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19.11.2021 | 05:08

Sativa Wellness Group, Aurora Cannabis, TUI – Steigende Konsumausgaben für Wellness und Reisen

  • Wellness
  • Cannabis
  • Reisen
Bildquelle: pixabay.com

Laut einer Darstellung von Statista ist der Markt für Gesundheit und Wellness rund 105 Mrd. EUR groß. Allein für Schönheit und Antiaging werden weltweit über 900 Mrd. USD jährlich ausgegeben. Auch die Ausgaben für Reisen nehmen nach einem starken Einbruch im Zuge der Corona-Pandemie wieder deutlich zu. Grund genug, um sich drei Aktien von Branchenvertretern zu widmen. Wer macht das Rennen?

Lesezeit: ca. 4 Minuten. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: SATIVA WELLNESS GROUP INC | CA80403E1043 , AURORA CANNABIS | CA05156X8843 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000

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Jonathan Summers, Chairman, EXMceuticals Inc.
"[...] CBD ist vollständig natürlich, nicht-psychoaktiv und in ganz Europa immer häufiger erhältlich. [...]" Jonathan Summers, Chairman, EXMceuticals Inc.

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Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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Sativa Wellness Group – Wieder einen Schritt weiter in Richtung der hochgesteckten Ziele

Mit der Legalisierung von Cannabis ist eine Milliardenindustrie entstanden. Von diesem Kuchen möchte sich Sativa Wellness ein Stück abschneiden und setzt sich dabei sehr hochgesteckte Ziele. Die Gesellschaft will einer der führenden Hersteller und hochwertigen Vertreiber von CBD- und Wellnessprodukten und -dienstleistungen in Europa werden. Elementar dabei ist die Implementierung einer vollständigen vertikalen Integration der Lieferketten und der Ausbau des Vertriebsnetzes.

Momentan fokussiert sich Sativa auf Großbritannien und ist dabei in drei Geschäftsbereichen aktiv. CBD-Produkte für Endverbraucher werden unter der Marke Goodbody Botanicals angeboten. Mit der Tochter Phytovista betreibt die Gruppe CBD- und Hanftestlaboratorien. In den Goodbody Wellness Kliniken werden Testdienstleistungen – unter anderem auch COVID-Tests – für Kliniken sowie Direct-to-Consumer und Direct-to-Business-Dienstleistungen per telemedizinischem Beratungsdienst angeboten. Inzwischen hat Sativa über 80 Kliniken in Betrieb. Zuletzt wurde eine Vertriebspartnerschaft in Deutschland bekannt gegeben.

Kürzlich gab das Unternehmen eine Partnerschaft mit Superdrug Stores bekannt, um eine umfassende Palette von Bluttests anzubieten. Die Vereinbarung umfasst 40 Superdrug-Standorte, an denen geschulte Krankenschwestern Blut für eine Reihe von Tests abnehmen. Der Kunde bestellt den gewünschten Test auf der Website der Goodbody Clinic und kann dann wählen, ob er einen persönlichen Bluttest durchführen lassen, eine Superdrug-Klinik auswählen oder eine der teilnehmenden Goodbody-Filialen für die Blutentnahme nutzen möchte. Geremy Thomas, Executive Chairman, sagt zu den neuen Entwicklungen: "Die Partnerschaft unserer Goodbody-Kliniken mit Superdrug für Wellness-Blutuntersuchungen erweitert die Möglichkeiten für Kunden, den von ihnen gewünschten Test an einem für sie bequemen Ort durchführen zu lassen und ermöglicht ihnen, ihr Wohlbefinden in die eigene Hand zu nehmen."

Das Unternehmen übertrifft weiterhin die selbst gesteckten Ziele. Dies spiegelt sich auch in den zuletzt veröffentlichten Quartalsdaten wider. Der Umsatz im dritten Quartal wurde gegenüber dem Vorjahresquartal um 977% auf 8,6 Mio. CAD fast verelffacht. Der Bruttogewinn legte auf 4,59 Mio. CAD zu, mit einer sogar noch leicht höheren Steigerungsrate. Die Bruttogewinnmarge wurde mit 53% auf Vorjahresniveau ausgewiesen. Nach einem Verlust von 1,19 Mio. CAD, gelang es mit einem Nettogewinn von 14.000 CAD in Q3 schwarze Zahlen zu schreiben. Die Gesellschaft weist mit einem Börsenwert von rund 26 Mio. CAD ein moderates Bewertungsniveau auf.

TUI – USA öffnen wieder ihre Tore für Reisende

Seit einigen Tagen ist für EU-Bürger die Einreise in die USA wieder möglich, sofern diese vollständig geimpft und zusätzlich negativ auf das Coronavirus getestet wurden. Die Deutsche Lufthansa erklärte, man könne eine große Nachfrage verbuchen und rechne in den kommenden Wochen mit einer Auslastung auf Vorkrisenniveau.

Gerade Weihnachtseinkäufe in New York oder ein Badeurlaub in Florida locken viele Touristen in die Vereinigten Staaten. "Wir sehen einen deutlichen Nachholeffekt bei Reisen, sowohl bei kurzfristigen Buchungen, vor allem von Paaren und Kleingruppen für den November und Dezember, als auch bei langfristigen Reisen von Familien in den Oster- und Sommerferien" erklärte kürzlich der Tui-Deutschland-Chef Stefan Baumert.

An der Aktie sind diese News komplett vorbeigegangen. Die Anteilsscheine kosteten im ersten Quartal zeitweise noch rund 4,50 EUR, jetzt werden 2 EUR weniger an der Börse aufgerufen. Damit ist der Konzern immer noch mit 2,8 Mrd. EUR bewertet. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen für 2021 liegen bei einem Umsatz von 5,6 Mrd. EUR und einem Verlust von 2,2 Mrd. EUR. Der Turnaround soll 2022 eintreten, dann rechnen die Experten mit einem Umsatz von 16 Mrd. EUR und wieder mit schwarzen Zahlen, der Gewinn soll bei 234 Mio. EUR liegen. In Summe halten Analysten den Titel momentan mit „Halten“ für ausgereizt.

Aurora Cannabis Inc. – Kann die weltweite Nummer zwei dank verringertem Quartalsverlust endlich durchstarten?

Das kanadische Unternehmen Aurora Cannabis mit Sitz in Edmonton, Alberta, ist zweigrößter Cannabisproduzent der Welt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,9 Mrd. CAD ist das Unternehmen mit 8,74% im Prime Alternative Harvest Index vertreten, direkt hinter Marktführer Tilray (8,96%). Der Produzent von medizinischem und Consumer-Cannabisprodukten, der seit Jahren rote Zahlen schreibt, ist wie andere Cannabis-Titel zuletzt an der Börse unter Druck geraten. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels.

So ist es Aurora im abgelaufenen Quartal gelungen, seinen Verlust auf -0,06 CAD zu verringern, nach -0,90 CAD im entsprechenden Vorjahresquartal. Analysten hatten einen Verlust von -0,256 CAD prognostiziert. Nach Bekanntgabe der Zahlen legte der Aktienkurs zwischenzeitlich um bis zu 7% zu. Ein Grund für die freundliche Haltung der Anleger dürfte in der Erwartung begründet sein, dass es in den USA demnächst eine bundeseinheitliche Gesetzgebung zum Thema Marihuana geben könnte, die es Unternehmen wie Aurora Cannabis ermöglichen könnten, auf reguläre Dienstleistungen, vor allem im Bankensektor, zuzugreifen.

In Erwartung einer baldigen Lösung in den USA hatte Aurora bereits 2020 das Unternehmen Reliva LLC., einen der größten amerikanischen Hersteller von CBD-Produkten, übernommen. Dies entspricht auch der Strategie des seit September vergangenen Jahres amtierenden neuen CEO Miguel Martin, sich zukünftig auf profitable Märkte und Nischen zu konzentrieren. Diese Fokussierung macht auf jeden Fall Sinn.


Alle drei genannten Titel profitieren von steigenden Konsumausgaben in den Feldern Wellness, Gesundheit und Reisen. TUI ist auf dem aktuellen Kursniveau eine attraktive Turnaround-Story. Die Sativa Wellness Group bietet eine spannende Investmentstory bei einer moderaten Bewertung. Sollte es Aurora schaffen, den Verlust weiter zu reduzieren, ist der Titel ebenfalls einen Blick wert.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. CBD – Der nicht-psychoaktive Inhaltsstoff der Cannabis Pflanze wird Cannabidiol (CBD) genannt.

Interessenskonflikt & Risikohinweis

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