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20.03.2026 | 05:20

Jetzt zuschlagen! Mit BioNTech, Vidac Pharma und Pfizer in die Krebsforschung investieren und Renditen sichern

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Bildquelle: pixabay.com

Die globalen Gesundheitsausgaben explodieren und der Onkologie Sektor verspricht überdurchschnittliche Renditen. Während aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung die Zahl der Krebsneuerkrankungen bis 2040 auf über 30 Mio. jährlich ansteigt, kämpfen Pharmakonzerne um Marktanteile in diesem Billionenmarkt. Doch nicht die etablierten Medikamente von gestern versprechen die größten Gewinne, sondern radikale Technologiewechsel. Während BioNTech seine milliardenschwere mRNA-Plattform nun gegen Tumore in Stellung bringt verfolgt Vidac Pharma einen völlig neuartigen Ansatz, der Krebszellen aushungern soll. Gleichzeitig drängt Pfizer voller Wucht in dieses Feld. Wir beleuchten die aktuelle Situation der drei Unternehmen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , PFIZER INC. DL-_05 | US7170811035

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Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech – bei der Neujustierung

    Für BioNTech läuft es gerade rund, aber nicht mehr raketenhaft. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen ein Unternehmen im Übergang. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um knapp 14 % auf gut 900 Mio. EUR, unter dem Strich stand ein Verlust. Die Prognose für 2026 fällt mit erwarteten 2,0-2,3 Mrd. EUR Umsatz verhalten aus. Das ist ein klares Signal, dass das Impfstoffgeschäft mit Comirnaty nicht mehr der Umsatztreiber von einst ist. Die Cash-Reserve von rund 17 Mrd. EUR gibt jedoch enormen Spielraum für die Neuausrichtung.

    Der eigentliche Hammer kam aus heiterem Himmel, als Sahin und Türeci ankündigten, dass sie BioNTech noch vor Jahresende verlassen werden, um ein eigenes Biotech für die nächste Generation von mRNA-Innovationen zu starten. Klingt erstmal nach einem herben Verlust, ist aber bei Licht besehen ein cleverer Move. Denn BioNTech bleibt mit einer Minderheitsbeteiligung an Bord und sichert sich so frühzeitig Zugang zu dem, was da kommen mag. Gleichzeitig schärft die Muttergesellschaft ihr Profil und konzentriert sich ganz auf die Kommerzialisierung ihrer fortgeschrittenen Onkologie-Pipeline.

    Das Jahr 2026 wird somit zur Nagelprobe. Mit mehreren anstehenden Phase-3 Daten, insbesondere zu den Kandidaten Pumitamig und Trastuzumab Pamirtecan, steht und fällt die Glaubwürdigkeit der Krebsstrategie. Die Marktbewertung ist angesichts der hohen Barreserven inzwischen extrem komprimiert, faktisch bekommt der Anleger die Pipeline nahezu gratis dazu. Das Chance-Risiko-Profil ist damit asymmetrisch. Das Polster nach unten ist dick, der Erfolg hängt aber an den Studienergebnissen der kommenden Monate. Derzeit ist die Aktie für 78,20 EUR zu haben.

    Vidac Pharma - setzt auf den Warburg-Effekt

    Während die Konkurrenz immer feinere Angriffspunkte in Krebszellen identifiziert, geht Vidac Pharma einen grundlegend anderen Weg. Das Unternehmen adressiert ein Phänomen, das bereits vor 100 Jahren beschrieben wurde, den Warburg-Effekt, also den stark erhöhten Glukoseverbrauch von Tumoren. Der Ansatz zielt darauf ab, den entgleisten Stoffwechsel der Zelle zu normalisieren und so den blockierten Zelltod zu reaktivieren. Ziel ist nicht die Zerstörung, sondern die Renormalisierung. Die jüngste USPTO-Patenterteilung für Moleküle, die das Schlüsselenzym Hexokinase-2 (HK2) adressieren, unterstreicht den Schutz dieses mechanistischen Ansatzes, der zunehmend wissenschaftliche Anerkennung erfährt – zuletzt auf dem Eilat-Symposium für pädiatrische Krebserkrankungen.

    Die klinische Entwicklung gewinnt an Fahrt. Erst kürzlich wurde der erste Patient in eine Phase-2b Studie mit VDA-1102 bei aktinischer Keratose in Deutschland aufgenommen. Das ist ein wichtiger Schritt, um bei hochgradigen Läsionen die Wirksamkeit zu belegen. Parallel dazu präsentierte das Unternehmen überzeugende Daten aus einer Compassionate-Use-Anwendung bei einem vierjährigen Mädchen mit wiederkehrendem Hirntumor. Die Behandlung stabilisierte nicht nur metabolische Marker, der Wirkstoff ließ sich nachweislich im Tumorgewebe nach dem Überschreiten der Blut-Hirn-Schranke finden. Das Kind ist heute 6 Jahre alt und hat eine deutlich verbesserte Lebensqualität. Diese Einzelfalldaten sind richtungsweisend für das systemische Potenzial des Wirkstoffs.

    Das Unternehmen stellt die Weichen für eine Wertsteigerung. Die Einführung eines Mitarbeiteraktienprogramms und die grundsätzliche Genehmigung, bis zu 10 % einer Tochtergesellschaft an externe Investoren zu öffnen, schaffen Flexibilität. Gleichzeitig signalisiert der Vorstand Vertrauen, indem er persönlich gehaltene Aktien verkauft, um den Erlös wieder in das Unternehmen zu investieren, zuletzt flossen so rund 280.000 EUR ins Unternehmen. Mit einer abgeschlossenen Phase-2b Studie in den USA und der laufenden Studie in Deutschland positioniert sich Vidac als ein ideales Übernahmeziel für große Pharmakonzerne, die händeringend nach Innovationen suchen, um ihre auslaufenden Patente zu kompensieren. Aktuell notiert die Aktie bei 0,69 EUR.

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    Pfizer - zwischen Milliarden-Pipeline und Umsatzschwäche

    Wer sich derzeit mit Pfizer beschäftigt, bekommt ein klassisches Bild eines Pharmariesen im Umbruch geboten. Einerseits kämpft das Management mit schrumpfenden Covid-Umsätzen und einer bevorstehenden Patentklippe, andererseits wächst der Bereich Onkologie durch Zukäufe wie Seagen rasant. Die jüngsten Studienergebnisse zum Brustkrebsmittel Atirmociclib unterstreichen, dass Pfizer durchaus in der Lage ist, sein eigenes Portfolio zu erneuern. Das Medikament zeigte in einer Phase-2 Studie eine Risikoreduktion von 40 %. Der Fokus auf Krebserkrankungen ist dabei strategisch klug gewählt, denn dieser Markt wächst beständig und bietet Spielraum für margenstarke Spezialpräparate.

    Trotz dieser Fortschritte ist die unmittelbare Geschäftsentwicklung ernüchternd. Die Covid-Produkte verlieren rapide an Bedeutung, und klassische Umsatzbringer wie der Blutverdünner Eliquis stehen vor massivem Preisdruck. Hinzu kommen Patentabläufe, die bis 2027 rund ein Viertel des Umsatzes gefährden könnten. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen zwar operative Stärke jenseits von Covid, doch der Ausblick für 2026 bleibt verhalten. Das Management erwartet einen weiteren Umsatzrückgang auf bis zu 62,5 Mrd. USD. Pfizer muss erst beweisen, dass die neuen Medikamente die Verluste der alten Blockbuster nicht nur ausgleichen, sondern das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs bringen können.

    Aus Investorensicht ist die Lage widersprüchlich, aber nicht ohne Reiz. Die Aktie notiert mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 9 auf dem Niveau eines Krisenunternehmens und das, während die Forschungserfolge sichtbar zunehmen. Die Dividendenrendite von etwa 7 % bietet zudem ein starkes Polster für geduldige Aktionäre. Der Wettbewerb in der Adipositas-Therapie ist erbarmungslos, und regulatorische Hürden bleiben unkalkulierbar. Doch wer bereit ist, durch die kurzfristigen Turbulenzen hindurchzusehen, findet hier ein Unternehmen, das seine Hausaufgaben macht. Momentan kostet die Aktie 27,32 USD.


    Der Bereich Onkologie bietet trotz unterschiedlicher Strategien aller drei Unternehmen Renditechancen. BioNTech nutzt seine milliardenschwere Cash-Position und fokussierte Pipeline, um den Wandel vom Impfstoff- zum Krebsunternehmen zu meistern. Vidac Pharma positioniert sich mit seinem patentierten Warburg-Effekt-Ansatz und vielversprechenden klinischen Daten als ideales Übernahmeziel für forschungshungrige Großkonzerne. Pfizer wiederum kämpft mit rückläufigen Covid-Umsätzen, kann aber durch eine starke Onkologie-Pipeline und eine hohe Dividendenrendite überzeugen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Neue Krebstherapien zielen auf medizinische Durchbrüche ab. Für Anleger ist jedoch entscheidend, wann sich Fortschritte auch in steigenden Börsenkursen widerspiegeln. Vidac Pharma befindet sich in einer sehr spannenden Unternehmensphase. Die Gesellschaft wartet auf entscheidende Studiendaten, die den innovativen Ansatz in Bezug auf den Krebszellstoffwechsel untermauern und einen Meilenstein markieren könnten. Bayer baut sein Onkologiegeschäft aus, muss sich jedoch gleichzeitig einer Reihe von Herausforderungen stellen. Evotec muss beweisen, dass sich Forschung, Technologieplattformen und strategische Partnerschaften profitabel vermarkten lassen und verlorenes Anlegervertrauen zurückgewinnen. Welche Fortschritte könnten nun zu einer Neubewertung führen?

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