06.11.2026 | 05:30
Viel Druck bei Tech-Titeln: Infineon, HPQ Silicon und Super Micro Computer im Check!
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von HPQ Silicon Inc.
Die Zwischenwahlen in den USA haben die Börsen kräftig durcheinander gewirbelt. Welche Sektoren werden davon profitieren, welche nicht? Diese Fragen stellen sich derzeit Anleger und Analysten weltweit. Klar scheint, dass US-Präsident Trump in dieser Form nicht mehr weiterregieren kann. Seine republikanische Partei hat beide Häuser (Senat und Repräsentantenhaus) an die Demokraten verloren. Zudem haben die Roten wichtige Staaten für die KI-Industrie verloren, wie beispielsweise Texas. Dies wird Folgen haben und macht sich bei vielen Tech-Titeln bereits bemerkbar. Wir blicken heute deshalb auf die Aktien von Infineon, HPQ Silicon und Super Micro Computer.
Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: HPQ Silicon Inc | CA40444L1031 , INFINEON TECH.AG NA | DE0006231004 , SUPER MICRO COMPUT.DL-_01 | US86800U1043
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Infineon: Berechtigte Sorgen?
Die Zwischenwahlen in den USA haben die Börsen entgegen landläufiger Meinung beflügelt. Gold und Silber starteten ebenfalls durch, der DAX befindet sich auf Rekordkurs. Allerdings gab es auch Verlierer wie Ölaktien oder Papiere von US-Gefängnisbetreibern. Doch auch bei den KI-Aktien gibt es Sorgenfalten. So haben die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat erobert. Dabei konnten sie auch Staaten wie Texas erobern, die üblicherweise republikanisch wählen. Dort und in anderen nun blauen Staaten werden besonders viele KI-Rechenzentren gebaut. Die zentrale Sorge besteht darin, dass der Ausbau der Datacenter ins Stocken gerät. Und noch etwas könnte sich mit einer Kontrolle der Demokraten über beide Kammern ändern. So wird nun eine stärkere Regulierung und genauere Überprüfung der KI-Branche erwartet. Bisher konnten Unternehmen wie OpenAI oder Anthropic Schalten und Walten, wie sie wollten. Die Regierung Trump fuhr hier eine sehr lockere Linie. Ob dies auch noch gilt, wenn die gewählten Parlamentarier ihre Posten in Washington einnehmen, darf bezweifelt werden. Und auch regionale Einschränkungen sind möglich. Im Endeffekt könnte dies eine Verlangsamung der Ausgaben für Rechenzentren zur Folge haben, wie Aktienstrategen von Julius Bär jüngst ausführten.
Die Aktie von Infineon hat auf die möglichen Folgen der Wahl bereits einen Vorgeschmack bekommen. In den vergangenen Tagen ging es hier weiter bergab. Sie wurde ohnehin seit Anfang Oktober kräftig verkauft. Der Chart sieht nun „kaputt“ aus, wie die Techniker gerne etwas salopp sagen. Da hilft vorerst wohl auch nicht, dass das Management eine „extrem robuste“ Nachfrage sieht und die Aufträge bis weit ins kommende Jahr reichen. Dieses Polster wird nun mit dem Wahlergebnis in den USA in Frage gestellt. Dabei sollte man berücksichtigen: Halbleiter für Rechenzentren machen nur einen kleinen Teil des Geschäfts von Infineon aus. Doch an der Börse gilt Sippenhaft und daher sollten Anleger nun auf der Hut sein. Sollten die Demokraten tatsächlich den Ausbau von KI-Rechenzentren bremsen, dürfte das schlecht für das Sentiment der Chip-Branche sein. Und dann ist es egal, ob Infineon nur einen kleinen Teil seines Business mit Rechenzentren macht.
HPQ Silicon: Aufträge auch jenseits von Verteidigung!
Bei HPQ Silicon reihten sich zuletzt die Aufträge aneinander. Das kanadische Unternehmen konnte über seinen Technologiepartner Novacium in Frankreich punkten. So meldete man reihenweise Aufträge für die proprietäre Batterietechnologie. Im Fokus steht das französische Militär, das die sogenannten GEN3-Akkus für den Einsatz in FPV-Drohnen testet.
Doch abseits von Batterien für die Verteidigungsindustrie meldete HPQ Silicon nun über seinen französischen Partner Novacium eine Vereinbarung mit Aptera Motors. Das kalifornische Start-Up wird nun die HPQ ENDURA+ 21700 Lithium-Ionen-Rundzellen im Labor testen. Die Anoden dieser Batteriezellen basieren auf den von Novacium entwickelten siliziumbasierten Anodenmaterialien, für die HPQ die exklusiven Kommerzialisierungsrechte in Nordamerika hält.
Somit gelingt HPQ Silicon bei seiner ENDURA+-Plattform der Übergang von der reinen Materialentwicklung und interner Validierung hin zu Tests auf der Anwendungsebene eines echten EV-Herstellers. Aptera benötigt die Batterien mit der extrem hohen Energiedichte, um seine aerodynamischen Solar-Elektrofahrzeuge auszustatten. Sollten die Tests erfolgreich verlaufen, sind weitere technische Abstimmungen nötig, bevor eine kommerzielle Abnahme möglich ist.
Die positiven Meldungen aus dem operativen Geschäft halfen der Aktie von HPQ Silicon zuletzt nicht. Das schwache Marktumfeld machte sich hier deutlich bemerkbar. An der Börse wird das Unternehmen derzeit mit rund 47 Mio. CAD bewertet. Der jüngste Abverkauf bei dem Small Cap könnte eine Einstiegschance für antizyklische Investoren sein.
Super Micro Computer: Gute Zahlen, aber...
Das Tech-Unternehmen Super Micro Computer hat seine Anleger nicht enttäuscht. Im abgelaufenen Q1 für das Geschäftsjahr 2027 übertraf man die Erwartungen des Marktes bei Umsatz und Gewinn deutlich und lag auch über den eigenen, zuvor angehobenen Zielen.
So erreichte der Konzern einen Quartalsumsatz von 19,95 Mrd. USD. Analysten hatten lediglich mit rund 17,5 Mrd. USD gerechnet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie (Non-GAAP) wurden 1,81 USD erreicht. An der Wall Street hatte der Konsens lediglich mit 1,23 USD kalkuliert. Und selbst bei der oft kritisierten Bruttomarge punktete das Unternehmen. Hier wurden 12,7 % erreicht und damit mehr als die eigene Guidance. Das Management um Gründer und CEO Charles Liang hat aufgrund der positiven Entwicklung die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 72 bis 82 Mrd. USD angehoben.
Die Anleger nahmen das Zahlenwerk zunächst positiv auf. Doch in den Tagen nach den Midterms gingen auch bei Super Micro Computer die Abverkäufe weiter. Eine Verlangsamung des Ausbaus der KI-Rechenzentren würde sich bei dem Anbieter deutlich bemerkbar machen. Super Micro Computer ist ein Pure Play auf den KI-Boom. Den Löwenanteil der Einnahmen macht das Geschäft mit High-Performance-Servern aus, was nicht zuletzt auf die enge Partnerschaft mit Nvidia zurückzuführen ist. Auch wenn die Marge im Q1 erfreulich ausfiel: Sie ist relativ niedrig und kann schnell unter Druck geraten.
Fazit
Infineon wird in Sachen KI-Boom in Sippenhaft genommen, auch wenn die Münchener nur einen kleinen Teil der Einnahmen mit KI-Chips machen. HPQ Silicon meldet operativ gute Nachrichten, die Aktie gab zuletzt aber deutlich nach. Antizyklische Anleger könnten hier ihre Freude daran haben. Super Micro Computer ist ein Pure Play im KI-Boom. Sorgen die US-Wahlergebnisse für Gegenwind, könnte die Aktie noch deutlicher unter die Räder kommen.
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