Menü schließen




13.11.2020 | 05:40

Pfizer, BioNTech, Desert Gold: Portfolien mit Gold impfen!

  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Nach 3 Tagen schon wieder Ernüchterung!?! Die Gewinner von gestern sind die Verlierer von heute. Seit der Impf-Rakete vom Montag hängen die Märkte dort oben und schauen sich um, ob schon einige weitere Käufer das Krankenbett der letzten Baisse verlassen haben. Leider nein, eher ist es so, dass die Airlines im Schnitt bereits wieder minus 5% tendieren und eine angeschlagene TUI nach weiteren Staatshilfen schielt, das drückt den Kurs auch wieder Richtung 4 Euro. Die Woche begann natürlich sehr schwierig, denn der Dow stieg um 4% auf ein neues Rekordhoch, die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen schossen an einem einzigen Tag um fast 17% in die Höhe, da die Anleger Sicherheit abstießen. Der Ölpreis haussierte sogar um 8%, weil man jetzt wieder an ein Erwachen der abgewürgten Konjunktur glaubt. Unterdessen legte der US-Dollar-Index um etwa 60 Basispunkte zu, während manche exotischen Währungen mit höherem Beta sogar sprunghaft anstiegen. Natürlich fragen sich einige Gold- und Silber-Enthusiasten, ob ein Impfstoff ausreicht sowohl das Covid-19-Virus zu töten als auch die Hausse auf dem Edelmetallmarkt, denn Gold und Silber verloren zwischen 5 und 9 Prozent. Wenn man heute jedoch auf die Märkte blickt, dann stehen die Chancen gut, dass vor allem intelligentes Geld anfangen wird, die Dips in den Edelmetallen zu kaufen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA25039N4084 , US09075V1026 , US7170811035

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Pfizer – Sell on good News

    Pfizer und BioNTech gaben am 9. November 2020 bekannt, dass ihr mRNA-basierter Impfstoffkandidat BNT162b2 gegen COVID-19 bei Teilnehmern ohne vorherigen Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion eine signifikante Wirksamkeit gegen CORONA nachgewiesen hat. Grundlage dafür war die erste Zwischenanalyse zur Wirksamkeit, die am 8. November 2020 von einem externen, unabhängigen Datenüberwachungskomitee (DMC) aus der klinischen Phase-3-Studie durchgeführt wurde. Das DMC überprüfte ganze 94 Fälle. Die Fallaufteilung zwischen geimpften Personen und denjenigen, die das Placebo erhielten, zeigte eine Impfstoff-Wirksamkeitsrate von über 90% und zwar 7 Tage nach der zweiten Dosis. Dies bedeutet, dass der Schutz 28 Tage nach Beginn der Impfung, die aus einem 2-Dosen-Schema besteht, erreicht werden kann. Ein echter Durchbruch in der Pandemie, der das Image der Pharmaindustrie praktisch über Nacht wieder deutlich aufgebessert hat. Soweit so gut.

    Der Vorstandsvorsitzende von Pfizer hat das hohe Kursniveau indes sofort genutzt um Aktien des Unternehmens im Wert von 5,6 Mio. USD zu verkaufen. Die Informationen über den Verkauf gehen aus Unterlagen hervor, die der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurden. Medien berichteten sehr reißerisch über das Thema, wir hingegen beglückwünschen Herrn Albert Bourla, zu dieser guten Portfolio-Entscheidung. Aktien verkauft man eben dann, wenn sie hoch stehen – CHAPEAU!

    Die Pfizer-Aktie hatte am Montagmorgen nach der Ankündigung bei 41,94 USD eröffnet, mit einem Plus von 15% gegenüber dem Handelsschluss am Freitag. Seitdem sind die Aktien wieder auf 37,7 USD zurückgefallen. Die Marktkapitalisierung von Pfizer beträgt jetzt stolze 212 Mrd. USD, die Aktie notiert nahe ihrem 10-Jahreshoch – die Anleger sollten es dem CEO eigentlich gleichtun.

    BioNTech – Höher, schneller, weiter

    Der etablierte Blockbuster-Hersteller Pfizer und das deutsche Junior-Unternehmen BioNTech SE gaben bekannt, dass sie mit der Europäischen Kommission eine Vereinbarung über die Lieferung von 200 Mio. Dosen ihres Impfstoffkandidaten (BNT162b2) gegen COVID-19 an die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) getroffen haben, mit der Option weitere 100 Mio. Dosen nachzuliefern. Die Massen-Impfungen sollen vorbehaltlich des klinischen Erfolgs und der behördlichen Genehmigung bereits Ende 2020 beginnen. Das klingt doch hoffnungsvoll!

    Die Impfstoffdosen für Europa werden in den deutschen Produktionsstätten von BioNTech sowie den von Pfizer in Belgien hergestellt. Wenn der besagte Impfstoff von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen wird, dann gehen die Präparate gemäß EU-Verteilschlüssel an die angemeldeten Bezugsstaaten, die sich im Rahmen dieser Vereinbarung für den Erhalt des Impfstoffs entschieden haben. BioNTech selbst hat bisher noch kaum Produkte auf dem Markt, ist aber auch sehr aktiv in der Krebsforschung. Eine Besonderheit des Corona-Impfstoffes ist, dass er bei mindestens minus 70 Grad Celsius von der Herstellung bis zu Verabreichung gekühlt werden muss, was noch eine weltweite logistische Herausforderung für entsprechende Ultra-Kühltransporte darstellt. Für diese Fälle fällt uns doch ein Standardwert aus dem DAX ein: die Linde Group mit Ihren technischen Gasen – diese Strategie haben bestimmt Wenige auf dem Plan.

    Was BioNTech angeht, so schoss die Bewertung der Gesellschaft in nur 6 Wochen in der Marktkapitalisierung von 14 auf 27 Mrd. USD nach oben auf einen Kurs von über 110 USD. Interessanterweise gibt es von den bekannten Emittenten fast nur LONG-Derivate auf diesen Wert. Wenn das mal nicht ein schönes Zeichen für den Ausstieg ist.

    Desert Gold – Rapunzel aus der Wüste

    Fern ab von der Wirksamkeit wichtiger Impfpräparate gibt es noch andere interessante Ergänzungen für das Depot. Denn sollte alles das, was wir in den letzten 5 Tagen gehört haben, doch nicht so positiv eintreten wie die Masse der Anleger wohl aktuell vermutet, kommt der Sektor Gold und Silber wieder aus der Versenkung. Gestern kletterte das gelbe Metall schon mal wieder auf über 1.880 USD. Das Silber folgt dem ganzen nach und auch Platin ist diesmal mit von der Partie.

    Desert Gold Ventures Inc. ist ein nicht mehr so unbekannter Rohstoff-Explorer auf der Suche nach Gold in Mali (Afrika). Das Vorzeigeprojekt des Unternehmens ist das Projekt Senegal Mali Shear Zone, welches sich über eine Fläche von 410 Quadratkilometern in Westmali erstreckt. Weitere Akquisitionen von Beteiligungen waren z.B. an den Goldprojekten Sebessounkoto Sud und Djelimangara in Westmali. Das sind riesige Landstriche mit viel Potenzial, denn der Distrikt ist für ausgiebige Rohstoffvorkommen bekannt. Das Unternehmen ist an der Explorationsgenehmigung Byumba nördlich der ruandischen Hauptstadt Kigali, am Projekt Djimbala sowie an den Projekten Farabantourou und Segala Ouest in Mali beteiligt. Wenn in den aktuellen Bohraktionen eine größere Lagerstätte entdeckt wird, könnte Desert Ventures für die wieder erstarkten Majors in der Goldbranche ein interessantes Übernahmeziel sein. Auch Barrick sucht weitere Projekte in Afrika, da die Produktionskosten im Schnitt 25% niedriger als in den anderen Rohstoffkontinenten angesetzt werden können. Für einen Rohstoffkonzern ist die Bewertung von Desert mit 20 Mio. CAD nur ein kleiner Wimpernschlag in der langen Bilanz.

    Die Desert-Aktie neigt aktuell zu großer Volatilität und ist alles andere als langweilig. So hatte sie sich seit Ende Juli bis Oktober 2020 fast gedrittelt, seither aber wieder über 50% zugelegt und das mit deutlich steigenden Umsätzen. Wer hier lethargisch auf den Impfstoff wartet, überhört die Glocke zum erneuten Einstieg!


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 05.04.2024 | 06:10

    Desert Gold Ventures, Barrick, Intel Aktie - Stagflation in den USA als Goldpreisturbo?

    • Gold
    • Asset Management
    • Halbleiter
    • Exploration

    Gold erreicht erneut ein Rekordniveau von über 2.300 USD pro Unze. Investoren wetten, dass die US-Zentralbank Federal Reserve in diesem Jahr noch die Zinssätze senken wird. Schon seit Mitte Februar befindet sich Gold im Aufwärtstrend. Zum einen hat es den Ruf, seinen Wert während Inflationsphasen zu halten oder zu steigern. Zum anderen wird es als Werterhalt angesehen, sollte FIAT-Geld erheblich entwertet werden - schließlich gilt Gold seit Jahrtausenden als Währung. Für Desert Gold Ventures stimmt das Timing, um sein Explorationsbohrungsprogramm in Afrika erfolgreich abzuschließen. Die Nachfrage nach dem Edelmetall ist ungebremst. Gute Zeiten für Gold-Explorer und -Produzenten. Barrick CEO Mark Bristow vermutet eine Stagflation in den USA, die dazu führt, dass der Goldpreis weiter steigen wird. Abnehmende Wirtschaft und steigende Inflation? Kein gutes Umfeld für US-Amerikanische Firmen. Wer den Anschluss zu verpassen scheint, ist Intel. Das Unternehmen gab diese Woche eine Gewinnwarnung heraus. Was Stagflation und Goldpreis für Investoren bedeuten.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 11.03.2024 | 06:00

    Encavis, Manuka Resources, Rheinmetall – Vanadium: Vom Metall zur Energiequelle

    • Encavis
    • Manuka Resources
    • Rheinmetall
    • Solarenergie
    • Windkraft
    • Stromspeicher
    • Übernahme
    • Gold
    • Silber
    • Vanadium
    • Eisensand
    • Titan
    • Rüstung
    • Verteidigung

    Die Energiewende stellt uns vor die Herausforderung, erneuerbare Energien effizient zu speichern. Ein Schlüsselrohstoff in diesem Prozess ist Vanadium, das in Vanadium-Redox-Flow-Batterien (VRFBs) zum Einsatz kommt und hauptsächlich aus der Stahlproduktion bekannt ist. Diese Batterien zeichnen sich durch ihre Langlebigkeit mit bis zu 20.000 Ladezyklen ohne nennenswerte Leistungsverluste und ihre Sicherheit aus, da sie nicht entflammbar sind. Darüber hinaus ermöglicht ihre Skalierbarkeit den Einsatz sowohl im großflächigen Netzspeicher als auch im privaten Sektor. Durch die Speicherung von Strom aus Wind- und Solarenergie sind VRFBs ein kritisches Element, um den Übergang zu einer nachhaltigeren Energieversorgung zu unterstützen und für Stahllegierungen zu sorgen, die auch in der Rüstungsindustrie eingesetzt werden können.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 29.01.2024 | 05:10

    Die nächste Aufwärtswelle läuft - Coinbase, Desert Gold Ventures, Infineon

    • Gold
    • Bitcoin
    • Halbleiter

    Die Meinungen der sogenannten Experten gehen bei der größten Kryptowährung des Planeten weit auseinander. Nachdem der Bitcoin noch Anfang des Jahres ein neues Zwischenhoch bei über 48.000 USD markierte, folgte die Ernüchterung und eine Korrektur von 20 %. Während Crashpropheten bereits das Ende des dezentralen, digitalen Geldes voraussehen, ist für andere, wie zum Beispiel der Starmanagerin Cathie Wood, der Bitcoin „eine der wichtigsten Chancen unseres Lebens“. Einzigartige Chancen bieten jedoch nicht nur Kryptowährungen, auch andere von der Korrektur betroffene Assetklassen bieten erhebliches Potenzial.

    Zum Kommentar