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08.10.2026 | 04:55

Sind das Kaufkurse? Desert Gold, Rheinmetall und innoscripta unter der Lupe!

  • Goldproduktion
  • Transformation
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  • Investments
Bildquelle: Pixabay

Ein Explorer, der kurz vor der ersten Goldproduktion steht, ein Rüstungskonzern mit Milliardenaufträgen in den Büchern aber sinkendem Aktienkurs und ein hochprofitabler Softwareanbieter unter Ermittlungsdruck der Steuerbehörden. Diese Beispiele zeigen, wie facettenreich Börse sein kann. Unterschiedliche Branchen, unterschiedliche Größenklassen, gemeinsam ist, dass sich alle Unternehmen in einer entscheidenden Phase befinden. Auf welche Entwicklungen und Meilensteine sollten Anleger jetzt achten und wo ist das beste Chance-Risiko-Verhältnis zu finden?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , INNOSCRIPTA SE | DE000A40QVM8

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Inhaltsverzeichnis:


    Desert Gold – Auf der Zielgeraden

    Desert Gold steht vor einem wichtigen Meilenstein. Noch im laufenden Quartal will das Unternehmen die Goldproduktion auf seinem SMSZ-Projekt im Westen Malis schrittweise anlaufen lassen. Das zu 100 % kontrollierte Projekt umfasst rund 440 km² und erstreckt sich über etwa 38 km entlang einer der bedeutendsten Goldstrukturen Westafrikas. In unmittelbarer geologischer Nachbarschaft liegen unter anderem die Fekola-Mine von B2Gold sowie Loulo und Gounkoto von Barrick. Auf dem SMSZ-Projekt wurden bislang mehr als 20 Goldzonen identifiziert und über 95.000 Bohrmeter niedergebracht. Die Ressource liegt bei gut 1,2 Mio. Unzen Gold.

    Jetzt rückt die Barani-Zone in den Mittelpunkt. Laut Aussagen von CEO Jared Scharf, ist die Anlage zur Schwerkraftaufbereitung mit einer Kapazität von 200 Tonnen pro Tag inzwischen am Standort Barani eingetroffen. Nach Installation und Inbetriebnahme soll der Verarbeitungsbetrieb im November anlaufen. Verzögerungen durch Transportprobleme, Treibstoffengpässe und die Regenzeit hatten den Zeitplan zuvor belastet.

    Der Betrieb soll zeigen, wie sich das Erz unter realen Bedingungen verhält, welche Goldausbeuten tatsächlich erzielt werden und wie belastbar die bisherigen Modellannahmen sind. Diese Betriebsdaten bilden dann die Basis für die nächste Entwicklungsstufe. Perspektivisch könnte eine zentrale Aufbereitungsanlage Material aus mehreren Lagerstätten des SMSZ-Projekts verarbeiten. Für den geplanten Ausbau veranschlagt das Unternehmen rund 15 Mio. USD und setzt dabei auf Finanzierungsmöglichkeiten wie Streaming, Offtake oder Fremdkapital, was die Aktienverwässerung minimieren soll.

    Die PEA vom November 2025 betrachtete für Barani und Gourbassi ein deutlich größeres Szenario mit rund 1.200 Tonnen Tagesdurchsatz. An der Börse wird die Gesellschaft derzeit mit rund 0,13 CAD gehandelt. Dem steht ein vom Research-Haus GBC genanntes Kursziel von 0,93 CAD gegenüber. Produktionsanlauf und die Ausweitung der Aktivitäten könnten eine Neubewertung des Unternehmens anstoßen.

    Rheinmetall - Wachstum und fallende Kurse, wie passt das zusammen?

    Rheinmetall verdient mit militärischen Fahrzeugen, Munition, Luftverteidigung und weiteren Sicherheitssystemen. Über Akquisitionen und Partnerschaften erschließt der Konzern neue Felder. Aber nicht alles läuft nach Plan. Mit der vollzogenen Übernahme von Naval Vessels Lürssen positioniert sich der Konzern als Komplettanbieter für moderne Marineschiffe, Küstenwachboote und autonome maritime Überwassersysteme. Einen empfindlichen Rückschlag gab es jedoch bei einem milliardenschweren Fregattenprogramm, der erhoffte Zuschlag blieb aus. Daraufhin musste der Verteidigungsriese seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurücknehmen.

    Zuletzt meldete der Konzern den Start der Serienproduktion von Weltraum-Satelliten. Nach Vorarbeiten samt Planung und Aufbau sei man in Neuss in die industrielle Umsetzung übergegangen. Es geht um SAR-Satelliten, die ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem finnischen Satellitenbetreiber Iceye fertigt. Jährlich sollen am deutschen Standort etwa 50 Satelliten hergestellt werden, Anfang des kommenden Jahres soll der erste Satellit mit einer Trägerrakete von SpaceX in den Orbit gebracht werden.

    Die Augen von Marktbeobachtern richten sich zunehmend auf das Portfolio von Rheinmetall und wie zügig Aufträge abgearbeitet werden können. Zum Ende des Halbjahres lag der Auftragsbestand bei 80,5 Mrd. EUR. Durch den nun auf rund 935 EUR gesunkenen Aktienkurs hat sich das 2027er KGV auf 19 abgesenkt. Analysten bescheinigen dem Anteilsschein in den kommenden 12 Monaten ein Upside von 70 %. Im nächsten Monat wird es spannend. Am 5.11. werden die Q3-Zahlen veröffentlicht. Ende November lädt der Konzern zum Kapitalmarkttag ein.

    Innoscripta: Optisch niedriges KGV, aber viele Fragezeichen

    Innoscripta unterstützt Unternehmen mit der Plattform Clusterix bei der Dokumentation von Forschung und Entwicklung und bei Forschungszulagen. Die Honorare entstehen nach Unternehmensangaben meist mit der Bescheinigung der Förderfähigkeit. Die spätere steuerliche Festsetzung folgt separat. Die Gesellschaft ging im Mai 2025 auf das Parkett und expandiert auch international.

    Operativ wächst Innoscripta kräftig. Der Halbjahresumsatz erreichte 63,1 Mio. EUR, das EBIT 36,4 Mio. EUR, womit die operative Marge nahezu 58 % betrug. Zur Jahresmitte wies die Gesellschaft eine Nettoliquidität von rund 18 Mio. EUR aus. Noch im August stellte das Management mindestens 140 Mio. EUR Jahresumsatz und 80 Mio. EUR EBIT in Aussicht.

    Dann kam vor wenigen Tagen die Hiobsbotschaft. Anfang des Monats durchsuchten Ermittler zwei Standorte. Nach der Unternehmensmitteilung betrifft der Verdacht die Beihilfe zu ungerechtfertigten Steuervorteilen bei Forschungszulagen einzelner Kunden. Nach aktuellem Kenntnisstand seien keine Geschäftsvorgänge des laufenden Jahres betroffen. Ebenso sicherte die Gesellschaft zu, vollständig mit den Behörden zu kooperieren.

    Der Aktienkurs ist infolge der Meldung von rund 88 EUR zwischenzeitlich auf bis zu 31 EUR eingebrochen und liegt aktuell bei 44 EUR, womit die Gesellschaft über eine Marktkapitalisierung von 440 Mio. EUR verfügt. Das optisch billige KGV von 7,8 für das laufende Jahr und 6 für 2027 sowie eine Dividendenrendite von rund 10 % relativieren sich angesichts der verbleibenden Fragezeichen. Es muss sich zeigen, ob das Geschäftsmodell auch international so wie bisher weiterverfolgt werden kann.


    Fazit

    Stock Picker finden in vielen Branchen spannende Titel. Desert Gold ist auf die Ziellinie eingebogen. Nach mehreren Verzögerungen wollen die Kanadier die Gold-Produktion noch in Q4 starten. Dieser Meilenstein könnte eine Neubewertung anstoßen. Analysten sind sehr bullish. Bei Rheinmetall warten Anleger auf neue Aufträge und eine schnelle Abarbeitung des Auftragsbestands. Innoscripta erscheint rechnerisch günstig, während die laufenden Ermittlungen eine verlässliche Einschätzung der künftigen Ertragskraft noch erschweren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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