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02.01.2025 | 05:55

Saturn Oil + Gas, Nel ASA, RWE - Wie drei Energie-Giganten die Zukunft der globalen Energieversorgung neu definieren

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Bildquelle: Saturn Oil and Gas, Inc.

Nur noch wenige Tagen verstreichen bis zum 20. Januar 2025. Der Tag, an dem der neue US-Präsident vereidigt wird und eine weitere Energiewende forcieren kann. In Nordamerika expandieren Energieunternehmen wie Saturn Oil & Gas, ihre Produkte sind der Motor der Wirtschaft. Mit seiner Blueprint-Strategie sorgt Saturn für kontinuierliche Wertschöpfung und investiert für 2025 rund 320 Mio. CAD in weitere Ölbohr-Projekte. Auch die klare Finanzstrategie sorgt für mehr Spielraum im kommenden Jahr. In Europa vollzieht sich weiterhin der Wandel hin zu erneuerbaren Energien. Nel ASA glänzt mit vollen Auftragsbüchern dank Asien, doch Analysten halten sich angesichts der mangelnden Infrastruktur für Wasserstoffversorgung in Europa bedeckt. Das neue EU-Lieferkettengesetz könnte jedoch die Marktverhältnisse zu Gunsten von Nel ASA neu ordnen, wie erste Drohungen aus Katar verdeutlichen. RWE als Global Player macht einfach dort weiter Geschäfte, wo es am lukrativsten für das Unternehmen ist: In den USA erreichen sie einen Meilenstein und auch in Italien weht dank RWE ein frischer Wind. Wo Investoren jetzt zugreifen sollten.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

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Inhaltsverzeichnis:


    Saturn Oil & Gas steigert Produktion auf 40.000 BOE/D für 2025

    Starke Volkswirtschaften sind auf eine robuste und sichere Energieversorgung angewiesen. Für Unternehmen wie Saturn Oil & Gas bedeutet dies ein kontinuierliches Wachstum in den kommenden Jahren, da die Nachfrage nach Öl und Gas robust ist. Das kanadische Energieunternehmen hat sich für 2025 ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Chancen, diese zu erreichen, stehen gut, da das Unternehmen über eine ausgezeichnete Strategie verfügt.

    Mit einem Investitionsbudget von 300 Millionen CAD strebt Saturn Oil & Gas eine durchschnittliche Produktion von 38.000 bis 40.000 boe/d an. Davon werden 85 % auf Öl und Flüssigkeiten entfallen. Saturn setzt auf seine bewährte Blueprint-Strategie, die sich in der Vergangenheit oft als erfolgreich erwiesen hat. Diese blueprint strategy beinhaltet den gezielten Erwerb unterbewerteter Vermögenswerte. Diese Vermögenswerte zeichnen sich durch ihr Aufwärtspotenzial und ihre Fähigkeit zur Wertsteigerung aus, die dann nahtlos in das bestehende Saturn-Portfolio integriert werden. Das erfahrene Team sorgt mit kontinuierlichen Entwicklungsprogrammen, laufender Produktionsoptimierung und nachhaltiger Kostensenkung für immer bessere Betriebsergebnisse. Der Einsatz modernster Technologie trägt auch zur innovativen Prozessoptimierung im Öl- und Gasgeschäft bei.

    Ein weiterer Faktor für die Wertschöpfung ist die Umstrukturierung der Schulden. Die kürzlich von dem Unternehmen ausgegebenen Schuldtitel haben eine Laufzeit von fünf Jahren, was folgende Vorteile hat: Es reduziert die Zinslast um rund 40 %. Die jährliche Rückzahlungsrate ist auf 10 % festgelegt, wodurch eine dauerhafte Reduzierung der Verbindlichkeiten gewährleistet ist. Diese neue Schuldenstruktur gibt dem Energieunternehmen mehr unternehmerische Freiheit bei der Verwendung von Kapital.

    „Unser Fokus auf die systematische Reduzierung des Verschuldungsgrads im Laufe der Zeit unterstützt unsere opportunistischen Akquisitionen und ermöglicht es dem Unternehmen, seine Kennzahlen pro Aktie weiter zu verbessern“, erklärte CEO John Jeffrey den Stakeholdern. “In den nächsten drei Jahren werden wir auf dem Budget für 2025 aufbauen und die Generierung von freiem Cashflow vorantreiben, während wir gleichzeitig die Nettoverschuldung reduzieren, was das Engagement von Saturn für eine nachhaltige Wertschöpfung widerspiegelt.“

    Die Investitionen in Millionenhöhe werden strategisch über das Jahr 2025 verteilt. Etwa 70 % der Investitionen fließen in der zweiten Jahreshälfte in die Produktion und 30 % in der ersten Jahreshälfte. Von den 30 % werden etwa 24 % im ersten Quartal investiert. Erfahrene Investoren wissen, dass die Bohrgebiete von Saturn dann von Kanadas wetterbedingtem Schnee und Eis befreit werden, sodass die Produktion auf Hochtouren laufen kann.**

    Nel ASA kämpft mit Kursverlusten trotz positiver Entwicklungen

    In Europa sieht die Situation der Energieversorgung etwas durchwachsener aus. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel ASA verzeichnet zum Jahresende 2024 deutliche Kursverluste. Seit Beginn des Jahres ist die Aktie um fast 59 % gefallen. Auffallend ist zudem der Kursrutsch von 20 % Anfang November 2024, kurz nach der US-Präsidentschaftswahl. Ein Grund dafür könnt sein, dass der zukünftige Präsident der USA den Klimawandel für einen Hoax hält und mehr auf Öl und Gas setzt. Ideal für Firmen wie Saturn.

    Doch angesichts des von der EU im Sommer 2024 verabschiedeten Lieferkettengesetzes könnte es für die Norweger wieder bergauf gehen. Die neue EU-Richtlinie verpflichtet große Unternehmen, auf Menschenrechte und Umweltstandards in ihren Lieferketten zu achten. Bei Verstößen greifen hohe Strafen von bis zu 5 % des weltweiten Umsatzes. Damit könnten bisherige Player aus dem Markt verschwinden. Gut für NEL, weniger gut für europäische Volkswirtschaften.

    Im Zuge des Lieferkettengesetzes kündigt der Energieminister Saad al-Kaabi des Golfstaats Katar an, den Handel mit Europa einzustellen, falls die Sanktionen greifen sollten. „Wenn ich 5 % meiner Einnahmen verliere, weil ich mit Europa Handel treibe, dann handle ich nicht mehr mit Europa. Das ist kein Bluff.“ erklärt Saad al-Kaabi ganz rigoros. Trotz des Kursrückganges kann Nel ASA einige Erfolge vorweisen. Das Unternehmen hat seine Produktionskapazität an der vollautomatisierten Elektrolyseur-Produktionsanlage im Werk in Herøya auf 1 GW verdoppelt.

    Auch bei der Auftragslage gibt es positive Signale. Jüngst erhielt Samsung C&T von dem Unternehmen einen Folgeauftrag über 5 Mio. EUR für die Lieferung von 10-Megawatt-Elektrolyseuren. Diese sollen in Koreas erstem Projekt zur Wasserstoffproduktion mit Kernenergie zum Einsatz kommen. Ziel ist es, Wasserstoff aus überschüssiger Atomstromerzeugung zu produzieren, um Energie zu nutzen, die sonst in Zeiten des Überangebots verschwendet wird, und so die Energieeffizienz insgesamt zu erhöhen. In der EU wird dieses Verfahren kontrovers diskutiert. Forscher sind überzeugt, dass allein für die Deckung des aktuellen weltweiten Wasserstoffbedarfs etwa 400 neue Atomkraftwerke mit je 1 GW Leistung erforderlich wären. Im Energie-Geisterfahrerland Deutschland politisch undenkbar, auf Kernkraft zu setzen.

    Dennoch geben sich Analysten - angesichts der geopolitischen Spannungen - bedeckt. Es fehle die Infrastruktur, um Wasserstoff als florierende Energiequelle der Zukunft zum Einsatz zu bringen. Goldman Sachs senkt daher seine Einschätzung auf "Neutral". Die erneuerbaren Energien stecken in Europa noch in den Kinderschuhen. Abnehmer sind fortschrittliche Länder in Asien. Nel kann trotz der Bedenken zu einem Schlüsselplayer in der Wasserstoffversorgung heranwachsen.

    RWE expandiert massiv in die USA: Meilenstein von 10 GW grüner Energie erreicht

    Der Energiekonzern RWE hat in den USA seine Leistung aus erneuerbaren Energien auf 10 GW ausgebaut. In 24 US-Bundesstaaten betreibt RWE inzwischen 170 Anlagen. Diese Anlagen setzen sich zusammen aus 5,2 GW Onshore-Windkraft, 4,3 GW Solarenergie und 0,5 GW Batteriespeicher. 2024 wurden durch den Global Player neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 953 MW ans US Strom-Netz gebracht. Diese Anlagen versorgen etwa 51.000 amerikanische Haushalte mit Strom.

    Parallel treibt RWE weitere erneuerbare Energien Projekte in Italien voran. In der Region Kampanien entstehen zwei weitere zukunftsweisende Agri-Photovoltaik-Anlagen. Damit die lokale Landwirtschaft erhalten bleibt, werden die Solarmodule auf 3 m hohen und mobilen Trägerkonstruktionen angebracht. So kann die Fläche doppelt genutzt werden. Zusätzlich schützen die Module die darunter wachsenden Pflanzen vor extremen Wetterereignissen wie Hagel, Frost, Dürre und Starkregen.

    Aktuell zeichnen sich Veränderungen im europäischen Gasmarkt ab. Das Transitabkommen zwischen Russland und der Ukraine lief am 31. Dezember 2024 aus. Täglich davon betroffen: 42 Mio. m³ russisches Gas, das bisher in die Slowakei, nach Moldau, Österreich und nach Italien geflossen ist. Die EU-Kommission signalisiert kein weiteres Interesse an einer Fortführung des russischen Gastransits durch die Ukraine. Für die noch stark von russischen Gaslieferungen abhängige Slowakei ist das ein herber Schlag.


    Saturn Oil & Gas startet 2025 mit einem durchdachten Wachstumsplan. Das Investitionsbudget von 300 bis 320 Mio. CAD ermöglicht eine Produktion von 38.000-40.000 BOE/D, wobei 85 % auf Öl und Flüssigkeiten entfallen. Ein größerer finanzieller Spielraum steht dem Unternehmen zudem durch eine Neustrukturierung der Schulden zur Verfügung. Die Umschichtung sorgt für 40 % niedrigere Zinsen, mit einer festen jährlichen Tilgungsrate von 10 %. Mit seiner bewährten Blueprint-Strategie können Investoren direkt an der kontinuierlichen Wertsteigerung teilhaben. Nel ASA verzeichnet einen Kursverlust von 59 % im letzten Jahr. Doch gute Nachrichten sind auch vorhanden: Die Produktionskapazität für Elektrolyseure wurde in Herøya auf 1 GW verdoppelt. Samsung C&T erteilt einen 5 Mio. EUR starken Folgeauftrag für ein koreanisches Kernenergie-Wasserstoff-Projekt. Trotz der aktuellen Infrastruktur-Herausforderungen in Europa besitzt Nel ASA das Rüstzeug, um zum potenziellen Schlüsselakteur in der Wasserstoffversorgung zu werden. RWE verzeichnet in den USA einen Meilenstein mit dem Erreichen von 10 GW Leistung aus Erneuerbaren Energien. Auch in Europa expandiert der Konzern mit innovativen Agri-Photovoltaik-Projekten, die eine Doppelnutzung der Flächen ermöglichen, um sowohl Energie zu erzeugen, als auch die Landwirtschaft weiter nutzbar zu machen.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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