06.07.2026 | 04:45
Bytes treffen Atome! Was American Atomics, Oracle und Palantir verbindet und wie Anleger davon profitieren können!
KI, massive Cloud-Infrastrukturen und die Halbleiter-Fertigung fordern astronomische Mengen an Energie. Dabei stoßen die alternden Stromnetze an ihre Grenzen. Weil der Ausbau der Netzinfrastruktur Jahre hinterherhinkt, wird der sichere Zugang zum ultimativen Flaschenhals für den Tech-Boom. Genau aus diesem Grund planen Hyperscaler wie Oracle off-the-grid (netzunabhängig) zu agieren und wollen den Strom per Small Modular Reactors (SMRs), d.h. Mini-Atomreaktoren, direkt auf dem eigenen Gelände erzeugen. Palantir ist einer der Player, die das softwaretechnische Rückgrat dieser Entwicklung bilden. Über besonderes Potenzial verfügt der bisher unentdeckte Micro Cap American Atomics. Die Gesellschaft plant die komplette Abdeckung des nordamerikanischen Brennstoffkreislaufs und trifft damit den Nerv der Zeit.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE , ORACLE CORP. DL-_01 | US68389X1054 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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American Atomics – Goldrichtig positioniert
Die Atomenergie erlebt eine Renaissance. Im Silicon Valley werden die ambitioniertesten Reaktor-Pläne der Industriegeschichte geschmiedet, gleichzeitig befindet sich der Großteil der weltweiten Uranförderung sowie die kritischen Anreicherungskapazitäten außerhalb des Zugriffs des Westens. Genau an dieser neuralgischen Sollbruchstelle positioniert sich American Atomics.
Mit dem strategischen Ansatz „From Rock to Reactor“ plant die Gesellschaft einen vertikal integrierten, vollständig kontrollierten und geopolitisch autarken nordamerikanischen Brennstoffkreislauf. Dieses ambitionierte Vorhaben fußt auf einem hochwertigen Projektportfolio und zahlreichen Partnerschaften sowie Kooperationen.
Das Flaggschiffprojekt Big Indian liegt im Lisbon Valley des US-Bundesstaats Utah. Die historische Produktion von Uran bis Ende der 1980er Jahre erreichte mit 78 Millionen Pfund Uranoxid (U₃O₈) in diesem Gebiet eine beachtliche Größe. Das zweite wesentliche Projekt, welches American Atomics vorantreibt, ist Blue Streak im US-Bundesstaat Colorado. Blue Streak wurde erst im April vollständig übernommen.
Jüngst wurde für dieses im Uravan Mineral Belt gelegene Projekt mit der ersten NI-43-101 konformen Ressourcenschätzung ein Meilenstein markiert. Die Daten deuten auf hochgradige Uranvorkommen hin, zudem verfügt die Liegenschaft über Vanadium-Mineralisierungen. In den kommenden Monaten soll das Fundament für eine kommerziell tragfähige Erschließung gelegt werden.
In Zukunft plant American Atomics HALEU (High-Assay Low-Enriched Uranium) zu produzieren. Dies ist ein Schlüsselbrennstoff für Small Modular Reactors und die Reaktoren der nächsten Generation. Die westliche HALEU-Produktion ist noch sehr begrenzt. Historisch war Russland ein wichtiger Lieferant.
Die USA fördern den Aufbau heimischer HALEU-Lieferketten mit milliardenschweren Programmen des US-Energieministeriums um die Abhängigkeit von Russland zu verringern und die Brennstoffversorgung von SMRs und fortschrittlichen Reaktoren langfristig zu sichern. Damit positioniert sich American Atomics an einem entscheidenden Nadelöhr und besitzt gute Chancen von dem sich abzeichnenden Wachstum zu profitieren.
Die Anteilsscheine notieren aktuell am unteren Bereich der seit Jahresbeginn etablierten Handelsspanne. Bei 0,235 CAD ist die Gesellschaft lediglich mit rund 16 Mio. CAD bewertet. Das ist angesichts der enormen Potenziale schlichtweg zu wenig.
CEO Conor Lynch zur strategischen Ausrichtung von American Atomics im Gespräch mit IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk.
Oracle – Spitzenplatz zu teuer erkauft?
Auch wenn Oracle-Gründer Larry Ellison die exakte Position der Stecknadel auf der US-Landkarte aus strategischen Gründen noch unter Verschluss hält, sind wesentliche Fakten bereits geschaffen. In den USA entsteht der erste Hyperscaler mit drei SMR-Reaktoren, deren Baugenehmigung bereits erteilt wurde. Damit lösen die Minireaktoren vor Ort direkt zwei Probleme – die Bereitstellung der hohen Energienachfrage, welche zugleich aus einer CO2-freien Quelle stammt.
Ein Rekordquartal jagt das nächste, angetrieben von einer beispiellosen Nachfrage nach KI-Kapazitäten. Der Kern des Geschäftsmodells des Tech-Riesen basiert auf der Oracle Cloud Infrastructure, die sich durch eine überlegene Architektur auszeichnet. Oracle monetarisiert diesen technologischen Vorsprung als „as-a-Service“ in den Bereichen Software (SaaS) sowie Infrastruktur- und Rechenkapazitäten (IaaS).
IaaS ist der eigentliche Treiber des Geschäfts. Oracle vermietet gigantische Rechenkapazitäten an die Großen der Techbranche wie OpenAI, Microsoft und Meta. Trotzdem spricht der Aktienkurs eine andere Sprache. Der Kursrückgang summiert sich seit Jahresbeginn auf fast 30 %.
Sorgen um die massiv steigenden Investitionen, eine zunehmende Verschuldung und größere Fragezeichen über die Wirtschaftlichkeit dieser Investments sind als Gründe auszumachen. Dennoch zeichnet der Blick auf die Analysteneinschätzungen ein positiveres Bild. Die Experten formulieren im Durchschnitt ein Kursziel von 252 USD, was einem Aufwärtspotenzial von 80 % entspricht.
Palantir – die entscheidende Software-Intelligenz
Palantir zeigt ein ähnliches Chartbild wie Oracle in den letzten Monaten. Seit Jahresbeginn haben die Anteilsscheine um 27 % nachgegeben. Die Multiplikatoren bleiben trotz des Kursrückgangs sportlich. Das KGV für das laufende Geschäftsjahr liegt knapp unter 100 und sinkt für 2027 auf ein Niveau von 70. Analysten machen bei einem mehrheitlichen Kursziel von 183 USD ein Upside von rund 40 % aus.
Die Gesellschaft bildet mit ihren Softwareplattformen das unverzichtbare Rückgrat vieler Industrien und des Verteidigungsbereichs. Insbesondere die Artificial Intelligence Platform (AIP) ist der primäre Wachstumsmotor von Palantir. AIP verknüpft KI und autonome KI-Agenten direkt mit geschäftskritischen Live-Daten und Lieferketten von Unternehmen. AIP kann sowohl eine reine Entscheidungsunterstützung sein oder vollkommen autonom handeln.
Für die Energiewelt ist der jüngste strategische Fokus auf die Atomkraft spannend. Palantir schloss eine wegweisende Partnerschaft mit dem Konsortium The Nuclear Company und wird das erste „Nuclear Operating System“ entwickeln. Zudem wurde eine Kooperation mit dem Uran-Anreicherer Centrus geschlossen. Palantir liefert die logistische und regulatorische Software-Intelligenz. Die Plattformen digitalisieren und automatisieren die hochkomplexen Lieferketten und Genehmigungsprozesse für Reaktoren und Brennstoffe.
Fazit
Der Boom von KI und der weltweite Ausbau von Rechenzentren bilden eine enge Symbiose. Steigende Leistungsfähigkeit und Rechenleistung erhöhen den Bedarf an Strom enorm. Oracle und andere Tech-Unternehmen haben gezeigt, wo die Entwicklung hingeht: Atomenergie bzw. SMRs. Hier hat sich American Atomics in Stellung gebracht, um von dem massiven Trend zukünftig zu profitieren. Noch sind die Potenziale in der Aktie bei einer Marktkapitalisierung von 16 Mio. CAD nicht eingepreist. Palantir stützt softwareseitig die schnelle Realisierung von Atomenergieprojekten und verfügt nach Meinung von Analysten über Kurspotenzial.
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