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11.06.2026 | 04:45

Krieg, Aufrüstung, Rohstoffmangel - Rücksetzer bei Almonty, Rheinmetall und Renk nutzen!

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Bildquelle: pixabay.com

Anleger konnten die starke Korrektur von Rüstungswerten in den vergangenen Monaten nervös machen. Analysten strichen ihre Kursziele deutlich zusammen. Das Sentiment drehte ins Negative, die Fakten haben jedoch Bestand. Die geopolitischen Spannungen rund um den Globus nehmen zu, die Verteidigungsausgaben steigen auf Rekordniveaus und ein Ende der weltweiten Aufrüstung ist nicht in Sicht. Deshalb bietet die momentane Korrektur ein attraktives Einstiegsniveau. Dies gilt insbesondere für die Aktie von Almonty Industries. Jüngst sammelte der Wolfram-Produzent 800 Mio. USD frisches Kapital über eine Wandelanleihe ein. Damit können Anleger die wertsteigernde Akquisition von Assets und Unternehmen erwarten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , RENK AG O.N. | DE000RENK730

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Prall gefüllte Kriegskasse, wann kommt der nächste Coup?

    Die Aktie von Almonty hat in den letzten Handelstagen deutlich nachgegeben. Ein Grund zur Besorgnis? Nein. Der bedeutende Wolfram-Produzent nutzte die Gunst der Stunde, um über eine Wandelanleihe inklusive Mehrzuteilungsoption insgesamt brutto 800 Mio. USD einzusammeln.
    Das ist ein entscheidendes Signal - in zweierlei Hinsicht. Erstens, die Nachfrage der institutionellen Anleger ist hoch. Kein Wunder, denn Almonty ist der wichtigste Wolfram-Produzent außerhalb Chinas und wird in absehbarer Zeit im Zuge des Produktionshochlaufs rund 40 % der Nachfrage der westlichen Industrienationen speisen.
    Der mit 2,25 % verzinste Convertible war nach Unternehmensaussagen deutlich überzeichnet. Inhaber des Wertpapiers können die Aktie zu einem Kurs von 27,40 USD bis 2031 wandeln, das ist ein Aufschlag von rund 32,5 % gegenüber dem relevanten Aktienkurs im Vorfeld der Platzierung von 20,68 USD.
    Zweitens ist spannend, was das Unternehmen mit der vollen Kriegskasse machen wird. Einen kleinen Teil davon, 50 Mio. USD, will die Gesellschaft zur Ablösung von Krediten verwenden. Den Rest plant Almonty für allgemeine Unternehmenszwecke zu verwenden. Darunter fällt auch der Kauf von Assets und die Akquisition von Unternehmen.
    Mit den neuen Mitteln besitzt Almonty eine äußerst hohe finanzielle Schlagkraft. Natürlich ist es denkbar, dass die Gesellschaft weitere (produktionsnahe) Wolfram-Assets erwirbt. Wesentlich reizvoller, auch für die Bewertung der Aktie, wäre sicherlich der strategische Schritt, die Wertschöpfungskette zu erweitern. So könnte sich Almonty mit dem Zukauf von Verarbeitungskapazitäten von Wolfram zu Endprodukten in nachgelagerten, margenstarken Stufen der Wertschöpfungskette positionieren.
    In den nächsten Monaten ist zudem spannender Newsflow in Bezug auf die aktuelle Produktion der Flaggschiff-Mine Sangdong in Südkorea und den Produktionsstart in den USA zu erwarten. Wolfram bleibt einer der strategisch wichtigsten Rohstoffe weltweit und ist essenziell für zahlreiche Hochtechnologie- und Verteidigungsanwendungen. Die Preisexplosion in den letzten Monaten spiegelt die angespannte Versorgungssituation in einem von China dominierten Markt wider.

    Rheinmetall – Upside von 50 %

    Zu Beginn des Jahres kostete die Aktie des deutschen Rüstungskonzerns noch 1.600 EUR, aktuell werden lediglich 1.200 EUR aufgerufen. Ein schwächer als erwartetes erstes Quartal und eine zunehmende Skepsis über das Produktportfolio, das Wachstumstempo sowie die Spekulationen um ein Kriegsende in der Ukraine ließen Anleger Gewinne mitnehmen.
    Zuletzt vollzog der Konzern den schon seit längerer Zeit angekündigten Verkauf der restlichen zivilen Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Automobilzulieferung und Energiewirtschaft. Der Deal hat ein Volumen von 350 Mio. EUR und soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Jedoch muss Rheinmetall für die Veräußerung des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs eine Wertminderung von 200 Mio. EUR verbuchen.
    Da die Nachfragetrends intakt sind und das in Aussicht gestellte Wachstum des Konzerns über jenem der Wettbewerber liegt, machen Analysten eine Kaufgelegenheit aus. Die Analysten von Jefferies formulierten zuletzt ein Kursziel von 1.890 EUR und stuften die Bedenken über das Produktportfolio als übertrieben ein. Nicht vergessen werden sollte, dass Rheinmetall sich mit Übernahmen und Kooperationen bereits deutlich breiter aufgestellt hat.

    Renk – Robuster Spezialist

    Seit Jahresbeginn haben sich die Anteilsscheine von Renk im Vergleich zu Rheinmetall gut geschlagen. Das liegt an der guten Marktposition als hochspezialisierter Industriezulieferer. Renk ist Experte für Hochleistungsgetriebe, Antriebssysteme und Fahrwerkslösungen für militärische Ketten- und Spezialfahrzeuge.
    Die Gesellschaft profitiert nicht nur von den steigenden Beschaffungsprogrammen der NATO, sondern erwirtschaftet auch Erlöse durch Ersatzteilegeschäft, Modernisierungen und langfristige Wartungsverträge. Zuletzt berichtete Renk vom stärksten Auftragseingang in einem ersten Quartal. Der Auftragsbestand markierte mit 6,9 Mrd. EUR ebenfalls ein Rekordniveau. Im laufenden Geschäftsjahr plant Renk einen Umsatz von mehr als 1,5 Mrd. EUR und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Mio. EUR zu erwirtschaften.
    Ebenso zeigen sich Erfolge der eingeschlagenen Strategie „NextGen Mobility”, die Innovationen für die nächste Generation militärischer und industrieller Mobilitätssysteme in den Mittelpunkt stellt. Damit vollzieht sich ein Wandel hin zu integrierten, digitalen und (teil-) elektrifizierten Antriebslösungen.

    Fazit

    Die Verschnaufpause bei Rüstungsaktien macht die Titel nach Einschätzung vieler Analysten wieder interessant. Rheinmetall dürfte trotzdem auch in naher Zukunft volatil bleiben. Angesichts der starken Marktpositionierung besitzen die Anteilsscheine von Renk ein stärkeres Fundament. Der Rücksetzer bei Almonty eröffnet eine attraktive Investmentchance. Mit der jüngsten Begebung der Wandelanleihe im Volumen von 800 Mio. USD besitzt die Gesellschaft eine äußerst hohe finanzielle Schlagkraft, um durch geschickte Übernahmen das Wachstum zu beschleunigen. Anleger sollten nicht vergessen, dass CEO Lewis Black, der zugleich einer der größten Aktionäre ist, bis jetzt immer bewiesen hat, Mehrwerte für Aktionäre zu schaffen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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