23.02.2026 | 05:20
Pekings Silber-Bombe tickt: Silver Viper Minerals, Infineon und JinkoSolar im großen Gewinner-Check
Die Bühne für einen der spektakulärsten Rohstoffkonflikte des Jahrzehnts ist bereitet. Das sechste Jahr in Folge frisst die Nachfrage das Angebot bei Silber auf, doch diesmal hat der Engpass ein geopolitisches Gesicht. Pekings Exportbremse droht, den Silberhahn für die westliche Industrie bis zur Hälfte zuzudrehen. In diesem zerrissenen Markt zeigen drei Unternehmen, wie unterschiedlich die Strategien angesichts der Krise ausfallen können: Silver Viper Minerals setzt auf neue Funde in Mexiko, Infineon benötigt Silber, aber nur in geringem Ausmaß, und JinkoSolar treibt die Ablösung des Edelmetalls in der Produktion voran.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
SILVER VIPER MINER. CORP. | CA8283344098 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007
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Inhaltsverzeichnis:
"[...] Intern gehen wir davon aus, dass die Ressource deutlich wachsen wird, je tiefer wir abbauen. [...]" Dennis Karp, Executive Chairman, Manuka Resources
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Silver Viper Minerals - Mexiko-Explorer mit neuem Schwung
Silver Viper Minerals hat sich in den vergangenen Monaten strategisch neu aufgestellt und dafür auch am Markt Anerkennung erhalten. Die jüngste Aufnahme in den renommierten TSX Venture 50 Index unterstreicht die Dynamik, die das Unternehmen derzeit entfaltet. Gestärkt wird diese Position durch eine gut gefüllte Kriegskasse. Rund 17 Mio. CAD wurden zuletzt eingesammelt, um die Exploration in den beiden Kernprojekten La Virginia und Coneto forcieren zu können. Mit der Erweiterung des Führungsteams um erfahrene Finanz- und Technikexperten hat man zudem die Basis gelegt, um das gesteckte Wachstumstempo zu halten.
Das Herzstück der Aktivitäten bleibt La Virginia im Bundesstaat Sonora. Hier laufen bereits Bohrungen, um die bekannte Ressource von rund 154.000 Unzen Gold und knapp 7 Mio. Unzen Silber gezielt zu erweitern. Besonders spannend sind die neuen Zielzonen El Molino und El Oriental, wo Oberflächenproben vielversprechende Gehalte lieferten. Parallel dazu erschließt das kürzlich erworbene Coneto-Projekt in Durango ein zweites vielversprechendes Standbein. Das Areal mit über 40 historischen Gängen bringt eine abgeleitete Ressource von umgerechnet 538.000 Unzen Goldäquivalent mit und mit Fresnillo zugleich einen strategischen Großaktionär an Bord.
Dass sich der Fokus auf Silber auszahlt, zeigt der Markt. Die industrielle Nachfrage nach dem Edelmetall übersteigt das Angebot zunehmend, was für anhaltenden Preisdruck sorgt. Silver Viper sitzt mit seinen Projekten in einem der ergiebigsten Silbergürtel der Welt genau an der richtigen Stelle. Silver Viper bietet damit die seltene Kombination aus solidem Projektfundament, gut gefüllter Kriegskasse und einem günstigen Marktumfeld. Wer auf eine Fortsetzung des Silberbooms setzt und gleichzeitig an die Explorationskraft des Teams glaubt, bekommt hier die Chance, von den erwarteten Bohrerfolgen der kommenden Monate zu profitieren. Derzeit ist die Aktie für 1,77 CAD zu haben.
Infineon - der stille Gewinner im KI-Boom
Die jüngste Rallye des Silberpreises sorgt in der Industrie für Unruhe, bei Infineon können Anleger jedoch entspannt bleiben. Der Halbleiterkonzern verwendet das Edelmetall nur in sehr geringem Umfang, hauptsächlich in leitfähigen Pasten für spezifische Anwendungen. Während die globale Halbleiterindustrie jährlich immerhin 1.000 - 1.500 t Silber verbraucht setzt Infineon auf proprietäre Technologien wie Diffusionslötverfahren, die ohne Nano-Silber auskommen. Selbst wenn der Silberpreis weiter steigt, bleiben die Auswirkungen auf die Margen des Konzerns damit vernachlässigbar, ein klarer Vorteil gegenüber manchen Wettbewerbern in der Solarbranche.
Infineon ist solide ins Geschäftsjahr 2026 gestartet. Im 1. Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von 3,66 Mrd. EUR, das Segmentergebnis lag bei 655 Mio. EUR. Die Bruttomarge verbesserte sich auf beachtliche 43 %. Besonders erfreulich entwickelt sich das Geschäft mit KI-Lösungen, wo rund 1,5 Mrd. EUR Umsatz erwirtschaftet wurden und das bei weiter steigender Tendenz. Die Dynamik in diesem Bereich ist so stark, dass das Unternehmen seine Investitionen bereits nach oben korrigiert hat, um die Kapazitäten schneller auszubauen. Die Nachfrage ist derzeit weniger das Problem, als vielmehr die verfügbaren Fertigungskapazitäten.
Der Konzern reagiert auf den KI-Boom mit einer klaren Strategie. Die Investitionen wurden um 500 Mio. auf nun 2,7 Mrd. EUR aufgestockt, um den Bau der neuen Smart Power Fab in Dresden zu beschleunigen. Bereits im Sommer soll sie ans Netz gehen. Ergänzt wird die Wachstumsstrategie durch die Übernahme des Sensorportfolios von ams OSRAM für 570 Mio. EUR, das nahtlos in die neue Sensoreinheit SURF integriert wird. Für das Gesamtjahr rechnet Infineon mit moderatem Umsatzwachstum und einer Segmentmarge im hohen Zehnerbereich. Dieser Ausblick wirkt angesichts der ungleichen Erholung in den Endmärkten durchaus ambitioniert. Aktuell notiert die Aktie bei 45,14 EUR.

JinkoSolar - treibt Silber-Ausstieg voran
Die Photovoltaikbranche steht vor einem materialtechnischen Umbruch, der bei JinkoSolar besonders deutlich wird. Das Unternehmen forciert die Ablösung von Silber in der Zellmetallisierung, getrieben durch die explodierenden Edelmetallpreise. Allein 2025 stieg der Silberanteil an den Nicht-Silizium-Kosten auf 17 % – 2023 waren es noch drei Prozent. Für JinkoSolar wird das zum Problem, denn die eigenen TOPCon-Zellen benötigen besonders viel Silber. Die Lösung heißt Kupfer. Bereits Ende 2026 will der Konzern auf kupferbasierte Pasten umstellen, zunächst auf der Zellrückseite. Bis 2027 peilt das Management eine Reduzierung der Metallisierungskosten um über 80 % an. Damit folgt JinkoSolar dem Branchentrend, Wettbewerber wie Longi produzieren bereits silberfrei.
Während die Silbersubstitution langfristig wirkt, zeigt JinkoSolar im Tagesgeschäft taktisches Geschick. Die US-Tochter sicherte sich einen mehrjährigen Liefervertrag über 1 GW mit Nextpower, bei dem es um Stahlrahmen aus dem Werk in Florida geht. Das klingt unspektakulär, ist aber strategisch klug. Projektentwickler erhalten damit einen 6%igen Bonus bei der Berechnung des US-Fertigungsanteils, was direkte Steuervorteile nach dem Inflation Reduction Act bedeutet. Parallel dazu gewann das Unternehmen Aufträge in Großbritannien, Italien und Thailand für die neue Tiger-Neo-3-Serie. Die technologische Basis stimmt ebenfalls. Im Februar knackte eine 182-Millimeter-Zelle die 27 % Effizienzmarke, zertifiziert durch TÜV SÜD.
So vielversprechend die operative Entwicklung scheint, so deutlich zeigen sich die Belastungen durch den branchenweiten Preiskampf. Die Mehrheitsbeteiligung Jinko Solar Co. verbuchte für 2025 einen Nettoverlust zwischen 5,9-6,9 Mrd. CNY. Der Umsatz des Mutterkonzerns sank auf 92 Mrd. CNY, die Marge lag bei 9 %. Dabei lieferte JinkoSolar 2025 immerhin 99,6 GW aus. Die Analysten reagieren verhalten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 22 USD, die Mehrheit rät zum Halten oder Verkaufen. Der Blick richtet sich auf die Zahlen Ende März. Sie werden zeigen, ob der operative Schwung die finanziellen Baustellen überdecken kann. Momentan kostet eine Aktie 26,43 USD.
Während Pekings drohende Exportbremse den Silbermarkt fundamental verändert offenbaren sich klare Profiteure. Silver Viper Minerals positioniert sich mit soliden Mexiko-Projekten und voller Kriegskasse ideal für den erwarteten Preisboom. Infineon hingegen entkoppelt sich clever durch silberarme Technologien und profitiert stattdessen vom KI-Boom mit Rekordinvestitionen. JinkoSolar treibt die dringend nötige Silber-Substitution voran, kämpft aber mit den branchenweiten Verlusten. Die Krise zwingt zu Anpassungen und wer den Trend erkennt, kann von dieser spannenden Marktzerreißprobe profitieren.
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