Menü schließen




30.12.2024 | 05:55

dynaCERT, Mercedes-Benz und Volkswagen: Drei Strategien der Mobilitätswende

  • Volkswagen
  • Energiewende
  • Wasserstoff
  • LATAM
Bildquelle: pixabay.com

Die Automobilindustrie befindet sich in einem einzigartigen Wandel: innovative Technologien lassen neue Märkte entstehen, etablierte europäische Hersteller kämpfen mit verschärften Umweltauflagen. Das kanadische Unternehmen dynaCERT bietet mit seiner HydraGEN™-Technologie eine anwendbare Übergangslösung: Die zuschaltbare Nachrüstung von herkömmlichen Dieselmotoren mit Wasserstofftechnologie ermöglicht deutlich geringere CO2-Emissionen. Ideal für Logistik, Schifffahrt und Bergbau. So kann sich dynaCERT über gewinnbringendes Neugeschäft im mexikanischen Bergbau freuen. Für Mercedes-Benz ist Mexiko ebenfalls das Mobilitätsland der Zukunft. Das Unternehmen hat dort mit seinem Busgeschäft neue Rekorde verzeichnet und dominiert den Sektor. Im Gegensatz dazu leidet der deutsche Autobauer Volkswagen am Heimatstandort unter der mangelnden Nachfrage an Elektromobilität. Mit einem Abbau von 35.000 Stellen will er die drohende Schieflage abwenden. Wo Investoren jetzt hinschauen sollten.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT expandiert global mit HydraGEN™-Technologie

    Weltweit tüfteln Ingenieure in Automobilkonzernen an energieeffizienten Antriebslösungen für PKW und LKW. So richtig will die Elektromobilität in manchen Ländern nicht in Fahrt kommen, was zum großen Teil an mangelnder Infrastruktur liegt, wie z. B. in Deutschland. Doch das kanadische Unternehmen dynaCERT mit deutscher Führungskraftverstärkung scheint mit seiner Überbrückungstechnologie genau ins Schwarze zu treffen.

    Dazu bietet dynaCERT speziell für Dieselmotoren ein zuschaltbares Wasserstoffsystem namens HydraGEN™. Das System wird an bereits verbaute Dieselmotoren angefügt und kann bei Bedarf hinzugeschaltet werden. Der HydraGEN™-Bausatz sorgt durch die Einspritzung von Wasserstoff und Sauerstoff in den Lufteinlass des Dieselmotors für eine erhebliche Reduktion des Kraftstoffverbrauchs. Zugleich wird die Effizienz des Motors gesteigert. Bisherige Tests haben ergeben, dass die dynaCERT-Technologie damit den CO2-Ausstoß von umgerüsteten Dieselmotoren um rund 86 % senken kann.

    Der Vorteil liegt auf der Hand: bisherige Infrastrukturen können weiter genutzt werden und durch die Zuschaltung der HydraGEN™ Technologie zur Reduktion von CO2 beigetragen, ohne kostspielige Flottenwechsel, deren Konstenintensivität so manche Bilanz von z. B. Logistikunternehmen durcheinanderbringen könnte.

    Neben Logistik findet die HydraGEN™ Technologie zudem Einsatz in der Bergbau-Industrie, in der Schifffahrt, im Bauwesen und in der Agrarwirtschaft. Die vielseitigen Möglichkeiten machen es besonders für langfristig orientierte Investoren interessant. In Australien hat dynaCERT bereits mehrere Einheiten an Bergbaukunden geliefert. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in Brasilien und Peru sind weitere Systeme bestellt worden. Das Unternehmen freut sich über die steigende Nachfrage, insbesondere aus der Öl-, Gas- und Bergbau-Industrie. Bestellungen erfolgen derzeit aus Westkanada, Texas und Mexiko.

    Mercedes-Benz Autobusse festigen Marktführerschaft in Mexiko

    Deutsche Unternehmen orientieren sich stark an ihren internationalen Standorten, um das Geschäft weiter aufrechtzuerhalten. Während im eigenen Land aufgrund horrender Wirtschftspolitik immer mehr Stellen besonders in der Automobilindustrie gestrichen werden, scheint Lateinamerika mit Fokus Mexiko besonders lukrativ: Der Busbereich von Mercedes-Benz verzeichnet dort ein Rekordjahr. Mit mehr als 4.100 verkauften Einheiten bis Ende 2024 hat das Unternehmen dort einen Marktanteil von rund 45 % erreicht. Allein von Januar bis November 2024 wurden 3.771 Busse ausgeliefert, was die führende Position des Unternehmens im mexikanischen Markt hervorhebt. In Mexiko leben rund 137,2 Mio. Menschen. Täglich nutzen mehr als 40 Mio. Bürger in Mexiko Busse von Mercedes-Benz für ihre Reise.

    Ebenfalls erfolgreich hat sich das mexikanische Finanzierungsgeschäft des Konzerns entwickelt. Die Daimler Truck Financial Services konnte 2024 mehr als 2.300 Einheiten finanzieren – ein Wachstum von 55 % gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht einem Finanzierungsvolumen von über 5 Mrd. Pesos (ca. 236,5 Mio. EUR), wobei drei von fünf verkauften Mercedes-Benz-Bussen über die konzerneigene Finanzierungsgesellschaft finanziert wurden.

    Diese positive Entwicklung ist das Ergebnis einer fünfjährigen Strategie, die besonders während der Pandemie wichtige Veränderungen im Markt berücksichtigte. Dies bekräftigt Raul Gonzalez, Director of Bus Sales, Marketing and After Sales bei Mercedes-Benz. Der Bussektor wandelt sich dabei zunehmend von einzelnen Busbetreibern hin zu professionellen Verkehrsunternehmen, die das umfassende Service- und Wartungsangebot von Mercedes-Benz über das landesweite Händlernetz schätzen.

    Europas Autobranche in der Krise: Rückläufige Neuzulassungen und massive Umstrukturierung bei Volkswagen

    Der europäische Automarkt schwächelt weiter. Im November 2024 gingen laut ACEA die Neuzulassungen in der EU um 1,9 % auf 869.816 Fahrzeuge zurück. Besonders deutlich ist der Rückgang in Frankreich mit minus 12,7 % und in Italien mit minus 10,8 %. Auch der wichtige Zukunftsmarkt der Elektrofahrzeuge zeigt Schwächen: Die Verkäufe von reinen E-Autos sind um 9,5 % auf 130.757 Einheiten gesunken, wobei Deutschland und Frankreich mit jeweils über 20 % Rückgang besonders betroffen sind.

    Volkwagen bekommt den Druck auf eine besondere Art zu spüren. Der Autobauer wird in den nächsten fünf Jahren seine Produktionskapazität in Deutschland um 700.000 Fahrzeuge verringern. Neben der neuesten Panne - einem Datenleck von rund 80.000 Fahrzeugen, die an Unbefugte ihren Standort weitergeben, streicht der Konzern 35.000 Stellen. Von den derzeit 130.000 Arbeitsplätzen bleiben also 95.000.

    Volkswagen betont, dass der Stellenabbau sozialverträglich erfolgen soll. Auch das Management muss Einschnitte hinnehmen: Rund 4.000 Führungskräfte müssen in den Jahren 2025 und 2026 Gehaltseinbußen von 10 % hinnehmen, was hauptsächlich durch eine Kürzung der Boni erreicht werden soll. Ein leichter Hohn gegenüber den 35.000 Arbeitsplätzen, die wegfallen.

    Europas Automobilhersteller warnen zudem vor drohenden Milliardenstrafen durch verschärfte CO2-Grenzwerte ab 2025. Der Präsident des europäischen Automobilherstellerverbands ACEA und Renault-CEO Luca de Meo fordert von der EU-Kommission noch in diesem Jahr klare politische Aussagen zur Unterstützung der Branche. Ohne diese Klarheit riskiere die Autoindustrie bis zu 16 Mrd. EUR an Investitionskapazität – sei es durch Strafzahlungen, Produktionskürzungen, Kooperationen mit ausländischen Wettbewerbern oder den verlustbringenden Verkauf von Elektrofahrzeugen.


    dynaCERT sorgt mit seiner HydraGEN™-Technologie für eine nachhaltige Transformation bestehender Dieselflotten. Ob Logistik, Schifffahrt oder Bergbau, die patentierte Nachrüstlösung ermöglicht eine erhebliche CO2-Reduktion - ohne kompletten Flottenaustausch. Das spart Kosten, steigert die Effizienz der Motoren und ist besonders in Ländern wie Mexiko beliebt. Die globale Expansion und wachsende Auftragslage deuten auf ein vielversprechendes Geschäftsmodell hin, das Investoren genauer unter die Lupe nehmen sollten. Mercedes-Benz kann sich dank seines Busgeschäftes in Mexiko über die dortige Marktführerschaft mit einem Anteil von 45 % freuen. Mit verkauften Einheiten im vierstelligen Bereich in diesem Jahr dominiert das Stuttgarter Unternehmen den dortigen Busmarkt. Zusätzlich sorgen das Finanzierungsgeschäft und die strategische Anpassung an Marktveränderungen für weiteres Wachstum, während in Europa das Geschäft aufgrund starker Umweltauflagen schwächelt. Genau unter diesem Umweltdruck streicht Volkswagen in Deutschland 35.000 von 130.000 Arbeitsplätzen. Das Drosseln der Produktion um 700.000 Fahrzeuge und aktuelle technische Probleme wie das Datenleck von 80.000 Fahrzeugen, die jedem den aktuellen Standort des Fahrzeugs mitteilen, zeichnen ein wenig hoffnungsvolles Bild. Als symbolischer Akt wirkt zudem die Gehaltskürzung vom Management, was zu einer Einsparung von 10 % führt. Ein Ende der Transformation mit Abwärtstrend ist für die Wolfsburger noch nicht in Sicht.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 29.05.2026 | 05:30

    Cleantech-Unternehmen auf der Überholspur! Wie weit laufen die Kurse von Pure One, Nel und Plug Power noch?

    • Wasserstoff
    • Elektromobilität
    • Energie
    • Öl und Gas

    Das hohe Preisniveau von Öl- und Gas im Zuge des Iran-Konflikts verleiht Aktien von Cleantech-Unternehmen weiterhin deutlichen Rückenwind. Die Papiere von Nel und Plug Power haben zuletzt deutlich zugelegt, auch wenn Analysten dieser Entwicklung mehrheitlich skeptisch gegenüberstehen. Aber wie heißt es so schön: der Markt hat immer recht. Wenn die Analysten von Trim Capital recht haben, sollten Anleger Pure One auf dem Zettel haben. Die Experten trauen dem australischen Cleantech-Unternehmen in den nächsten beiden Jahren eine Umsatzvervielfachung zu und bescheinigen den Anteilsscheinen Tenbagger-Potenzial.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 29.05.2026 | 05:10

    Aixtron, AHT Syngas Technology, Micron - KI und Energie treiben die nächste Kurswelle

    • Wasserstoff
    • KI
    • Energiespeicher

    Der globale KI-Boom entfacht derzeit eine neue Investitionswelle in den Bereichen Halbleiter, Energieversorgung und moderne Infrastruktur. Während der Ausbau riesiger Rechenzentren den Bedarf an Hochleistungschips und stromsparenden Spezialbauteilen explodieren lässt, profitieren auch Anbieter für dezentrale Energielösungen und Wasserstofftechnologien von der wachsenden Nachfrage nach autarker Versorgung. Gleichzeitig treiben langfristige Lieferverträge und Milliardeninvestitionen die nächste Wachstumsphase der Chipindustrie an. Die Kombination aus KI, Elektrifizierung und Versorgungssicherheit entwickelt sich damit zu einem gewaltigen Megatrend mit enormem Potenzial für Technologie-, Energie- und Cleantech-Unternehmen weltweit.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 19.05.2026 | 05:00

    Probleme beim Wasserstoff-Netz: Was Linde und BASF von A.H.T. Syngas lernen können

    • Wasserstoff
    • dezentrale Energieversorgung
    • Industrie
    • Klimaziele

    Die „grüne“ Transformation der europäischen Chemieindustrie droht zu scheitern. Zwar genehmigte die Bundesnetzagentur das deutsche Wasserstoff-Kernnetz, welches zwischen 2025 und 2032 schrittweise auf 9.040 km Wasserstoffleitungen anwachsen soll, doch der tatsächliche Hochlauf der wichtigen Wasserstoff-Trasse gelingt nicht wie geplant. Ohne den schnellen Ausbau zentraler Pipelines ist die Transformation der Industrie jedoch kaum möglich. Während die Infrastruktur auf sich warten lässt, verschärft sich der regulatorische Druck durch die europäische RED-III-Richtlinie. Da es bei den großen Pipelines nicht vorangeht, sind energieintensive Industriekonzerne gezwungen, sich anderweitig aufzustellen. Dezentrale Lösungen bieten sich an. Das innovative Unternehmen A.H.T. Syngas könnte für Industrie und Investoren gleichermaßen interessant werden.

    Zum Kommentar