20.01.2026 | 05:20
Sibanye Stillwater, Char Technologies, Siemens Energy – Voll im Trend
Das Börsenjahr 2026 ist zwar erst ein paar Tage alt, dennoch überschlagen sich bereits jetzt die Ereignisse. Zwei Sektoren, Edelmetalle und Energie, stechen dabei besonders hervor. Geopolitische Spannungen, eine wachsende Staatsverschuldung und anhaltende Inflationsrisiken sprechen weiter für Gold & Co. als stabilen Wertspeicher. Gleichzeitig sorgt der explosionsartig steigende Energiebedarf durch Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Elektromobilität für strukturellen Rückenwind im Energiesektor. Während Angebot und Infrastruktur vielerorts an physische Grenzen stoßen, gewinnen Rohstoffe und Energiequellen strategisch an Bedeutung. Für Investoren könnte sich daraus auch 2026 ein attraktives Chancen-Risiko-Profil ergeben.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , SIBANYE STILLWATER LTD. | ZAE000259701 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0
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Inhaltsverzeichnis:
"[...] Wenn wir etwas erwerben, wollen wir sicherstellen, dass die Übernahme zu unserer Strategie passt und das Potenzial hat, für unsere Aktionäre erfolgreich zu sein. [...]" John Jeffrey, CEO, Saturn Oil & Gas Inc.
Der Autor
Stefan Feulner
Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.
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Siemens Energy – Neue Impulse
Wie am Schnürchen läuft seit Mitte des vergangenen Börsenjahres der Aktienchart von Siemens Energy. Seit dem Zwischentief im April 2025 bei 40,45 EUR konnte die Aktie um mehr als 230% zulegen und notiert aktuell bei 133,65 EUR, nur knapp unter dem kürzlich erzielten Allzeithoch. Dass aufgrund der Überkauftheit, der RSI notiert aktuell bei rund 70 und bildet seit Monaten negative Divergenzen, eine Konsolidierung ansteht, ist dabei nicht unwahrscheinlich und wäre für die weitere Kursentwicklung nur gesund. Der 200er EMA liegt derzeit bei 96,64 EUR.
Rückenwind erhielt die Siemens Energy-Aktie durch eine Grundsatzeinigung mit der Europäischen Kommission. Der politische Durchbruch für den Neubau moderner Gaskraftwerke in Deutschland sorgt für neue Perspektiven beim Hersteller von Gasturbinen und Netztechnik. Bereits in diesem Jahr soll der Startschuss für erste Projekte fallen. Die neuen Anlagen sollen im Zuge des schrittweisen Kohleausstiegs die Versorgungssicherheit mit Strom gewährleisten und zugleich perspektivisch wasserstofffähig sein.
Zusätzliche Fantasie brachte zuletzt eine erfolgreiche Offshore-Windauktion in Großbritannien. Davon profitiert der Konzern direkt über die Turbinen der Windtochter Siemens Gamesa und indirekt über den steigenden Bedarf an leistungsfähigen Stromnetzen gleich zweifach. Insgesamt bleibt das Marktumfeld für Siemens Energy damit freundlich, getragen von politischem Rückenwind, Investitionsbereitschaft der Versorger und einer klaren Rolle im Umbau des Energiesystems.
Char Technologies – Profiteur des KI-Hypes
Der stark wachsende Energiebedarf ist eine der größten, oft unterschätzten Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz. Während KI längst als zentraler Bewertungstreiber ganzer Branchen gilt, von Cloud-Diensten über Grafikprozessoren, rückt die Frage der verlässlichen Energieversorgung zunehmend in den Fokus. Das Risiko liegt dabei weniger in der Technologie selbst, sondern in den physischen Grenzen der verfügbaren Energie.
Vor diesem Hintergrund gewinnt der Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare Alternativen an Bedeutung, insbesondere wenn diese auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen können. Genau hier sitzt Char Technologies zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das mit 38,10 Mio. CAD bewertete Unternehmen nutzt forstwirtschaftliche Reststoffe, die in Nordamerika in großen Mengen anfallen, und wandelt diese in Bio-Kohle und Bio-Gas um. Die Technologie ist bereits im industriellen Einsatz, die Hochtemperatur-Pyrolyseanlage im kanadischen Thorold läuft und generiert aus früheren Testläufen mit Industriekunden inzwischen erste Erlöse. Für die nächste Wachstumsphase stehen mit ArcelorMittal und der kanadischen BMI Group bereits finanzstarke Partner bereit.
Ab 2026 dürfte die Kommerzialisierung weiter Fahrt aufnehmen. In der ersten Ausbaustufe der Thorold Renewable Energy Facility wird eine Jahresproduktion von 5.000 t Bio-Kohle angestrebt. Parallel dazu plant Char die Erweiterung der Anlage, um künftig auch erneuerbares Erdgas herstellen zu können. Ergänzend werden derzeit die Ergebnisse eines sechsmonatigen Demonstrationsprojekts in Baltimore ausgewertet, bei dem Klärschlamm erfolgreich zur Energiegewinnung genutzt wurde.
Auch das gemeinsame Vorhaben mit der BMI Group schreitet mit großen Schritten voran. Mit einer Finanzierung von 10 Mio. CAD soll in Ontario ein Großprojekt realisiert werden, dass eine Kapazität von bis zu 50.000 t Bio-Kohle pro Jahr erreicht. Das entstehende Synthesegas kann direkt vor Ort eingesetzt, oder mittelfristig, als Erdgas-Ersatz vermarktet werden. Die strategische Logik dabei ist klar, Während Char seine Technologie skaliert, verwertet BMI Reststoffe und industrialisiert den Standort mithilfe sauberer Energie neu.
Nach dem Erklimmen eines neuen Jahreshochs bei 0,35 CAD konsolidiert die Aktie in einer Unterstützungszone bei 0,28 CAD. Sollte die weitere Kommerzialisierung sichtbar werden, dürfte dies deutlich höhere Kurse zur Folge haben.
Sibanye Stillwater - Supermetalle im Fokus
Platingruppenmetalle wie Platin, Palladium und Rhodium zählen zu den knappsten Rohstoffen der Welt. Ihre einzigartigen katalytischen Eigenschaften, die strategische Bedeutung für Industrie, Energiewende und Umwelttechnologien sowie ein extrem begrenztes Angebot machen sie aus Investorensicht hochattraktiv. Förderung und Verfügbarkeit sind dabei auf wenige Regionen wie Südafrika und Russland konzentriert, neue Projekte benötigen oft mehr als ein Jahrzehnt bis zur Produktion.
Einen direkten Hebel auf diese „Supermetalle“ bietet Sibanye Stillwater. Der Konzern hat sich von einem klassischen Goldproduzenten zu einem breit aufgestellten Rohstoffunternehmen entwickelt und gehört heute zu den weltweit größten Primärproduzenten von Platin, Palladium und Rhodium. Ergänzt wird das Portfolio durch Gold sowie weitere Metalle wie Iridium, Ruthenium, Nickel, Kupfer, Kobalt und Chrom. Hinzu kommen Aktivitäten im Recycling, in der Aufbereitung von Tailings und im Bereich Batteriemetalle.
Die Stärke liegt in der Diversifikation sowohl regional, Sibanye unterhält Liegenschaften in Südafrika, Nordamerika, Europa und Australien, nach Metalltypen sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Förderung über die Verarbeitung bis zum Recycling. Strategische Projekte wie Keliber in Finnland und GalliCam in Frankreich wurden im Rahmen des EU Critical Raw Materials Act als besonders relevant eingestuft und unterstreichen die Rolle des Konzerns in der Energiewende.
Operativ zeigte sich im dritten Quartal ein deutlicher Fortschritt. Das bereinigte Konzern-EBITDA stieg, inklusive US-Steuergutschriften, im Jahresvergleich auf rund 9,9 Mrd. ZAR. Besonders stark entwickelten sich die südafrikanischen PGM-Betriebe sowie die Gold-Sparte, während die US-PGM-Aktivitäten nach einem Turnaround wieder positiv beitrugen. Schwächere Bereiche wie die Nickelraffinerie Sandouville wurden dagegen konsequent in den „Care-and-Maintenance“-Status überführt.
Siemens Energy setzt seine Aufwärtsbewegung fort. Sibanye Stillwater profitiert von steigenden Edelmetallkursen. Char Technologies steht vor einem wegweisenden Jahr in Bezug auf die Kommerzialisierung.
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