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31.07.2026 | 04:21

Drei Aktien mit Chancen: SAP, HPQ Silicon und ARM Holdings im Fokus!

  • KI-Boom
  • SAP
  • ARM Holdings
  • HPQ Silicon
  • Kieselsäure
  • Evonik
  • Rebound
Bildquelle: AI

Die Märkte werden derzeit kräftig durcheinandergewirbelt. Hart trifft es vor allem all jene Highflyer, die zuletzt vom KI-Boom profitiert hatten. Offensichtlich war es für einige Investoren an der Zeit, um auch mal Geld vom Tisch zu nehmen. Die Federal Reserve hat nun auch noch für Unsicherheit gesorgt. Sie ließ zwar die Leitzinsen unverändert, aber die Aussagen des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh kamen zunächst an den Märkten nicht gut an. Die US-Anleiherenditen stiegen deutlich, was die Finanzierung des defizitären Haushalts in Washington verteuert. Am Markt wird befürchtet, dass die Untätigkeit der Fed zu einer deutlich höheren Inflation führen kann. Das zudem in Nahost wie in der Ukraine und Russland gerade die Öl-Infrastruktur breitflächig zerstört wird, kann getrost als zusätzlicher Belastungsfaktor gewertet werden. Es lohnt sich aber stets auf das große Bild an den Börsen zu achten. Der Nasdaq liegt mittlerweile 11 % unter seinem Top, das Plus beim S&P 500 auf Kalenderjahressicht beträgt aber sehr solide +8,5 %. Daher lohnt es sich in solch Marktphasen auf attraktive Titel zu achten, die Chancen auf einen Rebound haben. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von SAP, HPQ Silicon und ARM Holdings.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: ARM HOLDINGS PLC ADR | US0420682058 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , SAP SE O.N. | DE0007164600

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Inhaltsverzeichnis:


    SAP: Comeback mit Q2-Zahlen!

    Eine ganze Zeit lang war SAP eine der schlechtesten Aktien im DAX. Hier wurde wie bei vielen Software-Aktien der Blues gespielt, die KI würde das Geschäftsmodell in Frage stellen. Doch der Konzern hat die Skeptiker mit seinen Zahlen für das zweite Quartal eines Besseren belehrt. Vor allem das Cloud-Geschäft konnte überzeugen. So stieg der Current Cloud Backlog (CCB) zwischen April und Juni währungsbereinigt um 26 % auf 22,9 Mrd. EUR. Im Markt hatte man lediglich mit +24 % gerechnet. Auffällig: Die Übernahme von Reltio steuerte weniger als einen Prozentpunkt bei, was die hohe Dynamik beim organischen Wachstum unterstreicht.
    Die Erlöse aus dem Cloud-Geschäft erreichten die Erwartungen mit einem Plus von 24 % auf 6,3 Mrd. EUR. Entscheidend für die kommenden Quartale dürfte die Einführung der KI-Anwendungen bei den Kunden sein. Laut SAP arbeiten über 3.000 SAP-Berater momentan mit mehr als 2.000 Kunden an der KI-Einführung. Die Pipeline für das zweite Halbjahr liegt laut dem Management über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.
    Dass SAP beim Ergebnis die Erwartungen nicht erfüllte, liegt an eben diesen Investitionen ins künftige Wachstum. Der bereinigte operative Gewinn legte zwar währungsbereinigt um 9 % auf 2,74 Mrd. EUR zu, verfehlte die Konsensschätzung aber um rund 5 %. Hier wird für das zweite Halbjahr ebenfalls eine Verbesserung erwartet. Im Gesamtjahr will SAP laut Guidance einen bereinigten operativen Gewinn von 11,8 Mrd. bis 12,2 Mrd. EUR einfahren. Die Prognose für den Free Cashflow liegt bei rund 10 Mrd. EUR.
    Offenbar bleibt die Nachfrage nach den KI-Lösungen von SAP groß und die Skepsis des Marktes war zu groß. Die Aktie liegt heute rund 27 % unter dem Hoch 2025. Selbst im Vergleich zum Jahresbeginn besteht enorm Luft nach oben. Zum Start 2026 notierte die Aktie etwa ein Viertel höher, auch wenn sie nach den Q2-Zahlen Boden gut gemacht hat. Kurzfristig dürfte das Marktumfeld die Aktie in ihrem Bann halten. Mittel- und langfristig aber könnte SAP zu den großen KI-Gewinnern in Europa zählen.

    HPQ Silicon: Mit großen Schritten zur Kommerzialisierung!

    Dass ein Unternehmen gleich drei Technologien parallel Richtung Kommerzialisierung führt, ist äußerst selten. HPQ Silicon arbeitet aber genau an diesem Kunststück. Die Kanadier arbeiten im Bereich von Silizium-Batteriematerialien zusammen mit dem Partner Novacium SAS an siliziumbasierten Anodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien. Durch diesen Ansatz wird eine weit höhere Energiedichte als bei herkömmlichen Verfahren ermöglicht. Dabei setzt HPQ nicht auf den wettbewerbsintensiven Massenmarkt, sondern auf margenstarke Nischen wie beispielsweise Rüstung, Luftfahrt oder im Drohnensektor. Darüber hinaus arbeitet HPQ Silicon an einem System, um Wasserstoff direkt vor Ort und bei Bedarf herzustellen. Mit den Wasserstoff-Brennstoffzellen von HPQ kann beispielsweise die Flugzeit von Drohnen verlängert werden.
    In seinem dritten und vielleicht wichtigsten Bereich macht HPQ nun große Fortschritte. Das Unternehmen hat einen Reaktor entwickelt, mit dem Quarz in nur einem einzigen, chemiefreien Prozess direkt in pyrogene Kieselsäure umgewandelt werden kann. Das senkt nicht nur die Kosten, sondern auch den CO₂-Ausstoß im gesamten Produktionsprozess deutlich. Das Verfahren hat nun das Pilotprogramm abgeschlossen. Dieses zeigte, dass die kommerziell nutzbare Pyrogene Kieselsäure direkt aus Quarz hergestellt werden kann. Der Entwicklungspartner PyroGenesis hat die Betriebsdaten nun detailliert ausgewertet. Das Management will nun den Bau einer 1.000-Tonnen-Kommerzialisierungsanlage vorantreiben und führt dazu Gespräche mit Interessenten. Neuigkeiten dazu werden im zweiten Halbjahr erwartet. Mit dem Riesen Evonik arbeitet bereits HPQ Silicon zusammen. Die Deutschen evaluieren, ob das kostengünstigere und CO₂-arme Material von HPQ den strengen Spezifikationen und Qualitätsstandards von Evonik entspricht. Das Unternehmen ist im Bereich pyrogener Kieselsäure einer der weltweit größten Anbieter.

    CEO Bernad J. Tourillion hat das Geschäftsmodell und die Strategie von HPQ Silicon auf der IIF vorgestellt:

    https://www.youtube.com/watch?v=V6FO2uPdQLI

    Die Aktie von HPQ Silicon kommt aktuell auf einen Börsenwert von umgerechnet etwa 40 Mio. EUR. Seit dem Jahreshoch im Februar hat sie im Zuge des schwierigen Börsenumfelds rund ein Viertel ihres Werts verloren. Für langfristig orientierte Anleger bietet sich somit die Gelegenheit, hier günstig einzusammeln. HPQ plant in den kommenden 18 Monaten seine Technologien zu kommerzialisieren.

    ARM Holdings: Zeit für den Rebound?

    Die Aktie von ARM Holdings wurde in diesem Jahr ganz schön gehypt. In der Spitze konnte sich der Titel des Chip-Entwicklers mehr als verdreifachen – binnen weniger Monate. Doch was stark steigt, kommt auch zurück. Und diese Börsenweisheit bewahrheitete sich nun. Das Papier hat sich vom Allzeithoch etwa halbiert.
    Operativ läuft es bei den Briten aber weiterhin top. Die aktuellen Treiber sind die hohen und wachsenden Einnahmen durch Royalties bei der Armv9-Architektur sowie Arm Compute Subsystems (CSS) in KI-Rechenzentren und Smartphones. Im gerade abgelaufenen ersten Geschäftsquartal (gebrochenes Geschäftsjahr) wies man einen Nettogewinn von 270 Mio. USD aus, ein Plus von 136,8 % gegenüber dem Vorjahr. Der operative Cashflow stieg mit +171,7 % auf 902 Mio. USD sogar noch stärker. Mit den Zahlen schlug das Unternehmen die Erwartungen des Marktes deutlich.
    Der Absturz der Aktie kann daher auf zwei Hauptgründe zurückgeführt werden. Zum einen war die Bewertung inzwischen extrem. Zwar ist ARM der führende Anbieter für die Architektur von Chips und profitiert extrem vom KI-Boom, andererseits liegt das Forward-KGV selbst auf dem nun niedrigeren Niveau im dreistelligen Bereich. Die Schätzungen der Analysten zeigen eine große Bandbreite. Zum anderen hatte sich das Umfeld für KI-Aktien zuletzt deutlich verdüstert. Viele gehypte Titel wie SanDisk, Micron oder SK Hynix mussten erhebliche Abverkäufe verkraften. Rein charttechnisch sieht es für den Sektor und ARM noch nicht wieder gut aus. Daher ist der Zeitpunkt, um auf eine Gegenbewegung zu setzen, noch nicht gekommen.


    Fazit: SAP hat die Märkte positiv überrascht und könnte nun wieder in die Spur kommen. Auch die Bewertung erscheint attraktiv. Bei HPQ geht es in Sachen Kommerzialisierung nun in die heiße Phase. Die Aktie ist in diesem Umfeld ebenfalls zurückgekommen und bietet Chancen. Bei ARM Holdings wurde viel Luft herausgelassen, dennoch ist die Aktie noch extrem teuer. Auch charttechnisch spricht noch nicht viel für eine Gegenbewegung.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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