Menü schließen




20.01.2026 | 05:20

Sibanye Stillwater, Char Technologies, Siemens Energy – Voll im Trend

  • Energie
  • Edelmetalle
Bildquelle: pixabay.com

Das Börsenjahr 2026 ist zwar erst ein paar Tage alt, dennoch überschlagen sich bereits jetzt die Ereignisse. Zwei Sektoren, Edelmetalle und Energie, stechen dabei besonders hervor. Geopolitische Spannungen, eine wachsende Staatsverschuldung und anhaltende Inflationsrisiken sprechen weiter für Gold & Co. als stabilen Wertspeicher. Gleichzeitig sorgt der explosionsartig steigende Energiebedarf durch Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Elektromobilität für strukturellen Rückenwind im Energiesektor. Während Angebot und Infrastruktur vielerorts an physische Grenzen stoßen, gewinnen Rohstoffe und Energiequellen strategisch an Bedeutung. Für Investoren könnte sich daraus auch 2026 ein attraktives Chancen-Risiko-Profil ergeben.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , SIBANYE STILLWATER LTD. | ZAE000259701 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Neue Impulse

    Wie am Schnürchen läuft seit Mitte des vergangenen Börsenjahres der Aktienchart von Siemens Energy. Seit dem Zwischentief im April 2025 bei 40,45 EUR konnte die Aktie um mehr als 230% zulegen und notiert aktuell bei 133,65 EUR, nur knapp unter dem kürzlich erzielten Allzeithoch. Dass aufgrund der Überkauftheit, der RSI notiert aktuell bei rund 70 und bildet seit Monaten negative Divergenzen, eine Konsolidierung ansteht, ist dabei nicht unwahrscheinlich und wäre für die weitere Kursentwicklung nur gesund. Der 200er EMA liegt derzeit bei 96,64 EUR.

    Rückenwind erhielt die Siemens Energy-Aktie durch eine Grundsatzeinigung mit der Europäischen Kommission. Der politische Durchbruch für den Neubau moderner Gaskraftwerke in Deutschland sorgt für neue Perspektiven beim Hersteller von Gasturbinen und Netztechnik. Bereits in diesem Jahr soll der Startschuss für erste Projekte fallen. Die neuen Anlagen sollen im Zuge des schrittweisen Kohleausstiegs die Versorgungssicherheit mit Strom gewährleisten und zugleich perspektivisch wasserstofffähig sein.

    Zusätzliche Fantasie brachte zuletzt eine erfolgreiche Offshore-Windauktion in Großbritannien. Davon profitiert der Konzern direkt über die Turbinen der Windtochter Siemens Gamesa und indirekt über den steigenden Bedarf an leistungsfähigen Stromnetzen gleich zweifach. Insgesamt bleibt das Marktumfeld für Siemens Energy damit freundlich, getragen von politischem Rückenwind, Investitionsbereitschaft der Versorger und einer klaren Rolle im Umbau des Energiesystems.

    Char Technologies – Profiteur des KI-Hypes

    Der stark wachsende Energiebedarf ist eine der größten, oft unterschätzten Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz. Während KI längst als zentraler Bewertungstreiber ganzer Branchen gilt, von Cloud-Diensten über Grafikprozessoren, rückt die Frage der verlässlichen Energieversorgung zunehmend in den Fokus. Das Risiko liegt dabei weniger in der Technologie selbst, sondern in den physischen Grenzen der verfügbaren Energie.

    Vor diesem Hintergrund gewinnt der Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare Alternativen an Bedeutung, insbesondere wenn diese auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen können. Genau hier sitzt Char Technologies zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das mit 38,10 Mio. CAD bewertete Unternehmen nutzt forstwirtschaftliche Reststoffe, die in Nordamerika in großen Mengen anfallen, und wandelt diese in Bio-Kohle und Bio-Gas um. Die Technologie ist bereits im industriellen Einsatz, die Hochtemperatur-Pyrolyseanlage im kanadischen Thorold läuft und generiert aus früheren Testläufen mit Industriekunden inzwischen erste Erlöse. Für die nächste Wachstumsphase stehen mit ArcelorMittal und der kanadischen BMI Group bereits finanzstarke Partner bereit.

    Ab 2026 dürfte die Kommerzialisierung weiter Fahrt aufnehmen. In der ersten Ausbaustufe der Thorold Renewable Energy Facility wird eine Jahresproduktion von 5.000 t Bio-Kohle angestrebt. Parallel dazu plant Char die Erweiterung der Anlage, um künftig auch erneuerbares Erdgas herstellen zu können. Ergänzend werden derzeit die Ergebnisse eines sechsmonatigen Demonstrationsprojekts in Baltimore ausgewertet, bei dem Klärschlamm erfolgreich zur Energiegewinnung genutzt wurde.

    Auch das gemeinsame Vorhaben mit der BMI Group schreitet mit großen Schritten voran. Mit einer Finanzierung von 10 Mio. CAD soll in Ontario ein Großprojekt realisiert werden, dass eine Kapazität von bis zu 50.000 t Bio-Kohle pro Jahr erreicht. Das entstehende Synthesegas kann direkt vor Ort eingesetzt, oder mittelfristig, als Erdgas-Ersatz vermarktet werden. Die strategische Logik dabei ist klar, Während Char seine Technologie skaliert, verwertet BMI Reststoffe und industrialisiert den Standort mithilfe sauberer Energie neu.
    Nach dem Erklimmen eines neuen Jahreshochs bei 0,35 CAD konsolidiert die Aktie in einer Unterstützungszone bei 0,28 CAD. Sollte die weitere Kommerzialisierung sichtbar werden, dürfte dies deutlich höhere Kurse zur Folge haben.

    Sibanye Stillwater - Supermetalle im Fokus

    Platingruppenmetalle wie Platin, Palladium und Rhodium zählen zu den knappsten Rohstoffen der Welt. Ihre einzigartigen katalytischen Eigenschaften, die strategische Bedeutung für Industrie, Energiewende und Umwelttechnologien sowie ein extrem begrenztes Angebot machen sie aus Investorensicht hochattraktiv. Förderung und Verfügbarkeit sind dabei auf wenige Regionen wie Südafrika und Russland konzentriert, neue Projekte benötigen oft mehr als ein Jahrzehnt bis zur Produktion.

    Einen direkten Hebel auf diese „Supermetalle“ bietet Sibanye Stillwater. Der Konzern hat sich von einem klassischen Goldproduzenten zu einem breit aufgestellten Rohstoffunternehmen entwickelt und gehört heute zu den weltweit größten Primärproduzenten von Platin, Palladium und Rhodium. Ergänzt wird das Portfolio durch Gold sowie weitere Metalle wie Iridium, Ruthenium, Nickel, Kupfer, Kobalt und Chrom. Hinzu kommen Aktivitäten im Recycling, in der Aufbereitung von Tailings und im Bereich Batteriemetalle.

    Die Stärke liegt in der Diversifikation sowohl regional, Sibanye unterhält Liegenschaften in Südafrika, Nordamerika, Europa und Australien, nach Metalltypen sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Förderung über die Verarbeitung bis zum Recycling. Strategische Projekte wie Keliber in Finnland und GalliCam in Frankreich wurden im Rahmen des EU Critical Raw Materials Act als besonders relevant eingestuft und unterstreichen die Rolle des Konzerns in der Energiewende.

    Operativ zeigte sich im dritten Quartal ein deutlicher Fortschritt. Das bereinigte Konzern-EBITDA stieg, inklusive US-Steuergutschriften, im Jahresvergleich auf rund 9,9 Mrd. ZAR. Besonders stark entwickelten sich die südafrikanischen PGM-Betriebe sowie die Gold-Sparte, während die US-PGM-Aktivitäten nach einem Turnaround wieder positiv beitrugen. Schwächere Bereiche wie die Nickelraffinerie Sandouville wurden dagegen konsequent in den „Care-and-Maintenance“-Status überführt.


    Siemens Energy setzt seine Aufwärtsbewegung fort. Sibanye Stillwater profitiert von steigenden Edelmetallkursen. Char Technologies steht vor einem wegweisenden Jahr in Bezug auf die Kommerzialisierung.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 20.07.2026 | 05:30

    Von der Knappheit bei Energie und Rohstoffen durch Occidental Petroleum, Globex Mining und MP Materials profitieren

    • Occidental Petroleum
    • Globex Mining
    • MP Materials
    • Öl
    • Berkshire
    • CCS-Technologie
    • Rohstoffe
    • kritische Rohstoffe
    • Edelmetalle
    • Basismetalle
    • Spezialmetalle
    • Seltene Erden

    Die Zeit des Rohstoffpreis-Wettens ist vorbei. Wer heute auf Energie und Metalle setzt, muss die dahinterliegende Machtarchitektur verstehen. Wer liefert, wer verarbeitet und wer hat in Zeiten von Blockbildung und Sanktionen noch Zugang zu den entscheidenden Förderstätten? Die Nachfrage nach strategischen Gütern explodiert, während über Jahre die Investitionen in neue Minen und Raffinerien stagniert haben. Diese Kluft zwischen politischem Willen und physikalischer Fördergrenze eröffnet für Anleger ein neues Spielfeld. Drei völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle zeigen, wie man diesen Trend nutzen kann: Occidental Petroleum, Globex Mining und MP Materials.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 20.07.2026 | 04:45

    Kritische Infrastruktur und mehr – das sind die unterschätzten Wachstumstreiber für Volatus Aerospace, Hensoldt und Nordex!

    • Drohnen
    • Drohnentechnologie
    • Drohnenabwehr
    • Plattform
    • Ökosystem
    • Kritische Infrastruktur
    • Geopolitik
    • Energie
    • Verteidigung

    Die geopolitischen Spannungen und Kriege haben die Welt verändert. Verteidigungsfähigkeit, Souveränität, Resilienz, Digitalisierung und der Schutz kritischer Infrastruktur stehen heute deshalb im Fokus. Milliarden fließen rund um den Globus in die aufgezählten Felder. Die jüngsten Entwicklungen haben gezeigt, wie entscheidend der Schutz kritischer Infrastruktur gegen Sabotage, Cyberangriffe und militärische Bedrohungen ist. Von diesen Entwicklungen profitiert das kanadische Defense-Tech-Unternehmen Volatus Aerospace. Analysten machen eine deutliche Unterbewertung der Aktie aus.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 14.07.2026 | 04:30

    Ziel 6.000 USD - Investmentbanken setzen auf Gold! Lahontan Gold steht in Nevada vor dem entscheidenden Wendepunkt

    • Gold
    • Edelmetalle
    • Nevada
    • Developer
    • Sante Fe Mine

    Nichts ist so schwer wie eine Prognose des Goldpreises. Zu viele Einflussfaktoren und eine Handvoll Gründe, warum das Edelmetall in jedem Depot seinen Platz findet. Denn Gold rückt heute von der klassischen Diversifikations-Eigenschaft zur zentralen Währung einer neuen Ära von geopolitischen Konflikten, Spannungen im Geldsystem und überbordenden Spekulationen. Befragt man Investmentbanken, dann sagen bullishe Abteilungen: „6.000 USD/Unze ist nicht das Ende, sondern der Startpunkt“. So sitzen Deutsche Bank, Société Générale und J.P. Morgan ausnahmsweise in einem Boot und prognostizieren bis Ende 2026 mit 6.000 bis 6.300 USD/Unze. Ein klares Signal, denn die Rallye ist nach der Seitwärtskonsolidierung seit Januar wieder weit vom Verlaufshoch bei rund 5.400 USD abgeprallt. Weiterhin erzeugt die US-Fiskalpolitik Druck auf den Dollar und die geopolitischen Risiken werden immer weniger als „vorübergehend“ interpretiert. In der zweiten Reihe stehen Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citi mit 5.400 bis 5.700 USD/Unze. Aus heutiger Sicht immerhin wieder 30 bis 40 % höher. Produzenten, Vermögensverwalter und Privatanleger stellen sich sukzessive auf ein neues Preisniveau um, denn sie sind von einer aktiven Rendite überzeugt. Gold ist daher nicht nur ein Rohstoff, sondern ein geopolitischer Lagerplatz für Liquidität und Vertrauen. Wie geht es weiter?

    Zum Kommentar