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22.07.2026 | 05:00

Warum der Wolfram-Engpass SpaceX und Siemens Healthineers bedroht und wie Almonty zur ersten Adresse des Westens wird

  • Wolfram
  • Raumfahrt
  • Medizintechnik
Bildquelle: KI

Wenn technische Notwendigkeit auf Knappheit trifft, werden nicht nur Ingenieure hellhörig – auch der Kapitalmarkt setzt sich längst mit Lieferketten und deren Krisenanfälligkeit auseinander. Besonders deutlich wird das bei Wolfram. Das Schwermetall ist für die moderne Raumfahrt und für innovative Medizintechnik gleichermaßen essenziell. Weil Peking die Zügel beim Export von Wolfram, das auch als Rüstungsmetall gilt, strafft, gerät die Hightech-Industrie von SpaceX bis hin zu Siemens Healthineers ins Schwitzen. Die Suche nach krisenfesten Rohstoffquellen wird für die Konzerne zu einer Überlebensfrage. Der führende westliche Wolfram-Produzent Almonty ist perfekt positioniert, um von dieser Situation zu profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX , SIEMENS HEALTH.AG NA O.N. | DE000SHL1006

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Inhaltsverzeichnis:


    SpaceX: Ohne Wolfram keine Triebwerke

    High-Tech-Pioniere wie SpaceX stoßen bei der Entwicklung moderner Trägerraketen regelmäßig an physikalische Grenzen. Bei Raumfahrt-Triebwerken herrschen in den Brennkammern Temperaturen von weit mehr als 3.000 °C sowie ein Druck von über 100 bar. Klassische Legierungen auf Nickelbasis versagen unter diesen Bedingungen. Deshalb nutzt SpaceX laut dem Metallhändler Chemetal USA für thermische Hotspots am Raptor-System verstärkt neuartige Wolfram-Kupfer-Verbundwerkstoffe mit einer Mischung von 85 % Wolfram und 15 % Kupfer. Diese Materialumstellung macht sich demnach für SpaceX bezahlt. Durch die Wolfram-Komponenten vervierfachte SpaceX die Haltbarkeit seiner Düsen von 120 auf 450 Flugeinsätze und reduzierte die Hitzeverformung um 72 %, schreibt Chemetal USA in einem Blogeintrag. Das spare dem innovativen Konzern unter der Führung von Elon Musk geschätzt rund 1,2 Mio. USD bei jedem Raketenstart.

    Siemens Healthineers: Keine Kompromisse bei medizinischer Präzision

    Auch in der Medizintechnik führt an kritischen Metallen mit einzigartigen Eigenschaften kein Weg vorbei. Siemens Healthineers verwendet Wolfram in der Krebsradiotherapie, um Tumore punktgenau zu bestrahlen. Bei den Anlagen der Konzerntochter Varian blockieren hauchdünne Wolframlamellen die gefährlichen Gammastrahlen effektiv und schonen das umliegende Gewebe der Patienten. Das Ziel: Nur den Krebs bestrahlen, sonst nichts. Am Produktionsstandort Kemnath steigerte Siemens Healthineers seine Fertigungskapazitäten durch eine vollautomatisierte Roboterlinie deutlich. Das zeigt, dass derartige Geräte für das Unternehmen Hoffnungsträger sind. Wolfram absorbiert Strahlung wegen seiner hohen Ordnungszahl wesentlich besser als das giftige Blei, was dünnere Schutzwände ermöglicht. Zudem belegen Studien das Potenzial wolframbasierter Kontrastmittel bei Computertomografen, da sie störende Blooming-Effekte an verkalkten Herzkranzgefäßen deutlich reduzieren.

    Almonty weckt mit Sangdong einen schlafenden Riesen

    Während die Industrie nach verlässlichen Wolframquellen sucht, rückt Almonty ins Rampenlicht. Das Unternehmen besitzt mit der Sangdong-Mine in der südkoreanischen Provinz Gangwon eines der gewaltigsten Vorkommen außerhalb Chinas. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten förderte Almonty im vergangenen Dezember das erste Erz und startete im Juli seine Aufbereitungsanlage. Zum Auftakt greift die Mine auf ein Haldenlager von 139.700 t Erz mit Gehalten zwischen 0,25 % und 0,35 % Wolframtrioxid mit einem Bruttowert von rund 68 Mio. USD zurück. Die Verarbeitungsanlage ist darauf ausgelegt, im ersten Schritt jährlich 640.000 t Erz zu verarbeiten und so rund 2.300 t hochreines Wolframkonzentrat zu gewinnen. Schon im Verlauf des Jahres 2027 plant das Management die Verdopplung des Erzdurchsatzes auf 1,2 Mio. t, um die Jahresförderung auf 4.600 t Konzentrat zu verdoppeln. Nach dem Ausbau kann Almonty etwa 40 % der weltweiten Wolframnachfrage außerhalb Chinas bedienen. Finanziell steht das Projekt auf einem sicheren Fundament: Zuletzt erweiterte Almonty seinen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders, einer Tochter-Gesellschaft der österreichischen Plansee-Gruppe, auf eine Laufzeit von 21 Jahren, was dem Betrieb vertraglich zugesicherte Einnahmen von rund 490 Mio. USD pro Jahr bescheren soll. Diese Vereinbarung umfasst 4,41 Mio. MTU Konzentrat mit einer Mindestabnahme von jährlich 210.000 MTU. Damit sind rund 90 % des Wolframs aus der ersten Förderphase bereits verkauft. Das benachbarte Sangdong-Molybdän-Projekt bringt über eine Exklusivvereinbarung mit der südkoreanischen SeAH-Gruppe weitere Dynamik für Almonty.

    Gut positioniert - Almonty Industries.

    Almonty strebt weltweite Produktion an - frisches Kapital zu Top-Konditionen

    Neben Südkorea expandiert der Konzern gezielt in Nordamerika und Europa. Im Oktober 2025 erwarb Almonty das Gentung Browns Lake-Projekt im US-Bundesstaat Montana. Die Mine besitzt eine fertig genehmigte Gesteinsmühle und soll noch 2026 Schritt für Schritt in Produktion gehen. Die Kapazität liegt bei jährlich rund 140.000 MTU Konzentrat. In Europa wird die portugiesische Panasqueira-Mine, die bereits seit 2016 zu Almonty gehört, aktuell erweitert. Die angestrebte Jahresförderung liegt bei 124.000 MTU. Zwei weitere Projekte in Spanien, die aktuell nicht in Betrieb sind, runden das Portfolio ab. Operativ glänzt der Konzern trotz des aktuellen Hochlaufs von Sangdong bereits mit starken Zahlen. Im ersten Quartal 2026 steigerte Almonty seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 221 % auf 25,4 Mio. CAD bei einem operativen Cashflow von 9,7 Mio. CAD. Zur Finanzierung des weiteren Wachstums emittierte Almonty im Juni eine 700-Mio.-USD-Wandelanleihe mit einem Kupon von 2,25 % und einer Verwässerungs-Schwelle weit über 40 USD. Aktuell notiert die Aktie bei rund 14 USD.

    Die Wolfram-Knappheit und das Pentagon-Verbot für Wolfram-Importe ab 2027 spielen Almonty voll in die Karten. Die Analysten von Diamond Equity Research stufen die Aktie als stark unterbewertet ein und sehen in Almonty einen unverzichtbaren Infrastrukturwert der westlichen Welt. Die Analysten sehen das faire Kursziel für die Aktie bei 31,80 CAD. Der geplante Ausbau der Sangdong-Mine sowie der Produktionsstart in Montana seien Wachstumstreiber, so das Analysehaus aus New York.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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