CAD. Ein wichtiger positiver Treiber war die Hochstufung des Papiers an das Mainboard der Toronto Stock Exchange. Um nachhaltig wieder auf höhere Niveaus zu kommen, braucht es entweder Meldungen zu weiteren Aufträgen oder aber eine positivere Grundstimmung. Auch attraktive, kleinere Unternehmen leiden derzeit unter der hohen Volatilität an den Aktienmärkten. Unseres Erachtens besteht hier aufgrund der niedrigen Bewertung (MarketCap: 430 Mio. CAD) mittel- und langfristig erhebliches Potenzial nach oben!

    Meta Platforms: Zu viel oder zu wenig investiert?

    Das ist die große Frage für die KI-Hyperscaler: Muss man so viel investieren, um beim Boom um Künstliche Intelligenz mitspielen zu können? Momentan brechen die Free Cashflows der IT-Riesen ein, weil sie ihre Rechenkapazität ausbauen. Teilweise wird dies sogar über Schulden finanziert. Gewinne im hohen zweistelligen Milliardenbereich werden bei Google, Meta oder Amazon vorerst zum Relikt der Vergangenheit.
    Meta Platforms (Facebook, Instagram, WhatsApp) mischt hier ebenfalls massiv mit. So hob man kürzlich die Investitionsausgaben für das Gesamtjahr 2026 auf 125 bis 145 Mrd. USD an. Aktuell baut Meta an einem gigantischen, 1 bis 1,8 Gigawatt starken KI-Datencenter-Hub in Alberta (Kanada). Dort setzt man vor allem auf billige Energie und unendliche Weiten. Die Kernfrage bleibt: Zahlen sich diese Investitionen aus?
    Parallel setzt Meta auf eine Diversifizierung. So sickerte durch, dass man eine eigene Cloud-Sparte aufbaut, um überschüssige KI-Kapazitäten an Unternehmenskunden zu vermieten. Die Konkurrenz mit AWS oder Azure ist hier aber enorm! Immerhin läuft es weiterhin im Werbegeschäft.
    Rein charttechnisch läuft es für Meta mittelmäßig! Wie viele der sogenannten Mag7-Aktien hat sie den Hochpunkt Ende 2024 / Anfang 2025 gesehen. Dennoch befindet sich die Aktie in einem intakten, langfristigen Aufwärtstrend. Das Allzeithoch liegt inzwischen gut ein Viertel über dem aktuellen Kurs. Kurzfristig hat sich die Aktie nach dem jüngsten Pullback knapp oberhalb der wichtigen 50-Tage-Linie stabilisiert. Auffällig: Der jüngste Kurssprung auf 628 USD ging mit einem massiven Volumenpeak einher, während die Konsolidierung der vergangenen Tage bei abnehmenden Umsätzen stattfand. Das kann man technisch als konstruktiv bezeichnen. Langfristig bleibt der Titel im Sog des KI-Booms. Niemand weiß heute, wer überhaupt zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen wird. Immerhin könnten Trader den nächsten Ausbruch zum Einstieg nutzen. Für Investoren ist ein Investment wohl eine KI-Glaubensfrage!


    Fazit: Mit Infineon befindet sich der deutsche Chip-Wert derzeit in einer Konsolidierungsphase. Angesichts der prallen Auftragspipeline sollte hier operativ aber erst einmal nichts schiefgehen. Volatus Aerospace profitiert nicht nur von der Veränderung bei der modernen Kriegsführung, sondern auch von seiner massiven Vertriebs-Pipeline, die sogar den Börsenwert übersteigt. Meta bleibt eine Glaubensfrage. Nur wer wirklich an den Siegeszug der KI und hohe Gewinne in der Zukunft glaubt, steigt hier ein.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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