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09.03.2026 | 05:10

Siemens Energy, Standard Uranium, Nordex – Eskalation als Chance

  • erneuerbare Energien
  • Atomenergie
Bildquelle: pixabay.com

Die Eskalation im Nahen Osten rückt mit der Energiesicherheit ein lange unterschätztes Thema schlagartig in den Fokus der Märkte. Mit der Blockade der Straße von Hormus steht eine der wichtigsten Schlagadern des globalen Ölhandels unter Druck. Für Europa und viele Industrienationen wird damit erneut sichtbar, wie verwundbar fossile Lieferketten sind. Während Öl- und Gaspreise kurzfristig reagieren, rückt strategisch der beschleunigte Ausbau unabhängiger Energiequellen erneut in den Vordergrund. Vor allem erneuerbare Energien und Kernkraft könnten zu den großen Gewinnern einer neuen geopolitischen Energieordnung zählen. Anleger beginnen bereits, entsprechende Sektoren neu zu bewerten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q1037 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Der Optimismus geht weiter

    Energiesicherheit wird in Zeiten der geopolitischen Risiken immer wichtiger, und Siemens Energy dürfte dadurch langfristig als Profiteur hervorgehen. Diese Meinung teilen auch mehrere Analystenhäuser, die die langfristigen Aussichten der Münchner positiv bewerten. Die Analysten der Großbank JP Morgan stufen die Aktie deshalb weiterhin auf „Overweight“ ein. Der Ausbau von KI-Rechenzentren und E-Mobilität gelte nach wie vor als strukturelle Wachstumstreiber. Hinzu kommt, dass die steigenden Öl- und Gaspreise dazu drängen könnten, dass sich Staaten zunehmend unabhängig von den fossilen Brennstoffen machen und in erneuerbare Energien investieren. Auch die Bank of America erhöhte das Kursziel der Aktie von 200 auf 220 EUR.

    Nachdem sich die Siemens Energy-Aktie in den ersten Tagen des Iran-Krieges schadlos halten und sogar ein neues Allzeithoch bei 171,60 EUR erklimmen konnte, sorgten Gewinnmitnahmen für erste Risse im Chartbild. Ein Bruch der Marke von 141 EUR könnte weiteres Abwärtspotenzial generieren. MACD und RSI markierten bereits Verkaufssignale.

    Kursstützend wirkte sich die Verkündung aus, dass ein Aktienrückkauf in Höhe von 2 Mrd. EUR am vergangenen Mittwoch gestartet wurde- Dieser soll bis zum 30. September durchgeführt werde. Dabei sollen Aktien teilweise eingezogen und etwa für Aktienprogramme für eigene Mitarbeiter genutzt werden.

    Der Gewinn pro Aktie auf dem Markt wird durch diese Maßnahme gesteigert und sorgte zuletzt für eine spürbare Zustimmung der Aktionäre. Eine bevorstehende Aufnahme in den Stoxx Europe 50 könnte zudem die Sichtbarkeit des Unternehmens und die Repräsentation in ETF-Sparplänen weiter erhöhen.

    Standard Uranium – Aufstrebender Uran-Player

    Die Lage auf den globalen Energiemärkten spitzt sich weiter zu. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten, Lieferkettenrisiken und steigende Stromnachfrage durch Industrie und Digitalisierung rücken die Frage der Energiesicherheit zunehmend in den Mittelpunkt. Internationale Energieorganisationen erwarten, dass Kernenergie in vielen Industrieländern wieder stärker ausgebaut wird, um Versorgungssicherheit und Klimaziele gleichzeitig zu erreichen. Auch politisch nimmt der Rückenwind zu. US-Präsident Donald Trump kündigte vor Monaten an angekündigt, den Ausbau der amerikanischen Atomindustrie deutlich zu beschleunigen.

    Vor diesem Hintergrund rückt Uran wieder stärker in den Fokus der Rohstoffmärkte, und damit auch Explorationsunternehmen, die neue Lagerstätten erschließen wollen. Einer dieser Akteure ist Standard Uranium. Das Unternehmen konzentriert sich auf Projekte im kanadischen Athabasca Basin, einer der weltweit bedeutendsten Regionen für hochgradige Uranvorkommen.

    Statt Exploration komplett aus eigener Tasche zu finanzieren, setzt Standard Uranium auf ein sogenanntes Projektgenerator-Modell. Dabei werden Bohrprogramme gemeinsam mit Partnern entwickelt, die einen Großteil der Kosten übernehmen. Für das Unternehmen entstehen Einnahmen über Managementgebühren und Beteiligungsrechten, während gleichzeitig mehrere Projekte parallel vorangetrieben werden können. Insgesamt kontrolliert Standard Uranium rund 241.000 Acres an Mineralrechten.

    Das wichtigste Projekt ist Davidson River im Südwesten des Athabasca-Beckens. In der Region wurden bereits mehr als 400 Mio. Pfund Uran entdeckt. Geologische Untersuchungen identifizierten dort über 70 km strukturelle Trends, die als potenzielle Lagerstättenzonen gelten.

    Auf dem Corvo-Projekt startete, parallel, Anfang 2026 ein Winterbohrprogramm mit bis zu 3.000 m Gesamtlänge. Ziel sind oberflächennahe Uranstrukturen entlang leitfähiger Trends. Hervorzuheben ist das Manhattan-Vorkommen, wo Proben bereits Gehalte von bis zu 8,10 % U₃O₈ zeigten. Die Finanzierung übernimmt Aventis Energy, während Standard Uranium die operative Leitung innehat.

    Auch beim Rocas-Projekt steht mit dem Partner Collective Metals erstmals ein Bohrprogramm an. Mehrere Diamantbohrungen sollen einen rund 7,5 km langen Strukturkorridor testen, in dem zuvor starke radioaktive Anomalien gemessen wurden. Zeitnah soll die Phase-I-Kampagne gestartet werden, die etwa 1.200 bis 1.500 m an Diamantbohrungen beinhaltet.

    Durch die Vielzahl aussichtsreicher Liegenschaften positioniert sich Standard Uranium in einem Marktumfeld, das zunehmend an Dynamik gewinnen könnte. Mit einem Börsenwert von 14,4 Mio. CAD steht das Unternehmen noch am Beginn seiner Entwicklung.

    Nordex – Realitätscheck nach Kursfeuerwerk

    Der in Hamburg sitzende Windkraftanlagen-Hersteller setzte durch die Veröffentlichung des Finanzberichts Ende Februars ein deutliches Ausrufezeichen. So konnte im Jahr 2025 ein Umsatz von 7,6 Mrd. EUR verzeichnet werden, die EBITDA-Marge, noch vor Jahren das Problemkind, stieg auf 8,4 %. Zudem bedeutete der Auftragseingang in Höhe von 10,2 GW einen neuen Rekord.

    Im vierten Quartal kletterten die Erlöse auf rund 2,5 Mrd. EUR, ein Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich legte die Profitabilität zu: Das EBITDA sprang auf 307 Mio. EUR, was einer Marge von 12,1 % entspricht. Im Vorjahresquartal lag dieser Wert noch bei 4,9 %. Auch unter dem Strich zeigte sich der Turnaround deutlich. Der Quartalsgewinn stieg auf 184 Mio. EUR, nach lediglich 17,5 Mio. EUR im Jahr zuvor.

    Die geopolitische Lage sorgt jedoch auch hier für Unsicherheiten, wobei Anleger Gewinne sichern. Die Aufwärtsdynamik der Aktie lässt nach und entfernt sich von den jüngsten Kurszielen der Analysten. Die Deutsche Bank und Goldman Sachs bleiben optimistisch und setzen ein Kursziel von 58 EUR bzw. 46,10 EUR an.

    Eine beschleunigte Abwärtsdynamik könnte entstehen, wenn die Marke von 40 EUR untertroffen wird. Kurzfristig dürfte dann die Kurslücke, die durch die Veröffentlichung der Jahreszahlen geöffnet wurde, bei 35 EUR wieder geschlossen werden. Der 200er EMA liegt bei aktuell 27 EUR.


    Energiesicherheit rückt angesichts geopolitischer Spannungen wieder ins Zentrum der Energiepolitik und damit auch die Anbieter der neuen Strominfrastruktur. Siemens Energy AG profitiert vom weltweiten Ausbau der Netze und der Nachfrage nach stabilen Stromsystemen. Nordex SE punktet mit einem starken Auftragsbestand im Windkraftmarkt. Standard Uranium Ltd. setzt derweil auf neue Uranfunde im Athabasca Basin und positioniert sich als Rohstofflieferant für die wachsende Atomenergie.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    • Uran
    • Energie
    • Erneuerbare Energien
    • CO2
    • Versorgungssicherheit
    • Wettbewerbsfaktor

    Energie ist eine zentrale Determinante der Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften und Unternehmen. Verfügbarkeit, Preis und Versorgungssicherheit beeinflussen unmittelbar Kosten und damit die Preise von Produkten und Dienstleistungen. Erneuerbare Energien sind wichtig, aber die schwankende Stromerzeugung, das Risiko von Dunkelflauten und die bislang begrenzte Speicherfähigkeit stellen erhebliche Herausforderungen dar. Vor diesem Hintergrund erlebt Uran als verlässlicher Energieträger ein Comeback. Viele Tech-Giganten wie Alphabet, Microsoft, Amazon oder Meta setzen bereits auf Atomstrom, um damit den riesigen Energiebedarf ihrer Rechenzentren und KI-Infrastrukturen zuverlässig und CO2-arm zu decken. Als Profiteur dieses Trends gilt American Atomics. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, eine vollständig integrierte nordamerikanische Wertschöpfungskette aufzubauen, und nutzt dabei den politischen und strukturellen Rückenwind.

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