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26.03.2026 | 05:30

thyssenkrupp mit grünem Stahl, Group Eleven im Rohstoffboom, NIO setzt Maßstäbe in der E-Mobilität – 3 Strategien für Anleger

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Globale Handelswege sind zur neuen Achillesferse der Industrie geworden. Geopolitische Spannungen, Frachtengpässe und ein verschärfter Wettbewerb um kritische Rohstoffe zwingen Unternehmen zu einer grundlegenden Neujustierung. Während etablierte Lieferketten brüchig werden bestimmt, die Frage der strategischen Versorgungssicherheit über Gewinner und Verlierer. Wie drei Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen, von der grünen Transformation über die kritische Rohstoffexploration bis hin zur intelligenten E-Mobilität, diese tektonische Verschiebung bewältigen, zeigt der Blick auf die Situationen von thyssenkrupp, Group Eleven Resources und NIO.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , GROUP ELEVEN RESOURCES CORP | CA39944P1018 | TSXV: ZNG , OTCQB: GRLVF , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061

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Inhaltsverzeichnis:


    thyssenkrupp - zwischen Fortschritt und Stillstand

    thyssenkrupp treibt seine Neuausrichtung voran, doch der größte Brocken bleibt zäh. Die Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal über einen Einstieg bei der kriselnden Stahlsparte kommen nicht vom Fleck. Arbeitnehmervertreter beklagen, dass ihr detaillierter Fragenkatalog seit Monaten unbeantwortet bleibt, ein schlechtes Zeichen für den Prozess. Konzernchef López hält dagegen die Öffentlichkeit bei Laune und betont, man mache die Sparte notfalls auch ohne Jindal zukunftsfest. Ob diese Ansage taktische Verhandlungshärte oder ernst gemeinter Plan B ist, bleibt offen. Die US-Investmentfirma Flacks Group hat bereits ihr Interesse als Alternative signalisiert.

    Das 1. Quartal zeigte ein überraschendes Bild. Trotz nachlassender Nachfrage und Umsatzrückgängen auf 7,2 Mrd. EUR stieg das bereinigte operative Ergebnis um 10 % auf 211 Mio. EUR. Das hauseigene Effizienzprogramm APEX zahlt sich aus, vor allem im Autozuliefer- und Werkstoffgeschäft. Unterm Strich steht jedoch ein Nettoverlust von 334 Mio. EUR, verursacht durch Rückstellungen für den Stahlumbau. Der Free Cashflow startete mit minus 1,5 Mrd. EUR erwartungsgemäß schwach ins Jahr, doch die Jahresprognose bleibt unverändert stehen.

    Zwei industrielle Entwicklungen verdienen Aufmerksamkeit. Ab 2026 beliefert thyssenkrupp Steel die BMW Group mit CO₂-reduziertem bluemint®-Stahl für Außenhaut und Batteriegehäuse des iX3. Das ist ein echter Nachweis für die Serienreife grüner Produkte. Parallel treibt die Karosserie-Tochter ihre Digitalisierung voran und ist der KI-Innovationsplattform IPAI beigetreten. Ziel sind intelligente, selbstlernende Fertigungslösungen mit kollaborativer Robotik. Diese Projekte zeigen, dass das Management unabhängig von Eigentümerfragen die technologische Zukunftsfähigkeit der Einzelteile aktiv gestaltet. Derzeit ist die Aktie für 8,224 EUR zu haben.

    Group Eleven Resources - wie aus einem Zinkprojekt ein polymetallischer Systemfall wird

    Lange galt das irische Explorationshaus Group Eleven Resources als Zink-Spezialist mit einer soliden, aber überschaubaren Story. Doch die jüngsten Bohrdaten aus dem Ballywire-Projekt erzählen eine andere Geschichte. Was mit dem Fokus auf Basismetalle begann, entwickelt sich zunehmend zu einem System, in dem Silber, Kupfer und strategische Spurenmetalle den Ton angeben. Die Zahlen sind handfest mit über 52 m mit mehr als 10 % Zink plus Blei, 330 g/t Silber und 0,4 % Kupfer. Solche Mächtigkeiten und Gehalte sieht man nicht alle Tage. Doch der eigentliche Clou liegt tiefer.

    Unterhalb der Zink-Blei-Zone zeichnet sich ein steil einfallendes Kupfer-Silber-System ab. Drei Bohrlöcher in etwa 350 m Abstand haben dessen Kontinuität bereits nachgewiesen. Das deutet auf eine räumliche Ausdehnung hin, die für jede spätere wirtschaftliche Bewertung entscheidend ist. Die Geologie spielt dabei mit. CEO Bart Jaworski beschreibt das Vorkommen als einen flach liegenden, pfannkuchenartigen Körper entlang der Basis einer Kalksteineinheit. Diese Konstellation könnte den späteren Abbau im Vergleich zu komplexeren Lagerstätten erleichtern. Erste metallurgische Tests sind für das kommende Jahr angesetzt.

    Ein weiterer Punkt, der bei Explorationswerten oft untergeht, ist die operative Effizienz. Hier zeigt sich der Standortvorteil Irlands. Man benötigt keine Helikopter und keinen Straßenbau, die Teams fahren täglich von zu Hause zur Arbeit. Die Nähe zu einem der größten Laborserviceanbieter Europas spart zudem teure Luftfracht. So landen die Bohrkosten inklusive Analysen bei umgerechnet etwa 150 CAD pro Meter. Das ist ein Wert, der selbst im internationalen Vergleich als effizient gilt. Mit der kürzlich abgeschlossenen Finanzierung über 12 Mio. CAD kann das Programm nun auf rund 75.000 Bohrmeter bei Ballywire und Stonepark ausgeweitet werden. Genug Kapital, um die vielversprechendsten Zonen in den nächsten zwei Jahren systematisch zu erkunden. Aktuell notiert die Aktie bei 0,98 CAD und damit über dem Preis der Privatplatzierung, was als gutes Zeichen zu werten ist.

    NIO - Profitabilität als Momentaufnahme

    Der chinesische Elektroautohersteller NIO hat im 4. Quartal 2025 erstmals nach US-GAAP einen operativen Gewinn erwirtschaftet. Mit 807 Mio. CNY lag das operative Ergebnis klar im positiven Bereich. Getrieben wurde der Erfolg von einem starken Auslieferungsquartal mit knapp 125.000 Fahrzeugen sowie der konsequenten Umsetzung eines internen Kostenmanagementprogramms. Die operative Wende markiert einen Meilenstein, doch für Anleger stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit.

    Die Auslieferungszahlen der ersten beiden Monate 2026 trüben den positiven Gesamteindruck. Mit 27.182 Einheiten im Januar und 20.797 im Februar setzte sich der sequenzielle Abwärtstrend über alle drei Marken NIO, ONVO und FIREFLY hinweg fort. Zwar spielt die saisonale Schwäche mit dem verlängerten Neujahrsfest eine Rolle, doch das Ausmaß des Rückgangs lässt auf eine nachlassende Kaufdynamik schließen. Um die untere Zielmarke von 80.000 Auslieferungen im 1. Quartal zu erreichen, wäre nun ein Anstieg von 54 % im März nötig, ohne neue Modellankündigungen ein ambitioniertes Unterfangen.

    Hinzu kommt ein schwieriges gesamtwirtschaftliches Umfeld in China. Das jüngste Fünfjahresplanwerk stuft Elektrofahrzeuge nicht mehr als strategische Industrie ein, während die Konsumprämien für den Fahrzeugtausch gekürzt wurden. Steigende Materialkosten für Speicherchips, Lithium und Kupfer setzen die schmalen Margen zusätzlich unter Druck. Zwar plant NIO mit mehreren großen SUV-Modellen für das 2. und 3. Quartal, doch das ambitionierte Volumenwachstum von 40-50 % für das Gesamtjahr erscheint vor diesem Hintergrund zunehmend fragil. Die jüngste operative Wende könnte sich als kurzes Intermezzo erweisen. Momentan kostet eine Aktie 5,12 EUR.


    Die tektonische Verschiebung der Handelswege zwingt Unternehmen zur strategischen Neujustierung. thyssenkrupp sichert sich mit grünem Stahl die industrielle Zukunft, kämpft aber im Umbruch mit finanziellen Altlasten. Group Eleven Resources nutzt den Rohstoffboom durch ein skalierbares, effizientes Explorationsprojekt in Irland und kann mit tollen Bohrergebnissen aufwarten. NIO erreichte operativ einen Meilenstein, dessen Nachhaltigkeit durch nachlassende Volumina und eine fragile Marktdynamik allerdings infrage steht.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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