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16.07.2026 | 04:30

Das Methan-Puzzle: Zefiro Methane, BP und Siemens Energy vor der nächsten Wachstumswelle?

  • Methan
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  • Klimawandel
  • Öl und Gas
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Lange Zeit wurde die Energiewende nach dem Motto betrachtet, fossile Energieträger raus, Wind und Solarenergie rein. Doch die Realität erweist sich als deutlich komplexer. Während der Strombedarf durch Rechenzentren künstliche Intelligenz und Elektrifizierung explodiert, wird Gas weltweit zunehmend als unverzichtbare Brücke betrachtet. Gleichzeitig wächst der politische und wirtschaftliche Druck die klimaschädlichen Methan-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette drastisch zu reduzieren. Hier positioniert sich Zefiro mit der Stilllegung alter Öl- und Gasquellen in den USA, deren Methanemissionen erhebliche Umwelt- und Klimabelastungen verursachen und adressiert damit einen Milliardenmarkt.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , BP PLC DZ/1 DL-_25 | DE0008618737 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , BP PLC DL-_25 | GB0007980591

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Inhaltsverzeichnis:


    Zefiro Methane – Die nächste Wachstumsstufe ist gezündet

    Mit der jüngsten Unternehmensmeldung katapultiert sich das kanadische Unternehmen in neue Wachstumsdimensionen. Zefiro Methane adressiert ein großes klima- und letztlich auch gesellschaftspolitisches Thema. Mehr als 2 Mio. verwaiste Öl- und Gaslöcher in den USA stoßen große Mengen an Methan aus. Dieses ist zigfach klimaschädlicher als CO2. Mit politischem Rückenwind und milliardenschweren Förderprogrammen profitiert die Gesellschaft von den Potenzialen eines Marktes, der auf rund 500 Mrd. USD geschätzt wird.
    Das Geschäftsmodell basiert auf mehreren Säulen. Dazu zählen die Sanierung und Stilllegung alter Bohrlöcher, häufig finanziert über staatliche Programme. Hinzu kommt die Vermessung von Methanemissionen für u.a. Behörden und Unternehmen. Extrem spannend, da hochmargig, ist der Bereich Zertifikate. Vermiedene Emissionen können so monetarisiert werden.
    In den letzten Monaten meldete die Gesellschaft eine Reihe von neuen Aufträgen. Im per Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr dürften die Kanadier über 40 Mio. USD an Umsatz gemacht haben. Im Zuge einer erfolgten Übernahme kommen rund weitere 10 Mio. USD jährlich oben drauf.
    Nun hat Zefiro den Ritterschlag erhalten und wird bevorzugter Dienstleister der Well Done Foundation für die Stilllegung verwaister Öl- und Gasbohrungen in den USA. Damit können die Kanadier schnell in andere Umsatzregionen wachsen. Zum Auftakt übernimmt Zefiro die Verfüllung von 10 Bohrlöchern im US-Bundestaat Oklahoma. Dieser erste Auftrag ist lediglich der Anfang, es sollen weitere rund 60 Bohrlöcher folgen. Die Gesellschaft wird in Oklahoma zudem einen eigenen Standort aufbauen. Nach Unternehmensaussagen ist Ohio einer der attraktivsten Standorte des Landes, um hochwertige Carbon Credits zu generieren.
    Die Well Done Foundation gehört zu den bekanntesten Akteuren in der Branche und ist in 18 Bundesstaaten aktiv. Damit öffnet sich für Zefiro der Zugang zu bisher nicht bedienten Regionen. Wichtig ist zudem der langfristige Charakter der Zusammenarbeit.
    Spannend ist das Wachstumsfeld rund um die sogenannten Hyperscaler, also Betreiber großer KI- und Cloud-Rechenzentren. Hier führt die Well Done Foundation Gespräche mit den großen Branchenvertretern. Um weiter zu wachsen, halten die Kanadier immer die Augen nach weiteren Übernahmen offen.

    BP – Moderate Bewertung

    Noch vor wenigen Jahren wollten die Briten Vorreiter der Energiewende werden. Milliarden flossen in Windparks, Wasserstoff und Ladeinfrastruktur. Die Börse honorierte den Kurswechsel jedoch nicht. Das Management passte daraufhin konsequent die Strategie an und konzentrierte sich auf hochprofitable Öl- und Gasprojekte, einen konsequenten Schuldenabbau und strikte Kapitaldisziplin.
    Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die zuletzt gestiegenen Öl- und Gaspreise spielen dem Konzern in die Karten. Die Aktie hat seit Jahresbeginn über 15 % zugelegt und weist immer noch eine moderate Bewertung auf. Das KGV im laufenden Geschäftsjahr liegt bei 7,7 und steigt für 2027 auf 10,1 an. Zusätzlich attraktiv ist die Dividendenrendite von rund 5 %. Dennoch bescheinigen Analysten dem Titel lediglich ein Aufwärtspotenzial von rund 15 %.
    Aber auch Methan ist für den Konzern ein Thema, denn jede vermiedene Emission verbessert gleichzeitig Klimabilanz und Wirtschaftlichkeit. BP investiert deshalb kontinuierlich in Überwachungstechnologien, digitale Leckerkennung und modernste Infrastruktur.

    Siemens Energy – Umbenennung in Omterra geplant

    Die Nachfrage nach den Produkten von Siemens Energy ist ungebrochen. Netzbetreiber investieren Milliarden in den Ausbau der Strominfrastruktur, um erneuerbare Energien, Rechenzentren und neue Industrieanlagen anzuschließen. Gleichzeitig erleben moderne Gaskraftwerke eine Renaissance, da sie als flexible und grundlastfähige Ergänzung zu Wind und Solarenergie benötigt werden.
    Der Konzern meldete zuletzt Rekordniveaus bei Auftragseingang und Auftragsbestand. Rekorde verzeichnete auch die Aktienkursentwicklung. Aktuell notieren die Anteilsscheine mit rund 150 EUR vom Allzeithoch entfernt. Die Gesellschaft ist mit rund 133 Mrd. EUR bewertet.
    Analysten formulieren im Durchschnitt ein Kursziel von 197 EUR, was einem Aufwärtspotenzial von knapp 30 % entspricht. Die langfristigen Wachstumstreiber sind nach Einschätzung der Experten intakt. Was zuletzt zu einem Kursdebakel bei IBM führte, stärkt Player wie Siemens Energy. Das Ausgabeverhalten der Kunden hat sich massiv verändert. Server, Speicher und Chips sind nun Investitionsschwerpunkte und nicht mehr Software und Service.
    Der Konzern will sich künftig in Omterra umbenennen. Dies hat auch einen wirtschaftlichen Effekt. Die Lizenzgebühren für die Nutzung des Namens Siemens entfallen und dies wirkt sich positiv auf die Marge aus.

    Fazit

    Zefiro ist ein renommierter Player in einem Markt, in dem nicht viele Unternehmen positioniert sind. Die jüngste strategische Partnerschaft hebt die Gesellschaft auf ein neues Wachstumsniveau. All das macht den Titel extrem spannend. Siemens Energy schwimmt ebenso auf einer Erfolgswelle im Rahmen eines Megatrends. Der BP-Aktie trauen Analysten kein großes Kurspotenzial zu. Eine Dividendenrendite von rund 5 % ist aber auch nicht das schlechteste.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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    Unsichtbar, hochgefährlich für das Klima und streng reguliert. Methan rückt immer stärker in den Fokus von Politik und Börse. Die europäischen Öl- und Gasgiganten Shell und BP trotzen derweil weltweiten Konjunktursorgen, geopolitischen Turbulenzen und steigenden Nachhaltigkeitsauflagen. Mit den jüngst vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal untermauern beide Konzerne ihre Rolle als zuverlässige Cash-Maschinen. Für Anleger bedeutet das prall gefüllte Töpfe für Ausschüttungen und Aktienrückkäufe. Der Green-Tech-Spezialist Zefiro Methane setzt hingegen bei einem massiven Problem an, welches die Branche verschuldet hat und wandelt es in ein hochrentables Geschäftsmodell um. Über zwei Millionen verwaiste Öl- und Gasbohrlöcher (Orphan Wells) stoßen allein in den USA unkontrolliert Methan aus. Methan ist für rund 30 % des globalen Temperaturanstiegs verantwortlich und weist in einem Zeitraum von 20 Jahren eine rund 80-mal stärkere Erwärmungswirkung auf als Kohlendioxid. Milliardenschwerere Regierungsprogramme adressieren das Problem. Zefiro Methane hat sich in diesem mit rund 500 Mrd. USD schweren Markt exzellent positioniert. Die Anteilsscheine besitzen nach Meinung von Analysten ein Kurspotenzial von über 200 %.

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