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29.06.2026 | 04:10

Boom dank KI-Schleife: Broadcom, HPQ Silicon und GitLab!

  • KI-Rechenzentren
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  • HPQ Silicon
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Bildquelle: AI

Ob KI-Revolution, Quantentechnologie oder Elektroautos: Überall auf der Welt boomt es im Technologiesektor: von der Nasdaq bis zum KOSPI. Dabei muss die Welt massiv aufrüsten. Es fehlt an der nötigen Infrastruktur. Aber auch die Kapazitäten von Speicher- und Chip-Ausrüstern werden massiv ausgebaut. Dabei treibt die Künstliche Intelligenz den Prozess selbst an. Dieses Phänomen nennt man „Recursive Self-Improvement“. Die KI wird derzeit in drei Stufen immer schneller und besser: Sie schreibt besseren Code, weil die vorherige KI-Generation dazu genutzt wird. Sie optimiert parallel die Hardware, beispielsweise beim Design neuer KI-Chips wie von Nvidia oder Broadcom. Nicht zuletzt findet sie effizientere Wege für Schaltkreise, als es Menschen je tun könnten. Im Ergebnis entsteht eine Feedbackschleife, von der dann auch andere Industrien massiv profitieren. Wir blicken deshalb heute auf drei interessante Technologieunternehmen, die hiervon profitieren: Broadcom, HPQ Silicon und GitLab!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: BROADCOM INC. DL-_001 | US11135F1012 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , GITLAB INC | US37637K1088 | NASDAQ: GTLB

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Inhaltsverzeichnis:


    Ohne Broadcom geht es nicht!

    Derzeit stehen vor allem die Riesen wie Nvidia oder Micron Technologies im Zentrum des Anlegerinteresses. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von Unternehmen, die vom Boom profitieren. Dazu zählt auch Broadcom. Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Chiphersteller, vielmehr geht es hier um sogenannte Netzwerk- und Custom-Chips (ASICs). Dahinter steckt folgendes Problem: Wenn Rechenzentren tausende Nvidia-GPUs zusammenschalten, entsteht der Flaschenhals bei der Datenübertragung. Broadcom liefert dazu die High-Speed-Switches, damit sich diese Datenberge fehlerfrei bewegen können. Zudem entwickelt man maßgeschneiderte KI-Prozessoren für Tech-Riesen wie Google oder Meta.
    Im Juni hat der Nasdaq-Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Stichtag 3. Mai) vorgelegt. Und sie zeigen, dass Broadcom einer der größten Profiteure der KI-Infrastrukturwelle ist. So stieg der Umsatz um 48 % auf 22,19 Mrd. USD, der Gewinn pro Aktie erreichte 2,44 USD. Mit beiden Kennzahlen wurde der Marktkonsens geschlagen. Auffällig: Die operative Gewinnmarge erreichte beeindruckende 67,3 %. Mit einem Free Cashflow von 10,26 Mrd. USD ist man extrem gut aufgestellt. CEO Hock Tan hat auf dem Earnings Call betont, dass man auch künftig auf maßgeschneiderte KI-Chips statt universeller GPUs setzt. Dabei bestehen feste Lieferverträge mit Meta, Anthropic und OpenAI.
    Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Broadcom nun 56 Mrd. USD Umsatz allein mit KI-Halbleitern (+180 % zum Vorjahr), im kommenden Jahr soll nur im KI-Chip-Bereich die Marke von 100 Mrd. USD fallen. Das Board hat eine Quartalsdividende von 0,65 USD pro Aktie beschlossen. Zudem wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 10 Mrd. USD genehmigt, das bis Jahresende läuft. Das Problem: Die Aktie eilt von Rekord zu Rekord und ist extrem hoch bewertet. Momentan notiert sie rund 10 % unter dem Allzeithoch. Wer hier mitzockt, setzt auf einen nicht so schnell endenden Boom bei KI-Rechenzentren.

    HPQ Silicon: Partner von deutschem Chemieriesen

    Es gibt die vielen kleinen Helfer im Alltag, die unser Leben besser machen. Pyrogene Kieselsäure gehört definitiv dazu. Es handelt sich dabei um ein extrem feines, weißes Pulver, das aus mikroskopisch kleinen Siliziumdioxid-Partikeln besteht. Das Bemerkenswerte daran ist die riesige spezifische Oberfläche und seine Struktur. Es wirkt dadurch in Flüssigkeiten und Materialien wie ein unsichtbares dreidimensionales Netzwerk. In der modernen Welt kommt es deshalb in vielen Produkten zum Einsatz. Als sogenanntes Rheologiehilfsmittel sorgt es dafür, dass Farben, Lacke oder Klebstoffe im Ruhezustand dickflüssig sind und nicht tropfen. Unter Druck aber, also beim Verstreichen oder Sprühen, werden sie leicht verflüssigt. Die Kieselsäure verbessert aber auch die Reißfestigkeit von Silikonkautschuk und wird deshalb bei Dichtungen und Schläuchen im Auto, aber ebenso in Implantaten und Frischhaltedosen eingesetzt. Für die Pharmabranche ist es notwendig, um Pulver rieselfähig zu halten. Und inzwischen kommt das Material sogar zunehmend in modernen Lithium-Ionen- und Gel-Batterien zum Einsatz.
    Dieser Tausendsassa hat aber einen großen Nachteil im Produktionsprozess. Das herkömmliche Verfahren ist extrem aufwendig, energieintensiv, teuer, und belastet die Umwelt. HPQ Silicon hat ein Verfahren entwickelt, das ohne viele chemische Zwischenschritte auskommt. Der sogenannte FSR-Reaktor von HPQ, der mit der Firma PyroGenesis entwickelt wurde, wandelt Quarz in nur einem einzigen, chemiefreien Plasma-Schritt direkt in pyrogene Kieselsäure um. Das senkt nicht nur die Produktionskosten, sondern auch den CO2-Ausstoß im gesamten Produktionsprozess deutlich. Dass das Verfahren keine bloße Laborfantasie ist, zeigen die bisherigen Partnerschaften von HPQ Silicon. So haben die Kanadier bereits einen LOI mit der deutschen Evonik unterzeichnet. Evonik ist einer der weltweiten Marktführer für pyrogene Kieselsäure, was unter dem Markennamen AEROSIL vermarktet wird. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird das Material aus der HPQ-Pilotanlage skaliert und getestet, um sicherzustellen, dass die kostengünstige und CO2-arme Produktion exakt den Industriestandards von Evonik entspricht. Proben der ersten Generation wurden von Evonik bereits erfolgreich validiert.
    Mit seinem Verfahren könnte HPQ Silicon in einem Milliardenmarkt vorstoßen. Daneben hat das Technologie-Unternehmen noch zwei weitere Asse im Ärmel. Im Bereich Silizium-Batteriematerialien entwickelt HPQ zusammen mit dem französischen Unternehmen Novacium SAS siliziumbasierte Anodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien. Sie erzielen eine deutlich höhere Energiedichte als herkömmliches Graphit, verhindern zudem das typische Anschwellen des Siliziums und lassen sich direkt in bestehende Produktionslinien integrieren, was erhebliche Kosten spart. Als Abnehmer setzt HPQ auf margenstarke Nischen wie Verteidigung, Luftfahrt oder der Drohnensektor. Gelingt alles nach Plan, wäre HPQ der einzige nicht-chinesische Hersteller. Nicht zuletzt hat HPQ ein System entwickelt, um Wasserstoff direkt vor Ort bei Bedarf zu erzeugen. Mit den Wasserstoff-Brennstoffzellen von HPQ kann beispielsweise die Flugzeit von Drohnen verlängert werden.
    HPQ Silicon ist somit in gleich drei spannenden Technologiebereichen tätig. In den kommenden 18 bis 24 Monaten könnte bereits ein Durchbruch reichen, um das Unternehmen auf ein neues Level zu heben. Der Börsenwert von etwa 75 Mio. CAD spiegelt die Chancen des Unternehmens bisher nicht wider. Mutige Investoren nutzen die jüngste Korrektur zum Einstieg.

    CEO Bernard J. Tourillion hat das Geschäftsmodell und die Strategie von HPQ Silicon auf der IIF vorgestellt:
    https://www.youtube.com/watch?v=V6FO2uPdQLI

    Warum GitLab der Gewinner der KI-Schleife ist!

    Der Markt hat selbst im KI-Bereich noch nicht alle Aktien gehypt. Dazu zählt auch GitLab. Die vom Ukrainer Dmytro Sapozhets einst als Open-Source-Projekt entwickelte Technologie bietet heute eine der weltweit führenden Plattformen für Softwareentwicklung an. GitLab profitiert direkt davon, dass KI-Modelle immer mehr Software autonom mitschreiben. Denn wenn KI immer mehr Code generiert, verschiebt sich das Problem. Das Schreiben von Code wird billig, aber das Testen, Sichern und Veröffentlichen wird zum Flaschenhals. Exakt an diesem Punkt setzt GitLab an: Mit der Software werden Codes verwaltet, auf Sicherheitslücken überprüft und auf Server ausgerollt. Geld wird vor allem über Lizenzen pro Entwicklerkopf verdient sowie über Zusatz-Abos für die KI-Funktionen.
    Und das macht sich auch in den Zahlen zum ersten Quartal bemerkbar, die die Erwartungen der Analysten klar übertrafen. So legte der Umsatz von GitLab gegenüber dem Vorjahresquartal um 23 % auf 264,2 Mio. USD zu. Der Gewinn je Aktie erreichte 0,23 USD. Bemerkenswert: Die Bestandskunden weiten ihre Verträge und Lizenzen deutlich aus. Die sogenannte Net Retention Rate erreichte 117 %. Zudem wurde ein starker Free Cashflow von 146,7 Mio. USD erreicht. CEO Bill Staples hob bei der Bekanntgabe hervor, dass GitLabs zentrale KI-Schnittstelle DAP einen phänomenalen Start hingelegt hat. Die Plattform entlastet Entwickler spürbar, GitLab spricht von im Schnitt 1,5 Stunden Zeitersparnis pro Aufgabe bei einer US-Großbank im Pilotprojekt. Die Aktie von GitLab hat sich seit dem Hoch zu Jahresanfang in etwa halbiert. Von Hype ist hier keine Spur. Mit einem Börsenwert von nur 4,9 Mrd. USD ist GitLab möglicherweise auch ein Übernahmekandidat für einen der großen SaaS-Konzerne.


    Fazit: Broadcom ist ein massiver Profiteur der KI-Revolution. Allerdings ist die Aktie ziemlich heißgelaufen. HPQ geht gleich mit drei neuen Technologien ins Rennen, um herkömmliche Verfahren abzulösen. Die Aktie ist günstig und dürfte bei Erfolgen vor einer Neubewertung stehen. GitLab ist der Helfer für jeden KI-Entwickler in jedem Unternehmen. Die Halbierung der Aktie seit Jahresanfang bietet Chancen.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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