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20.03.2026 | 05:00

Rüstungsboom auf tönernen Füßen: Profiteur Antimony Resources, Risiken bei RTX und Olin

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Bildquelle: KI

Die Verteidigungsindustrie freut sich über Rekordaufträge, doch die Lieferketten für zentrale Rohstoffe offenbaren eine strukturelle Schwäche: Der aktuelle Rüstungsboom steht damit auf tönernen Füßen. Ein Beispiel ist die Verfügbarkeit des Halbmetalls Antimon. Das US-Geological Survey stuft Antimon als kritischen Rohstoff ein, da seine Einsatzmöglichkeiten in der modernen Verteidigungstechnik alternativlos sind. China kontrolliert schätzungsweise 60 bis 70 % der weltweiten Primärproduktion und dominierte die Weiterverarbeitung zuletzt durch strikte Exportkontrollen für Dual-Use-Güter. Diese geopolitische Instrumentalisierung des Rohstoffs führte zu einer Preisrally, bei der sich Antimon laut Medienberichten von 13.500 USD / t im April 2024 auf zeitweise knapp 60.000 USD / t verteuerte. Der Westen wird durch die steigenden Preise gezwungen, den Fokus auf den Anfang der Lieferkette zu legen. Anleger sollten den Blick von den milliardenschweren Auftragsbüchern der Rüstungsindustrie auf die Rohstoffsicherung richten, da die Giganten der Branche von der Erschließung sicherer, nordamerikanischer Vorkommen abhängen. Hier kommt das noch immer kleine, aber vielversprechende Unternehmen Antimony Resources ins Spiel.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014 | CSE: ATMY , OTCQB: ATMYF , RTX CORPORATION | US75513E1010 , OLIN CORP. DL 1 | US6806652052

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Inhaltsverzeichnis:


    RTX Corporation spürt den technologischen Flaschenhals

    Die RTX Corporation ist ein Beispiel für das Dilemma der Rüstungs-Giganten. Das Unternehmen unterzeichnete im Februar fünf Rahmenvereinbarungen mit dem US-Verteidigungsministerium, um die Produktion von Lenkwaffensystemen wie der Tomahawk, der AMRAAM und der Standard Missile zu beschleunigen. Hinter diesen Expansionsplänen verbirgt sich jedoch eine fatale Abhängigkeit von hochreinen Antimon-Verbindungen für die Infrarotsuchköpfe dieser Waffen. Raketen wie die AMRAAM sind für ihre präzise Zielerfassung auf die sogenannte Indiumantimonid-Detektortechnologie angewiesen. Da China die Lieferung von Antimon-Derivaten für militärische Zwecke blockiert, steht RTX vor der Herausforderung, die Produktion abzusichern. Ein Ausfall der Lieferungen könnte moderne Waffenfabriken trotz voller Auftragsbücher zum Stillstand bringen, was die aktuelle Bewertung des Konzerns verwundbar macht.

    Olin Corporation leidet unter Margendruck bei Munition

    Während RTX mit ihren Lenkwaffen im Hightech-Bereich unterwegs ist, steht die Olin Corporation mit ihrer Winchester-Sparte für klassische Munition. Olin betreibt die Lake-City-Army-Ammunition Fabrik, die zentrale Produktionsstätte der US-Armee ist. Die Quartalszahlen verdeutlichen die Rohstoffkrise, da das Segmentergebnis bei Winchester im vierten Quartal 2025 von 42,0 Mio. USD im Vorjahr auf 0,6 Mio. USD abstürzte, obwohl der Umsatz mit 449,4 Mio. USD stabil blieb. Der Margenverlust resultiert primär aus steigenden Kosten für Rohstoffe wie Antimon, das für die Zündhütchenproduktion unverzichtbar ist. Da Olin langfristige Lieferverträge mit dem Militär unterhält, konnten diese Kosten nicht sofort weitergegeben werden. Die geplante neue 6,8 mm-Anlage am Standort hängt nun vollständig von der Verfügbarkeit dieser Zündkomponenten ab.

    Antimony Resources liefert die nordamerikanische Lösung

    Im aktuellen Umfeld aus Rohstoff-Mangel und geopolitischer Notwendigkeit rücken Explorationsunternehmen wie Antimony Resources in den Fokus. Die USA haben mit dem Project Vault ein strategisches Lagerprogramm ins Leben gerufen, in das zunächst 12 Mrd. USD investiert werden sollen, um heimische Lieferketten zu stärken. Antimony Resources kontrolliert mit dem Bald-Hill-Projekt in der kanadischen Provinz New Brunswick die größte bekannte Antimonlagerstätte in Nordamerika und positioniert sich als direkter Profiteur dieser Entwicklung. Das historisch bekannte Vorkommen wurde durch moderne Explorationstechniken neu bewertet und zeichnet sich durch hohe Gehalte aus. Bohrungen ergaben beispielsweise 3 m mit Gehalten zwischen 3 und 4 % Antimon, wobei einzelne Abschnitte Spitzenwerte von über 11 % lieferten. Ein technischer Bericht aus dem Jahr 2025 schätzte das Potenzial auf etwa 2,7 Mio. t mineralisiertes Gestein, was einem Metallgehalt von 81.000 bis 108.000 t reinem Antimon entsprechen würde.

    Rückschläge gehören nach so einem Anstieg dazu - Antimony Resources steht im Kern des Booms.

    Bohrprogramm und Marktkorrektur bieten Einstiegschancen

    Das Jahr 2026 markiert für Antimony Resources den Übergang vom Explorer zum Entwickler. Das Management absolviert aktuell ein 10.000 m umfassendes Bohrprogramm, das die Daten für eine erste offizielle Ressourcenschätzung nach dem NI 43-101 Standard liefern soll. Mitte März waren bereits Bohrungen über 5.000 m abgeschlossen, wobei die Entdeckung der sogenannten Marcus Zone mit massiven Stibnit-Mineralisierungen über 25 m Länge direkt an der Erdoberfläche für zusätzliches Potenzial sorgt. Das Bohrprogramm soll im April abgeschlossen werden, was den Newsflow durch nachfolgende Laborergebnisse bis in den Sommer bestimmen wird.

    Am vergangenen Mittwoch erlebte die Aktie von Antimony Resources im Zuge einer sektorweiten Bewegung eine technische Korrektur. Nach einer Rally, die den Kurs am Vortag auf ein Allzeithoch trieb, kam es unter anderem durch ein kurzes Erstarken des USD zu Gewinnmitnahmen. Für strategisch orientierte Anleger eröffnet dieser Rücksetzer ein Zeitfenster. Die fundamentale Ausgangslage hat sich nicht verschlechtert, vielmehr nehmen die Signale der Knappheit von Unternehmen wie Olin und RTX mehr und mehr zu. Da die NATO-Staaten ihre Bestände für die kommenden Jahre unabhängig von konjunkturellen Zyklen auffüllen müssen, ist eine strukturelle Nachfrage nach Antimon gesichert. Die anstehende Veröffentlichung der ersten offiziellen Ressourcenschätzung dürfte das Unternehmen in ein neues Stadium überführen. Anleger finden in Antimony Resources eine spannende Möglichkeit, am Beginn der Lieferkette in einen Megatrend zu investieren, der angesichts der geopolitischen Gesamtlage als äußerst robust gelten muss.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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