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23.01.2020 | 14:05

TESLA - droht ein Short Squeeze wie einst bei Volkswagen?

  • Short Squeeze
Bildquelle: pixabay.com

In der Sprache der Börsianer wird die Eindeckung von Leerverkäufen in einen rasant steigenden Markt mit knappen Angebot Short Squeeze bezeichnet. Sogenannte Leerverkäufer haben zuvor von Banken oder anderen Investoren Aktien geliehen und dann verkauft, weil sie dadurch auf sinkende Kurse setzen wollten. Fällt die Aktie anschließend, dann klappt das Geschäft erfolgreich. Steigt die Aktie jedoch im Anschluss, dann kann es zu Verlusten kommen, wenn die Position wieder glattgestellt wird, damit das Leihgeschäft wieder aufgehoben werden kann.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Mario Hose

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Der Autor

Mario Hose

In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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Höchste Marktkapitalisierung der Welt

Einige Marktteilnehmer werden den 28. Oktober 2008 nicht vergessen. An diesem Tag notierte die Aktie von Volkswagen kurzzeitig bei 1.005,00 EUR. Jenseits von jeder Bewertungslogik stieg die Aktie, weil Leerverkäufer im großen Stil auf fallende Kurse der Aktien gesetzt haben.

Die ganze Situation eskalierte innerhalb von kurzer Zeit. Wenige Tage vor diesem Anstieg wechselten die Aktien noch bei unter 250,00 EUR die Besitzer. Volkswagen war in der Spitze und in dem Augenblick das Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert der Welt.

Hohe finanzielle Schäden nach Short Squeeze

Im Zuge einer Meldung von Porsche, dass der Sportwagenbauer seinen Anteil an Volkswagen auf 42,6% ausgebaut hat und sich zudem eine Option von weiteren 31,5% sichern konnte, verfügte das Unternehmen aus Stuttgart auf Zugriff von insgesamt 74,1%. Das Land Niedersachsen hielt zudem einen Anteil von 20% an Volkswagen. D.h., der Streubesitz lag bei weniger als 6%.

Zeitgleich standen sich Leerverkäufer und Hedgefonds mit circa 12 bis 15% der verfügbaren Aktien, die sie sich vorher von Banken geliehen haben, gegenseitig im Weg und trieben dadurch den Kurs in die Höhe. Ein Hedgefonds verlor in diesem Zusammenhang fast 15 Mrd. EUR und der Unternehmer Adolf Merckle rund eine Mrd. EUR. Merckle verübte rund sechs Wochen Suizid - ein tragisches Ende eines vorher erfolgreichen Lebens.

Ausreichend Handelsvolumen für Eindeckungen

Zum Jahresende 2008 notierte die Volkswagen Aktie nach ihrer kurzen Rallye und mitten in der Finanzkrise wieder bei unter 250,00 EUR. Bei TESLA sieht die Situation momentan anders aus. Am gestrigen Handelstag waren über 6,2 Mio. TESLA Aktien geliehen und die Leerkäufer setzten auf fallende Kurse. Insgesamt gibt es über 180,2 Mio. Aktien des Batterieautoherstellers. Der Börsenwert des Unternehmens lag beim Schlusskurs von 569,56 USD bei rund 102,7 Mrd. USD. Im Hoch wechselten die Aktien bei 594,50 USD die Besitzer.

TESLA hatte Volkswagen am gestrigen Tag anhand des Börsenwertes überholt. Das Lager der TESLA Fans feiert diesen Wertanstieg von über 100% seit Oktober 2019. Sie sollten jedoch eines nicht vergessen - ohne Steuergelder und Subventionen würde es bei TESLA ganz anders aussehen.

Gerüchteküche ist nicht nachhaltig

Vor dem Hintergrund, dass gestern über 31 Mio. Aktien des Unternehmens gehandelt worden, scheint genügend Liquidität für Eindeckungen von Leerverkäufen vorhanden zu sein. Aber wer weiß, vielleicht befeuert der Gründer Elon Musk den Kurs der Aktie demnächst mal wieder mit Übernahmespekulationen?

Laut Werbung von Smartbroker sind die Aktien von TESLA und Volkswagen für 4,00 EUR pro Order und ohne Depotgebühr in Deutschland handelbar.


Der Autor

Mario Hose

In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Handelsvolumen – Das Handelsvolumen beziffert die Summe aller getätigten Transaktionen.

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