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22.04.2025 | 05:10

TSMC, NetraMark und Siemens Energy trotzen der Krise

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  • künstliche Intelligenz
  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

Die Weltwirtschaft wankt. Die Zollpolitik des US-Präsidenten veranlasste die Welthandelsorganisation WTO in ihrem aktuellen Bericht, ihre Prognose für den globalen Warenhandel drastisch zu kappen und erwartet nun einen Rückgang des globalen Handelsvolumens um 0,2 % für das Jahr 2025. Nach unten geschraubt haben auch mehrere Analysten ihre Aussichten für den S&P 500. Lagen die Kursziele der Experten Anfang des Jahres noch bei 6.600 Punkten, wurden diese im Durchschnitt bei 5.950 Punkte gesenkt. Dennoch gibt es Unternehmen, die der Krise trotzen können und ihre Jahresziele zumindest bestätigen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: TAIWAN SEMICON.MANU.ADR/5 | US8740391003 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , NETRAMARK HOLDINGS INC | CA64119M1059

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Inhaltsverzeichnis:


    Taiwan Semiconductor – Im Auge des Sturms

    Das Trump-Beben ging selbstredend auch nicht an der Aktie des weltweit größten unabhängigen Halbleiterherstellers vorbei. Seit dem Höchststand Ende Januar bei 226,40 USD verlor der Anteilsschein knapp 33 % auf 151,82 USD an Wert. Von Entwarnung kann man, betrachtet man das Chartbild, noch nicht sprechen. Sollte das Doppeltief, welches im August des vergangenen Jahres sowie am 7. April 2025 markiert wurde, noch einmal durchbrochen werden, drohen weitere Abverkäufe. Die nächste Unterstützung würde sich dann im Bereich von 125 USD bieten.

    Aus fundamentaler Sicht konnte der taiwanesische Gigant dagegen mit den Zahlen zum ersten Quartal glänzen. Der Nettogewinn von TSMC legte im jüngsten Quartal um 60 % auf rund 11,1 Mrd. USD zu. Der Umsatz stieg ebenfalls deutlich – um 41,6 % auf 25,80 Mrd. USD. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im zweiten Quartal rechnet das Unternehmen sogar mit weiterem Wachstum, ein Signal an die Märkte, dass der KI-Boom weiterhin trägt. Immerhin machten Chips mit fortschrittlicher Strukturbreite (7 nm und kleiner) inzwischen 73 % des Wafer-Umsatzes aus.

    Trotz wachsender Handelsspannungen mit den USA hält der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter an seinem ambitionierten Ausblick für das Geschäftsjahr 2025 fest. Der Konzern erwartet ein Erlöswachstum "von rund 20 % ", wie CEO C. C. Wei bestätigte – exakt im Rahmen der Prognose vom Januar. Auch die geplanten Investitionen bleiben mit 38 bis 42 Mrd. USD unverändert.

    Zudem wies der Firmenlenker Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit mit Intel zurück. Gegenüber Analysten stellte er klar: „TSMC führt keine Gespräche mit anderen Unternehmen über Joint Ventures, Technologielizenzen oder den Austausch von Technologien.“ Medienberichte über ein gemeinsames Projekt zur Unterstützung von Intels angeschlagenem Foundry-Geschäft entbehren demnach jeder Grundlage.

    NetraMark – Starkes Momentum

    Während sich viele KI-Unternehmen aktuell in der Korrektur befinden, Nvidia zum Beispiel verlor seit dem Allzeithoch vom 7. Januar 2025 rund 35 % an Wert, steht die NetraMark-Aktie wie ein Fels in der Brandung. Nach einer kurzen, volatilen Korrektur bis in den 1 CAD-Bereich wurde der Anteilsschein unter steigenden Umsätzen aufgekauft und notiert aktuell bei 1,62 CAD, knapp unterhalb des historischen Hochs bei 1,79 CAD. Ein Bruch dieser markanten Marke würde ein starkes Kaufsignal generieren, was den Kurs über die Marke von 2 CAD hieven dürfte.

    Die Vision des mit 130 Mio. CAD bewerteten Unternehmens ist riesig. So will das kanadische Unternehmen nicht weniger, als die klinischen Studien in der Pharmaindustrie mit Hilfe von moderner Datenanalyse und Einsatz von Künstlicher Intelligenz revolutionieren. Betrachtet man die Ineffizienz, die aktuell in der Pharmaindustrie vorherrscht, kommt die vor wenigen Wochen gelaunchte Plattform NetraMark 2.0. zur richtigen Zeit. Denn 90 % aller klinischen Studien scheitern zwischen der Wirkstoffentwicklung und der Marktzulassung, am deutlichsten zeigt sich die Misere in den teuren Phase-3-Studien, bei denen bis zu 65 % einen Abbruch finden.

    Einen Meilenstein konnte das junge Unternehmen durch eine Kooperation mit Worldwide Clinical Trials (WCT) vermelden. So wird die NetraAI-Plattform im globalen Netzwerk von WTC vertrieben. Weitere Partnerschaften bestehen bereits mit dem National Institute of Mental Health (NIH) und einem Top-5 Pharmakonzern. Bis zum Jahresende strebt NetraMark ein positives EBITDA an. Durch die kürzlich gebildeten Partnerschaften dürfte die Plattform in den kommenden Monaten zur Skalierung ansetzen. Sollte dies vom erfahrenen Management umgesetzt werden können, dürfte die aktuelle Börsenbewertung Makulatur sein.

    In einem ausführlichen Interview erklärte George Achilleos, CEO von NetraMark Lyndsay Malchuk das Geschäftsmodell und ging auf Ziele und Visonen des Unternehmens ein.

    Siemens Energy mit Paukenschlag

    Neben den haussierenden Rüstungsaktien gehört Siemens Energy zu den Aktien der Stunde am deutschen Aktienmarkt. Mit der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal 2025 markierte der Anteilsschein, trotz kurzfristiger Korrektur aufgrund des Trump-Schocks mit 65,58 EUR ein neues Allzeithoch.

    Die Münchner konnten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ihren vorläufigen Gewinn von 501 Mio. EUR auf 615 Mio. EUR steigern. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum von 8,28 Mrd. EUR auf 9,96 Mrd. EUR zu.
    Herausragend ist der deutliche Anstieg des operativen Ergebnisses vor Sondereinflüssen, das sich auf 906 Mio. EUR mehr als verfünffachte. Daraus ergibt sich eine operative Marge von 9,1 %, deutlich über den bisherigen Markterwartungen von 6,2 %. Das Unternehmen sprach in diesem Zusammenhang von einer "positiven Geschäftsentwicklung", ohne dabei konkrete Einzelheiten zu nennen.

    Angesichts dieser Entwicklung hat Siemens Energy seine Jahresprognose nach oben geschraubt. Das Unternehmen rechnet nun mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum, bereinigt um Währungseinflüsse und Portfolioveränderungen, von 13 bis 15 %. Die operative Marge vor Sondereinflüssen soll nun zwischen 4 % und 6 % liegen und damit ebenfalls über der bisherigen Zielspanne von 3 % bis 5 %.

    Für das Gesamtjahr erwartet Siemens Energy beim Nettoertrag nun einen Anstieg auf bis zu 1 Mrd. EUR, eine deutliche Steigerung im Vergleich zum bisherigen Ziel, das sich in der Nähe der Gewinnschwelle bewegte. Der freie Cashflow vor Steuern soll rund 4 Mrd. EUR betragen


    Trotz der Unsicherheiten am Gesamtmarkt erreichte Siemens Energy mit der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen ein neues Allzeithoch. Taiwan Semiconductor übertraf ebenfalls die Schätzungen der Analysten. NetraMark dürfte durch die abgeschlossenen Partnerschaften zur Skalierung ansetzen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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