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07.05.2025 | 05:50

Evotecs KI-Goldgrube, Defence Therapeutics Milliarden-Märkte, Novo Nordisks Diät-Revolution: So verdienen Anleger mit

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Die Gesundheitsbranche befindet sich im Umbruch. Algorithmen beschleunigen die Arzneimittelforschung um Jahre, Milliarden fließen in personalisierte Therapien, und Börsen feiern Biotech-Aktien. Doch diesmal geht es nicht um kurzfristige Hypes – die nächste Ära der Medizin wird durch Unternehmen geprägt, die Technologie und Biologie verschmelzen. Während KI-basierte Plattformen Wirkstoffkandidaten in Rekordzeit identifizieren, drängen Pioniere mit bahnbrechenden Ansätzen in Onkologie, Immunologie und Stoffwechselerkrankungen vor. Drei Namen stechen dabei heraus: Evotec, Defence Therapeutics und Novo Nordisk.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , NOVO NORDISK A/S | DK0062498333

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Inhaltsverzeichnis:


    Evotec – 1. Quartal 2025

    Evotec SE präsentierte für das 1. Quartal einen Konzernumsatz von 200 Mio. EUR, der leicht über den Erwartungen lag. Während das Shared-R&D-Segment mit einem Umsatzrückgang von 9 % auf 140,6 Mio. EUR kämpfte legte die Biologics-Sparte um 11 % auf 59,4 Mio. EUR zu. Das bereinigte EBITDA sank auf 3,1 Mio. EUR während es im Vorjahr noch bei 7,8 Mio. EUR lag, blieb jedoch aufgrund effizienter Projektsteuerung im Plan. Trotz eines anhaltend schwachen Umfelds in der frühen Wirkstoffforschung bekräftigte das Unternehmen seine Prognose für 2025, die ein Umsatzwachstum auf 840 – 880 Mio. EUR und eine EBITDA-Verbesserung auf bis zu 50 Mio. EUR vorsieht.

    Diese Zuversicht ist möglicherweise auf den Schlüsselerfolg in der strategischen Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb (BMS) im Bereich Proteinabbau-Technologien zurückzuführen. Wissenschaftliche Durchbrüche bei „Molecular Glues“, Wirkstoffe für bisher unheilbare Krankheiten, lösten Zahlungen von 75 Mio. USD aus. Parallel stärkt die Biologics-Sparte ihre Rolle als skalierbarer Technologieanbieter, unterstützt durch eine Förderung der koreanischen Regierung für Antikörpertherapien gegen Lungenerkrankungen. Diese Initiativen unterstreichen Evotecs Fokus auf hochwertige Dienstleistungen und operative Exzellenz, um in volatilen Märkten zu bestehen.

    Der Konzern plant eine strategische Neuausrichtung. Das Projektportfolio soll um ein Drittel verkleinert werden, nicht-kernrelevante Beteiligungen werden abgestoßen, und bis 2028 werden Kosteneinsparungen von 50 Mio. EUR angestrebt. Im Fokus bleibt einerseits weiterhin die KI-gestützte Entwicklung von Wirkstoffen und andererseits der Biologics-Bereich. Langfristig peilt das Unternehmen ein durchschnittliches jährliches Umsatzplus von 8 – 12 % an, kombiniert mit einer operativen Gewinnmarge (EBITDA) über 20 %. Diese Maßnahmen sollen aktuelle Schwierigkeiten überwinden helfen. Nach der Bekanntgabe rutschte die Aktie zunächst auf 6,77 EUR ab, konnte sich aber zuletzt auf 7,25 EUR erholen.

    Defence Therapeutics - neue Allianzen und Technologie

    Defence Therapeutics intensiviert seine Forschung an präzisen Krebstherapien durch eine neu angekündigte Partnerschaft mit Canadian Nuclear Laboratories (CNL). Gemeinsam soll die Wirkung des radioaktiven Isotops Actinium-225, dessen starke Alphateilchen-Stahlung zur Zerstörung von Krebszellen genutzt wird, mit der firmeneigenen Accum®-Technologie optimiert werden. Dieses innovative Verfahren zielt darauf ab, Wirkstoffe gezielt im Zellkern freizusetzen, anstatt dass das Medikament von biologischen Zellhindernissen gehemmt wird. Erste präklinische Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse. Durch die erhöhte Zielgenauigkeit könnten sowohl Medikamentendosen als auch typische Begleiterscheinungen der Therapie spürbar gesenkt werden, während die Wirksamkeit erhalten bleibt. Bei erfolgreicher Markteinführung eröffnet dies beträchtliches wirtschaftliches Potenzial in einem globalen Radiopharmazie-Sektor, dessen Volumen Experten bis 2033 auf rund 17 Mrd. USD prognostizieren.

    Unterstützung erfährt das Vorhaben durch die jüngste Personalentscheidung: Dr. Elias Theodorou übernimmt als Chief Operating Officer (COO) die strategische Leitung. Der Molekularbiologe bringt über 20 Jahre Erfahrung aus der Krebs- und Gentherapieforschung ein. Seine primäre Aufgabe wird die beschleunigte Kommerzialisierung der Accum®-Technologie in den USA sein, wobei der Fokus auf Antikörper-Wirkstoff-Kopplungen (ADCs) und nuklearmedizinischen Anwendungen liegt. Durch die Ansiedlung des Teams im Forschungscluster Boston erhofft sich das Unternehmen Synergien durch Kooperationen mit führenden Instituten – ein Schritt, der langfristig die Vorreiterrolle in der Krebsmedizin festigen soll.

    Das Unternehmen sichert sich parallel durch umfangreiche Patentzulassungen ab. Ein US-Patent für Accum®-Multimere läuft bis 2043 und schützt Schlüsseltechnologien wie AccuTOX® und ARM®-Therapien. Zusätzliche Schutzrechte in Singapur und bestehende Patente in Ländern wie Japan stärken die Verhandlungsposition bei Lizenzierungen. Kombiniert mit kürzlich eingeworbenen Mitteln und der Teilnahme an renommierten Branchenevents wie dem Biotech Showcase™ unterstreicht Defence seine Ambitionen, von der Forschung in die kommerzielle Umsetzung zu gehen. Die Weichen für Partnerschaften und Marktdurchdringung sind gestellt. In der Aktie war zuletzt ein deutlich gestiegenes Kaufinteresse zu beobachten. Derzeit notiert der Wert bei 1,00 CAD.

    Novo Nordisk – positive Wachstumsaussichten

    Neue Studienergebnisse von Novo Nordisk zeigen vielversprechende Entwicklungen. In der SOUL-Studie senkte das Präparat Rybelsus mit dem Wirkstoff Semaglutid das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Probleme um 14 % gegenüber einem Placebo. Die STRIDE-Studie untersuchte die Wirkung von Ozempic® bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und begleitenden Durchblutungsproblemen. Dabei ließ sich beobachten, dass sich die maximale Gehdistanz der Teilnehmenden um 13 % verbesserte. Diese Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit weist darauf hin, dass das Präparat nicht nur Stoffwechselprozesse beeinflusst, sondern auch alltagspraktische Aspekte wie Mobilität positiv unterstützen kann.

    Die Zukunftsaussichten des Unternehmens fallen robust aus. Experten rechnen in den Bereichen Diabetes- und Adipositas mit einem jährlichen Umsatzplus von rund 13,3 %. Dieser Wert liegt deutlich über den 6,5 %, die das Unternehmen vorweisen müsste, um die derzeitige Bewertung zu rechtfertigen. Das Unternehmen selbst ist noch optimistischer mit seinen Prognosen für 2025. Man geht sogar von einem Wachstumssprung zwischen 16 und 24 % aus, was die Anlegerzuversicht weiter festigen dürfte.

    Um Innovationen voranzutreiben, baut Novo Nordisk gezielt externe Kooperationen aus. Durch Partnerschaften wie mit Ascendis Pharma oder United Biotechnology erweitert der Konzern sein Forschungsspektrum – etwa durch neuartige Wirkstoffe oder innovative Verabreichungstechniken. Solche strategischen Allianzen stärken die Wettbewerbsfähigkeit, besonders im boomenden Markt für Gewichtsmanagement und Diabetes-Therapien. Langfristig soll diese Vernetzung sicherstellen, dass das Unternehmen seine führende Position behaupten kann. Ein Anteilsschein kostet momentan 60,50 EUR.


    Die Gesundheitsbranche transformiert sich durch die Verschmelzung von Technologie und Biologie. Evotec punktet mit strategischen Partnerschaften wie Bristol Myers Squibb im Bereich Proteinabbau und strebt trotz kurzfristigem EBITDA-Rückgang eine Margensteigerung auf über 20 % bis 2028 an. Defence Therapeutics revolutioniert mit der Accum®-Technologie und Actinium-225-Kombinationen die Radioonkologie, um den Milliardenmarkt für zielgerichtete Krebstherapien zu erobern. Novo Nordisk treibt mit Semaglutid-Erfolgen in kardiovaskulären Studien und Allianzen wie Ascendis Pharma das Wachstum im Diabetes-Adipositas-Sektor voran. Für Anleger bieten alle drei Player langfristiges Potenzial – als Pioniere einer präziseren, effizienteren Medizin.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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