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04.05.2026 | 04:30

Geopolitische Frontlinien neu besetzt: Was HPQ Silicon, DroneShield, SAP und Oracle für Investoren heute unverzichtbar macht

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Bildquelle: Pixabay

Nach 12 Monaten höchster Volatilität und Richtungslosigkeit wird klar: Die Neuzeit wird nicht im Elfenbeinturm entschieden, sondern an den Fronten geopolitischer Konflikte. Europas lange Friedensphase ist vorbei und die neuen Kriege werden durch Technologie in einer Dimension geprägt, die es so nie zuvor gab. Diese Gemengelage prägt inzwischen Rohstoff-Märkte, Lieferketten und digitale Infrastruktur zugleich. Drohnentechnik wird dabei zu einem der sichtbarsten Felder, auf dem sich militärische Anforderungen und industrielle Innovationskraft direkt verbinden. Batterieleistungen entscheiden nicht nur über Reichweite und Einsatzfähigkeit, sondern auch über die strategische Stärke ganzer Lieferketten. Gleichzeitig rücken Daten-Spezialisten wie SAP und Oracle in den Fokus, weil sie die Informations- und Steuerungsebene liefern, auf der moderne Staaten und Unternehmen operieren. Wer auf der Höhe der Zeit investiert, schaut deshalb nicht nur auf Waffen und Energie, sondern ebenso auf die digitale Infrastruktur von SAP und Oracle als Teil der neuen Machtarchitektur.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , SAP SE O.N. | DE0007164600 , ORACLE CORP. DL-_01 | US68389X1054

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Inhaltsverzeichnis:


    DroneShield – Mit Kurs auf die NATO im Anstiegsmodus

    Das australische Defense-Unternehmen DroneShield befindet sich in aller Munde. Denn wegen allseitiger Bedarfe in der Drohnenabwehr liefert das Unternehmen eindrucksvolle Wachstumszahlen und positioniert sich zunehmend als spezialisierter Profiteur des globalen Anti-Drohnen-Booms. In Q1-2026 sprang der Umsatz auf rund 74 Mio. AUD, was einem Zuwachs von über 120 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und die Dynamik im Kerngeschäft klar unterstreicht. Der Quartalsbericht signalisiert insgesamt eine deutlich beschleunigte Kommerzialisierung der Technologie. Gleichzeitig kehrte das Unternehmen mit positivem operativem Cashflow von über 24 Mio. AUD in die finanzielle Stabilität zurück und baut eine solide Liquiditätsbasis von mehr als 220 Mio. AUD auf. Damit können die Australier nötige Kapazitätsanpassungen nun easy aus dem Cashflow stemmen.

    Parallel dazu offenbart sich ein sehr ambitioniertes Nachfrageumfeld mit einer Pipeline von rund 2,2 Mrd. AUD, verteilt auf über 300 Projekte weltweit, wobei Europa als größter Einzelmarkt heraussticht. Diese Größenordnung verdeutlicht, dass sich DroneShield längst von einem Nischenanbieter zu einem ernstzunehmenden Systemplayer im globalen Sicherheitsökosystem entwickelt hat. Die Produktpalette reicht dabei von mobilen Störsystemen bis hin zu stationären KI-gestützten Abwehrplattformen, die bereits tausendfach im Einsatz sind und stetig erweitert werden. Und auch die Skalierung gelingt, denn aktuell verschiebt sich die Unternehmensstrategie klar in Richtung wiederkehrender Erlösmodelle, insbesondere über Software- und SaaS-Komponenten, welche künftig einen deutlich stabileren Umsatzanteil liefern sollen.

    Genau hier haben Analysten aber Zweifel, denn die Verstörungen aus der Anfangszeit sitzen tief. In 2025 hatte sich der Kurs um 700 % nach oben geschwungen und war dann wegen Unklarheiten über Aktienverkäufe von Mitarbeitern ad hoc um 80 % eingebrochen. Während das operative Momentum also überzeugt, werden Governance und Stabilität weiterhin kritisch hinterfragt. Fakt bleibt: Mit einem geplanten Umsatz von knapp 400 Mio. AUD liegt die Bewertung aktuell immer noch über 3,3 Md. AUD. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 8 ist auch unter Annahme weiterer Geokonflikte schlichtweg zu hoch. Allerdings: Gelingt ein Brückenschlag zwischen Wachstum und Glaubwürdigkeit, bleibt DroneShield wohl einer der spannendsten Pure-Play-Profiteure der neuen sicherheitstechnologischen Realität.

    Höhenflug mit Substanz: Wie HPQ die Drohnenökonomie elektrisiert

    Wir kommen nun zu einem interessanten Komponenten-Lieferanten im Drohnengeschäft, denn die neue industrielle Wertschöpfungskette beginnt mit der Batterie! Das kanadische Unternehmen HPQ Silicon steht dabei sinnbildlich für die Verschiebung im Energiesektor, weg vom Volumenmarkt hin zu hochspezialisierten Performance-Nischen. Mit Energiedichten von bis zu 395 Wh/kg auf Pack-Ebene und Kapazitäten von 15.900 mAh adressiert das Unternehmen genau jene Anwendungen, in denen jedes Gramm und jede Minute Flugzeit zählt.

    Der erste kommerzielle Auftrag aus dem europäischen Drohnensektor markiert folgerichtig den Übergang vom Labor zur monetarisierbaren Realität, eine Entwicklung, der in der Regel die Neubewertung eines Technologiewerts einleitet. HPQ Silicon hat sich in den vergangenen Jahren leise, aber konsequent vom reinen Rohstofflieferanten zu einem technologiegetriebenen Multi-Asset-Player transformiert, dessen strategische Stoßrichtung klar auf margenstarke Spezialanwendungen zielt. Im Zentrum steht dabei die konsequente Weiterentwicklung von siliziumbasierten Anodenmaterialien, die im Vergleich zu klassischen Graphitlösungen einen deutlichen Kapazitätssprung ermöglichen und damit eine der zentralen Engstellen moderner Energiespeicher adressieren.

    Die jüngsten Leistungsdaten der vierten Batteriegeneration deuten darauf hin, dass HPQ technologisch nicht nur Anschluss hält, sondern in ausgewählten Parametern eine Führungsrolle beanspruchen kann. Kapazitäten jenseits der 7.000 mAh in zylindrischen Zellen sowie minimale Degradationsraten im frühen Zyklusbereich sprechen für eine robuste Materialarchitektur, die auch unter anspruchsvollen Bedingungen Stabilität liefert. Ein besonders dynamisches Einsatzfeld zeichnet sich im Drohnensektor ab, der für HPQ zunehmend zur strategischen Speerspitze wird. Hier trifft eine hohe Energiedichte auf ein geringes Gewicht von nur 1,16 Kilogramm – genau jene Parameter, in denen die GEN4-Technologie ihre Stärken ausspielt.
    Strategisch bemerkenswert ist die Entscheidung, bewusst Nischenmärkte mit hoher Zahlungsbereitschaft zu adressieren, statt sich im preissensitiven Massenmarkt für Elektromobilität zu verlieren. Gerade im Verteidigungs- und Industriesegment können Leistungsparameter stärker monetarisiert werden, was die Margenstruktur perspektivisch verbessert. Parallel dazu sichert sich HPQ über exklusive Vermarktungsrechte in Nordamerika zusätzliche Kontrolle über die Wertschöpfung. Die Partnerschaft mit dem französischen Entwickler Novacium fungiert dabei als technologischer Hebel, der nicht nur Batteriematerialien, sondern auch angrenzende Innovationsfelder wie die alternative Wasserstoffproduktion umfasst. Mit einer Bewertung im Bereich von rund 80 Mio. CAD reflektiert der Kapitalmarkt dieses Potenzial bislang nur sehr eingeschränkt. Ein Einstieg zwischen 0,18 bis 0,20 CAD erscheint opportun! Die Aktie notiert auch in Frankfurt mit guten Handelsumsätzen.

    President, Chairman und CEO Bernard Trouillon wird auf dem 19. International Investment Forum sein Unternehmen erstmals in Europa vorstellen. Hier geht´s zur Anmeldung…

    Oracle und SAP - Cloud-Giganten im Repricing-Modus

    Datenverwalter und KI-Experten wie Oracle und SAP sind ebenso Teil des zentralen Sturms, der eiskalt aus der Cyberecke weht. Die Anteile von Oracle haben zuletzt eine Achterbahnfahrt hinter sich gebracht. Mit einem kräftigen Kurssprung von über 10 % war in der letzten Woche sogar ein klassisches Short-Covering- und Rebound-Szenario ausgelöst worden, nachdem der Titel zuvor im Zuge der KI-Konsolidierung deutlich unter Druck geraten war. Auslöser waren neue KI- und Cloud-Updates, unter anderem im Umfeld von Aconex, welche vom Markt als Hinweis gewertet wurden, dass Oracle seine Plattformstrategie dynamischer vorantreibt als zuletzt eingepreist. Nach der vorangegangenen Übertreibung nach oben folgte eine scharfe Korrektur, in der sich vor allem Überpositionierungen und falsche Bewertungsfantasien abgebaut haben. Nun dürfte der Kurs wieder stabiler laufen.

    SAP zeigt sich dagegen in einer deutlich längeren Abwärtsbewegung, die den Kurs von rund 275 EUR auf etwa 145 EUR halbiert hat und damit eine spürbare Neubewertung des europäischen Software-Blue-Chips reflektiert. Trotz stabiler Fundamentaldaten steht vor allem die geringere Geschwindigkeit im Cloud- und KI-Ausbau im Fokus der Marktteilnehmer, was im direkten Vergleich mit US-Konkurrenten zu Bewertungsabschlägen führt. Gleichwohl spricht die erwartete Gewinnentwicklung mit einem Anstieg auf rund 7,19 EUR je Aktie bei einem 2026e KGV von knapp 20 für eine eher moderat eingepreiste Zukunftsperspektive. Morgen hält SAP seine Hauptversammlung ab, es dürfte spannend sein, welchen Ausblick CEO Christian Klein dem Markt bieten wird. SAP ist historisch günstig gepreist, Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv erwarten 50 % Anstieg in nur 12 Monaten!

    Die Aktien von HPQ Silicon haben sich in den letzten Monaten noch seitwärts bewegt. Doch nun, mit Eintritt in das Drohnen-Batterie-Geschäft sollte der Knoten platzen. Der Chart zeigt jedenfalls schon erstes Momentum. Quelle: LSEG Refinitiv vom 03.05.2026

    Die Aktienmärkte haben derzeit eine Menge zu tun. Während HPQ Silicon und DroneShield die physischen Grundlagen moderner Drohnen- und Defense-Anwendungen voranbringen, fungieren SAP und Oracle als digitale Schaltzentralen, die aus den entstehenden Datenströmen verwertbare Echtzeit-Intelligenz generieren. In Summe entsteht ein interessanter Portfolio-Mix aus Hardware-Performance, sicherheitskritischer Anwendung und datengetriebener Steuerung. Alles Themen, die sich in der Neuzeit als strukturell wachsend erwiesen haben.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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