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30.12.2019 | 05:45

E.ON, EnBW oder RWE - wer saniert Deutschland nach Merkel?

  • Planwirtschaft
Bildquelle: pixabay.com

Die Planwirtschaft ist de facto das Gegenteil von Marktwirtschaft. Bei der Marktwirtschaft entscheidet der freie Markt, was in welcher Menge und Art an Produkten und Dienstleistungen erstellt und angeboten wird. Bei der Planwirtschaft gibt der Staat vor, was in welchen Zeiträumen wie umgesetzt wird - oder besser gesagt: umgesetzt werden soll. Der Nachteil der Planwirtschaft ist, dass die Umsetzung der Pläne oft nur mangelhaft und mit Verzögerungen umgesetzt werden. In der Vergangenheit haben kommunistische Regierungen mit dem System der Planwirtschaft gearbeitet, aber aufgrund der Erfolglosigkeit sind die Staaten wirtschaftlich gescheitert. Unter der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel werden zunehmend Muster der Planwirtschaft erkennbar und die wirtschaftlichen Herausforderungen nehmen exponentiell zu. Mit dem Jahreswechsel verschärfen sich die Probleme unter anderem im Energiesektor.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. | Autor: Mario Hose
ISIN: DE000ENAG999 , DE0007037129 , DE0005220008

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Der Autor

Mario Hose

In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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Neues Jahr, höhere Kosten

Der deutsche Staat erhebt im Zusammenhang mit der zentral gesteuerten Energiepolitik Abgaben, Steuern und Umlagen und diese machen derzeit einen Anteil von 53,8% der Gesamtkosten aus. Im Detail werden neben der Stromsteuer, die Konzessionsabgaben an die Kommunen erhoben. Hinzu kommen die Abgaben, die sich aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), der §19-NEV-Umlage, der §18-AbLaV-Umlage, der Offshore-Netzumlage und der Mehrwertsteuer ergeben.

Darüber hinaus kommen mit 23,5% noch die Gebühren für die Nutzung der Stromnetze hinzu. Dem Versorger bleiben für den tatsächlichen Strom 22,8% - eine planwirtschaftliches Umverteilungsmonster ist entstanden wie es auf der Welt einmalig und kaum zu erklären ist. Im Jahr 2020 werden Strompreiserhöhungen im Durchschnitt von über 5% erwartet, aber es gibt auch Anbieter in Deutschland, die Erhöhungen von über 18% angekündigt haben.

Populismus oder überraschendes Umweltbewusstsein?

Kanzlerin Angela Merkel hat im Oktober 2010 die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke beschlossen und damit den bereits verabschiedeten Ausstieg bis 2021 der Rot-Grünen Bundesregierung gekippt. Die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke sah vor, dass E.ON, EnBW und RWE bis über das Jahr 2030 hinaus CO2-neutrale Atomenergie erzeugen dürfen. Rund ein halbes Jahr später, am 15. März 2011 kassierte die Bundeskanzlerin diese Entscheidung wieder und verhängte ein Moratorium, das zum Atomgesetz führte und die Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke bis 2022 besiegelte.

Der plötzliche und folgenschwere Sinneswandel kam nach einem Nuklearunfall im 9.000 Kilometer entfernten Japan. Deutschland stand damals mit dieser Entscheidung gegen Atomenergie im weltweiten Fokus des öffentlichen Interesses. Mittlerweile laufen in Japan wieder die Atomkraftwerke, nur die deutsche Bundesregierung blieb bei ihrer Entscheidung. Derzeit sind circa 450 Atomkraftwerke in Betrieb, 54 neue werden gebaut und 120 sind geplant. Immer mehr Länder wie zuletzt Bangladesch, die Türkei oder die Vereinigten Arabischen Emirate steigen in die Nutzung der modernen Kernenergie ein, um Klima und Umwelt zu schützen. E.ON, EnBW und RWE müssen zuschauen.

Stromkosten werden zum Standortnachteil

Die freie Planung der Energie-Wirtschaft wurde durch das Atomgesetzt aus August 2011 massiv eingeschränkt. Die betriebswirtschaftliche Organisation der Unternehmen wurde die Laufzeitverkürzung stark verändert - mit dramatischen Folgen für die Kunden und Investoren. Private Haushalte bezahlen in Deutschland für Strom im Jahr 2019 circa 0,305 EUR pro Kilowattstunde und somit weltweit die höchsten Preise. Im Jahr 2000 lagen die Kosten pro Kilowattstunde noch bei 0,14 EUR.

Für den deutschen Mittelstand wird die Energieversorgung zunehmen zum Standortnachteil im internationalen Wettbewerb. Vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung bis zum Jahr 2030 sieben Mio. Elektroautos auf deutschen Straßen sehen möchte, bleibt offen, woher die zusätzliche Angebot von sauberer und CO2-neutraler Energie kommen soll. Möglicherweise schließt Atomstrom aus Frankreich die Lücke? Atomkraftwerke sind hinter Wasserkraftwerke weltweit die zweitgrösste Quelle von CO2-armer Stromversorgung. Sie hat das Potenzial, den steigenden Strombedarf zuverlässig zu konkurrenzfähigen Preisen zu decken und dabei gleichzeitig Umweltfreundlich zu sein.

Wer saniert Deutschland nach Merkel?

Der Strom in Deutschland besteht zu circa 40% aus erneuerbaren Energien, also Solar, Wasser und Wind. Bis zum Jahresende kommen weitere 13% aus CO2-neutralen Atomkraftwerken und der Rest kommt aus Braunkohle-, Gas- und Steinkohle-Kraftwerke. Wie Deutschland seinen ehrgeizigen Zielen nachkommen möchte, bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 1990 den CO2 Ausstoß um 55% zu reduzieren, bleibt wohl ein Geheimnis der Planwirtschaft des Kanzleramtes.

Deutschland stand bereits im Juni 2019 dreimal kurz vor einem Zusammenbruch des Stromnetzes, einem Blackout, der gravierende Folgen gehabt hätte. Geldautomaten und Kassen könnten nicht mehr abrechnen, Mobilfunknetze brechen zusammen, Ampeln fallen aus und in Mastbetrieben müssten Tiere sterben, weil nicht von Hand gefüttern werden könnte. Bundeskanzlerin Merkel wird im Jahr 2021 nicht erneut kandidieren. Es bleibt spannend, wer bereit sein wird, das schwierige Erbe anzutreten und wichtiger, auch erfolgreich zu managen. Realitätsfernes Wunschdenken könnte Deutschland früher oder später in den Ruin treiben - wie einst die DDR.


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