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13.05.2026 | 05:30

Milliarden für Wasserstoff-Stahl: thyssenkrupp braucht die Rohstoffe – Strategic Resources und Rio Tinto liefern

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Bildquelle: pixabay.com

Die Stahlindustrie verursacht rund 7 % der globalen CO2-Emissionen. Bis 2050 muss sie klimaneutral werden – der Schlüssel ist grüner Wasserstoff. Doch ohne hochreine Eisenerzpellets und Legierungsmetalle wie Vanadium bleibt die Technologie wirkungslos. Genau hier wird ein traditionsreicher Konzern plötzlich zum Abnehmer. thyssenkrupp kann seine milliardenschwere Wasserstoff-Direktreduktionsanlage in Duisburg nur dann wirtschaftlich betreiben, wenn zuverlässige Lieferanten die passenden Rohstoffe bereitstellen. Diese Lücke füllen Strategic Resources und Rio Tinto mit exakt den geforderten Qualitäten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , RIO TINTO PLC LS-_10 | GB0007188757

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Inhaltsverzeichnis:


    thyssenkrupp - zwischen grünem Stahl und schmerzhaftem Umbau

    Die Stahlsparte treibt die Wasserstoff-Wende voran, aber der Weg ist steinig. Die Direktreduktionsanlage in Duisburg soll 2027 starten, zunächst mit Erdgas, später mit grünem Wasserstoff. Bis dahin dient "bluemint® Steel" als Brückentechnologie, die den CO2-Ausstoß um bis zu 70 % senkt. Das Problem ist, dass die volle Dekarbonisierung an der Wasserstoff-Infrastruktur und politischer Förderung hängt. Vorstandschef López warnt, dass sich das Modell ohne stabile Energiepreise nicht rechnet. Die Verkaufsgespräche mit Jindal ruhen, der Konzern stemmt den milliardenschweren Umbau erstmal allein.

    Das 2. Quartal überrascht mit einem operativen Gewinnsprung. Das bereinigte EBIT steigt auf 198 Mio. EUR, der Auftragseingang zieht dank Marine-Großaufträgen kräftig an. Unterm Strich steht jedoch ein Minus von 11 Mio. EUR. Der Grund liegt in den 401 Mio. EUR Rückstellungen für den Stellenabbau in der Stahlsparte. Dort sollen 11.000 Jobs wegfallen. Finanzvorstand Hamann bestätigt die Jahresprognose für das EBIT, korrigiert die Umsatzerwartung aber leicht nach unten. Die operative Wende ist eingeleitet, doch der harte Umbau belastet weiter die Bilanz.

    Der Konzern formt sich zur Finanzholding um. Die Marinesparte TKMS glänzt mit einem Rekordauftragsbestand von 20,6 Mrd. EUR und dient als Vorbild. Als nächstes steht Materials Services auf dem Prüfstand, sowohl ein Börsengang oder Verkauf sind möglich. Die Wasserstofftochter Nucera sammelt zwar Aufträge, kämpft aber operativ mit Verlusten. Die Stahlsparte bleibt der schwierigste Brocken, doch die pausierten Verkaufsgespräche zeigen, dass das Management auf Wertsteigerung durch Sanierung setzt. Die nächsten Quartalsberichte werden beweisen, ob diese Wette aufgeht. Derzeit ist die Aktie für 10,315 EUR zu haben.

    Strategic Resources - der heimliche Profiteur der Stahlwende

    Die globale Stahlindustrie stellt auf Elektrolichtbogenöfen um. Die sind sauberer, aber hungrig nach speziellen Vorprodukten. Genau hier setzt Strategic Resources an. Das kanadische Unternehmen entwickelt im Tiefseehafen von Port Saguenay eine Pelletieranlage für hochreines Eisenerz, komplett genehmigt und mit direkter Anbindung an die transkanadische Gaspipeline. Die Stromkosten in Quebec? Liegen bei nur 0,04 CAD pro Kilowattstunde aus Wasserkraft. Das ist ein struktureller Kostenvorteil, den alte Schweröl-Anlagen nicht bieten können. Kürzlich erfolgte die Zweitnotierung in Frankfurt, um europäisches Kapital für den nächsten Schritt zu sammeln.

    Die Finanzierungsmaschinerie läuft auf Hochtouren. Strategic sammelt derzeit bis zu 10 Mio. CAD durch ein kombiniertes Angebot aus LIFE-Finanzierung und Privatplatzierung. Jede Einheit zum Preis von 0,25 CAD enthält eine Aktie und einen ganzen Warrantschein, der 3 Jahre lang zum Kauf zu 0,40 CAD je Aktie berechtigt. Parallel dazu hat man sich per Absichtserklärung mit Tyfast Energy zusammengetan. Gemeinsam soll kanadisches Vanadium aus der eigenen Mine zu Batteriematerial für Schwerlastfahrzeuge veredelt werden. Ein kluger Schachzug, um die Wertschöpfungskette zu verlängern.

    Was das Paket für Investoren rund macht, ist das BlackRock Projekt, das kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Die Genehmigungen sind durch, Großaktionäre sowie der Staat Quebec sollen sich an der Finanzierung beteiligen, und ein zehnjähriger Abnahmevertrag mit Javelin Global Commodities sichert den Absatz. Die Betriebskosten für die Pelletproduktion liegen geschätzt bei knapp über 16 CAD pro Tonne. Die Marge bei aktuellen Preisen rund um 54 CAD sind mehr als ordentlich. Hinzu kommen Vanadium und Titan als Nebenprodukte. Die Hausaufgaben sind gemacht, jetzt geht es um die Umsetzung. Aktuell notiert die Aktie bei 0,25 CAD.

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    Rio Tinto - zwischen Erzboom und sozialen Risiken

    Rio Tinto versorgt die globale Stahlbranche mit dem entscheidenden Rohstoff, hochwertigem Eisenerz aus den Pilbara-Minen in Australien und dem Megaprojekt Simandou in Guinea. Gerade chinesische Konzerne wie Baowu zählen zu den Abnehmern. Das Unternehmen setzt zunehmend auf Erze, die sich für wasserstoffbasierte Direktreduktionsverfahren eignen. Das ist ein kluger Schachzug angesichts der Dekarbonisierung der Stahlproduktion. Wer heute Stahl macht, braucht Qualitätserz, und Rio Tinto liefert genau das. Damit sichert sich der Konzern eine Schlüsselrolle in der zukünftigen, kohlenstoffärmeren Wertschöpfungskette der Branche.

    Die operative Bilanz für das 1. Quartal 2026 liest sich solide. Die kupferäquivalente Förderung legte um neun Prozent zu. Die Pilbara-Minen verbuchten die zweitbeste Q1-Ausbeute seit 2018, trotz zweier Wirbelstürme, die rund 8 Mio. t Verschiffung kosteten. Etwa die Hälfte davon will man im Jahresverlauf aufholen. Oyu Tolgoi in der Mongolei steigerte die Kupferförderung um 21 % im Vergleich zum Vorquartal. Die Jahresprognosen für Eisenerz, Kupfer, Aluminium und Lithium bleiben unverändert. Rio Tinto liefert operativ, auch wenn nicht alles reibungslos läuft.

    Doch die sozialen und ökologischen Baustellen wachsen mit. Drei Todesfälle auf Betriebsgeländen belasten die Sicherheitsbilanz des Konzerns. In Westaustralien eskalieren Konflikte mit indigenen Gemeinschaften um Wasserentnahme und heilige Stätten, mit bitteren Erinnerungen an den Juukan-Gorge-Skandal. Auch in Madagaskar bleiben Versprechen zur lokalen Entwicklung nach 15 Jahren unerfüllt. Und bei den indirekten Emissionen der Stahlkunden (Scope 3) lehnt Rio Tinto klare Reduktionsziele ab. Man könne nur messen, was man kontrolliere. Wer hier investiert, kauft operative Stärke, aber auch handfeste Reputationsrisiken mit ein. Momentan kostet eine Aktie 91,75 EUR.


    Die Wasserstoff-Wende in der Stahlindustrie bleibt ohne die richtigen Rohstoffe eine Illusion. thyssenkrupp stemmt den milliardenschweren Umbau seiner Duisburger Direktreduktionsanlage, kämpft jedoch mit Stellenabbau und ungewisser Förderung. Strategic Resources sichert sich mit seiner Pelletieranlage in Quebec dank niedriger Wasserkraftkosten und festen Abnahmeverträgen eine profitable Nische als Zulieferer. Rio Tinto liefert das gefragte Hochqualitätserz für grüne Verfahren, muss aber soziale Konflikte und fehlende Scope-3-Ziele als Risiken einpreisen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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