07.04.2026 | 05:55
Rohstofffirmen: Diversifikation ist alles! Vom Riesen Glencore über Avrupa Minerals bis Pan American Silver!
Ein Projekt, ein hohes Risiko – so sehen manche Anleger Rohstoffaktien, die ihren Fokus auf ein einziges Projekt oder eine einzige Mine legen. Und von diesen Firmen gibt es jede Menge auf dem Kurszettel. Das hat zwar auch manche Vorteile, aber ist nicht für jeden Anlegertypen geeignet. Zumal nicht jeder Investor die Zeit hat, breit in verschiedene Aktien zu investieren, um sein Risiko zu reduzieren. Eine Alternative sind breit diversifizierte Unternehmen, die sich in allen Bereichen des Rohstoffspektrums finden lassen. Vom großen, weltweit aktiven Miner bis zum cleveren Junior-Explorer. Deshalb nehmen wir heute die Aktien von Glencore, Avrupa Minerals und Pan American Silver unter die Lupe.
Lesezeit: ca. 7 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
AVRUPA MINERALS LTD | CA05453A2074 | TSXV: AVU , GLENCORE PLC DL -_01 | JE00B4T3BW64 , PAN AMER. SILVER CORP. | CA6979001089
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Gold, Silber, Kupfer: Außer Spesen, nichts gewesen!?
Bei diesem Thema lohnt sich erst einmal ein Blick auf die Top-Rohstoffkonzerne dieser Welt. Zum Ende des ersten Quartals wiesen die 50 im Ranking von Mining.com vertretenen, weltweit wertvollsten Bergbauunternehmen eine Gesamtmarktkapitalisierung von 2,41 Billionen USD auf. Dies entspricht einem Anstieg von 250 Milliarden USD im bisherigen Jahresverlauf und widerspricht dem Mantra in den Medien, dass derzeit alle Sektoren unter dem Krieg leiden. Es lohnt sich immer, genau hinzusehen. Die Marktkorrektur erfolgte in der Tat bereits einen ganzen Monat vor Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Denn Ende Januar brachen die Gold- und Silberpreise im Zuge des sogenannten Freitagsmassakers ein und zogen andere Metalle wie Kupfer mit sich nach unten. Der „Absturz“ relativiert sich aber beim Blick auf die Preise zuvor. So notiert heute Gold mit 4.700 USD je Unze etwa auf dem Niveau von Mitte Januar. Bei Kupfer und Silber sieht es ähnlich aus. Die Notierungen liegen etwa auf dem Level von Mitte bis Ende Dezember. Seither hat sich also im Prinzip nicht viel getan. Die Volatilität war aber durch die Ereignisse Ende Januar und den Beginn des Kriegs am Persischen Golf extrem hoch. Wer sich einen ruhigen Kopf bewahrt hat, hat nicht viel verloren oder gewonnen, aber ist seiner Anlagestrategie treu geblieben.
Top-50 Miner kommen „gut“ durch Krieg, Lithium erwacht!
Bei anderen Metallen ist die Situation ähnlich. So profitieren derzeit die Lithium-Miner von den hohen Preise für fossile Energien wie Öl und Gas. Offenbar hat der Krieg zu einem Umdenken geführt. Mehr und mehr Menschen denken über den Kauf von Elektroautos nach oder handeln bereits; und Anleger glauben, dass sich diese Entwicklung auch in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen werde. So zeigt das Ranking von Mining.com, dass das Wiederaufleben von Lithium den Aktien aus dem Sektor auf die Beine geholfen hat. So gehören das chilenische Unternehmen SQM, US-Produzent Albemarle und die chinesische Ganfeng Lithium zu den Top-Performern im Mining-Sektor im ersten Quartal. Albemarle liegt seit Jahresanfang mit 56 % vorn, Ganfeng mit 26 %. Die großen Bergbaukonzerne haben den Krieg nicht leichtfertig abgehandelt, aber die Aktien kommen gemessen an den Kursen seit Anfang 2026 mit wenigen Ausnahmen gut durch die Krise und notieren deutlich im positiven Bereich. In der Spitzengruppe kommt beispielsweise Newmont auf ein Plus von 11 % und Agnico Eagle Mines auf +22 %. Wer also am Jahresanfang auf die Top-Goldminer setzte, liegt heute immer noch vorne.
Glencore: Breit aufgestellt!
Wenn man an breit aufgestellten Konzernen im Rohstoffsektor interessiert ist, führt kein Weg an Glencore vorbei. Das in Zug (Schweiz) ansässige Unternehmen ist eines der weltweit größten diversifizierten Rohstoffunternehmen. Das Geschäftsmodell ist dabei im Gegensatz zu vielen anderen Konzernen in zwei Bereiche aufgespalten: Der Abbau von Rohstoffen sowie der Handel und das Marketing dieser. Diese Zweigleisigkeit führt dazu, dass Glencore Konkurrenten wie Partner von vielen Mitbewerbern ist. So besitzt die Firma eigene Minen in den Bereichen Kupfer, Kobalt, Zink, Nickel oder Kohle. Daneben werden aber Hütten und Verarbeitungsbetriebe geführt. Und im Handelsgeschäft sorgt man dann dafür, dass diese Metalle, aber eben auch die Rohstoffe der Konkurrenz bei den Endabnehmern in der Industrie landen. Dieses Handelsgeschäft ist der Nukleus des in den 1970er Jahren entstandenen Unternehmens und sorgt dafür, dass Glencore auch bei sinkenden Rohstoffpreisen Gewinne durch Arbitrage und Logistik-Margen einfahren kann.
2025 war dabei so etwas wie ein Comeback-Jahr für die Eidgenossen. Glencore kehrte in die schwarzen Zahlen zurück und konnte ein dickes Minus von -1,6 Mrd. USD in einen Nettogewinn von rund 363 Mio. USD verwandeln. Bei seinen Minen setzt das Unternehmen einerseits auf die Energiewende mit seinem starken Engagement bei Kupfer und Kohle. Auf der anderen Seite hält man an dem cashflow-starken Kohlegeschäft fest, während sich andere dieses Bereichs entledigen. Dennoch: Als Kronjuwelen gelten die Bereiche Kupfer und Kobalt.
Glencore ist traditionell sehr aktionärsfreundlich unterwegs, was daran liegt, dass das Top-Management stark in die Aktie investiert ist. Es wurde einst als private Partnerschaft geführt, bevor es im Mai 2011 den Börsengang als AG wagte. Heute wird geschätzt, dass sich zwischen 20 und 25 % der Aktien im Besitz des Vorstands und von Mitarbeitern befinden. Ivan Glasenberg allein, CEO zum Zeitpunkt des Börsengangs, ist nach wie vor der größte Einzelaktionär und hält 9,52 % der Anteile. Für 2025 hat Glencore rund 2 Mrd. an Dividenden ausgeschüttet, also 0,17 USD je Aktie. Seit August 2025 läuft ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von 1 Mrd. USD. Ein Katalysator für die Aktie dürfte dieses Jahr der Anstieg der Kohlepreise sein. Das erklärt auch, warum die Aktie seit Anfang Dezember um fast 70 % zugelegt hat. Ein Treiber hierfür sind aber auch die Spekulationen über ein Zusammengehen mit Rio Tinto, die allerdings offiziell im März abgebrochen wurden. Sollte der Deal dennoch zustande kommen, entstünde der mit Abstand größte Rohstoffkonzern der Welt. Auch wenn die Hoffnung auf Zinssenkungen vorerst vom Tisch zu sein scheint: Glencore ist kapitalintensiv und profitiert von niedrigen Zinsen. Die USA wiederum können sich aufgrund ihrer völlig aus dem Ruder laufenden Verschuldung gar keine hohen Zinsen leisten.
Avrupa Minerals: Der breit aufgestellte Junior-Explorer!
Doch neben Riesen wie Glencore gibt es auch im Junior Mining-Sektor diversifizierte Firmen - wenn auch ganz wenige. Avrupa Minerals konzentriert sich dabei voll auf europäische Assets, obwohl es ein kanadisches Unternehmen ist. Und auch das Haupt-Listing befindet sich in Toronto an der TSX-Venture-Börse. Daneben gibt es auch eine Notiz in Deutschland. Aktuell notiert die Aktie bei 0,085 CAD und der Börsenwert beträgt gerade einmal rund 8 Mio. CAD. Das bietet Anlegern ordentlich Potenzial nach oben. Avrupa Minerals ist aber kein Newcomer, sondern lange in diesem Segment etabliert. Das Unternehmen hat sich auf die Entdeckung von kritischen Metallen fokussiert und verfolgt das sogenannte Prospect Generator Modell. Dahinter steckt der Ansatz durch Exploration aussichtsreiche Vorkommen zu identifizieren und dann Partner an Bord zu holen, um das hohe finanzielle Risiko zu reduzieren. Das Ziel ist, durch eine Vielzahl solcher Projekte das Risiko zu streuen und bei Erfolgen durch Aktienbeteiligungen und/oder Lizenzgebühren (Royalties) massiv zu profitieren.
Avrupa hat dabei gleich mehrere Eisen im Feuer. Ein Fokus liegt auf den Metallen Kupfer und Zink. Momentan verfolgt man die Entwicklung von mehreren Zielgebieten im Vihanti-Pyhäsalmi-Revier in Finnland. Hier gibt es eine solide Bergbauinfrastruktur. Dabei handelt es sich bei Avrupas Projekten um historische Mininggebiete, so dass frühere Daten vorliegen, was Zeit und Geld spart. Man hat sich auf die Fahne geschrieben, hier mindestens 10 Mio. Tonnen an Kupfer-Zink-Erz in aktuell sieben Zielgebieten nachzuweisen. Zwei der Lizenzen liegen übrigens direkt neben der Pyhäsalmi-Mine. Eine Verarbeitung dort würde vieles vereinfachen. In diesem Jahr plant man ein Explorationsprogramm und will geophysikalische Arbeiten durchführen. Zudem wird mit Joint Venture-Partnern verhandelt.
Dazu gesellen sich drei Zink-Kupfer-Projekte im Süden Portugals. Auch hier will man mit potenziellen Partnern für die Projekte sprechen. Nicht zuletzt ist man am Slivova-Projekt im Kosovo mit 49 % beteiligt. Mit Western Tethyan Resources hat man hier bereits einen Partner gefunden, der an einer Resource arbeitet. Geplant sind hier zudem eine Wirtschaftlichkeitsstudie sowie ESG-Arbeiten.
Uns gefällt neben der Vielzahl an Projekten in sicheren Jurisdiktionen auch die enge Kapitalstruktur. Avrupa Minerals hat lediglich 99,05 Mio. Aktien ausstehen. Dabei liegen etwa 20 % der Anteile bei Insidern und Managern. Das ist in dieser Branche selten und spricht für das Commitment des Managements.
Pan American Silver: Die Aktie als sicherer Hafen
Pan American Silver passt eigentlich in diese Reihe nicht wirklich hinein. Aber es gibt auch Anleger, die mit einer Rezession und einer hohen Inflation in Folge des Kriegs am Persischen Golf rechnen. Für die eignen sich die Papiere von Pan American Silver. Der kanadische Bergbaukonzern hat sich auf Silber und Gold fokussiert – zwei Metalle, die in einem solchen Szenario stark profitieren sollten. Bei Silber kommt hinzu: Die strukturelle Angebotslage ist weiterhin mehr als schwierig. Es gibt zu wenig physisches Silber, der Markt befindet sich seit fünf Jahren im Defizit, wie Daten des Silver Institutes zeigen. Und auch von einer weiteren Aufrüstung sollte die Nachfrage beeinflusst werden: Allein die Tomahawk-Rakete der USA kommt auf 0,5 bis 1 Kilogramm Silber – jede einzelne!
Pan American Silver hat in den vergangenen Jahren sein Portfolio kräftig ausgebaut und ist heute einer der größten Silberproduzenten der Welt. Für 2025 meldete man einen Gewinn je Aktie von 2,54 USD. Die hohen Silber- und Goldpreise schoben den Free Cashflow auf beachtliche 1,33 Mrd. USD. In diesem Jahr will der Konzern 25 bis 27 Mio. Unzen Silber zu Kosten von unter 19 USD die Unze fördern (AISC). Darüber hinaus soll die Goldproduktion auf rund 750.000 Unzen Gold steigen. Pan American Silver ist schuldenfrei und hat einen rekordhohen Kassenbestand von 1,3 Mrd. USD. Übernahmen sind also nicht ausgeschlossen, zudem treibt man eigene Projekte voran.
Fazit:
Mit Glencore und Avrupa Minerals setzen Anleger auf breit diversifizierte Unternehmen. Glencore ist dabei der Riese, dem 2025 das Comeback in die Gewinnzone gelang. Avrupa wiederum ist der Junior, der attraktive Projekte in Europa besitzt und mit Partnern Akzente setzt. Bei einem Börsenwert von rund 8 Mio. CAD ist das Potenzial erheblich. Pan American Silver wiederum setzt auf Gold und Silber und sollte langfristig von höheren Preisen profitieren.
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