23.06.2026 | 04:00
Gigawatt Power für KI und die E-Mobilität! BMW, BYD, Rock Tech Lithium und VW im Brennpunkt
Für Deutschland nennt eine aktuelle McKinsey-Analyse für 2035 einen Strombedarf von rund 780 TWh, was gegenüber 2022 einem Plus von etwa 56 % entspricht. Das Fraunhofer-Institut schätzt den Strombedarf der Elektromobilität allein auf etwa 260 TWh im Jahr 2035. Als Daumenwert heißt das: Wenn mehr als 50 % des nach oben skalierten PKW-Bestands elektrisch fahren, braucht die reine Mobilität bis 2035 grob zusätzliche 200 bis 260 TWh Strom pro Jahr, also in der Größenordnung von rund einem Drittel des heutigen deutschen Gesamtstromverbrauchs. Zum Vergleich zeigt der KI-Boom eine andere, aber ebenfalls massive Last: Rechenzentren verbrauchten 2024 weltweit etwa 415 TWh, und bis 2030 könnten es laut IEA rund 945 TWh sein. BMW, VW und BYD stehen auf unterschiedlichen Positionen derselben Wertschöpfungskette: Sie verkaufen Fahrzeuge, die künftig nicht nur Batterien, sondern auch eine deutlich größere und flexiblere Strominfrastruktur voraussetzen. Lithium bleibt der Schlüsselrohstoff, weil jede Batterie – ob LFP, NMC oder Festkörperkonzept – ohne das weiße Metall nicht auskommt. Damit wird Europa laut Branchenquellen bis 2035 bis zu 20-mal so viel Lithium benötigen wie heute. Rock Tech Lithium will in Kanada und Deutschland angreifen und ein wichtiger Baustein der nordatlantischen Versorgungskette werden. Wir rechnen nach!
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , VOLKSWAGEN AG ST O.N. | DE0007664005 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , BAY.MOTOREN WERKE AG ST | DE0005190003 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Rock Tech Lithium – Neue Dynamik in Ontario erweitert Basis für künftiges Wachstum
Nach Jahren der Vorbereitung zündet Rock Tech Lithium nun die nächste Stufe. Das Rohstoff-Unternehmen mit Fokus auf Lithiumvorkommen in Kanada verfolgt ein integriertes Geschäftsmodell entlang der gesamten Wertschöpfungskette und positioniert sich damit als potenzieller Profiteur der westlichen Rohstoffsouveränität. Mit Georgia Lake in Ontario entwickeln die Kanadier mit deutschen Wurzeln eine eigene Lithiumquelle und kombinieren diese mit geplanten Konverter-Standorten in Guben sowie Red Rock, um Batteriehersteller künftig direkt mit Lithiumhydroxid in Batteriequalität zu beliefern. Gerade in Europa und Nordamerika wächst der politische Druck, kritische Rohstoffe unabhängig von chinesischen Verarbeitungsstrukturen zu sichern. Vor diesem Hintergrund gewinnt die jüngste Übernahmeoption für das Victory-Projekt erheblich an Bedeutung. Das 9.875 Hektar große Areal erweitert die Ressourcenbasis in Ontario und weist Oberflächenproben von bis zu 5,11 % Li₂O auf. Die Nähe zu Trans-Canada Highway, Bahnanschluss und Energieinfrastruktur könnte spätere Entwicklungs- und Transportkosten deutlich reduzieren und verleiht dem Projekt zusätzliche strategische Attraktivität.
Interessant erscheinen aber auch die jüngsten Optimierungsfortschritte beim Georgia-Lake-Projekt. Neue Erzsortierungsverfahren ermöglichten in Pilotversuchen die Ausscheidung von rund 25 bis 45 % des unproduktiven Materials bereits vor der eigentlichen Aufbereitung. Gleichzeitig konnte die Erzqualität um den Faktor 1,4 bis 1,8 verbessert werden. Aus Investorensicht noch wichtiger ist die Aussicht, die Investitionskosten für Brech- und Aufbereitungsanlagen um bis zu 50 % zu reduzieren. Bereits die in 2022 veröffentlichte Vormachbarkeitsstudie hatte für Georgia Lake einen Nachsteuer-NPV von 146 Mio. USD und eine attraktive Nachsteuer-IRR von 35,6 % ausgewiesen. Die damalige Planung basierte auf einer Jahresproduktion von rund 100.000 Tonnen Spodumenkonzentrat bei einer Minenlaufzeit von neun Jahren. Sollten die aktuellen Effizienzsteigerungen in zukünftigen Studien bestätigt werden, könnte sich die Projektökonomie nochmals deutlich verbessern.
Spürbar schreitet der Aufbau der Konverterstrategie voran. Die Anlage in Guben wurde von der Europäischen Union offiziell als strategisches Projekt eingestuft und soll jährlich Lithiumhydroxid für Batterien von rund 500.000 Elektrofahrzeugen liefern können. Ergänzend entsteht mit Red Rock ein zweiter Konverterstandort in Nordamerika mit einer geplanten Kapazität von bis zu 32.000 Tonnen Lithiumchemikalien pro Jahr. Die Kooperation mit Siemens bringt dabei nicht nur industrielle Kompetenz und Automatisierungstechnologie ein, sondern erhöht auch die Glaubwürdigkeit des Gesamtprojekts gegenüber potenziellen Kapitalgebern. Darüber hinaus wird für Red Rock ein Infrastrukturmodell diskutiert, bei dem externe Investoren einen Großteil der Projektfinanzierung übernehmen könnten. Dies würde die Verwässerung für bestehende Aktionäre begrenzen und gleichzeitig neue Erlösquellen über Management- und Lizenzgebühren eröffnen.
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk hat den Aufsichtsrat Dirk Harbecke zu seinen Projekten interviewt. Hier geht´s zum Video...
Ein Xetra-Listing verbessert nun auch die Handelbarkeit der Aktie im deutschsprachigen Raum, während die Vorbereitung eines Nasdaq-Listings den Zugang zu nordamerikanischen Investoren öffnen könnte. Vor dem Hintergrund einer wieder anziehenden Nachfrage nach Batterierohstoffen und der fortschreitenden Elektrifizierung des Verkehrssektors erscheint Rock Tech zunehmend als strategischer Infrastrukturwert innerhalb der Lithiumbranche. First Berlin hat nach den jüngsten Fortschritten beim Red-Rock-Projekt das Kursziel von 2,40 CAD auf 3,90 CAD angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Ausschlaggebend waren insbesondere die strategische Partnerschaft mit Siemens sowie die geplante Beteiligung des Infrastrukturinvestors BMI, der bis zu 200 Mio. CAD für die Entwicklung des kanadischen Konverters bereitstellen könnte. Die Analysten gehen mittlerweile davon aus, dass sowohl der vollständig genehmigte Konverter in Guben als auch Red Rock Ende 2028 die Produktion aufnehmen werden. Das wäre mal ein Move, der die RCK-Aktie aus dem Dornröschenschlaf reißen sollte.
BYD – Der Erfolg in der EU stottert spürbar
Bei BYD spielt die Frage nach knappen Rohstoffen und anfälligen Lieferketten bislang keine große Rolle, denn der Standort China verschafft dem Unternehmen in dieser Hinsicht klare Vorteile. Trotzdem ist die Hoffnung auf eine belastbare Trendwende bei der viel beachteten BYD-Aktie schon wieder weitgehend verflogen. Nach der kräftigen Korrektur im vergangenen Jahr hatte sich der Kurs zunächst im Bereich um 10 EUR stabilisiert und zwischenzeitlich sogar Rückenwind aus geopolitischen Spannungen erhalten, weil höhere Benzin- und Dieselpreise die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zusätzlich stützen könnten. Diese Erholung bis knapp unter 12 EUR ist inzwischen jedoch vollständig egalisiert worden und die Aktie ist erneut deutlich unter Druck geraten. Kurse von rund 8,60 EUR am gestrigen Tag markieren dabei ein neues 2-Jahres-Jahrestief.
Verantwortlich dafür sind vor allem die bekannten Belastungsfaktoren: Ein Überangebot im chinesischen Markt, zunehmender Wettbewerb über den Preis und die Sorge vor weiter sinkenden Margen. In Europa verläuft der Markthochlauf dagegen bislang nach Plan. Erkauft mit hohen Rabatten und einer neuen Produktionsfazilität in Ungarn, versucht der Konzern in Europa Fuß zu fassen, bei den Neuanmeldungen konnte die 2 %-Marke im Q1-2026 nun überschritten werden. Immerhin! Mit einem KGV 2026e von 11,1 ist BYD so günstig wie seit Jahren nicht. 25 Analysten auf der Plattform LSEG empfehlen die Aktie zum Kauf, das gemittelte Kursziel beträgt aktuell über 12 EUR – als satte 40 % Potenzial. Wegen technischer Unterstützungen aus dem Jahr 2023 könnte ein Akkumulieren im Korridor 8,40 -9,20 EUR langfristig zum Erfolg führen.
Volkswagen und BMW im Sturm - Zwischen Marge und Transformation
Die deutsche Automobilindustrie steht vor einer ihrer größten Bewährungsproben der vergangenen Jahrzehnte. Steigende Handelsbarrieren, geopolitische Spannungen, ein intensiver Preiswettbewerb in China sowie milliardenschwere Investitionen in Elektromobilität und Software zwingen die Hersteller zu einer grundlegenden Neuordnung ihrer Kostenstrukturen. Deutlich wird dies derzeit bei Volkswagen und BMW, die trotz unterschiedlicher Ausgangslagen ähnliche Antworten auf die veränderten Marktbedingungen suchen. Beide Konzerne setzen auf eine Radikalkur, meint Effizienzprogramme, Entlassungen, Kapazitätsanpassungen und Produktivitätssteigerungen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Bei Volkswagen hat Konzernchef Oliver Blume den eingeschlagenen Restrukturierungskurs zuletzt auf der HV mit ungewöhnlich klaren Worten verteidigt. Der Wolfsburger Konzern plant bis zum Ende des Jahrzehnts konzernweit den Abbau von rund 50.000 Stellen, davon allein 35.000 bei der Kernmarke Volkswagen. Bereits heute wurden etwa 28.000 freiwillige Austritte vereinbart. Parallel dazu sollen die Produktionskapazitäten in Europa um mehrere Hunderttausend Fahrzeuge sinken, während auch die China-Aktivitäten auf den Prüfstand gestellt werden. Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Programms, das die operative Marge langfristig auf 8 bis 10 % steigern soll. An deutschen Standorten sollen die Betriebskosten in den Fabriken bereits im laufenden Jahr um mehr als 20 % zu senken.
Auch BMW sieht sich mit einem schwierigeren Marktumfeld konfrontiert. Nachdem die Entwicklung im wichtigen chinesischen Markt hinter den Erwartungen zurückblieb, musste der Münchener Premiumhersteller seine Gewinnprognose anpassen und kündigte gleichzeitig eine Beschleunigung laufender Effizienzmaßnahmen an. Der neue Vorstandsvorsitzende Milan Nedeljkovic setzt dabei auf höhere Geschwindigkeit bei Entscheidungsprozessen und strengere Kostenkontrolle. Konkrete Zahlen zum Personalabbau wurden bislang nicht genannt, allerdings hatte BMW bereits einen Beschäftigungsrückgang von bis zu 5 % in Aussicht gestellt. Bezogen auf die rund 150.000 Mitarbeiter würde dies rechnerisch einem Potenzial von bis zu 7.500 Stellen entsprechen.
Ein harter Ritt, denn auf der einen Seite verfügen beide Hersteller über starke Markenportfolios, globale Vertriebsstrukturen und erhebliche Finanzkraft. Volkswagen lockt zusätzlich mit einer Dividendenrendite von rund 6 %, während BMW traditionell zu den profitabelsten Premiumherstellern der Branche zählt. Auf der anderen Seite verschärft sich der Wettbewerbsdruck insbesondere durch chinesische Hersteller, die mit modernen Werken, hoher vertikaler Integration und aggressiver Preisgestaltung Marktanteile gewinnen. Die Analysten auf der Plattform LSEG sind skeptisch in den Kommentaren aber optimistisch für die 12-Monatskurziele. Sie sind für die VW Vz. ganze 111,50 EUR, bei Kursen aktuell um 79 EUR und in Sachen BMW 79,50 EUR, bei aktuell 59,20 EUR. Das ist nur etwas für Mutige!

Wer über die zukünftige Mobilität nachdenkt, stellt sich unweigerlich die Strom- und Infrastrukturfrage. Die Automobilhersteller liefern nun das, was politische Mehrheiten vor einigen Jahren beschlossen haben. Die bedeutet: Verbrenner-Ausstieg und Pushen der E-Mobilität. So soll es sein! Für Anleger rücken die Automobilgiganten wieder in den Fokus, sie werden begleitet von Rohstofftiteln, die ihre Phantasie aus der Elektrifizierung und Digitalisierung beziehen. Rock Tech Lithium ist in den letzten Jahren deutlich weitergekommen im Projekt-Aufbau, schon bald wird daraus ein Lithium-Lieferant in die nordatlantischen Produktionskette von Batterie-Produkten.
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